Diese Maturaarbeit versucht zu klären, wie viel Rudolf Steiner heute noch in der Waldorfschule steckt. Im theoretischen Teil werden Rudolf Steiners Leben und die Anthroposophie dargestellt und zusammengefasst, danach wird die Waldorfpädagogik beschrieben. Im praktischen Teil beschreibt der Autor den praktischen Teil seiner Arbeit, welcher den Besuch einer Waldorfschule in Südafrika beinhaltete. In der Reflexion werden alle Themen grob zusammengefasst und die Leitfrage wird beantwortet.
Rudolf Steiner wird von einigen als mystischen Meister gesehen, manche wiederum halten ihn für einen Schwindler, Scharlatan und Opportunist und eine ganze Menge Leute hält ihn einfach für den «Mann, der die Steinerschule gegründet hat». In der NZZ wurde er «grosser Unbekannter der Moderne» genannt. Um die Anthroposophie und die Waldorfpädagogik zu verstehen, muss man erst Steiner kennenlernen. Er ist untrennbar mit ihnen verwoben. Um eine Person «kennenzulernen», muss man einen Blick auf die Biographie werfen. Steiners Biographie beantwortet viele Fragen, wirft aber gleichzeitig neue Fragen auf. Dieses Kapitel zeigt anhand Steiners Autobiographie «Mein Lebensgang» und anderen Quelle das Leben eines Philosophen, eines Wissenschaftlers, eines Künstlers, eines Eingeweihten, eines Lehrers, eines Reformers, eines Menschen.
Rudolf Joseph Lorenz Steiner wurde am 27. Februar 1861 in Kraljevec (Damals Kaisertum Österreich, heute Kroatien) geboren. Seine Eltern, Vater Johann Steiner und Mutter Franziska Steiner, geborene Blie, kamen aus Niederösterreich. Der Vater wurde als Telegraph der Südbahn nach Kraljevec versetzt. Den Vater beschrieb Steiner als wohlwollend, aber aufbrausend. Er hatte keine Freude an seiner Arbeit. Seine Mutter war im Haushalt tätig. 1862 zog die Familie nach Mödling bei Wien und 1863 nach Pottschach, wo seine Geschwister Leopoldine und Gustav auf die Welt kamen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1. Einleitung theoretischer Teil
2.2. Wer war Rudolf Steiner - eine Biographie
2.3. Die Anthroposophie im Umriss
2.3.1. Anthroposophie in Steiners Buch «Theosophie»
2.3.1.1. Einleitung des Buches
2.3.1.2. Das Wesen des Menschen
2.3.1.3. Reinkarnation und Karma
2.3.1.4. Die drei Welten
2.3.1.5. Eine kurze Einführung in die Aura
2.3.1.6. Der Erkenntnispfad
2.3.2. Weitere wichtige Elemente der Anthroposophie
2.3.2.1. Der Lebenslauf des Menschen / Siebenjahresperioden
2.3.2.2. Die Weltentwicklung
2.3.2.3. Christliche Inhalte
2.3.2.4. Die Akasha-Chronik
2.3.2.5. Die funktionelle Dreigliedrigkeit des Menschen
2.4. Das Hereinwirken der Anthroposophie in die Pädagogik / Waldorfpädagogik
2.4.1. Wie Rudolf Steiner die Waldorfpädagogik entwickelte
2.4.2. Die Jahrsiebte in der Waldorfpädagogik
2.4.3. Die vier Temperamente und die Farbenlehre in der Waldorfpädagogik
2.4.4. Der Klassenlehrer und der Epochenunterricht
2.4.5. Das Waldorfzeugnis und der Morgenspruch
2.4.6. Zum Waldorflehrplan
2.4.7. Religion und Anthroposophie an Waldorfschulen
2.4.8. Zur Architektur und Organisation der Waldorfschulen
2.4.9. Schulfeste und Traditionen
2.4.10. Was ist bis heute gleich geblieben? Was ist neu?
2.5. Vortrag über Brand des Goetheamum I.; Verhältnis Waldorflehrer zu AG
3. Praktischer Teil
3.1. Einleitung praktischer Teil
3.2. Besuch des Goetheanums in Dornach am 09.08.2018
3.3. Besuch einer Waldorfschule in Kapstadt, Südafrika
3.3.1. Planung von Besuchen an Waldorfschulen
3.3.2. Mein Besuch der C. Waldorf School, Kapstadt (09. bis 20.10.18)
3.4. Verhältnis der Lehrer der Atelierschule zur Anthroposophie
3.5. Gespräche mit Lehrern über Anthroposophie und die Atelierschule
4. Reflexion und Fazit
4.1. Wie ging ich vor?
4.2. Was wurde erreicht und was wurde nicht erreicht (Probleme)?
4.3. Was habe ich daraus gelernt?
4.4. Beantwortung der Fragestellung
4.5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Abschlussarbeit untersucht die Forschungsfrage, inwieweit die Lehren Rudolf Steiners und die Anthroposophie auch über 100 Jahre nach der Gründung der ersten Waldorfschule noch die pädagogische Praxis an Waldorfschulen prägen. Der Autor beleuchtet hierzu theoretische Grundlagen und setzt diese in Bezug zu eigenen praktischen Erfahrungen an verschiedenen Waldorfschulen.
