Das Bild der Stadt. Zwei Kölner Stadtportraits von 1531 in Schrift und Bild gegenübergestellt


Hausarbeit, 2018

35 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Kölner Stadtprospekt des Anton Woensam von
2.1 Beschreibung des Holzschnitts
2.2 Anlass der Anfertigung und politische Ausgangslage
2.3 Zur Person Anton Woensam
2.4 Funktion des Verlegers Peter Quentel

3. Das Lobgedicht auf die Stadt Köln von
3.1 Inhalt und Gestaltung des Lobgedichts
3.2 Der Wanderhumanist Johann Haselberg
3.3 Das Stadtlob und seine Funktion

4. Die Stadtbeschreibung im Kontext der Renaissance
4.1 Der Einfluss des Buchdrucks
4.2 Der Einfluss des Renaissance-Humanismus
4.3 Köln und die Reformation

5. Vergleich und Gegenüberstellung
5.1 Intention und Symbolik des Kölner Stadtprospekts
5.2 Sprachliche Analyse des Kölner Lobgedichts

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung:

Thema der vorliegenden Hausarbeit ist die Gegenüberstellung einer text-basierten als auch bildbasierten Darstellung der Stadt Köln aus dem Jahr 1531. Im Konkreten geht es um das monumentale Kölner Stadtprospekt des Holzschnittkünstlers Anton Woensam (gedruckt und verlegt durch Peter Quentel, 59,2 × 352,6 cm1 ), "der an Genauigkeit der Darstellung [...] und Sicherheit der Ausführung alle älteren und auch die meisten jüngeren Stadtdarstellungen Europas übertraf"2.

Diesem gegenübergestellt wird der aus 920 Versen bestehende „Lobspruch der kaiserlichen Freistadt Köln“ des Wanderhumanisten Johann Haselberg3. Das Jahr 1531 ist deshalb interessant, da zum Anlass der Wahl Ferdinands I. zum römisch-deutschen König in Köln, beide Werke nahezu gleichzeitig entstanden sind, aber eine unterschiedliche Perspektive und auch Motivation der Künstler wiederspiegeln. Die zentrale Frage dabei ist, inwiefern sich diese Text-bzw. Bild-Stadtbeschreibungen am Übergang zur Frühen Neuzeit voneinander unterscheiden, aber auch welche Gemeinsamkeiten und Überschneidungen sie aufweisen. Wie stehen Idealbild und Realität zueinander?

Unterstützend dazu ist auch die Frage relevant nach den Akteuren und deren Motivation in Zeiten der Reformation, des Renaissance-Humanismus und des aufblühenden Buchdrucks bzw. -handels in der damals größten Stadt des Deutschen Reiches, sowie die Frage nach den Rezipienten.

Köln ist seit 1475 offiziell freie Reichsstadt und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die einwohnerreichste Stadt des Reiches.4 Sie gilt mit ihren elf Stiftskirchen und neunzehn Pfarreien zudem als bedeutendste Stadt in den Augen der Zeitgenossen.5 Ihre katholische Prägung, sowie humanistische Strömungen haben prägenden Einfluss auf Kunst und Kultur.

Dennoch ist Köln angreifbar und, wie im weiteren zu sehen sein wird, in hohem Maße abhängig von der Gunst des Kaisers.

Die Gegenüberstellung orientiert sich methodisch an einem induktiv geleiteten Aufbau in sechs Kapiteln, führt also vom Einzelfall -die Vorstellung des Stadtprospekts bzw. des Stadtlobes -zu größeren Zusammenhängen, um schließlich auf dieser Grundlage eine Basis für einen abschließenden Vergleich zu schaffen. Die historischen Kontexte vermitteln ein Bild darüber, warum sich das Bild der Stadt, oder auch das Selbstbild der Stadt auf eine bestimmte Art entwickelt hat.

Stadtlob wie auch Holzschnitt sind zwar unterschiedliche Kunstgattungen, aber in ihrer Entstehungsgeschichte eng mit der Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts verbunden und sind auch dadurch als Quellen lohnend.

