Gesundes Arbeiten. Psychische und physische Belastungen im Unternehmen


Studienarbeit, 2018
34 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

3 Forschungsfragen und Hypothesen

4 Operationalisierung

5 Datenerhebung

6 Datenauswertung
6.1 Datenaufbereitung
6.2 Beschreibung der Stichprobe bzw. deskriptive Analyse
6.3 Inferenzstatistische Analyse
6.3.1 Hypothese
6.3.2 Hypothese
6.3.3 Hypothese

7 Ergebniszusammenfassung

8 Interpretation und Ausblick

9 Literaturverzeichnis

10 Tabellenverzeichnis

11 Abbildungsverzeichnis

Abstract

Im Zeitalter der Digitalisierung und des Wandels, ist die langfristige Gesundheit der Mitarbeiter besonders wichtig. Durch lange Ausfallzeiten kann der Anschluss an die Change Prozesse in den Unternehmen schnell verloren gehen, was nicht nur für den Mitarbeiter eine zusätzliche psychi- sche und auch physische Belastung darstellt, sondern auch das Unternehmen zusätzlich Zeit und Geld kostet. Gesundheitliche Beschwerden am Arbeitsplatz können verschiedene Ursachen ha- ben. Auch wenn psychische Belastungen oft nicht leicht erkennbar sind, gilt es diesen ebenso viel Beachtung zu schenken wie physischen Beschwerden. Unternehmen sollten daher präventiv arbeiten und auf eine Kultur bauen, welche keiner Form der Krankheit gegenüber abwertend ist.

In dieser Studienarbeit daher der Fokus auf dem Thema ‚Gesundes Arbeiten‘ und die Häufigkeit von psychischer und physischer Belastung im Unternehmen. Die stetige Aktualität dieses The- mas, sollte den Unternehmen immer bewusst sein. Gerade in Veränderungsprozessen sollte eine Anpassung der neuen Gegebenheiten an die gesundheitlichen Bedürfnisse erfolgen.

In der vorliegenden Arbeiten, wird sich auf eine Umfrage zum Thema ‚Gesundes Arbeiten‘, in der Statics GmbH bezogen. Es werden drei Hypothesen aufgestellt und auf Grundlage der Umfrage- ergebnisse statistisch analysiert. Die Stichprobe umfasst hierbei 119 verwertbare Datensätze, aus dem Zeitraum Januar bis Februar 2018. Die Hypothesen dienen zu Beantwortung der For- schungsfrage, welche die Fragen nach einer besonderen Beachtung von Frauen und langjähri- gen Arbeitnehmern, hinsichtlich der gesundheitlichen Aspekte betrachtet und fokussiert.

Nach der Beantwortung der drei, sich aus der Forschungsfrage ergebenden Hypothesen, durch statistische Auswertungen, widmet sich die Autorin dieser Studienarbeit einer kritischen Betrach- tung der verwendeten Methodenwahl.

Zum Abschluss erfolgen eine Zusammenfassung der Ergebnisse und deren Interpretation, wobei auch weitere Forschungsansätze angeschnitten werden.

In an age of digitalization and change, is the long-term health of employees particularly important. Due to long downtimes the connection to the change processes in the company can be lost quickly, which is not only an additional psychological and physical burden for the employee. It also costs the company a lot of money and time. Health problems, especially in the workplace can have various cases. Even if mental stress is often not easily recognizable and easy to hide, it is important to pay as much attention to it as to physical complaints. Companies should therefore work preventively and build on a culture that is not derogatory to any form of diseases.

In this student research project, the focus is therefore on ‘healthy work’ and the frequency of mental and physical stress in the company. Companies should always be aware of the constant relevancy of this topic.

Especially on change processes, the new circumstances should be adapted to health needs. In this paper, the author refers to a survey on ‘health work’ at the Statics GmbH. Three hypotheses are put forward an statistically analyzed on the basis of the survey results. The hypotheses are sere to answer the research question, which considers and focuses on the questions of special attention to women and long-term employees with regard to health aspects. After answering the three hypotheses arising from the research question, through statistical evaluations, the author of this student research project devotes herself to a critical examination of the choice of methods used.

