Plattform Industrie 4.0. Eine sinnvolle technologiepolitische Förderungsmaßnahme zur Entwicklung der deutschen Industrie 4.0?


Bachelorarbeit, 2016
58 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Technologiepolitik
2.1. Ziele und Instrumente
2.2. Horizont 2020 – Forschungsprogramm der EU
2.3. Die Hightech - Strategie 2020 der Bundesregierung
2.3.1. Erste Vorstellung im Jahr
2.3.2. Neuauflage der Hightech - Strategie

3. Die vierte industrielle Revolution
3.1. Potenziale für das Wirtschaftswachstum
3.2. Deutschland im internationalen Vergleich
3.2.1. Deutschland
3.2.2. Die USA
3.3. Wachstumspotenziale für die deutsche Wirtschaft

4. Plattform Industrie
4.1. Entstehung und Struktur
4.2. Ziele
4.3. Evaluation des Förderprogramms
4.3.1. Vereinbarkeit mit der Technologiepolitik
4.3.2. Vereinbarkeit mit der Vision der Industrie

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das AiF-System der IGF

Abbildung 2: Programmbereiche von Horizont

Abbildung 3: Landkarte Industrie 4.0 - Anwendungsbeispiele

Abbildung 4: Struktur und Aufbau der Plattform Industrie

Abbildung 5: Referenzstrukturmodell Industrie

Abbildung 6: Stärken und Schwächen des Industriestandorts Deutschland

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Finanzielle Mittelaufteilung für Horizont 2020

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Mit einer unfassbar rasanten Innovationsgeschwindigkeit erfindet sich die heutige Welt der Technologie immer wieder neu. Jedes Jahr kommen neue Innovationen, Technologien und Geräte auf den Markt. Dieser technologische Wandel ist für die breite Masse besonders im Endverbraucherbereich bemerkbar. Ein Beispiel stellt der Markt der Smartphones dar. Jedes Jahr werden den Käufern neue Modelle von Samsung, Apple, Sony und zahlreichen anderen Anbietern vorgestellt. Die neuen Modelle besitzen verbesserte Kameras, schnellere Prozessoren oder mehr Speicherplätze um Fotos und Filme zu speichern. Neben dem Innenleben der Smartphones arbeiten die Ingenieure ebenfalls beispielsweise an den Displays oder forschen an neuen stabileren Materialen. In der Welt der Technologien gibt es immer wieder neue Innovationen in allen denkbaren Bereichen. So findet die technologische Entwicklung nicht nur an Endprodukten statt, sondern auch an der Produktion. Genau wie die Entwicklung des ersten Telefons zum heutigen Smartphone, durchlief die industrielle Produktion große Veränderungsphasen. Besondere Meilensteine der Entwicklung der industriellen Produktion stellen die industriellen Revolution dar.

Die erste industrielle Revolution ging von Großbritannien aus. Sie startete im 18. Jahrhundert mit der Erfindung der Dampfmaschine. Damit stieg im Vergleich zur restlichen Welt die Wirtschaftsleistung Großbritanniens enorm an. Die Erfindung des Elektromotors und damit die Methode der Massenproduktion läutete im 19. Jahrhundert die zweite industrielle Revolution ein. Die USA stieg dadurch zu einer der bedeutenden Industrienationen auf, weil die Folgen des ersten Weltkriegs Deutschland ökonomisch beeinträchtigte. Mit der Erfindung des Computers kam die digitale Revolution. Diese hat sich weltweit flächendeckend entwickelt, wobei kein einzelnes Land die Vorreiterfunktion eingenommen hat. Es kam im Vergleich zur ersten beiden Revolutionen eher zu einer Vernetzung der globalen Akteure.

Nun befinden wir uns in der laufenden Entwicklung und Entfaltung der vierten industriellen Revolution, der Industrie 4.0. Die Industrie 4.0 zeichnet sich durch die Verzahnung von Informations- und Kommunikationstechnologien mit der industriellen Produktion aus. Mit Hilfe dieser Verzahnung ist es möglich, dass ganze Produktionsprozesse selbstständig ablaufen, mit ihrem Umfeld kommunizieren, sich anpassen oder externe Einflüsse berücksichtigen. Dadurch ist eine enorme Produktivitätssteigerung möglich, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes verstärkt wird und folglich der Wohlstand der Bevölkerung steigen und gesichert werden kann.

Das Ziel der Bundesregierung ist sowohl die Wettbewerbsfähigkeit des Landes als auch den Wohlstand der Bevölkerung zu steigern und zu sichern, da Deutschland derzeit mit seiner Wettbewerbsfähigkeit auf Platz vier der Welt steht.1 Zudem hat Deutschland eine stabile technologische und industrielle Ausgangssituation, worauf sich die Industrie 4.0 entfalten kann. Für eine ordentliche Entfaltung verlangt es jedoch nach einer kontrollierten Entwicklung und einer raschen Verbreitung von bislang erlangtem Wissen. Damit soll die willkürliche Forschung in alle Himmelsrichtungen im Land vermieden werden. Eine kontrollierte Entwicklung kann das komplette Potenzial der Industrie 4.0 hervorbringen.