Die Forschungsliteratur, die hier zugrunde gelegt wird, umfasst einen Zeitraum von über einhundert Jahren, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 2011. Diese Literatur deckt vorwiegend einzelne Themenbereiche ab, die erst in der Zusammenschau für eine vergleichende Analyse von Bild-und Textdarstellun-gen relevant sind. Anhand der historischen Kontexte können die Aspekte der Stadtdarstellung bzw. -wahrnehmung untersucht werden.

Vorausblickend kann festgehalten werden, dass Anton Woensam vor allem den symbolischen Charakter der Stadt als „Heiliges Köln“ hervorhebt, zumal der Druck als Geschenk an Ferdinand I. überreicht wird. Johann Haselberg verfolgt mit seinem literarischen Streifzug vor allem wirtschaftliche Interessen.

Im Rahmen der Hausarbeit kann das Thema allerdings nur in einem begrenzten Umfang ausgearbeitet werden.

2. Das Kölner Stadtprospekt des Anton Woensam von 1531

2.1 Beschreibung des Holzschnitts

Der aus neun zusammengefügten Gross-Folio-Blättern bestehende Riesenholz-schnitt6 -59,2 × 352,6 cm (Abb. 1) -zeigt in großer Detailtreue das spätmittel-alterliche Köln in voller Längsausdehnung als Panoramaansicht. In leichter Renaissance, S.5.

Vogelperspektive hat hier der Künstler die Stadt aus mehreren kombinierten Standpunkten vom Deutzer Ufer aus gezeichnet.7 Die Darstellung Kölns erstreckt sich vom Bayenturm im Süden bis zur Kunibertspforte im Norden. Das Stadtprosepkt folgt dabei einem vierfachen Bildaufbau.

Den unteren Bereich, ausgeschmückt durch den Drucker und Verleger Peter Quentel, ziert ein aus 39 Kästchen bestehender Fries. Der Widmung an Kaiser Karl V. und seinen Bruder Ferdinand I., sowie die Kurfürsten, den katholischen Erzbischof Hermann von Wied und den Senat der Stadt Köln folgt ein Holzschnitt mit Halbfigurenporträts von Karl und Ferdinand, die von ihren Wappen eingerahmt sind. Darunter befinden sich die Wappen der sieben Kurfürsten. Rechts davon beginnt dass leicht verkürzte und editierte lateinische Lobgedicht „Flora“8 des Wanderhumanisten Hermann von dem Busche (Kästchen 3-35), sowie ein Katalog aller Kölner Kirchen und ihrer Reliquien, in dem Köln als "sancta metropolis" bezeichnet wird (Kästchen 36-39).9

Über dem Fries erkennt man das Deutzer Ufer und den Rhein, der von Woensam begradigt dargestellt wird, mit unzähligen Schiffen und ge-schäftigen städtischen Treiben. Darüber folgt die Stadtansicht mit ihren in leichter Aufsicht gestaffelten profanen und vor allem sakralen Bauten Kölns, der obere Bereich stellt antike Stadtgründer und Stadtpatrone auf Wolken-bergen dar. Engel halten eine Tafel mit der Aufschrift „Colonia“. Auf dem gleichen Blatt steht unten die Unterzeile: „O FELIX AGRIPPINA NOBILIS ROMANORVM COLONIA“, daneben das Monogram „AW“, für Anton Woensam, auf einer Holztafel.10

Durch geschickte Anordnung und perspektivische Kniffe schafft es Woensam die für seine Auslegung wichtigen Gebäude hervorzuheben.11 Alle elf Stiftskirchen, mit dem Dom im Zentrum, sowie die neunzehn Pfarrkirchen und 13 weitere Kirchen sind auf dem Stadtprospekt dargestellt, sowie zusätzlich durch Namen auf kleinen Täfelchen gekennzeichnet. Dagegen werden nur der Gürzenich, das Rathaus und der Kaiserliche Palast als Profanbauten namentlich genannt.12

Trotz augenfälliger Detailtreue der Profanbauten, die sogar Fenster und Fassadengestaltung erkennen lassen, sind es vor allem die sakralen Bauten, die sich abheben und dem Betrachter ins Auge fallen.