Finally a summary of the results and their interpretation is given, whereby further research ap- proaches are mentioned.

1 Einleitung

Lange Arbeitszeiten, wenig Freizeit, ständige Erreichbarkeit. All das ist heutzutage für viele Ar- beitnehmer normaler Alltag. Durch ständige Veränderungen wird häufig vom Unternehmen er- wartete immer ‚up-to-Date‘ zu sein und sich aktiv in die Entwicklung des Unternehmens mit ein- zubringen. Die Folgen sind oft Schlafmangel, ein ständiges Gefühl gestresst zu sein; viele Arbeit- nehmer können auch abends nicht abschalten und denken schon an die Aufgaben die am nächs- ten Tag anstehen. Dass der Körper physisch und psychisch darunter leidet, wird oftmals erst spät bemerkt. Der Arbeitnehmer ist zunehmend gereizt, und hat Angst all die Aufgaben für den heuti- gen Tag nicht abarbeiten zu können. Eine hohe Arbeitsintensität wurde in einer Studie der GDA im Zusammenhang mit dem vermehrten Auftreten von Angst- und Zwangsstörungen und De- pressionen nachgewiesen. (GDA, 2017) Stressoren belasten den Menschen auf Dauer physisch und psychisch und wirken sich so rückschlüssig auch negativ auf die Arbeitsleistung aus. Eine sinkende Arbeitsleitung oder sinkende Produktivität, sowie eine erhöhte Fehlerquote wirken sich langfristig nicht nur negativ auf das Image des Unternehmens aus, sondern kurzfristig auch auf den Umsatz. In Deutschland gingen bereits 2016 jährlich 200.000 Arbeitstage aufgrund von Schlafmangel verloren. In Euro umgeschlagen sind das 40 Milliarden Euro. (Ärzteblatt, 2016) Doch gerade in solchen Punkten hat das Unternehmen enormen Handlungsspielraum. Diesen gilt es jedoch zuerst zu erkennen. Da jede Unternehmen in seinen Strukturen, Prozessen und Werten anders aufgestellt ist, gibt es nur wenige pauschale Handlungsempfehlungen bzgl. der Gesundheit der eigenen Arbeitnehmer. Unternehmen müssen mit einem strukturierten Gesund- heitsmanagement präventiv für die Mitarbeiter und deren Gesundheit sorgen und auch die sub- jektiven Empfindungen dieser Betrachten. (Rothe et al., 2017)

In der vorliegenden Studienarbeit wird das Thema ‚Gesundes Arbeiten‘ thematisiert, wobei auf Grundlage einer Umfrage Hypothesen ausgewertet und interpretiert werden.

Nach der grundlegenden Theorie, folgt eine statistische Analyse mit dem Thema ‚Gesundes Ar- beiten‘, bei welcher Daten des Fragebogens der Statics GmbH ausgewertet werden. Im Fokus stehen hier die Betrachtung der unterschiedlichen Auswirkungen auf die verschiedenen Perso- nengruppen der Geschlechter, sowie der Betriebszugehörigkeit. Auch wird ein Zusammenhang zwischen den Gemütslage zur Qualität der Erholung nach der Arbeit thematisiert. Zum Abschluss werden die Ergebnisse Zusammengefasst und in einer Interpretation die statistischen Methoden kritisch betrachtet sowie der Ausblick für weitere Forschungen gegeben.

