Das Ziel dieser Facharbeit ist es, sich zunächst mit verschiedenen Familienmodellen im Laufe der Zeit auseinander zu setzen und zu analysieren, aus welchen Gründen und inwiefern ein Wandel stattgefunden hat und stattfindet. Gerne möchte ich auch Außenstehenden einen besseren Einblick in die Thematik geben.
Ein Fußballtrainer erzählte mir, dass seine Jungen in der Kabine darüber redeten, wer an welchem Wochenende bei Mama oder Papa lebe. Da stellten sie fest: "Bei Paul ist das komisch, da wohnen Mama und Papa zusammen." So stellt sich die Frage: Was ist eine "normale" Familie? Gibt es diese überhaupt? Im ersten Teil der Facharbeit gehe ich auf die Geschichte der Familie (Bäuerliche, Bürgerliche und Proletarische) ein, anschließend erläutere ich Familienmodelle (Kernfamilie, Alleinerziehende, Patchworkfamilie) sowie Wohnmodelle (Wechselmodell, Nestmodell) der Gegenwart und benenne Ursache für den Wandel der Familienformen. Letztlich gebe ich einen Ausblick in die Zukunft.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorbemerkungen
2 Definition des Begriffs Familie
3 Familie im 19. Jahrhundert
3.1 Die bäuerliche Familie
3.2 Die bürgerliche Familie
4 Familienformen der Gegenwart
4.1 Die Kernfamilie
4.2 Alleinerziehende
4.3 Die Patchwork- oder Stieffamilie
5 Wohnmodelle für Trennungskinder
5.1 Das Wechselmodell
5.2 Das Nestmodell
6 Ursachen des Wandels der Familienformen
7 Die Familie der Zukunft
8 Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Facharbeit untersucht den historischen und modernen Wandel von Familienformen, analysiert deren Ausprägungen sowie die Gründe für gesellschaftliche Veränderungen und wagt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im familiären Zusammenleben.
- Historische Entwicklung der Familie vom 19. Jahrhundert bis heute
- Analyse moderner Familienmodelle und Wohnformen für Trennungskinder
- Untersuchung der Ursachen für den Wandel der Familienstrukturen
- Einfluss von Emanzipation, Individualisierung und Arbeitswelt
- Perspektiven auf zukünftige alternative Lebensgemeinschaften
Auszug aus dem Buch
3.1 Die bäuerliche Familie
Im 19. Jahrhundert bezeichnete man Bauernfamilien auch als Großfamilien, denn diese bestanden nicht nur aus Eltern und Kindern, sondern auch die Großeltern waren Teil der Hausgemeinschaft. Teilweise nahmen auch ledige Geschwister der Eltern am Familienleben teil. Darüber hinaus lebten auf einem Bauernhof Knechte und Mägde, welche Hilfsarbeiten übernahmen, sowie die Tagelöhner, die aus allen Regionen des Landes kamen, um bei der Ernte zu helfen.
Zu dieser Zeit war das Zusammenleben in einer Ehe nahezu eine Lebensnotwendigkeit. Die Frau wurde für den Haushalt, die Milchwirtschaft und die Kleinviehhaltung benötigt und der Mann übernahm die Feldarbeit. Außerdem war es für die Entlastung im Alter von großer Bedeutung Kinder zu haben, da diese die Pflege im Alter übernehmen konnten. Oftmals wurden Jungen bevorzugt, da diese eine potentielle Arbeitskraft darstellten und somit die Altersversorgung der Eltern gesichert war. Des Weiteren trugen die männlichen Nachfahren den Namen der Familie weiter, wenn sie heirateten und erbten den Hof der Eltern, während die Mädchen wegzogen und eine Mitgift erhielten.
Die ökonomischen Gesichtspunkte waren für eine Ehe ausschlaggebend und bestimmten die Partnerwahl. Man richtete sich nach den territorialen Gegebenheiten des Partners beziehungsweise denen seiner Eltern. Damit die Felder, Wälder und Wiesen in der Familie blieben, betrieb man oft Verwandtschaftsheirat. In jedem Falle aber wurde zu dieser Zeit nur innerhalb der gleichen sozialen Schicht geheiratet.
