In dieser Hausarbeit soll der Frage nachgegangen werden, wieso, beziehungsweise woran die Integration in Goethes Drama Iphigenie auf Tauris gescheitert ist. In dem Zusammenhang werden zunächst wichtige Begriffe für diese Hausarbeit definiert, um zu verdeutlichen, wie diese im Rahmen dieser Arbeit verstanden und verwendet werden. Im Anschluss daran wird analysiert, wo und wie das Thema Integration im Drama praktisch umgesetzt wird. Dazu wird zunächst der Inhalt thematisiert und durch eine kurze Zusammenfassung wird ein Überblick über das Gesamtwerk gegeben. Dies ist notwendig, um die darauffolgenden Ergebnisse in den richtigen Kontext zu setzen.
Im Anschluss daran erfolgt die detaillierte Untersuchung, inwiefern Iphigenie auf Tauris integriert ist. Dafür wird untersucht, in welcher Lebenssituation sie sich befindet und auch welchen sozialen Status sie hat und wo in diesen Bereichen Integration zu erkennen ist. Daran schließt sich die Bearbeitung der Frage an, woran die Integration schließlich doch gescheitert ist.
Anschließend erfolgt die Bearbeitung der Frage, welchen Gegenwartsbezug das Thema Integration heutzutage hat. Auch unter diesem Punkt wird das Scheitern der Integration diskutiert. Dabei ist zu beachten, dass ich die Thematik und seine Bedeutung auf die Gesellschaft in Deutschland beschränke. Außerdem werde ich mich bei der Bearbeitung dieses Abschnitts auf einen kleinen Ausschnitt für Gründe des Scheiterns beschränken, da das Thema aufgrund seiner Größe und auch der unterschiedlichen Ansichten und Perspektiven sehr individuell wahrgenommen werden kann und es so zu unzähligen Meinungen und Gründen, aber auch Vorwürfen kommen kann. Aus diesen Gründen werde ich bei dieser Bearbeitung vor allem auf persönlichen Erfahrungen zurückgreifen, um auf ein Ergebnis kommen zu können, was je nach Standpunkt bei jedem Menschen anders ausfallen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
2.1 Integration
2.2 Flüchtlinge
3. Integration im Werk
3.1 Inhaltlicher Überblick über das Werk Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang Goethe
3.2 Inwiefern ist Iphigenie auf Tauris integriert?
3.3 Woran scheitert Iphigenies Integration?
4. Welchen Gegenwartsbezug hat das Thema Integration?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Gründe für das Scheitern der Integration der Protagonistin Iphigenie im Drama "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang Goethe und stellt einen Bezug zur aktuellen Integrationsdebatte in Deutschland her.
- Analyse von Integrationskonzepten aus sozialwissenschaftlicher Sicht
- Untersuchung der Lebenssituation und des sozialen Status von Iphigenie auf Tauris
- Diskussion der emotionalen Barrieren (Heimweh, Exil) als Integrationshindernis
- Vergleich mit Erfahrungen aus der modernen Integrationspraxis (Integrationskurse)
- Reflexion über gegenseitige Akzeptanz und gesellschaftliche Offenheit
Auszug aus dem Buch
3.2 Inwiefern ist Iphigenie auf Tauris integriert?
Schon zu Beginn des Dramas erfährt man, durch ein Gespräch zwischen Iphigenie und Arkas, einem Vertrauten des Königs von Tauris, dass Iphigenie für Tauris sehr besonders ist, weil sie die erste ist, die nicht als Menschenopfer dargeboten wurde, nachdem sie auf der Insel angekommen war. Sie hat damit schon automatisch einen besonderen Status. Zudem hat Iphigenie das Amt der Priesterin eingenommen und einen großen Einfluss auf den König, so hat sie es geschafft, dass der König das Menschenopfer komplett abschafft. Ein Brauch der auch von dem Volk selbst als „grausamen Gebrauch“ angesehen wurde, zumindest benutzt Arkas diese Wortwahl.