Um der Entwicklung unter die Arme zu greifen, startet die Bundesregierung viele Förderprogramme. In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird der Fokus auf das Förderprogramm Plattform Industrie 4.0 gesetzt. Die Hauptaufgaben der Plattform sind das Vorschlagen von Handlungsempfehlungen für alle Beteiligten der Industrie und die Verbreitung von Wissen. Die Handlungsempfehlungen unterstützen die kontrollierte Entwicklung, an denen sich die Akteure der Industrie in ihren Aktivitäten orientieren können. Ein konkretes Beispiel einer Empfehlung ist das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0). An diesem Modell können sich Unternehmen orientieren damit sie den Aufbau und das Zusammenspiel der wichtigen Komponenten der Industrie 4.0 optimal zu integrieren.

Ob die sämtlichen Aktivitäten der Plattform jedoch die Entwicklung der Industrie 4.0 in Deutschland sinnvoll begünstigen, ist nicht auf den ersten Anhieb zu erkennen. Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist die Evaluation der Sinnhaftigkeit dieses Förderprogramms hinsichtlich der Kompatibilität mit der Wirtschafts- und Technologiepolitik und der Förderung der Industrie 4.0.

In Kapitel 2 werden die Ziele und die Instrumente einer Technologiepolitik dargestellt. Dabei werden die Förderungsprogramme der EU und Deutschland vorgestellt. Es listet jene Rahmenbedingungen der Technologiepolitik und dessen Rahmenprogramme auf, die die Förderprogramme nicht überschreiten dürfen aber auch gleichzeitig nutzen können. Daran wird später die Vereinbarkeit des Förderprogramms mit der Technologiepolitik evaluiert. Kapitel 3 beschreibt die Visionen, Potenziale und die Anforderung für die weitere Entwicklung der Industrie 4.0. Auf die jetzige Situation Deutschlands und der Konkurrenz wird ebenfalls Stellung genommen. Das vierte Kapitel beinhaltet den Hintergrund, Aufbau und die Ziele der Plattform Industrie 4.0. Am Ende des vierten Kapitels erfolgt die Evaluation der Sinnhaftigkeit der Plattform indem die Vereinbarkeit mit der Technologiepolitik und mit den Eigenschaften der Industrie 4.0 überprüft wird. Die Arbeit endet anschließend mit einem Fazit.

2. Entstehung der Technologiepolitik

Die Technologiepolitik entstand in den 1930er und 1940er Jahren. Ausschlaggebend waren zwei große Rüstungsprojekte: Die Konstruktion der ersten Fernrakete im nationalsozialistischen Deutschland und der Bau der Atombombe in den USA im Rahmen des „Manhattan Projects“.2 Mit beiden Projekten wurde erstmals die Wissenschaft im großem Maßstab für politisch-militärische Zwecke mobilisiert und vom Staat finanziell unterstützt. Für diese planmäßigen Erzeugungen von technischen Innovationen wurden staatliche Großforschungszentren gebaut und vom Militär geleitet. Zeitgleich befasste sich die Politik mit der Aufgabe diese Forschungen zu planen und zu fördern. Dieser Eingriff der Politik in die Wissenschaft war der Beginn der institutionalisierten politischen Steuerung von Wissenschaft und Technik.3 Die heutige Technologiepolitik setzt sich die Ziele die Wettbewerbsfähigkeit des Landes und den Wohlstand der Bevölkerung zu sichern.

Auch in Deutschland gehört sie zu den wichtigsten Zielen. Eine Notwendigkeit der Technologiepolitik findet man z.B. im Bereich der Rohstoffveredelung. In Deutschland gibt es nur ein geringes Rohstoffvorkommen. Um trotz des geringen Rohstoffvorkommens weiterhin ein wachsendes Wirtschaftswachstum generieren zu können, sind bessere Veredelungstechniken und -prozesse notwendig. Diese Techniken und Prozesse sollen aus wenig Input des Rohstoffes den maximal möglichen Output liefern. Für die Förderung der Entwicklung dieser Techniken und Prozesse bedarf es einer Technologiepolitik, die einen stetigen Zuwachs an Wissen und technischem Know-how fördert, damit Deutschland sich im internationalen Wettbewerb behaupten kann um folglich den Wohlstand der Bevölkerung zu sichern.4

In Kapitel 2.1 wird die Technologiepolitik durch ihre Ziele und Instrumente definiert. Die Kapitel 2.2. und 2.3. stellen konkrete Rahmenprogramme aus der Politik der EU und Deutschland vor.