2 Theoretischer Hintergrund

Alle Arbeitgeber in Deutschland sind durch das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG, 1996) dazu ver- pflichtet zu jedem einzelnen Arbeitsplatz eine Bewertung der Arbeitsbedingungen anzufertigen, sowie dabei offensichtliche mögliche Gefahrenquellen minimieren und Verbesserungsmaßnah- men für die Arbeitsdurchführung implementieren. Die Beurteilung von Arbeitsplatz, Arbeitsverfah- ren, Abläufen und Arbeitszeiten, dient der Verbesserung der Sicherheit für die Mitarbeiter, sowie der Sicherung der Gesundheit. Die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, wird bei sorgfältiger Durchführung der Gefährdungsbeurteilung drastisch ver- ringert. Diese Bewertung sollte regelmäßig vorgenommen werden, da sich Arbeitsanforderungen stetig Veränderung und entwickeln, wobei zudem ärztliche sowie fachmännische Unterstützung in den Punkten Arbeitssicherheit und Brandschutz von Nöten ist. (Felfe, 2012)

Das Unternehmen sollte solch eine Beurteilung nicht nur aus gesetzlichen Gründen vornehmen, denn die Gesundheit der Mitarbeiter hat langfristig unteranderem negative Auswirkungen auf das Image, den Umsatz und erhöht bei ständigen Neueinstellungen die Personalkosten. Auch Ar- beitsunfälle müssen vom Unternehmen mitfinanziert werden, vor allem wenn dieses keine gründ- lichen Präventionsmaßnahmen zu bekannten Gefahren vorgenommen hat. Gesundheitsmanagement sollte daher in jedem Unternehmen implementiert sein. Die Gesundheit der Mitarbeiter wird nicht nur durch physische Belastungen beeinflusst, auch der Psyche muss Beachtung geschenkt werden. Damit ein Unternehmen alle wichtigen Faktoren hinsichtlich der Gesundheit ihrer Mitarbeiter verstehen und diesen Beachtung schenken kann, wurden mehrere Modelle entwickelt.

Da die Gesundheit des Menschen viele Facetten hat, sollte eine einheitliche Definition für den Verlauf dieser Studienarbeit geklärt werden. Laut der WHO (1946) ist „Gesundheit (…) ein Zu- stand des vollständigen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und gebrechen“ (Schwartz et al., 2003, S.26). Hierbei wird nicht nur das körperli- che Befinden angesprochen, sondern auch die subjektive Empfindung des Menschen, welche tiefgehende Ursachen zur Folge haben kann, die sich genauso auf das allgemeine Befinden auswirken, wie physische Beschwerden. (Schwartz et al. , 2003) Zu physischen Beschwerden gehören alle den Körper betreffenden Einschränkungen, schmerzen oder abnormale Verände- rungen. Zur Psyche gehören unter anderem Fähigkeiten wie Wahrnehmen, Denken, Erinnern und Fühlen. Wird ein Mensch schlecht behandelt und fühlt sich dadurch nicht gleichwertig, kann sich dies in Lustlosigkeit, Depressionen, emotionalen Schwankungen, Rückzug oder Aggressivi- tät ausdrücken. Diese Faktoren beeinflussen dann wiederrum das (Arbeits-) Verhalten des Men- schen negativ. (Jerusalem & Bengel, 2009) (Kurz, 2017 )

Ein Modell zum Verständnis der psychischen und physischen Belastung von Arbeit auf den Men- schen, ist das Belastungs- und Beanspruchungsmodell. Unter dem Begriff der Belastung werden umgebungsbedingte Beeinflussungsfaktoren verstanden wie beispielsweise erhöhte Lautstärke oder fehlende Ergonomie am Arbeitsplatz. Die Beanspruchung des Mitarbeiters hingegen, macht sich durch die Belastung als ihre Folge erkennbar. Diese sind jedoch nicht zwingend negativ zu verstehen, neben der Überforderung als Form der Belastung, kann auch die Stimulation eine Art der Belastung sein. (Bode, 2012)

Jedes Individuum reagiert jedoch anders auf eine Beanspruchung. Das Modell der Belastungs- und Beanspruchung jedoch bezieht sich auf alle Individuen insofern, dass die Intensität der Be- lastung das Ausmaß er Beanspruchung des Menschen beeinflusst. Hierbei spielen die Dauer und die Stärke der Belastung eine Rolle, sowie psychische und physische Voraussetzungen des Be- troffenen, wie Fähigkeiten, Kompetenzen, Alter oder aktuelle Verfassung. Auch die Dauer der Beanspruchung variiert unter diesen Bedingungen. (Kurz, 2017)

