Literaturwissenschaftliche Analyse von Federica de Cescos "Aisha oder die Sonne des Lebens"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2001

13 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Gliederung:

1. Autorin

2. Inhaltsangabe

3. Charaktere / Wechselbeziehungen
3.1. Aisha
3.2. Vater – Farid
3.3. Mutter – Hassima
3.4. Said
3.5. Ali
3.6. Ali / Said
3.7. Kim
3.8. Ariane
3.9. Marie Merle
3.10. Ma Djamila

4. Beschreibung der Lebensformen
4.1. Algerier
4.2. Franzosen

5. Botschaft

6. Rechte und Stellung der Frau im Koran
6.1. Stellung der Frau im Koran allgemein
6.2. Kopftuch / Schleier
6.3. Gewalt an Frauen
6.4. Heirat
6.4.1 Darf sie eine Muslimin ihren Mann selbst aussuchen?
6.4.2 Wie viele Frauen darf eine Mann heiraten
6.5. Fazit

7. Literaturangaben

1. Autorin:

Die Autorin wurde am 23. März 1938 in Norditalien , in Pordenone geboren. Sie ist die Tochter eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter. Sie verbrachte ihre Jugendzeit in verschiedenen Ländern Europas, u.a. auch in Äthiopien. Da sie die meisten Bücher, die sie zum Lesen hatte nicht für gut empfand, fing sie selber zum Schreiben an. 1956 wurde ihr erstes Buch veröffentlicht, ein Indianerbuch. Seit 1962 lebt sie mit ihrem Mann, einem Japaner, er ist Fotograf von Beruf, in der Schweiz. Heutzutage gilt sie als eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen und wurde dafür auch schon mehrfach ausgezeichnet.

Sie ist selbst eine Weltreisende und hat auch eine Zeitlang bei den Tuareg – ein Nomadenvolk der Sahara – gelebt.

Sie spricht fließend Italienisch, Deutsch und Französisch, ihre Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.

Weitere bekannte Romane:

- Im Zeichen der blauen Flamme
- Fern von Tibet
- Kel Rela – im Herzen der Sahare
- Der rote Seidenschaal

2. Inhaltsangabe:

Aisha ist eine in Frankreich geborene Algerierin, die mit ihrer Familie in Paris lebt. Ihre Familie ist sehr traditionsgebunden und hat nie den Versuch unternommen Anschluss an die französische Kultur zu finden. Aisha wird sehr konservativ und religiös erzogen, sie wird von ihrer Familie mit „Argus-Augen“ bewacht, sie darf das Haus nur verlassen, um zur Schule zu gehen, sie darf nicht mit Jungen reden, darf diese nicht einmal anschauen.

Durch den Einfluss ihrer Lehrerin wird es ihr ermöglicht, die höhere Schule zu besuchen, um dort ihr Abitur zu machen.

Zum Zeitpunkt, in dem sie die Schule wechselt, kommt ihre Großmutter Ma Djamila aus Algerien zu Besuch. Da die Wohnung sehr klein ist, wird Ma Djamila in Aishas Zimmer untergebracht. Schnell merken die beiden, dass zwischen ihnen eine tiefe Bindung besteht.

Aisha gilt und fühlt sich aufgrund ihrer kulturellen und religiösen Herkunft als Außenseiterin, die Integration in der neuen Klasse verläuft anfangs schleppend. Doch dann lernt sie Ariane kennen. Durch diese Freundschaft wird sich Aisha erstmals bewußt klar, wie sehr sie durch die Tradition gebunden ist, sie bemerkt den Käfig, in dem sie gezwungen wird, die Normen, Pflichten und Regeln, die ihr als muslimischer Frau durch die Familie aufgezwungen werden. Sie fängt an, diese nicht mehr klaglos als gegeben auf sich zu nehmen, zu ertragen und zu erdulden.