2.1. Ziele und Instrumente

Die Forschung und Entwicklung (FuE) ist für ein Unternehmen in der Regel mit sehr hohen Kosten verbunden. Zusätzlich ist sie auch sehr risikobehaftet, da nicht alle Entwicklungen in marktfähige Produkte umgesetzt werden können. Aufgrund des hohen Risikos und des Kosten- und Nutzenaspekts investieren Unternehmen ihr Vermögen nicht leichtfertig in die FuE. Aus der volkswirtschaftlichen Sicht ist das ungünstig für das Wirtschaftswachstum des Landes, da diese Hemmung die technologische Innovationsgeschwindigkeit bremst, während andere Unternehmen auf dem globalen Wettbewerbsmarkt evtl. weniger risikoavers sind. Die Technologiepolitik soll hier weiterhelfen.5

Das Ziel der Technologiepolitik ist die Förderung des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts für das Wirtschaftswachstum des Landes und somit die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gegenüber den internationalen Konkurrenten. Dies wird mit Hilfe staatlicher Maßnahmen umgesetzt. Man unterscheidet zwischen einer finanziellen und einer nicht-finanziellen Förderungsmaßnahme.6 Beispiele für finanzielle Förderungsmaßnahmen sind FuE-Subventionen und Steuervergünstigungen. Während kartellrechtliche Freistellung von FuE-Kooperationen und die Vergabe von Patentrechten mögliche Formen der nicht-finanziellen Förderungsmaßnahmen sind. Darüber hinaus unterscheidet man in der Technologiepolitik zwischen direkten (selektiven) und indirekten (allgemeinen) Maßnahmen. Das Kriterium für die Unterscheidung zwischen diesen Maßnahmen ist die Frage, ob die Maßnahme die Inhalte von bestimmten Projekten oder Programmen aktiv mitgestaltet. Die Technologiepolitik stellt somit das Lenkrad dar, welches die Entwicklung der Technologie in eine gewünschte Richtung lenkt. So soll verhindert werden, dass in einem Land an allem willkürlich geforscht wird. Welche Bedeutung die direkten und indirekten Maßnahmen haben, wird im Folgenden genauer erläutert.7

Die direkten Maßnahmen unterteilen sich in zwei Bereiche. Einmal in die institutionelle und die projektorientierte Förderung. Mit den projektorientierten Förderungen greift der Staat unmittelbar in den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt ein und beeinflusst den volkswirtschaftlichen Neuerungsprozess aktiv mit. Er fördert nur die Projekte und Programme, die er als wichtig evaluiert.8 Einer der Gründe, weshalb die Technologiepolitik nur selektiv vorgeht, ist die Annahme, dass der Markt nicht wisse welche Produktionsstruktur in Zukunft erforderlich ist. Würden ausschließlich die Marktteilnehmer darüber entscheiden, welche Programme und Projekte durchgeführt werden sollen und welche nicht, werden sie, wie schon im ersten Abschnitts dieses Kapitels erwähnt, nur nach ihrem Kosten- und Nutzenaspekt handeln, was wiederrum nicht exakt mit volkswirtschaftlichen Aspekten gleichzusetzen ist.9

Der Staat hat im Gegensatz zu den Unternehmen das Wachstum und den Wohlstand des ganzen Landes im Mittelpunkt. Während das Ziel des eigenen Wachstums bei den Unternehmen im Vordergrund steht. Die Annahme, dass der Markt nicht wisse welche Struktur in der Zukunft erforderlich sei, wird jedoch stark kritisiert. Es ist nicht nachgewiesen, dass der Staat bessere Informationen über die Zukunft hat als die Marktteilnehmer. Nur über die Dienstleistungen und Güter, die der Staat selbst nachfragt, kann er mehr Auskunft und Prognosen geben, doch nicht über den gesamten Markt. Beispiele für eine schwierige Prognose seitens des Staates wäre der Bereich der Umwelt- und Gesundheitsforschung.10

Die direkten Maßnahmen der Technologiepolitik können sich aber auch negativ auf die Entwicklung auf dem Markt auswirken. Durch das selektive Vorgehen des Staates werden nur einzelne Projekte gefördert. So entsteht eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten derjenigen Unternehmen, die keine staatliche Unterstützung genießen. Zusätzlich zu dieser negativen Auswirkung verschwenden viele Unternehmen die bereits knappen Ressourcen für ihre Innovationsidee um staatlichen Fördermittel zu gewinnen. Dieses Rent - Seeking Verhalten schadet der Entwicklung der Technologie und der Wirtschaft.11 Großkonzerne haben hier Vorteile, da sie mehr Ressourcen und mehr Kapital besitzen um Projekte durchführen zu können ohne das Unternehmen gleich ernsthaft zu belasten. Auf der anderen Seite wiederrum erfordert es bei Großkonzernen mehr Verwaltungsaufwand ein Projekt durchzuführen und durch ihre enorm große bürokratische Organisation kann unter Umständen die Relevanz von Forschungsergebnisse nicht erkannt werden.12

Die institutionelle Förderung umfasst die staatliche Grundfinanzierung der Trägerorganisationen und der Hochschulen, sowie die Finanzierung spezieller bundes- oder landeseigener Forschungseinrichtungen (z.B. das sich in Heidelberg ansässige Deutsche Krebsforschungszentrum). Trägerorganisationen und Hochschulen dürfen die Fördermittel nach eigenen Ermessen verausgaben. Diese Form der Maßnahmen zählt zu den indirekten Maßnahmen. Verfolgen die Forschungseinrichtungen bestimmte Forschungen, die durch die Politik gezielt unterstützen werden, so liegt wiederrum eine direkte Förderung vor.13