Erfolgt im Rahmen der arbeitsbedingten Tätigkeit des Menschen, eine andauernde physische Belastung, so hat diese gesundheitliche Schäden zur Folge. Muskel und Skeletterkrankungen sind hier der häufigste Faktor für krankheitsbedingtes Ausfallen des Mitarbeiters. Körperliche Belastungen haben ihre Ursachen häufig in fehlender Bewegung, fehlender Ergonomie oder den Umweltbedingungen im Büro, wie die Klimaanlage oder mangelndes Licht. Doch auch die Art der Tätigkeit spielt eine große Rolle. Repetitive Arbeit kann bspw. zur Abnutzung von Knorpel führen oder stundelanges stehen und einer Fehlhaltung des Körpers und Beschwerden in den Beinen oder die dauerhafte Arbeite am Bildschirm wirkt sich auf Kreislauf, Haltung und die Gesundheit der Augen negativ aus. Doch durch die spürbar erhöhte Geschwindigkeit mit welcher neue An- forderungen am Arbeitsplatz umgesetzt werden müssen, steigen die Zahlen der Fehltage auf- grund psychischer Belastung. Durch das sinkende subjektive Wohlbefinden und dem damit psy- chischen Druck, leidet nicht nur die Arbeitsleistung als solches, sondern der Ausfall, welcher durch psychische Stressoren bedingt ist, weist eine längere Dauer vor und führt zur früheren Rente der Mitarbeiter. (Kauffeld, 2011) Solche Stressoren sind eine subjektive Wahrnehmung der Person, welche durch Reize von außerhalb, wie Druck vom Vorgesetzen oder aber intrinsischer Art sein. Stress löst in jedem Menschen unterschiedliche Dosierungen von Hormonen wie Cor- tisol oder Botenstoffen wie Adrenalin aus, welche de, Körper eine Gefahrenlage vermitteln. Stress kann auf langfristig nicht nur Neuronen in bestimmten Hirnregionen verstören, sondern in kurzer Zeit der Auslöser für Schlaflosigkeit, Angstzustände, Nervosität, Gleichgültigkeit und viele weitere psychische Probleme sein, welche langfristig auch zu Herz Kreislauferkrankungen, Adi- positas und weiteren körperlichen Beschwerden führen. Stress kann somit der Beginn einer schwerwiegenden Krankheitsgeschichte sein, welche enorme Fehlzeiten, gesundheitliche Schä- den und Kosten mit sich bringt.(Johann & Möller, 2013 ) (Metz & Rothe, 2017)

Burn Out ist eine Diagnose, welche nicht selten für solche Fehlzeiten verantwortlich ist. Unter Burn Out versteht man eine psychische Reaktion des Menschen auf Stress, Überforderung und Erschöpfung. (Kauffeld 2011) Im Jahr 2015 gaben 5,2% Frauen in einer Befragung des Robert Koch Institutes zum Thema Gesundheit in Deutschland an, dass sie von ihrem Arzt schon einmal Burn Out diagnostiziert bekommen haben. Im Vergleich dazu bestätigten dies bei den Männern nur 3,3%. (Robert-Koch-Institut, 2015)