Arkas kommt auch später nochmal auf die Menschen von Tauris im Zusammenhang mit dem Opferkult darauf zu sprechen, dass es nicht länger im Interesse des Volkes ist, ein Menschenopfer darzubringen. Somit liegt die Interpretation nahe, dass es als etwas Positives angesehen wurde, dass der Kult durch Iphigenie gestoppt werden konnte und dementsprechend auch Iphigenie als Person positiv wahrgenommen wurde.
Ebenfalls bereits am Anfang wird deutlich, dass der König seit einiger Zeit um Iphigenie geworben hat und sie heiraten möchte. Dabei weiß er nicht, von welchem Stand Iphigenie ist und woher sie wirklich kommt. Dementsprechend scheint es, dass es König Thaos wirklich um Iphigenie als Person geht und nicht um eine gute Partie. Außerdem bezeichnet er sie als Segen für das Volk und als Segen für ihn selbst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung nach den Gründen für das Scheitern von Iphigenies Integration ein und beleuchtet die persönliche Motivation der Autorin aufgrund ihres eigenen Migrationshintergrunds.
2. Begriffsdefinition: In diesem Kapitel werden die Begriffe Integration und Flüchtlinge aus heutiger Perspektive definiert, um ein Verständnis für die Analyse zu schaffen.
3. Integration im Werk: Dieses Kapitel gibt zunächst einen inhaltlichen Überblick über Goethes Drama, analysiert dann Iphigenies Status auf Tauris und untersucht schließlich, warum ihre Integration letztlich nicht gelingt.
4. Welchen Gegenwartsbezug hat das Thema Integration?: Die Autorin überträgt die literarische Analyse auf die heutige deutsche Gesellschaft und reflektiert ihre Erfahrungen als Dozentin in Integrationskursen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Iphigenies Integration vor allem an ihrem eigenen, durch Heimweh geprägten Widerstand scheitert, stellt dies jedoch in Kontrast zur heutigen gesellschaftlichen Verantwortung.
Schlüsselwörter
Integration, Iphigenie auf Tauris, Johann Wolfgang Goethe, Migration, Heimweh, Exil, Identität, Gesellschaft, Integrationskurs, Akzeptanz, Respekt, Literaturanalyse, soziale Arbeit, kulturelle Identität, Migrationshintergrund
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Gründe für das Scheitern der Integration der Hauptfigur Iphigenie in Goethes Drama "Iphigenie auf Tauris" und zieht Vergleiche zur modernen Integrationsdebatte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Integrationsbegriff, die psychologischen Auswirkungen von Exil und Heimweh, sowie die gegenseitige Akzeptanz zwischen Individuum und aufnehmender Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, warum Iphigenie trotz ihrer hohen Stellung auf Tauris keine vollständige Integration erreicht, und ob dieses Scheitern primär ihr oder der Gesellschaft zuzuschreiben ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Dramas kombiniert mit soziologischen Definitionen von Integration sowie persönlichen Reflexionen der Autorin aus ihrer Tätigkeit in Integrationskursen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt zunächst eine Definition der verwendeten Begriffe, gefolgt von einer inhaltlichen Zusammenfassung des Werks, einer Untersuchung von Iphigenies Status auf Tauris und einer kritischen Auseinandersetzung mit den Gründen für das Integrationsscheitern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Integration, Migration, Identität, Heimweh, gesellschaftliche Akzeptanz und der literarische Kontext von Goethes Werk.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Iphigenies Situation und der heutigen Realität?
Die Autorin stellt fest, dass Iphigenie trotz der Offenheit der taurischen Gesellschaft durch ihr starkes Heimweh die Integration selbst verweigert, während sie in der heutigen deutschen Gesellschaft häufig einen Mangel an Integrationsbereitschaft auf beiden Seiten sieht.
Warum bezeichnet Iphigenie ihr Leben auf Tauris als "zweiten Tod"?
Diese Aussage unterstreicht ihr massives Heimweh und die tiefe Ablehnung ihres Exil-Daseins, welches sie trotz der dortigen Akzeptanz nicht als vollwertiges Leben, sondern als Gefangenschaft empfindet.
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- Raziya Yilmaz (Author), 2019, Das Scheitern der Integration in "Iphigenie auf Tauris", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490585