Die indirekten Maßnahmen zielen nicht auf bestimmte Projekte oder Forschungsprogramme ab. Sie erstellen und sichern vielmehr die notwendigen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die Marktteilnehmer. Beispiele der indirekten Förderungsmaßnahmen sind Personalkostenzuschüsse, Bürgschaften, Kapitalbeteiligungen, die Förderung der Technologie- und Innovationsberatung sowie die Verbesserung des Wissenstransfers über die Technologien. Die Durchführung der Projekte findet in eigenen Forschungsinstituten der Unternehmen oder in externen Einrichtungen (Auftragsforschung) statt. Jedoch heißt es nicht, dass wenn die Rahmenbedingungen von der Technologiepolitik gestellt werden, dass alle Marktteilnehmer davon profitieren können. So bekommen Unternehmen, die ein ausgewiesenes Forschungs- und Entwicklungspersonal besitzen, eher Personalkostenzuschüsse. Manche Firmen brauchen ihre Ressourcen auf, um staatlichen Förderungen zu erhalten und damit einen möglichen Wettbewerbsvorsprung zu gewinnen, während andere wiederrum abwarten um an das Wissen zu kommen, das durch die Förderung veröffentlicht wird.14

Das Auswahlverfahren für die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen übernimmt die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (Aif). Die Brücke zwischen Grundlagenforschung und der wirtschaftlichen Anwendung bildet die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF).15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das AiF-System der IGF

Quelle: vgl. AiF (2016a) – eigene Darstellung

Die Unternehmen reichen ihre ausgearbeiteten Projektideen bei der IGF ein. Diese Forschungsvereinigung ist einer der Mitglieder der AiF. Sie überprüfen und wählen die zu fördernden eingereichten Ideen aus. In diesem Schritt spielen viele Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise Erfolgsaussichten, Aktualität sowie der professionelle Aufbau der Idee. Danach kommt die Planung der Projekte und die Steuerung durch die Ausschüsse. Wurden die Projekte ausgewählt, werden sie vom AiF begutachtet. Überstehen die Ideen die Begutachtung und werden sie von der AiF bewilligt, reicht die Arbeitsgemeinschaft eine Förderempfehlung beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein. Das BMWi entscheidet daraufhin ob es die Projekte fördern möchte und ob die Projekte zu ihren Förderungsprogrammen passen. Neben der Steuerung berät und bildet die IGF die Unternehmen in ihren Projekten weiter um die Ideen erfolgreich umzusetzen. Die Ergebnisse der Projektdurchführung werden dann von Forschungsstellen untersucht und evaluiert. Diese Forschungsstellen bestehen aus Hochschulinstituten, eigenen Instituten der Forschungsvereinigungen und der Fraunhofer-Institute. Dieser Prozess ist ein kontinuierlich, sich wiederholender Prozess. Die Ergebnisse werden während des ganzen Prozessen an die Unternehmen weitergeleitet um einen Mehrwert schnellstmöglich zu gewinnen. Die Fördermittel vom BMWi beliefen sich im Jahr 2015 auf 140,5 Mio. Euro.16

Im Folgenden werden die Programme der EU und Deutschlands näher erläutert.

2.2. Horizont 2020 – Forschungsprogramm der EU

Alle Mitglieder der Europäischen Union sollen wachsen. Mit diesem Ziel startete die Europäische Kommission im Jahr 2014 ein Forschungsrahmenprogramm: das Horizon 2020 – the Framework Programme for Research and Innovation (deutsch: Horizont 2020). Am 21. Juni 2011 rief der Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovationen Máire Geoghegan-Quinn das Programm für die Förderung der Wissenschaft und das Vorantreiben der Technologieentwicklung ins Leben und es wird – wie der Name es schon vermuten lässt – im Jahr 2020 enden.17

Es ist das achte Forschungsrahmenprogramm der EU. Das Programm verbindet zum ersten Mal die bisherigen EU-Programme Europäisches Institut für Innovationen und Technologie und das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationen.18 Horizont 2020 unterstützt nicht nur die kleinen und mittleren Unternehmen, sondern nimmt auch Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen in die Zielgruppe mit auf. Die Hauptmission ist jedoch die Bewältigung gesellschaftlicher Probleme, die alle Mitgliedsstaaten betreffen. Hier liegt der Fokus in der Förderung von Forschungsanstrengungen, die einen Nutzen für die Gesellschaft haben. Zusätzlich soll es eines der größten Schwächen im europäischen Innovationssystem beseitigen. Diese Schwäche ist die schlechte Übertragung und Umwandlung von wettbewerbsfähiger Forschung in Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze.19

Die Schwerpunkte von Horizont 2020 sind Wissenschaftsexzellenz (Schwerpunkt I), Führende Rolle der Industrie (Schwerpunkt II) und Gesellschaftliche Herausforderungen (Schwerpunkt III), wie in Abbildung 2 zu sehen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Programmbereiche von Horizont 2020