Um die Arbeitsbedingungen mit ihren Anforderungen verarbeiten zu können, dienen sogenannte Ressourcen als Puffer oder wirken sich direkt oder indirekt auf das Empfinden des Individuums aus. Zu solchen Ressourcen gehören im direkten Umfeld der Person kognitive Kontrollüberzeu- gungen und Handlungsmuster. Im sozialen Umfeld sind Unterstützung durch Vorgesetzte, Kolle- gen, Freunde oder Familie hilfreich zur Stressbewältigung und in Unternehmen selbst, hat der Handlungsspielraum und die Mitbestimmung der Person einen hohen Einfluss auf den Umgang mit hoher Belastung. (Kauffeld, 2011) Das Unternehmen hat die Möglichkeit Präventionsmaß- nahmen zu ergreifen. Laut Kauffeld (2011) unterscheiden sich die Primärprävention, Sekundär- und Tertiärprävention im zeitlichen Aspekt. Im inhaltlichen Kontext ist zwischen der Verhal- tensprävention, der Verhältnisprävention, Interventionen und Gesundheitscoaching zu unter- schieden. Für eine gezielte und effektive Prävention ist die Eingehens genannte Gefahrenanaly- se notwendig. (Kauffeld, 2011) Doch auch die Erholung spielt eine enorm wichtige Rolle, wenn es um die Gesundheit des Menschen geht. Durch mangelnde Erholung, welche durch das Arbei- ten in der Freizeit, das ständige erreichbar sein für Kunden, Mitarbeiter und Vorgesetzte oder auch durch Stress entsteht, können Frustration erzeugen oder sogar ein Gefühl der Bedrohung, was wiederum zu Ängsten. Konzentrationsstörungen oder sogar körperliche Krankheitsanzeichen zur Folge hat, welche nicht durch organische Schäden, sondern alleindurch die Psyche entste- hen. Erholung erfolgt durch Schlaf, Sport oder eine Aktivität, welche dem Individuum Spaß macht und welche fernab des Arbeitsalltages stattfindet. (Johann & Möller 2013) Erholung dient somit zum Ausgleich der arbeitsbedingten Beanspruchung und kann durch eine Work Life Balan- ce verhindert werden. (Felfe, 2012)

Der einflussreichste Punkt, auf die Gesundheit des Menschen ist jedoch sein Alter. Mit 20 Jahren soll der Körper bereits seinen vitalen Höhenpunkt erreichen und dann mit der Zeit abnehmen. Bereits ab 35 Jahren verändert sich der Hormonhaushalt bei Frauen, was hohe Auswirkungen auf die Stimmung und die subjektiven Befindlichkeiten hat. Mit 40 Steigt das Diabetes Risiko bei beiden Geschlechtern und Männer werden zunehmen anfälliger für Herz-Kreislaufstörungen, bis hin zu Herzinfarkten und Schlaganfällen. (Preuk, 2018) Doch auch die Anfälligkeit für chronische Erkrankungen steigt mit zunehmendem Alter. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts fand zudem heraus, dass die Greifkraft mit zunehmendem Alter stark nachlässt. (Robert Koch-Institut, 2016) Ein Nachlassen der Greifkraft kann auch am Arbeitsplatz Probleme bereiten oder diese sogar zunehmen schädigen. Der Mensch sollte sich daher mit zunehmendem Alter mehr auf sich und die Bedürfnisse seinen Körpers fokussierten. Oftmals können lange Arbeitszeiten oder das He- ben schwerer Gegenstände langfristige Schäden mit sich bringen. Die AOK Veröffentlichte die Daten zu den Arbeitsunfähigkeitstagen von AOK Mitgliedern im Jahr 2016. Im Alter zwischen 40 und 44 Jahren kam es zu 2.658 Krankheitstagen, zwischen 50 und 54 Jahren sind es bereits 3.254 Tage. Zwischen 55 und 59 Jahren sind 4.043 krankheitsbedingte Fehltage angegeben worden und in den letzten Jahren vor dem Renteneintritt, zwischen 60 und 64 Jahren kam es sogar zu 5.201 Fehltagen welche durch Krankheit bedingt waren. (FEHLZEITEN-REPORT, 2018 2018)Hier ist deutlich zu erkennen, dass mit steigendem Alter, auch die krankheitsbedingten Fehltage sich stark erhöhen.