In einer Ehe hatte der Hausvater das Sagen und die Frau war dem Mann immer untergeordnet. Beispielsweise war es eine Sitte, dass der Vater der Familie immer die größte Portion des Essens bekam und seine Frau ihn bediente. Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine gemeinsame Mahlzeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorbemerkungen: Der Autor erläutert die persönliche Motivation für die Themenwahl, die auf Beobachtungen im eigenen Umfeld sowie der Suche nach einer Definition von „Normalität“ basiert.
2 Definition des Begriffs Familie: Es werden verschiedene wissenschaftliche und traditionelle Ansätze zur Begriffsbestimmung dargestellt, die den Wandel und die Komplexität der Lebensgemeinschaft verdeutlichen.
3 Familie im 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel beschreibt die sozioökonomischen Bedingungen bäuerlicher und bürgerlicher Lebensweisen, die maßgeblich durch Erwerbsarbeit und Rollenverteilung geprägt waren.
4 Familienformen der Gegenwart: Es erfolgt eine detaillierte Analyse heute dominanter Strukturen wie der Kernfamilie, alleinerziehender Elternteile sowie der Patchwork- oder Stieffamilie.
5 Wohnmodelle für Trennungskinder: Hier werden das Wechselmodell und das Nestmodell als zeitgemäße Lösungen für getrennt lebende Eltern sowie deren Herausforderungen und Potenziale vorgestellt.
6 Ursachen des Wandels der Familienformen: Die gesellschaftlichen Transformationsprozesse, insbesondere Industrialisierung, Emanzipation und veränderte ökonomische Rahmenbedingungen, werden als treibende Kräfte identifiziert.
7 Die Familie der Zukunft: Der Autor prognostiziert eine zunehmende Vielfalt an Lebensformen und diskutiert das Potenzial alternativer Rechtsmodelle zur Ehe.
8 Schlussbemerkungen: Die Arbeit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und reflektiert die subjektive Einschätzung des Autors bezüglich der Eignung verschiedener Modelle in Abhängigkeit vom Alter der Kinder.
Schlüsselwörter
Familie, Familienwandel, Kernfamilie, Patchworkfamilie, Wechselmodell, Nestmodell, Alleinerziehende, Industrialisierung, Emanzipation, Rollenverteilung, Sozialgeschichte, Familienmodelle, Trennungskinder, Sorgerecht, Lebensgemeinschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel familiärer Strukturen von der bäuerlichen und bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts bis hin zu den modernen Familienformen der Gegenwart.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der Definition des Familienbegriffs bilden historische Familienstrukturen, moderne Wohnmodelle für Trennungskinder sowie die Ursachen für gesellschaftliche Veränderungen die Hauptschwerpunkte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Analyse, aus welchen Gründen und inwiefern sich Familienmodelle im Laufe der Zeit verändert haben und welche Auswirkungen dies auf das heutige Zusammenleben hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine eigene Umfrage unter Mitschülern, deren Ergebnisse in die Betrachtung der heutigen Familienformen einfließen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Vorstellung heutiger Familienformen, eine detaillierte Betrachtung von Wohnmodellen nach Trennungen sowie eine Untersuchung der Ursachen für diesen Wandel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Familienwandel, Patchworkfamilie, Wechselmodell, Emanzipation und Sozialgeschichte sind prägend für den Inhalt dieser Facharbeit.
Was unterscheidet das Wechselmodell vom Residenzmodell?
Beim Wechselmodell betreuen beide Elternteile das Kind zu annähernd gleichen Teilen (50:50), während beim Residenzmodell das Kind überwiegend bei einem Elternteil lebt und den anderen nur in Intervallen besucht.
Warum ist das Nestmodell oft nur eine Übergangslösung?
Aufgrund des hohen finanziellen Aufwandes für drei Wohnungen (für beide Elternteile sowie das „Nest“ des Kindes) ist dieses Modell für viele Familien langfristig schwer tragbar.
Welche Bedeutung hat das französische PACS-Modell für die Zukunft?
Es dient als Beispiel für eine staatlich anerkannte Lebensgemeinschaft, die eine flexible Alternative zur klassischen Ehe darstellt und auf das Potenzial zukünftiger, moderner Bindungsformen hinweist.
- Arbeit zitieren
- Tina Kornetzke (Autor:in), 2019, Mutter, Vater, Kind war gestern. Familie im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490943