Quelle: vgl. BMWi (2014a), S. 5 – eigene Darstellung

Im ersten Schwerpunkt handelt es sich um die individuelle Entwicklungsförderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern inklusive deren Mobilität und deren Zugang zu den notwendigen Infrastrukturen, sowie die Förderung von Pionierforschungen in neuen Forschungsfeldern. Sie vergibt hauptsächlich finanzielle Zuwendungen an hervorragende Nachwuchsforscher mit Projektideen aus allen Themenbereichen. Ähnlich wie der Europäische Forschungsrat zielen die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen auf die Förderung von Wissenschaftlern ab. Die MSCA dienen dazu die Aussichten auf eine Karriere im öffentlichen sowohl als auch im privaten Sektor zu verbessern. Doch nicht nur die Individuen werden gefördert. Die Rahmenbedingungen für eine gute Forschungsmöglichkeit müssen ebenfalls gewährleistet sein. Daher arbeitet die EU im Rahmen dieses Schwerpunkts an den Forschungsinfrastrukturen.20

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von sechs Schlüsseltechnologien und die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen. Diese Technologien sind die Mikro-/Nanoelektronik, die Nanotechnologie, die Photonik, das Materialwissenschaften, die industrielle Biotechnologie und fortschrittliche Fertigungstechniken.21 In diesem Forschungsprogramm werden die Schlüsseltechnologien als wissensintensiv, multidisziplinär, mit schnellen Innovationszyklen charakterisiert und verlangen in der industriellen Umsetzung einen hohen Kapitalaufwand und hochqualifizierte Arbeitskräfte. Da Unternehmen nicht leichtfertig ihr eigenes Kapitel in risikobehaftete Projekte investieren, greift die EU mit einem leichteren Zugang zu Risikofinanzierungen den Unternehmen unter die Arme. Die Unternehmen haben die Möglichkeit über eine Kreditfazilität und eine Beteiligungsfazilität Risikokapital aufzunehmen, die die Europäische Investitionsbank verwaltet. Dabei nutzt sie die Mittel aus dem Europäischen Investitionsfonds, in den jedes der 28 Mitgliedstaaten der EU jährlich einzahlt.22 Die kleinen und mittleren Unternehmen werden in Horizont 2020 verstärkt unterstützt, indem im Programmteil Innovationen und kleinen und mittleren Unternehmen ausschließlich KMU Förderungsanträge einreichen dürfen. Diese Förderungen umfassen die komplette Innovationskette von der Machbarkeit über die Förderung von Forschung bis hin zur Markteinführung.23

Der dritte Schwerpunkt Gesellschaftliche Herausforderungen beschäftigt sich mit sieben gesellschaftlichen Problemen, die alle Mitgliedsstaaten betreffen und eine gemeinschaftliche Forschungsanstrengung benötigen. Die Herausforderungen sind in Abbildung 2 in der rechten Spalte aufgelistet.

Die Förderformen von Horizont 2020 sind Forschungs- und Innovationsmaßnahmen, Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen, Kofinanzierungsmaßnahmen und Partnerschaften. Die Forschungs- und Innovationsmaßnahmen dienen der Entwicklung von neuem Wissen, Technologien, Verfahren, Produkten und Dienstleistungen. Neben dieser Entwicklungsförderung unterstützt die Maßnahme ebenso Tests, Demonstrations- und Marktumsetzungsprojekte. Die Kosten werden grundsätzlich bis maximal 70% übernommen. Gemeinnützige Institutionen erhalten bis zu 100% finanzielle Unterstützungen.24

Bei den Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen handelt es sich um forschungsbegleitende Maßnahmen in Form von Vernetzung von Projektpartnern, Hilfestellung bei Konferenzen, Seminaren, Studien und politischen Austauschen. Die Förderquote für diese Maßnahmen beträgt bis zu 100%. Die Kofinanzierungsmaßnahmen helfen den nationalen und regionalen Fördereinrichtungen bei der Koordinierung und Verwaltung der Forschungsprojekte. Hier liegt die Förderquote zwischen 20% und 70%.25

Insgesamt hat das Rahmenprogramm in Februar 2014 ein Gesamtbudget von 77.028 Mio. € geplant. Die drei Schwerpunkte nehmen dabei 92,3% des Gesamtbudgets ein. Der Großteil der Investition geht zum Europäischen Forschungsrat, in grundlegende und industrielle Technologien und in Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen. Die restlichen 5.893 Mio. € werden, wie in der Tabelle 2 zu sehen ist, in untergeordnete Programmen und Einrichtungen aufgeteilt. Die Forschungsergebnisse werden nach dem Projekt mittels Veröffentlichung frei zugänglich sein, damit der gesamte EU-Raum einen Nutzen davon hat. Die genaue Aufteilung ist in der folgenden Abbildung aufgelistet.26

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Finanzielle Mittelaufteilung für Horizont 2020