Aus der Beschreibung ergeben sich auf der Bildebene zwei grundlegende Bereiche. Die untere Hälfte des Bildes zeigt die florierende Handelsmetropole, also die wirtschaftliche Kraft Kölns. Die obere Hälfte widmet sich ganz der Symbolik des "Heiligen Kölns" mit den herausragenden Kirchenbauten und den Stadtpatronen, den Heiligen Drei Königen, deren Reliquien im Dom verehrt werden.13 Auffällig ist auch die mächtige staufische Stadtmauer, die mit etlichen Wehrtürmen die Stadt umrahmt. Drei Stadttürme und 31 Stadttore sind auf dem Bild zu erkennen und größtenteils namentlich benannt.14

Die Frage, warum Anton Woensam die Stadt auf diese Weise dargestellt und das in seinen Augen Wesentliche herausgearbeitet hat, soll im weiteren Verlauf erörtert werden.

2.2 Anlass der Anfertigung und politische Ausgangslage

Ein besonderes Ereignis steht der freien Reichsstadt Köln 1531 bevor. Ferdinand I. aus dem Hause Habsburg soll zum römisch-deutschen König in Anwesenheit seines Bruders, Kaiser Karl V., der Kurfürsten, des Erzbischofs Hermann von Wied und des Kölner Rats im Dom gewählt werden.15

Ferdinand I. (1503-1564), ab 1521 Herrscher der habsburgischen Erblande und ab 1526/27 König von Böhmen, Kroatien und Ungarn, steht lange Zeit im Schatten seines älteren Bruders Kaiser Karl V. (1500-1558).16 Er führt als Karls Stellvertreter, während Karls oft langen Abwesenheiten, die reichspolitischen Geschäfte. Im Glauben streng katholisch erzogen, lehnt Ferdinand wie sein Bruder die protestantische Reformbewegung ab und bemüht sich dabei um eine engere Bindung an die päpstliche Kirche. Doch immer mehr Fürsten bekennen sich zu Luthers Lehren, zudem zahlreiche Reichsstädte. 1528 drohen die Spannungen zu eskalieren. Zusätzlich bedrohen die Osmanen Österreich und Ungarn. Auf dem Reichstag zu Speyer 1529, den Ferdinand I. anstelle seines Bruders leitet, bittet er die Reichsstände um Hilfe gegen die Invasion der Osmanen und will zugleich die reformatorischen Kräfte zurückdrängen. Dieser Versuch scheitert ebenso, wie auf dem Augsburger Reichstag 1530 einen Ausgleich in der Religionsfrage zu finden. Die protestantischen Gegner schließen sich 1531 zu einem militärischen Verteidigungsbündnis dem "Schmalkaldischen Bund" zusammen.

Vor diesem politisch brisanten Hintergrund werden die seit 1528 laufenden Verhandlungen Kaiser Karls V. mit den Kurfürsten zu Ferdinands Königswahl zu einem Abschluss gebracht. Mit fünf Stimmen -der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Brandenburg und der Pfalz -und einem förmlichen Protest des sächsischen Kurfürsten Johann wird in Köln Ferdinand I. am 5. Januar 1531 im Kölner Dom zum römisch-deutschen König (rex romanorum) gewählt und sechs Tage später am 11. Januar in Aachen von Erzbischof Hermann V. von Wied in Aachen gesalbt und gekrönt. Damit ist Ferdinand I. nicht nur legitimer Vertreter seines Bruders Karl V., sondern auch offizieller Nachfolger der Kaiserwürde. Für die freie Reichsstadt Köln bedeutet dieses Ereignis eine besondere Ehre. Gemäß der Reichsverfassung hätte eigentlich Frankfurt der Wahlort sein sollen, doch die Stadt war zuvor protestantisch geworden.17

Der Kölner Verleger Peter Quentel übergibt den großformatigen Druck als Geschenk der Stadt Köln zu diesem besonderen Anlass zwischen dem 5.-15. Januar an Kaiser Karl V. und seinen Bruder Ferdinand.18 Laut Jürgen Stohlmann ist es wahrscheinlich, dass Quentel erst zum Ende des Augsburger Reichstages, der mindestens bis Ende September 1530 dauerte, davon erfuhr, dass Köln als Wahlort auserkoren war. Somit blieben für seinen meist beschäftigten Xylographen Anton Woensam nur etwa 3-4 Monate Zeit, das monumentale Werk anzufertigen.19