Frauen wird zwar häufiger Burn-Out attestiert als Männern, jedoch sollen Männer häufiger krank werden als Frauen. Dies hängt mit dem Hormon Östrogen zusammen, durch welches Frauen mehr spezifische Immunzellen als Männer vorweisen. Diese spezifischen Immunzellen helfen dem Körper Krankheitserreger zu vernichten und eine Infektion zu verhindern. (Kieselbach, 2017) Interessant ist, dass eine Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit bestätigt, dass Frau- en 2015 zu 14% häufiger Krankheitstage gemeldet haben, als Männer. (süddeutsche Zeitung, 2016)

3 Forschungsfragen und Hypothesen

In der vorliegenden Forschungsarbeit werden die Auswirkungen der Arbeitstätigkeit, sowie dem betrieblichen Arbeitsumfeld, auf die Gesundheit des Mitarbeiters untersucht. Hierbei wurde eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt, mit dem Ziel die Stärken und Schwächen des Unternehmens bezüglich der Arbeits- und Arbeitsplatzbedingungen zu ermitteln, sowie konkrete Optimierungs- vorschläge herauszufiltern, welche die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter positiv beeinflussen. Die Forschungsfrage, welche sich aus dieser Datenauswertung beantworten soll, bezieht sich auf die Rücksichtnahme auf Frauen und ältere Personen. Der genaue Wortlaut der übergreifenden Forschungsfrage ist somit:

„Muss Frauen und älteren Mitarbeitern, bei den gesundheitlichen Aspekten mehr Beach- tung geschenkt werden? „

Da Frauen häufiger Burn-Out und Stress Erkrankungen attestiert werden als Männern, Männer jedoch laut Forschung weniger abwehrende Immunzellen herstellen, ergibt sich der Forschungs- bedarf insofern, dass die Statistik besagt dass Männer seltener auf der Arbeit fehlen als Frauen. Es stellt sich somit die Frage, ob Frauen in Bezug auf die gesundheitlichen Arbeitsplatzumstände besonders beachtet werden sollen. (sueddeutsche Zeitung, 2016). Die Frage nach einer beson-deren Beachtung von Mitarbeitern im hohen Alter ist durch den AOK Fehlzeiten Repot 2017 be- dingt.

Physische und psychische Faktoren werden in drei Hypothesen differenziert betrachtet. Während sich die Hypothesen 1 und 2 auf die psychischen Faktoren beziehen, wird in Hypothese 3 der physische Aspekt thematisiert. Durch die Untersuchung der Stressoren bzw. deren Auswirkun- gen, kann gezielt gehandelt und die Anforderungen angepasst, sowie präventiv gehandelt wer- den. Dies dient unter anderem auch zu Prävention zukünftiger Belastungserkrankungen. Hypothese 1 hat die Beschreibung von Geschlechterunterschieden im Stressverhalten zum Ge- genstand. Die empirisch inhaltliche H0 Hypothese lautet:

„Frauen weisen keine höhere Anfälligkeit für Stress vor, als Männer.“

Hierzu wird die Frage „wie häufig empfanden Sie in letzter Zeit folgende Gefühle und Stimmun- gen“, mit den Items „Zuversicht/Lebensfreude“, „Energielosigkeit/Erschöpftheit/ Unlust“, „Ausge- glichenheit“, „nach der Arbeit nicht abschalten können“, „Selbstvertrauen“ und „Angst vor Feh- lern/vor Versagen“ herangezogen. Diese Fragestellung lässt Rückschlüsse auf das Stresslevel der Probanden ziehen, da Versagensängste, Unlust und Energielosigkeit als Auswirkungen von Stress bekannt sind. Auch mangelndes Selbstvertrauen oder mangelnde Zuversicht und Lebens- freude können sich zu Depressionen entwickeln und gehen ebenfalls mit hohem Stress einher. Gerade Burn Out beinhaltet die eben genannten Faktoren und wurde im Jahr 2015 von 5,2% der Frauen bereits als diagnostiziert angegeben, bei Männern nur von 3,3% woraus sich auch die Hypothese ableitet. In der gleichen Studie wurde auch eine Differenz der Krankheitsgruppen zwi- schen Männer und Frauen erkannt. Demnach sollen bei Männern vermehr Muskel und Skelett- krankheiten vorkommen, hingegen bei Frauen psychisches Erkrankungen an erster Stelle ste- hen. (Robert-Koch-Institut, 2015)