Quelle: vgl. BMBF (2014) – eigene Darstellung

Grundsätzlich liegt die Förderquote von erstattungsfähigen Kosten bei 100%. Die Ausnahmen sind marktnahe Aktivitäten, Innovationsmaßnahmen und die Kofinanzierungen. Dort beträgt die Quote 70%.27 Lediglich die gemeinnützigen Institutionen sind von diesen festgelegten Quoten nicht betroffen. Die Kosten unterteilen sich in direkte und indirekte Kosten. Direkte Kosten umfassen Kosten, die unmittelbar mit der Projektbearbeitung zusammenhängen, wie Personalkosten, Reisekosten und Verbrauchsmittel. Indirekte Kosten sind Gemeinkosten, die pauschal erstattet werden.28

Die Europäische Kommission hat im Jahr 2015 die erste Auswertung für das Jahr 2014 veröffentlicht. 123.334 Anträge wurden unter den ersten 100 Bekanntmachung der Ausschreibungen eingereicht. 111.579 Anträge davon von den 28 EU-Mitgliederstaaten. Im siebten Förderungsprogramm der EU waren es innerhalb der sieben Jahre des Programms 598.080 Anträge. Die Anträge fragten nach einer gesamten Finanzunterstützung in Höhe von 80,3 Mrd.€. Die Aufnahme in das Programm erfordert jedoch vollständige Anträge. Die Zahl der vollständigen Anträge belaufen sich auf 31.115. Das Vereinigte Königreich, Deutschland und Italien reichten die meisten Anträge ein. Von den vollständigen Anträgen wurden 14 % ausgewählt, die finanziell unterstützt werden. Das entspricht einer Projektanzahl von 4.315. Hauptantragsteller sind Universitäten. Dahinter folgt der private Sektor und Forschungseinrichtungen.29

Anlehnend zum Horizont 2020 führt Deutschland den Aktionsplan Hightech-Strategie 2020 zur Förderung der eigenen Technologieentwicklung durch. Die Hightech-Strategie 2020 wird im kommenden Kapitel präsentiert.

2.3. Die Hightech - Strategie 2020 der Bundesregierung

Wie in Kapitel 2.1. beschrieben, ist das Ziel der Technologiepolitik die Förderung des technischen Fortschritts um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ausbauen. Im Hinblick auf dieses Ziel startete die Bundesregierung im Jahr 2006 ein Aktionsplan mit dem Namen Hightech-Strategie. Im Jahr 2010 wurde sie in Hightech-Strategie 2020 umbenannt. Mit diesem Aktionsplan verfolgt die Regierung die Förderung von Forschung und Innovationen. Der Fokus liegt hierbei auf Themenfeldern, die von großer Innovationsdynamik geprägt sind und ein Wachstum hinsichtlich der Wirtschaft und dem Wohlstand versprechen. Globale Herausforderungen werden im Programm ebenfalls in Angriff genommen um die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.

2.3.1. Erste Vorstellung im Jahr 2006

Erstmals vorgestellt wurde die Hightech-Strategie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2006.30 Die Strategie soll Deutschland helfen die Herausforderung des 21. Jahrhunderts in Angriff nehmen. Mit den Zielen Koordinierte Innovationspolitik (1), Leitmärkte der Zukunft (2), Chance der Globalisierung (3), Talentschmiede Deutschland (4) und Wissen und Verantwortung (5) möchte die Regierung die Herausforderungen meistern um den gesamten Wohlstand in Deutschland zu steigern. Das sind die fünf Hauptziele der Hightech-Strategie, die im Jahr 2006 das erste Mal vorgestellt wurden.31 Nicht nur die Ziele, sondern auch deren Umsetzung wurde definiert.

Über fünf Themenfelder konzentriert sich die Umsetzung der Ziele. Im Fokus des ersten Feldes steht die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Informationsaustauschprozesse zwischen diesen Feldern müssen sichtbar gemacht werden. Gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft will das BMBF den Wettbewerb Austauschprozess zwischen Wissenschaft und Wirtschaft starten, welches dazu dient erfolgreiche Austauschbeziehungen zu identifizieren, öffentlich zu machen und die Weiterentwicklung der Konzeption zu fördern. Der Mittelstand wird durch Kooperationsförderungen unterstützt. Diese Kooperation kann auch technologieübergreifend sein. Hier fördert die Regierung unterschiedliche Projekte von Mitgliedvereinigungen der AiF. Cluster-Vorhaben, die den kompletten Prozess der Innovationsentwicklung beinhalten, sollen unterstützt werden. Die Finanzierung der Grundlagenforschung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der anwendungsorientierte Teil von der IGF und die Entwicklung der Produkte durch die Wirtschaft übernommen.32

Eine bereits existierende Innovationsinitiative für die neuen Länder mit dem Namen Unternehmen Region fördert die Innovationsprozesse und deren Potenziale. In der Hightech-Strategie soll diese Initiative unter dem ersten Punkt der Strategie weiter ausgebaut werden um die Potenziale komplett auszuschöpfen. Die Regierung unterstützt die Entwicklung neuer Instrumente zur Förderung von Clusterbildungen in ausgewählten Technologiefeldern, wie der weißen Biologie und der regenerativen Medizin. Durch Wettbewerbsförderungen, in Form von Finanzierungshilfen oder Prämien, soll der eigene Wirtschaftsmarkt durch die Förderung von Innovationsallianzen verschärft werden. Sie soll nicht nur die Unternehmen, sondern auch Hochschulen dazu befähigen Hemmnisse hinsichtlich der Forschung und Entwicklung von neuen Innovationen zu beseitigen. Dadurch soll es zu neuen Technologien, Produkten und Dienstleistungen kommen, die den Wettbewerb beleben.33

