Im Rahmen dieser Arbeit wird zunächst der Hintergrund, der zur Entstehung des Crew Resource Managements (CRM) beigetragen hat, skizziert und ein grundlegendes Verständnis für den Begriff hergestellt, indem auf verschiedene Definitionsansätze eingegangen wird. Zudem werden die einzelnen Evolutionsphasen des CRM beschrieben. Anschließend werden die Inhalte eines CRM-Trainings zum einen theoretisch und zum anderen anhand eines Praxisbeispiels der Deutschen Lufthansa AG betrachtet. Die nächsten Kapitel widmen sich dann der Evaluation von CRM-Trainings. Hierzu werden bisherige Evaluationsergebnisse anhand des Vier-Ebenen-Modells von Kirkpatrick analysiert und Limitationen der Trainingsevaluation aufgezeigt. Im abschließenden Kapitel erfolgt eine Zusammenfassung der wesentlichen Resultate dieser Arbeit und ein Ausblick in die Zukunft des CRM.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung & Ursprung des Crew Resource Managements
1.1 Einleitung
1.2 Entstehungshintergrund des CRM
2 Definition & Praxisbeispiele
2.1 Definition
2.2 Evolutionsschritte des CRMs
3 CRM-Training
3.1 Inhalte eines CRM-Trainings
3.2 Trainingsumgebung für ein CRM-Training
3.3 CRM am Beispiel Lufthansa
3.4 CRM-Training & Agilität
4 Evaluation von CRM-Training
5 Limitationen der Evaluation von CRM
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Crew Resource Management (CRM) in der Luftfahrt, mit dem primären Ziel, die historische Entwicklung, die theoretischen Grundlagen des Trainingsdesigns sowie die Herausforderungen bei der Evaluation von CRM-Maßnahmen systematisch darzustellen.
- Historische Entstehung und Meilensteine des CRM-Konzepts
- Evolutionsphasen und inhaltliche Schwerpunkte des CRM-Trainings
- Methoden und Ansätze für das Design von CRM-Trainingsumgebungen
- Praxisbeispiel: CRM-Training bei der Deutschen Lufthansa AG
- Evaluation von CRM-Trainings anhand des Kirkpatrick-Modells
- Analytische Limitationen und Forschungsbedarf zur Kausalität zwischen CRM und Flugsicherheit
Auszug aus dem Buch
1.2 Entstehungshintergrund des CRM
Das CRM-Konzept wurde der Luftfahrtindustrie im Jahr 1979 im Rahmen eines von der National Aeronautics and Space Administration (NASA) ausgerichteten Workshops unter dem Titel „Resource Management on the flightdeck“ vorgestellt (Cooper, White & Lauber, 1980, S. 248). In der Folgezeit implementierte die Mehrheit der Fluggesellschaften zunächst freiwillig CRM-Trainingsmaßnahmen, ehe diese im Jahr 1998 zu jährlichen Pflichtschulungen wurden (Salas et al., 2006b, S. 393). Der Erfolg von CRM-Trainings in der Luftfahrt führte dazu, dass heute auch in anderen Bereichen wie der Medizin, der Offshore-Ölproduktion oder der Nuklear-Energie, in welchen menschliches Versagen ebenfalls weitreichende Konsequenzen haben kann, Trainings für Mitarbeiter in Anlehnung an das CRM-Konzept aus der Luftfahrt implementiert wurden (Salas et al., 2006b, S. 393; Salas et al., 2006a, S. 37).
Ausgangspunkt für die Entwicklung des CRM-Konzepts waren Analysen von Luftfahrtunfällen und damit verbundene Forschungsarbeiten im Bereich des „Human Factor“, welche zu der Erkenntnis führten, dass effektivere Managementtrainings für Besatzungsmitglieder notwendig seien (Cooper, White & Lauber, 1980, S. 248). Auf einige Unfälle, welche entscheidend zur Entwicklung des CRM beigetragen haben, wird im Folgenden exemplarisch eingegangen.