2.3 Anton Woensam: Lohndrucker für das Verlagshaus Quentel

Anton Woensam von Worms, um 1500 geboren, kommt im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts mit seinem Vater Jaspar nach Köln.20 Graphisch sehr begabt, wird er ab 1513 als Maler und Xylograph tätig.21 Zahlreiche Holzschnitte für Buch-Illustrationen in Form von Titelfassungen, Wappen oder Autorenporträts im Auftrag unterschiedlicher Drucker und Verleger, machen ihn über die Grenzen Kölns hinaus bekannt. Zu seinen Kunden zählt auch das Kölner Kartäuserkloster.22 Bis zu seinem Lebensende 1541 wird er über 600 Holzschnitte und 40 Gemälde angefertigt haben.23 Einer seiner Hauptauftraggeber ist Peter Quentel, der ihn um 1530 für die Herstellung des Kölnprospekts engagiert. Es wird Woensams größtes Werk sein, und das Einzige, das unabhängig von Buchdrucken herausgegeben wurde.

2.4 Funktion des Verlegers Peter Quentel

Peter Quentel (gestorben 1546) entstammt aus der bedeutendsten Kölner Drucker-und Verlegerfamilie des 15.-17. Jahrhunderts. Vater Heinrich Quentel (gestorben 1501) hatte seine Offizin, später bekannt als die "Quentelei" im Jahr 1479 gegründet und etwa 400 Drucke bis 1501 verlegt.24 Das Portfolio des Verlags im 15. Jahrhundert besteht überwiegend aus theologischer Literatur, aber auch aus philosophischen und naturhistorischen Werken.25 Während zunächst die Werke in lateinischer Sprache gedruckt werden, bedingt auch durch die Zusammenarbeit mit der Kölner Universität, ändert sich ab 1510 das Verlagsprofil und es kommen auch volkssprachliche Drucke hinzu.26 Peter Quentel, der der Gaffel Eisenmarkt angehört und eine Reihe von Ratsämtern bekleidet, übernimmt ab 1520 die Alleinverantwortung für das Verlagshaus.27

Gerade im Zusammenhang mit dem Stadtprospekt Kölns ist es wichtig zu betonen, dass Quentels Veröffentlichungen vorwiegend religiös geprägt und pro-katholisch ausgerichtet sind, wobei er selbst mit reform-katholischen Ideen sympathisiert, was belegt ist durch den Druck von zeitkritischen Klageschriften wie der 'Gravamina' des Nürnberger Reichstages von 1522 oder der 'Onus ecclesiae'.28 Er weiß um die Mißstände der katholischen Kirche und will Veränderungen herbeiführen. Er veröffentlicht zwar 1524 auch die erste niederrheinische Lutherbibel -allerdings ohne Verfassernamen -doch als die ersten katholischen Bibelübersetzungen folgen, verlegt er keine pro-testantischen Texte mehr.29 Als bedeutender Verleger der größten Druckerei Kölns bleibt er der katholischen Ausrichtung seiner Heimatstadt treu. In der Widmung des Kölnprospekts macht er deutlich, dass er keine Kosten und Mühen gescheut habe ('maximus suis impensis') das Werk anfertigen zu lassen.30. Auch ein anderer Verleger, allerdings nicht aus Köln stammend, publiziert 1531 eine Kölnansicht.

3. Das Lobgedicht auf die Stadt Köln von 1531

3.1 Inhalt und Gestaltung des Lobgedichts

Im gleichen Jahr erscheint das 920 Verse umfassende Gedicht 'Eyn lobspruch der Keyserlichen freygstath Coellen'.31 (Abb. 2)

Autor ist Johann Haselberg, ein fahrender Buchhändler aus dem Bistum Konstanz, der das Lobgedicht am 16. September 1531 auf 14 Quartblätter beim Kölner Kleindrucker Melchior von Neuss drucken läßt.32 Verfasst ist das Gedicht in alemannischen Dialekt.33 Den Einband ziert ein Holzschnitt von Anton Woensam, auf dem das Stadtwappen Kölns zu sehen ist, das von einem bärtigen Mann ('Kölner Bauer') mit der rechten Hand gehalten wird.34