Der zweite Punkt der Strategie verbessert die Bedingungen für die Gründungen von Jungunternehmen und für den innovativen Mittelstand. Um Gründungen zu erleichtern führt das BMWi das Programm Existenzgründungen aus der Wissenschaft (EXIST) weiter fort. In diesem Programm werden die Rahmenbedingungen für Gründungen ausgebaut, die von Hochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen angeboten werden. Beispielsweise gibt es mit dem Informationssystem startothek seit Anfang 2006 eine umfassende Begleithilfe für die Gründung von Jungunternehmen. Geplant war eine Reform des GmbH-Gesetzes, die die Gründung einer GmbH schon mit einem Mindestkapital von 10.000 € erlaubt. Jedoch wurde dieses Vorhaben aus Imagegründen für die GmbH-Unternehmen in Deutschland wieder gestrichen. Somit liegt das gesetzlich vorgeschriebene Gründungskapital bei den bisherigen 25.000 €.34

Nicht nur die Gründung von neuen Unternehmen wird gefördert, sondern auch die bestehenden KMU. So möchte die Regierung mit der im Jahr 2006 veröffentlichten Form der Hightech-Strategie auch kleine und mittlere Unternehmen stärken. Das Programm Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt begleitet Projekte, die Innovationsprozesse in der Personal- und Organisationsentwicklung untersuchen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sollen schnell und umfassend in die Praxis des Arbeits- und Gesundheitsschutzes übertragen werden. Forschungen, die KMU durchführen, werden weiterhin gefördert. Die Hilfe für Unternehmen betrifft nicht hauptsächlich die Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Den Unternehmen wird auch die Möglichkeit von Teilnahmen an Fachprogrammen angeboten. So besteht die Chance, dass Wissen verbreitet wird um die Entwicklung der Industrie 4.0 großflächig zu fördern. Um den Unternehmen noch weiter entgegen zu kommen, werden Steuersysteme angepasst und die bürokratische Belastung reduziert.35

Der dritte Punkt der Strategie beschreibt die Unterstützung der schnelleren Verbreitung von neuen Technologien. Ergebnisse aus Forschung von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden schneller an die Unternehmen weitergeleitet um aus den Ergebnissen einen wirtschaftlichen Mehrwert zu gewinnen. Urheberrechte werden an das digitale Zeitalter angepasst. So wird beispielsweise die Urheberrechtsvergütung neugestaltet und moderne Informations- und Kommunikationstechnologien verwendet. Um das Ziel der Verbreitung umzusetzen, benötigt die Regierung bestimmte Rahmenbedingungen. Hier sollen Normen und Standards eingeführt werden. Mittels einer offensiven Normungsstrategie können deutsche Hochtechnologieprodukte erfolgreich auf dem Weltmarkt bestehen. Wettbewerbsvorteile können durch frühzeitige Berücksichtigung von Normungsaspekten im Forschungsprozess gewonnen werden. Der Einsatz neuster IT-Technologien in den Arbeitsprozessen der Regierung ist eine weitere Maßnahme um Kosten und Zeit bei Verwaltungsprozessen zu reduzieren.36

Der vierte Punkt des Aktionsplans stärkt die internationale Position Deutschlands. Deutschland darf nicht nur an der Weltwirtschaft partizipieren, es soll auch eine führende Rolle bei der Lösungsfindung von zentralen Fragen tragen, die alle Menschen betreffen können. Diese Fragen beschäftigen sich mit Themen wie der Sicherheit und Frieden, der Verringerung von Armut und Krankheit, sowie der Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes und eines nachhaltigen Wirtschaftens. Eines der Ziele in diesem Strategiepunkt ist die eigene Attraktivität des Landes als internationalen Forschungspartner auszubauen. In diesem Zusammenhang kooperieren InnoNet37 und die IGF mit europäischen Initiativen zur Förderung der grenzüberschreitenden Vernetzung und Koordinierung von nationalen Forschungsförderprogrammen. Sie verbessern künftig die Voraussetzungen für die Beziehungen mit Partnerländer.38

Mit Ländern, die ihren Fokus immer mehr auf die Forschung und Entwicklung setzen, arbeitet Deutschland enger zusammen. In diesem Sinne arbeiten Deutschland und Indien auf ein Deutsch-Indisches Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiezentrum hin. Mit der Volksrepublik China liegen die Schwerpunkte der Zusammenarbeit in den Bereichen Nano-, Bio- und Laser- und Optischer Technologie. Im Bereich der automatischen Suche und Verarbeitung multimedialer Daten arbeitet Deutschland gemeinsam mit Frankreich im Rahmen des Forschungsprogramms QUAERO. Um das deutsche Niveau im Ausland zu repräsentieren setzt die Regierung FuE-Botschaften ein um in den jeweiligen Ländern Kampagnen durchzuführen. Die deutsche Technologiepolitik denkt nicht nur an sich selbst, sondern auch an die Entwicklung des ganzen EU-Raums. So baut Deutschland ihre Beteiligungen an den EU-Förderprogrammen immer weiter aus, indem sie Akteure und Repräsentanten an den europäischen Forschungsverbünden teilhaben lässt.39