Die zweite Hypothese bezieht sich auf die Stimmungslage der Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Qualität der außerbetrieblichen Erholung. Diese Hypothese soll bei einer möglichen Widerle- gung der Forschungsfrage, einen eventuellen Zusammenhang zwischen der Stimmung auf psy- chischer Ebene und der Erholung aufdecken. Die empirisch- inhaltliche Hypothese lautet daher:

„Eine negative Stimmung des Mitarbeiters, wirkt sich nicht auf die Qualität seiner Erholung aus“,

Auch hier wird die Frage „wie häufig empfanden Sie in letzter Zeit folgende Gefühle und Stim- mungen“ als Datengrundlage verwendet. Hinzugezogen wird eine Fragestellung, welche die Qua- lität der Erholung thematisiert. „Wie häufig ist es in den letzten vier Arbeitswochen vorgekommen, dass Sie..“ ist die Fragestellung, welche als zu beantwortende Items „… sich nach der Arbeit leer und ausgebrannt gefühlt haben?“, „…sich auch in Ihrer arbeitsfreien Zeit nicht richtig erholen konnten?“, „... Ihre Arbeitssituation als frustrierend erlebt haben?“, „…mit einem flauen Gefühl an Ihre berufliche Zukunft gedacht haben?“ stellt. Durch eine qualitativ schlechte Erholung oder gar eine fehlende Erholung. Kommt es zur Frustration und dem Gefühl ausgebrannt zu sein. Dem Mitarbeiter fällt es zunehmend schwerer abzuschalten und er macht sich viele Gedanken über seine berufliche Zukunft.

Hypothese 3 betrachtet den Zusammenhang zwischen den Arbeitsjahren und den körperlichen Beschwerden des Mitarbeiters und thematisiert so die besondere Beachtung von langjährigen Mitarbeitern. Der empirisch inhaltliche Wortlaut ist folgendermaßen:

„Die Betriebszugehörigkeit in Jahren, wirkt sich nicht auf die körperlichen Beschwerden des Mitarbeiters aus“

Hierzu werden die Personenbezogenen Angaben der Zugehörigkeit zum Unternehmen in Jahren herangezogen, sowie wie Häufigkeit folgender Beschwerden in den letzten 12 Monaten: Kopf- schmerzen, Nacken- oder Schulterschmerzen, Rücken- oder Kreuzschmerzen, Gelenk- oder Gliederschmerzen, Schlaflosigkeit/Schlafstörungen, Appetitlosig- keit/Magenbeschwerden/Verdauungsbeschwerden, Hauptprobleme/Hauterkrankungen/Juckreiz und Augenprobleme: Brennen/Rötungen/Jucken/Tränen der Augen. Die Hypothese beruht auf einer Statistik der deutschen Rentenversicherung, welche 2016 einen durchschnittlichen Renten- eintritt mit 64,1 Jahren zeigt. Im Vergleich zu den Vorjahren ist nur um einen Prozentpunkt ge- stiegen ist. Die Vermutung der H0 Hypothese kann sich hierbei darauf beziehen, dass die Dauer der Arbeitszeit, sich auf körperliche Beschwerden der Mitarbeiter auswirkt, welche dadurch früher in Rente gehen. (Deutsche Rentenversicherung, 2017) Auch der AOK Fehlzeiten Report bestä- tigt, die Annahme, dass Mitarbeite in einem hohen Lebensalter, leichter anfällig für gesundheitli- che Beschwerden sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Gesundes Arbeiten. Psychische und physische Belastungen im Unternehmen
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
34
Katalognummer
V490361
ISBN (eBook)
9783668976740
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundes, arbeiten, psychische, belastungen, unternehmen
Arbeit zitieren
Franziska Kühn (Autor), 2018, Gesundes Arbeiten. Psychische und physische Belastungen im Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490361

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