- Biografie und Werk von Rudolf Steiner
- Grundlagen der Anthroposophie und des anthroposophischen Menschenbildes
- Analyse der Waldorfpädagogik und ihrer Umsetzung im Schulalltag
- Empirische Untersuchung des Bezugs von Lehrkräften zur Anthroposophie
- Vergleichende Beobachtungen an Waldorfschulen im In- und Ausland
Auszug aus dem Buch
2.2. WER WAR RUDOLF STEINER? - EINE BIOGRAPHIE
Rudolf Steiner wird von einigen als mystischen Meister gesehen, manche wiederum halten ihn für einen Schwindler, Scharlatan und Opportunist und eine ganze Menge Leute hält ihn einfach für den «Mann, der die Steinerschule gegründet hat». In der NZZ wurde er «grosser Unbekannter der Moderne» genannt. Bodo von Plato, ehemaliges Vorstandsmitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, sagte in einem Interview mit der NZZ: «Steiner ist eine geschichtliche Figur geworden, die Menschen, die ihn noch kannten, sind gestorben, seine Worte haben ihre Aura verloren».
Um die Anthroposophie und die Waldorfpädagogik zu verstehen, muss man erst Steiner kennenlernen. Er ist untrennbar mit ihnen verwoben. Um eine Person «kennenzulernen», muss man einen Blick auf die Biographie werfen. Steiners Biographie beantwortet viele Fragen, wirft aber gleichzeitig neue Fragen auf. Diese Kapitel zeigt anhand Steiners Autobiographie «Mein Lebensgang» und anderen Quelle das Leben eines Philosophen, eines Wissenschaftlers, eines Künstlers, eines Eingeweihten, eines Lehrers, eines Reformers, eines Menschen - Das Leben von Rudolf Steiner.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und den Hintergrund für diese Arbeit, die aus seiner eigenen langjährigen Erfahrung als Waldorfschüler resultiert.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel bietet eine fundierte Übersicht über das Leben Rudolf Steiners sowie die zentralen Konzepte der Anthroposophie und deren Anwendung in der Waldorfpädagogik.
3. Praktischer Teil: Der Autor schildert seine eigenen Schulbesuche, insbesondere an der C. Waldorf School in Kapstadt, und wertet eine Lehrerumfrage an der Atelierschule Zürich aus.
4. Reflexion und Fazit: Hier reflektiert der Autor sein Vorgehen, stellt fest, welche Ziele erreicht wurden, beantwortet seine Forschungsfrage und zieht ein abschließendes Resümee.
Schlüsselwörter
Rudolf Steiner, Anthroposophie, Waldorfpädagogik, Waldorfschule, Menschenbild, Siebenjahresperioden, Klassenlehrerprinzip, Epochenunterricht, Erziehungskunst, Anthroposophische Gesellschaft, Goetheanum, Schulpraxis, Lehrerbildung, Karma, Reinkarnation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Abschlussarbeit grundlegend?
Der Autor untersucht die Bedeutung und den Einfluss von Rudolf Steiners Lehren und der Anthroposophie auf den aktuellen Schulalltag an Waldorfschulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Steiners Biografie und anthroposophischen Grundkonzepten sowie einen praktischen Teil, der durch Schulbesuche und eine Lehrerbefragung Erkenntnisse über die heutige Umsetzung gewinnt.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage: "Anthroposophie - Wie viel Rudolf Steiner steckt heute noch in der Waldorfschule?"
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse wichtiger anthroposophischer Werke (insb. "Theosophie"), biografische Quellen, teilnehmende Beobachtung bei Schulbesuchen im In- und Ausland sowie eine quantitative Lehrerumfrage an der eigenen Schule.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem anthroposophischen Menschenbild, den Entwicklungsstufen des Kindes (Jahrsiebte), dem Waldorflehrplan und der konkreten pädagogischen Umsetzung wie dem Epochenunterricht und der Rolle des Klassenlehrers.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff der Anthroposophie spielen vor allem die Siebenjahresperioden, das Klassenlehrerprinzip und die Frage nach dem Erhalt anthroposophischer Impulse im modernen Schulalltag eine wichtige Rolle.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Klassenlehrers an Waldorfschulen heute?
Der Autor diskutiert kritisch die Anforderungen an den Klassenlehrer und stellt fest, dass die pädagogische Anforderung, "alles allseitig" zu lehren, oft an Grenzen stößt, auch bedingt durch den Generationenwechsel und eine zunehmende fachliche Spezialisierung.
Welche Schlussfolgerungen zieht der Autor aus seinem Besuch in Südafrika?
Der Autor stellt fest, dass Waldorfschulen trotz kultureller und geografischer Unterschiede in ihrer Struktur und in ihrem Bemühen um ein ganzheitliches Menschenbild sehr ähnlich agieren, wenngleich das Leistungsniveau je nach Kontext variieren kann.
- Arbeit zitieren
- Laurino Lucca Amos (Autor:in), 2019, Wie viel Rudolf Steiner steckt heute noch in der Waldorfschule?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490292