Das Lobgedicht läßt sich grob in zwei Abschnitte aufteilen -der erste Teil , bis Vers 408, entspricht einer anschaulichen Beschreibung Kölns in Form eines Spazierganges durch die Stadt. Dabei startet das lyrische Ich des Autors im Süden Kölns, erkundet erst die Befestigungsanlagen, durchwandert die Märkte, beschreibt die öffentlichen profanen Bauten, erwähnt kurz die Anzahl der Kirchen und die Ursulalegende, es folgt eine Beschreibung des Doms. Immer wieder werden Ausflüge in die Kölner Gastronomie mit eingeflochten. Der zweite und größere Teil, Vers 409-900, umfasst eine ausführliche Erzählung der Heiligen-Drei-Könige Legende.35 Das Gedicht schließt mit einem Lobpreis auf Köln, dem Verfassernamen, Angaben zu seiner Heimatstadt und dem Druckort.36 J.J.Merlo vermisst beim Autor "die poetische Ader und findet wenig mehr als eine trockene bunte Aufstellung, vielfach mit erzwungenen oder gar verfehlten Reimen, wodurch jedoch das lokale Interesse nicht geschmälert wird"37. Die Frage stellt sich, warum ein nicht ansässiger Kölner Bürger ein solch ausführliches Lobgedicht auf die Stadt publiziert hat.

3.2 Der Wanderhumanist Johann Haselberg

Johann Haselberg stammt vom Bodensee, aus dem Kreis Reichenau. Er nennt sich selbst Magister, hat also wahrscheinlich studiert, und verdient als fahrender Schriftsteller und Verleger seinen Lebensunterhalt.38 Rhein auf -und abwärts tätigt er seine Geschäfte und führt dabei auch Buchschmuck mit sich, die er den Druckern zur Verfügung stellt.39 Laut J.J.Merlo hat er es verstanden, "sich durch persönliche Verbindungen und Unternehmungsgeist in seinem Geschäftskreis Ansehen zu verschaffen"40. Einige seiner Werke, darunter sind lateinische als auch deutschsprachige Schriften, lässt er mit kaiserlichem Privileg, so auch Werke des Abtes Johannes Trithemius, bei namhaften Druckern in Auftrag geben.41 Bekannt sind von ihm heute 36 Verlagswerke, von denen er etwa 15 selber verfasst und etwa 10 übersetzt und überarbeitet hat.42 J.Benzing geht davon aus, dass sich Haselberg um ein besonderes Verhältnis zum Haus Habsburg bemühte, was daran zu erkennen ist, dass er zum Lobe Karls V. fünf Schriften verfasste und ihm und seinem Vorgänger noch vier weitere Schriften widmete.43 Dies ist zumindest ein Grund, warum Haselberg das große Ereignis in Köln für seine Zwecke genutzt hat. Im Titel gebraucht er das Wort 'Lobspruch', woran deutlich wird, dass er sich damit auf die Gattung der deutsch-sprachigen Lobgedichte bezieht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts entstehen.44

[...]


1 Vgl. Bruno Weber: Formen und Funktion älterer Panoramen, S.258.

2 Wolfgang Braunfels: Anton Wonsams Kölnprospekt von 1531 in der Geschichte des Sehens, S.115.

3 Ein Textabdruck des Lobspruchs nach dem Exemplar der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek bei Johann Jacob Merlo. Johann Haselberg und sein Lobgedicht auf die Stadt Köln. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 44(1885), S. 149- 170.

4 Vgl. Wolfgang Schmitz: 500 Jahre Buchtradition in Köln, S.14

5 Vgl. Wolfgang Braunfels: Anton Wonsams Kölnprospekt von 1531 in der Geschichte des Sehens, S.134.

6 Vgl. Horst Appuhn/Christian v. Heusinger: Riesenholzschnitte und Papiertapeten der

7 Vgl. Bruno Weber: Formen und Funktion älterer Panoramen, S.258.

8 Vgl. Jürgen Stohlmann: Zum Lobe Kölns. Die Stadtansicht von 1531 und die „Flora” des Hermann von dem Busche, S.17 (von 331 auf 314 verkürzt, neue Kapitelüberschriften)

9 Vgl. ebd., S.49.

10 Vgl. Johann Jacob Merlos neu bearbeitete und erweiterte Nachrichten von dem Leben und den Werken kölnischer Künstler, S.1085.