Sie beginnt, aus diesem Käfig auszubrechen. Sie geht mit zum Schwimmunterricht und durch Ariane ermutigt nimmt sie an diesem sogar aktiv teil. Eines Tages begleitet Aisha Ariane sogar nach Hause. Dort lässt sie sich von Ariane, die Fotografin werden will, fotografieren. Sie legt dazu ihre gewöhnliche Kleidung ab – Kopftuch, Regenmantel, dicke Strümpfe etc. – und trägt das erste Mal, seitdem sie dreizehn ist, ihr Haar wieder offen.

So lernt sie Kim kennen. Kim ist Vietnamese und der beste Freund von Ariannes Bruder. Er sieht sie mit offenem Haar, sie schaut ihm direkt in die Augen, Aisha hat somit gegen zwei fundamentale Regeln des Islams verstoßen. Sie flieht in Arianes Zimmer, zieht sich um und stürmt so schnell wie möglich nach Hause. Jedoch, es ist Liebe auf den ersten Blick.

In derselben Nacht findet sie kaum Schlaf, sie ist von diesen neuen Gefühlen überwältigt, zwischen Emotion und Tradition hin und her gerissen, sie hat die Möglichkeit, ihre Großmutter in das Geheimnis einzuweihen, jedoch traut sie sich nicht.

Am nächsten Tag wird Aisha von Kim auf dem Weg nach Hause abgefangen. Er gesteht ihr seine Liebe. Aisha ist von Kim fasziniert. Trotz Bedenken geht sie mit ihm in ein Cafe (eine weitere Regel, die sie bricht). Kim ist Toaist. Er führt sie in die Gedankenwelt, Philosophie des Laotse ein, über die Einheit von Mann und Frau. Die Zweifel, die Aisha an der islamischen Religion hat, werden dadurch bestärkt, ihr Weltbild gerät ins Taumeln. Sie beschließen, sich öfters zu sehen. Unterstützt werden sie durch die Hilfe Arianes, die, obwohl auch sie in Kim verliebt ist, bereit ist, diese Treffen zu organisieren. Aisha trifft sich immer wieder mit Kim, sie kommt dadurch zu spät nach Hause, sie sucht Ausreden, die von ihren Eltern auch akzeptiert werden.

Als Arianne Geburtstag hat, stellt Aisha fest, dass diese Jüdin ist. Die Freundschaft der beiden steht auf der Kippe. Die Juden sind die Todfeinde des Islams, ihr Bruder Ali vertritt sogar die Meinung, das diese ausgelöscht werden sollten. Zu diesem Zeitpunkt merkt Aisha, wie absurd religiöser Fundamentalismus ist. Sie geht auf Ariannes Geburtstagsparty, um ihre Freundschaft zu Ariane zu zementieren. Gleichzeitig bedeutet dies symbolisch den endgültigen Bruch mit ihrer Kultur. Deutlich wird dies dadurch, dass sie, ermutigt durch Kim, Schweinefleisch isst.

Zu Hause entschuldigt sie das zu spät kommen damit, dass sie zu ihrer Lehrerin eingeladen wurde. Ihre Eltern glauben diese Ausrede, allerdings sind ihre Brüder sehr misstrauisch. Sie glauben ihr nicht und Said observiert sie heimlich. So werden sie im Park erwischt. Said, der einen Schlägertrupp um sich geschart hat, richtet Kim übel zu. Said schleift Aisha nach Hause, sie wird verprügelt. Die Familie beschließt, Aisha nach Algerien zu bringen, um sie dort auf dem Heiratsmarkt zu verkuppeln.

Dort angekommen laufen die Hochzeitsvorbereitungen ihrer auch 16-jährigen Tante. Angewidert von der Hochzeitszeremonie beschließt sie, sich das nicht gefallen zu lassen. Unterstützt wird sie von ihrer Großmutter Ma Djamila. Diese erreicht, dass der Vater Aisha wieder mit nach Frankreich nimmt.

