Die Alternative für Deutschland, folgend auch kurz AfD genannt, hat bei der Bundestagswahl 2017 12,6 Prozent aller Wählerstimmen und somit die drittmeisten Stimmen aller Parteien erhalten. Damit hat sie ihr bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl erzielt. Dies ist relativ überraschend, wenn man bedenkt, dass die Partei erst 4 Jahre zuvor offiziell gegründet wurde und bei der Bundestagswahl in ihrem Gründungsjahr, aufgrund der 5 Prozent Hürde, nicht in den Bundestag einziehen konnte.
Woran dies liegen kann, möchte ich mit dieser Hausarbeit erklären. Zunächst werde ich auf die AfD und ihre Entstehung, sowie ihre politische Orientierung und ihr Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2017 eingehen. Ich werde auf den Wandel des Parteientyps der Alternative für Deutschland eingehen, die Hauptgründe, wie sie Wähler motivieren könnte ihre Stimme zu erhalten nennen, und eine kurze Analyse der tatsächlichen Gründe der WählerInnen zur Wahl der Alternative für Deutschland erläutern. Abschließend werde ich mein Fazit präsentieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Alternative für Deutschland
2.1. Die Entstehung der Alternative für Deutschland
2.2. Politische Ausrichtung und Wahlprogramm der Alternative für Deutschland zur Bundestagswahl 2017
3. Von der single-issue Partei zur challenger Partei
3.1. Single-Issue Voting
3.2. Challenger Partei
3.2.1 Challenger Partei durch Populismus
3.2.2 Challenger Partei durch ProtestwählerInnen
4. Wahlanalyse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Gründe für den Erfolg der Alternative für Deutschland (AfD) bei der Bundestagswahl 2017 zu analysieren und zu erklären, warum die Partei trotz ihrer kurzen Existenz ein so hohes Wählerstimmenpotenzial entfalten konnte.
- Entstehung und politische Entwicklung der AfD
- Wandel vom Parteientyp der Single-Issue-Partei zur Challenger-Partei
- Einfluss von Populismus auf die Wählergewinnung
- Bedeutung der Protestwahl als Motiv für AfD-Wähler
- Sozialstrukturanalyse der Wählerschaft bei der Bundestagswahl 2017
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Challenger Partei durch Populismus
Populismus ist, definiert nach Mudde, eine Ideologie, in der die Gesellschaft durch den Antagonismus zwischen zwei homogenen Gruppen, dem Volk und der politischen Elite, geteilt ist. Die Politik solle hierbei den Gemeinwillen (volonté générale) des Volkes abbilden, was sie laut Populisten allerdings nicht tue. Populisten sehen sich als Ausweg für das Volk, sie vertreten gegenüber der politischen Elite ihre Meinung und gilt somit als Herausforderer. Populismus ist außerdem mit anderen ideologischen Überzeugungen kombinierbar, wie beispielsweise dem Nationalismus. (Mudde 2004: 543f). Nationalismus kennzeichnet sich durch die Hervorhebung der eigenen Nation oder Nationalität und meist einer abwertenden Haltung gegenüber anderen Nationalitäten (Bundeszentrale für politische Bildung: 2018). Diese Art von Verknüpfung ist ein typisches Merkmal für eine besondere Art des Populismus, den Rechtspopulismus. Sie liegt nahe, da die Abgrenzung gegenüber Außenstehenden durch eine gemeinsame Identität, nämlich meistens durch die Zugehörigkeit zu einer Nation oder einer Religion, geschaffen wird (Mudde 2004: 549).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, stellt die Relevanz des AfD-Wahlergebnisses von 2017 dar und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. Die Alternative für Deutschland: Hier werden die Gründung der Partei im Jahr 2013 sowie ihre inhaltliche Ausrichtung und ihr Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2017 detailliert beschrieben.
3. Von der single-issue Partei zur challenger Partei: Das Kapitel beleuchtet den Wandel der Partei von einer eurokritischen Gruppierung hin zu einer breiter aufgestellten Challenger-Partei, die sich durch populistische Ansätze und das Sammeln von Proteststimmen profiliert.
4. Wahlanalyse: Dieser Abschnitt analysiert empirisch die Wählerschaft der AfD anhand sozioökonomischer Faktoren und untersucht die primären Beweggründe für die Stimmabgabe.
5. Fazit: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung und resümiert, dass der Erfolg der AfD maßgeblich auf ihrer Rolle als populistische Protestbewegung beruht.
Schlüsselwörter
Alternative für Deutschland, AfD, Bundestagswahl 2017, Single-Issue-Partei, Challenger-Partei, Populismus, Protestwahl, Rechtspopulismus, Wählerverhalten, Sozialstrukturanalyse, Eurokritik, Migrationspolitik, Politische Elite, Wahlprogramm, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die zum signifikanten Stimmenzuwachs der Alternative für Deutschland bei der Bundestagswahl 2017 beigetragen haben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Parteigenese, die ideologische Positionierung, das Konzept der Challenger-Partei sowie die Analyse sozioökonomischer Wählerdaten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie die AfD es innerhalb von nur vier Jahren schaffen konnte, als Herausforderer der etablierten Parteien bei einer Bundestagswahl 12,6 Prozent der Stimmen zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretische Einordnung mittels politikwissenschaftlicher Konzepte und eine empirische Sozialstrukturanalyse basierend auf Wählerdaten.
Was wird primär im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf dem Wandel des Parteientyps, der theoretischen Definition von Populismus im Kontext der AfD und einer quantitativen Betrachtung der Wählergruppen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Challenger-Partei, Protestwahl, Rechtspopulismus und soziale Abstiegsängste maßgeblich charakterisiert.
Welche Rolle spielen die sogenannten „Modernisierungsverlierer“?
Die Autorin/der Autor identifiziert diese Gruppe als wesentliche Wählerklientel, deren soziale oder ökonomische Statusängste die AfD durch ihre Programmatik gezielt aufgreift.
Wie unterscheidet sich die Wählermotivation der AfD von anderen Parteien?
Im Gegensatz zu anderen Parteien, deren Wähler primär aus inhaltlicher Überzeugung handeln, gaben die AfD-Wähler signifikant häufiger an, aus Enttäuschung über die anderen Parteien (Protestwahl) für die AfD gestimmt zu haben.
- Arbeit zitieren
- Manuel Seebold (Autor:in), 2018, Wieso konnte die Alternative für Deutschland bei der Bundestagswahl 2017 so viele Stimmen für sich gewinnen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491151