Im Jahr 1972 kam es in den Everglades in Florida zum Absturz des Eastern Airline Fluges 401. Grund hierfür war, dass keines der Crew-Mitglieder die ausgeschaltete Höhen-Haltefunktion des Autopiloten und den hieraus resultierenden Sinkflug der Maschine bemerkte. Spätere Untersuchungen ergaben, dass die dreiköpfige Flugzeugbesatzung gemeinsam versuchte, die technische Störung einer Kontrollleuchte des Fahrwerks zu beheben und hierdurch niemandem die ausgeschaltete Funktion des Autopiloten auffiel (Salas et al., 2001, S. 641). Ein weiterer Flugzeugabsturz ereignete sich in den USA im Jahr 1978, als United Airlines Flug 173 bei Oregon verunglückte. Als wahrscheinliche Ursache für das Unglück gilt nach Untersuchungen des NTSB der Fehler des Flugkapitäns und der weiteren Crewmitglieder, den verbleibenden Treibstoff der Maschine richtig zu berechnen während die Crew gemeinsam versuchte, eine Fahrwerksfehlfunktion zu beheben und Vorbereitungen für eine mögliche Notlandung zu treffen (NTSB, 1978, S. 29). Dieses Unglück, bei welchem zehn Menschen ihr Leben verloren, wird als Wendepunkt angesehen und veranlasste die Luftfahrtindustrie dazu, entsprechende Präventionsmaßnahmen einzuleiten (Salas et al., 2006a, S. 36).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung & Ursprung des Crew Resource Managements: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte von CRM als Reaktion auf vermeidbare Unfälle durch menschliches Versagen in der Luftfahrt.
2 Definition & Praxisbeispiele: Hier wird der Begriff CRM definiert und dessen historische Entwicklung sowie die fünf Evolutionsstufen dargestellt.
3 CRM-Training: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Inhalte, Trainingsumgebungen und die Anwendung von CRM bei der Lufthansa sowie die Schnittmenge zu agilen Arbeitsmethoden.
4 Evaluation von CRM-Training: Hier erfolgt eine Analyse der Trainingserfolge anhand des vierstufigen Kirkpatrick-Modells sowie eine Betrachtung aktueller Evaluationsstudien.
5 Limitationen der Evaluation von CRM: Dieses Kapitel beleuchtet die analytischen Grenzen und den methodischen Forschungsbedarf bei der Messung von CRM-Effekten auf die Sicherheit.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die zukünftige Bedeutung des modernen Fehlermanagements.
Schlüsselwörter
Crew Resource Management, CRM, Luftfahrt, Fehlermanagement, Human Factor, Trainingsevaluation, Kirkpatrick-Modell, Flugsicherheit, Teamarbeit, Kompetenztraining, Teameffektivität, Simulation, Menschliches Versagen, Agile Adaption, Trainingsdesign
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Crew Resource Management (CRM) in der Luftfahrt, beleuchtet dessen historische Entwicklung, die Gestaltung von Trainingsmaßnahmen und die Herausforderungen bei der Erfolgskontrolle solcher Trainings.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entstehung des CRM, die Anforderungen an ein effektives CRM-Training, die Anwendung moderner Evaluationsmodelle und die Frage nach dem Einfluss von CRM auf die Flugsicherheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für CRM als Teamtraining-Strategie zu vermitteln und kritisch zu hinterfragen, wie sich dessen Wirksamkeit wissenschaftlich fundiert evaluieren lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, ergänzt durch die Analyse eines Praxisbeispiels der Lufthansa AG sowie die kritische Auswertung bestehender Studien zur Trainingsevaluation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des CRM, die verschiedenen Evolutionsphasen, das Design von Trainingsinhalten und -umgebungen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Evaluationsmodellen und deren Limitationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Crew Resource Management, Flugsicherheit, Human Factor, Kirkpatrick-Modell und Team-Training geprägt.
Inwiefern spielt die Lufthansa bei diesem Thema eine Rolle?
Die Lufthansa AG dient als Praxisbeispiel, um zu illustrieren, wie theoretische CRM-Konzepte in einem realen Trainingsbetrieb implementiert werden und welche Rolle dabei Computersimulationen und interaktive Lehrformate spielen.
Warum ist die Evaluation von CRM-Trainings so schwierig?
Die Evaluation ist komplex, da es an Standardisierung mangelt und der kausale Nachweis, dass ein spezifisches Training direkt zu einer signifikanten Reduzierung von Flugunfällen führt, aufgrund zahlreicher externer Einflussfaktoren wissenschaftlich schwer zu belegen ist.
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- Anonym (Autor:in), 2018, Crew Resource Management Training. CRM bei der Lufthansa AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490965