Wieder zu Hause angekommen, darf sie wieder zur Schule gehen. Doch wird sie Schritt auf Tritt von ihrem Bruder Said begleitet. Kontakt zu Kim ist nur noch in Form von Briefen möglich, die durch Ariana überreicht werden. Aisha, die mittlerweile von ihren Brüdern schwer misshandelt wird, fasst den Entschluß, endgültig mit ihrer Kultur und ihrer Familie zu brechen.

Als sie nur mit ihrem Bruder Said zu Hause ist, beschließt sie durch das Badezimmerfenster zu fliehen. Dies wird jedoch von Said bemerkt, der sich gewaltsam zum Badezimmer Eingang beschafft. In ihrer Not schlägt Aisha ihren Bruder mit einem Hocker nieder und flieht.

3. Charaktere - Wechselbeziehungen

3.1 Aisha ben Jamal

Aisha ist die Hauptprotagonistin dieses Romans. Sie ist 16 Jahre alt, Muslimin und wächst in einer Familie auf, die konservativ nach den Regeln des Islams lebt. Aisha ist ein sehr kritisch denkendes Mädchen, das sehr bald anfängt, sich mit den Regel des Islams auseinander zu setzen. Anfangs wehrt sie sich gegen diese kritische Gedanken, sie hat regelrecht Angst davor, diese überhaupt zu zulassen. Doch durch die Freundschaft zu Ariane wird sie mutiger, sie durchbricht sogar die Regeln. Sie nimmt am Schwimmunterricht teil, so dass alle ihre Haare offen sehen können, sie lässt sich sogar fotografieren, obwohl dies nach den Regeln des Islams verboten ist. Jedoch hat sie noch starke Zweifel, ob sie sich richtig verhält. Durch Kim findet sie den Mut, die starren Regeln und Tabus endgültig zu durchbrechen.

3.2 Vater – Farid

Aishas Vater Farid ist knapp über 40 und arbeitet wie sein Sohn in den Citroen-Werken. Farid wirkt kränklich und leidet stark unter Hustenanfällen. Er ist ein einfacher Mann, der sein Leben unter dem Willen Allahs führt. Er ist ungebildet, man gewinnt den Eindruck, dass ihm selbstständiges Denken schwer fällt. Seine Mutter wirft ihm vor, dass er sein ganzes Leben lang „unpraktisch“ gewesen ist. Er lässt sich von Ali beeinflußen, es erscheint der Eindruck, dass nicht er, sondern Ali der eigentlich Mann im Hause ist, der ihn nach eigenem Gutdünken manipulieren kann.

3.3 Mutter – Hassima:

Aishas Mutter ist 35 Jahre alt, sie repräsentiert die typisch (algerisch) muslimische Frau. Sie geht in der Rolle, in die sie von Kindheit an hineingezwängt wurde, voll und ganz auf. Sie verlässt ihre 4 Wände nie, auch nicht zum Einkaufen. Die einzige Möglichkeit, das Haus zu verlassen, ist das Bad der muslimischen Frauen, zu welchem sie jeden Freitag von ihrem Mann gebracht und auch wieder abgeholt wird. Sie ist kränklich, bleich, die Bewegungen sind langsam und schwerfällig, sie trägt nie europäische Kleidung, ist fügsam und redet nie ohne Aufforderung ihren Mann an.

[...]

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Details

Titel
Literaturwissenschaftliche Analyse von Federica de Cescos "Aisha oder die Sonne des Lebens"
Hochschule
Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd
Veranstaltung
Migrationsliteratur 'Daheim in der Fremde'
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V49033
ISBN (eBook)
9783638455817
ISBN (Buch)
9783656460824
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Federica, Cesco, Aisha, Sonne, Lebens, Migrationsliteratur, Fremde“
Arbeit zitieren
Diplom-Pädagoge Kai Strepp (Autor:in), 2001, Literaturwissenschaftliche Analyse von Federica de Cescos "Aisha oder die Sonne des Lebens", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49033

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