Der letzte Punkt der Hightech-Strategie beinhaltet das Ziel der Förderung der Bildung. Es betrifft alle Glieder der Bildungskette. Von der frühkindlichen Förderung über die Schule, Ausbildung, Studium bis hin zur Weiterbildung werden alle betroffene Instanzen unterstützt um die Bildung im Land zu verbessern. Gut ausgebildete Fachkräfte sind eines der tragenden Säulen, die die Entwicklung der Volkswirtschaft vorantreiben. Daher ist eine der politischen Prioritäten die Ausschöpfung von Potenzialen einzelner Individuen. Hochschulen werden finanziell unterstützt. Damit sollen Studierende ordentliche Rahmenbedingungen genießen um ihr Können und Fähigkeiten zu entfalten. Wettbewerbe regen die Kreativität der Studierenden an. Diese Wettbewerbe können auch auf internationaler Ebene stattfinden, wodurch Nachwuchstalente sich mit den besten der Welt messen können. Das Wissensniveau in Deutschland kann mit diesen Initiativen ansteigen. Stipendien und andere Begabtenförderungsprogramme werden in diesem Sinne ebenso gestärkt.40

Doch um das Niveauwachstum zu beschleunigen, möchte die Regierung nicht nur eigene Talente züchten, sondern sie bemüht sich ebenso Fachkräfte durch attraktive Arbeits- und Lebensbedingungen aus dem Ausland zu gewinnen. Gesundheits- und Motivationsprogramme für die Unternehmen sollen die Mitarbeiter in ihrem täglichen Arbeitsleben fördern. Die Regierung unterstützt Unternehmen, die selbst Programme durchführen, die ihre Mitarbeiter zu mehr Leistung motiviert. Auf die Karrieremöglichkeiten der Frauen wird ebenfalls Fokus gelegt. So möchte die Politik Ganztagsschulprogramme, steuerliche Entlastung für Betreuungsaufwendungen und Elterngeld ausbauen.41

[...]


1 vgl. Schwab et al. (2015), S. 7

2 vgl. Weyer et al. (1997)

3 vgl. Weyer (1996), S 501 ff.

4 vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2016)

5 vgl. Klodt (1994)

6 vgl. Eickhof (1997)

7 vgl. Wirtschaftslexikon Gabler (2016)

8 ebd.

9 vgl. Eickhof (1997)

10 vgl. Klodt (1994)

11 vgl. Murphy et al. (1993), S 409 ff.

12 vgl. Bruder & Dose (1986), S. 35

13 vgl. Eickhof (1997)

14 vgl. Eickhof (1997)

15 vgl. AiF (2016a)

16 vgl. AiF (2016b)

17 vgl. Gaspar et al. (2012), S. 980 f.

18 vgl. Rammer et al. (2011)

19 vgl. BMBF (2014a)

20 vgl. BMBF (2014a), S. 5 f.

21 vgl. BMBF (2014a), S. 9

22 vgl. Europäische Union (2016)

23 vgl. BMBF (2014a), S. 6 ff.

24 ebd.

25 ebd.

26 vgl. BMBF (2014a), S. 10 ff.

27 ebd.

28 vgl. BMBF (2014a), S. 13 ff.

29 vgl. European Commission (2015), S. 9 ff.

30 vgl. BMBF (2006), S. 1 ff.

31 vgl. BMBF (2006), S. 8 ff.

32 ebd.

33 ebd.

34 vgl. BMBF (2006), S. 11 ff.

35 ebd.

36 ebd.

37 Das Unternehmernetzwerk INNONET Kunststoff ist Plattform und Verbindungsglied von Unternehmen der Kunststoffbranche aus Baden-Württemberg. Im Netzwerk engagieren sich mehr als 50 Unternehmen, die nahezu die gesamte Wertschöpfungskette im Kunststoffbereich abdecken. (vgl. Innonet (2016))

38 vgl. BMBF (2006), S. 21 ff.

39 ebd.

40 ebd.

41 vgl. BMBF (2006), S. 21 ff.

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Details

Titel
Plattform Industrie 4.0. Eine sinnvolle technologiepolitische Förderungsmaßnahme zur Entwicklung der deutschen Industrie 4.0?
Hochschule
Universität Ulm
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
58
Katalognummer
V490595
ISBN (eBook)
9783668968332
ISBN (Buch)
9783668968349
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industrie 4.0, Wirtschaftspolitik, Technologie, Entwicklung, Deutschland, Plattform Industrie 4.0, Wirtschaft, VWL, Technologiepolitik
Arbeit zitieren
An Do (Autor), 2016, Plattform Industrie 4.0. Eine sinnvolle technologiepolitische Förderungsmaßnahme zur Entwicklung der deutschen Industrie 4.0?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490595

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