11 Vgl. Lutz Philipp Günther: Die bildhafte Repräsentation deutscher Städte, S.48.

12 Vgl. Jürgen Stohlmann: Zum Lobe Kölns. Die Stadtansicht von 1531 und die „Flora” des Hermann von dem Busche, S.6.

13 Vgl. Lutz Philipp Günther: Die bildhafte Repräsentation deutscher Städte, S.51.

14 Vgl. Jürgen Stohlmann: Zum Lobe Kölns. Die Stadtansicht von 1531 und die „Flora” des Hermann von dem Busche, S.5.

15 Vgl. Heinz-Dieter Heimann: Stadtideal und Stadtpatriotismus in der „Alten Stadt“ , S.25.

16 nachfolgende Angaben dieses Kapitels sind aus: W.Maurenbrecher: Ferdinand I., in: Allgemeine Deutsche Biographie (1877), S. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ pnd118532502.html, letzter Abruf 07.08.2018)

17 Vgl. Peter Glasner: Stadt-Bild-Sprache. Köln in der Geschichte des Sehens, S.233.

18 Vgl. Jürgen Stohlmann: Zum Lobe Kölns. Die Stadtansicht von 1531 und die „Flora” des Hermann von dem Busche, S.5.

19 Vgl. ebd., S.14.

20 Vgl. Ludwig Hepding: Anton Woensam von Worms. S.21.

21 Vgl. Johann Jacob Merlos neu bearbeitete und erweiterte Nachrichten von dem Leben und den Werken kölnischer Künstler, S.971.

22 Vgl. ebd., S.975.

23 Vgl. Ludwig Hepding: Anton Woensam von Worms. S.27; Hugo Borger/Frank Günter Zehnder: Die Stadt als Kunstwerk, S.116.

24 Vgl. Wolfgang Schmitz: Die Überlieferung deutscher Texte im Kölner Buchdruck des 15. und 16. Jahrhundert, S.434.

25 Vgl. ebd., S.435.

26 Vgl. ebd., S.437.

27 Vgl. ebd., S.440.

28 Vgl. ebd., S.441.

29 Vgl. ebd., S.442.

30 Vgl. Johann Jacob Merlos neu bearbeitete und erweiterte Nachrichten von dem Leben und den Werken kölnischer Künstler, S.976.

31 Vgl. Johann Jacob Merlo: Johann Haselberg und sein Lobgedicht auf die Stadt Köln, S.142.

32 Vgl. ebd.

33 Vgl. ebd., S.170.

34 Vgl. ebd., S. 142.

35 Vgl. ebd., S.170.

36 Vgl. ebd.

37 Ebd., S.142.

38 Vgl. Ursula Rautenberg: Stadtlob und Topographie, S.58 .

39 Vgl. J.Benzing: Haselberg, Johann. In: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 22f. [Online-Version], URL: https://www.deutschebiographie.de/pnd11970000X.html#ndbcontent, letzter Abruf 07.08.2018.

40 Johann Jacob Merlo: Johann Haselberg und sein Lobgedicht auf die Stadt Köln. S.139.

41 Vgl. Ursula Rautenberg: Stadtlob und Topographie, S.60.

42 Vgl. J.Benzing: Haselberg, Johann, in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S.22 f. [Online- Version], URL: https://www.deutschebiographie.de/pnd11970000X.html#ndbcontent, letzter Abruf 07.08.2018.

43 Vgl. ebd.

44 Vgl. Ursula Rautenberg: Stadtlob und Topographie, S.61.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Das Bild der Stadt. Zwei Kölner Stadtportraits von 1531 in Schrift und Bild gegenübergestellt
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut)
Note
1
Autor
Jahr
2018
Seiten
35
Katalognummer
V491163
ISBN (eBook)
9783668989894
ISBN (Buch)
9783668989900
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadtprosepekt, Anton Woensam, Johann Haselberg, Renaissance, Humanismus, Reformation, Symbolik, 16. Jahrhundert, Köln, Buchdruck, Karl V.
Arbeit zitieren
Claudia Spoden (Autor), 2018, Das Bild der Stadt. Zwei Kölner Stadtportraits von 1531 in Schrift und Bild gegenübergestellt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491163

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