Ziel dieser Arbeit ist es, anhand ausgewählter Nachhaltigkeitsberichte börsennotierter Unternehmen folgende Fragestellung zu untersuchen: Wird durch die Anwendung und Implementierung der CSR – Richtlinie erreicht, dass die Nachhaltigkeitsberichte börsennotierter Unternehmen untereinander vergleichbarer sind und mehr Transparenz für externe Stakeholder geschaffen wird?
Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Untersuchung der in Kapitel 1.1 formulierten Fragestellung. Die Arbeit ist hierbei in vier Hauptteile gegliedert ist.
Nach einer kurzen Einleitung im ersten Abschnitt werden dem Leser im zweiten Abschnitt die relevanten Grundlagen zu den Themen Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility (CSR) und der CSR-Richtlinie erläutert. Hierbei wird zunächst die Nachhaltigkeit im Allgemeinen definiert, bevor auf die Definition von CSR weiter eingegangen wird und eine Erläuterung der verschiedenen CSR-Arten erfolgt. Anschließend liegt der Fokus auf der CSR-Richtlinie. Es werden hier die verfolgten Ziele der Richtlinie und der gesetzlich definierte Anwenderkreis thematisiert.
Abschnitt 3 setzt sich mit der Methodik der empirischen Analyse auseinander. Die Untersuchung der zentralen Fragestellung wird unter Anwendung einer inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse, in Anlehnung an die Forschungsart nach Mayring, unter Verwendung eines Codierungsschemas als Auswertungsmethodik der zugrundeliegenden Nachhaltigkeitsberichte, erfolgen. Zunächst wird dem Leser erklärt, wie der Auswahlprozess der Berichte erfolgte, indem dargelegt wird, anhand welcher Merkmale und Kriterien die Auswahl der Nachhaltigkeitsberichte und die Festlegung des Stichprobenumfanges durchgeführt wurde. Die vom Verfasser ausgewählten Unternehmen werden in Kurzabschnitten vorgestellt und die vergangene Tätigkeit des Unternehmens bezüglich CSR kurz dargestellt. Anhand der ausgewählten Berichte sollen die beiden Merkmale Vergleichbarkeit und Transparenz mithilfe des definierten Codierungsschemas gemessen werden. Das Codierungsschema für die beiden Merkmale besteht aus einzelnen Kriterien, welche die Grundlage für die Messung bilden und in Abschnitt 3.3.2 dem Leser erläutert. Im letzten Teil des Kapitels erfolgt dann die Analyse anhand der nichtfinanziellen Bestandteile im Sinne des § 289c Absatz 2 HGB.
Der Schlussteil der Arbeit beinhaltet ein Fazit sowie ein zusammenfassendes Abschlussurteil.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Grundlagen
2.1 Definition Nachhaltigkeit
2.2 Corporate Social Responsibility
2.2.1 Definition
2.2.2 Arten von CSR
2.2.3 Nichtstrategischer CSR
2.2.4 Strategisches CSR
2.3 CSR – Richtlinie
2.3.1 Definition
2.3.2 Ziele und Anwendungskreis
2.3.3 Nichtfinanzielle Aspekte im Sinne des § 289c HGB
2.3.4 Berichterstattung
3. Analyse der Umsetzung der neuen CSR-Richtlinie
3.1 Methodik
3.2 Arten der qualitativen Inhaltsanalyse
3.3 Durchführung der Methodik
3.3.1 Bestimmung des Ausgangsmaterials
3.3.1.1 Volkswagen AG
3.3.1.2 Henkel AG & Co.KGaA
3.3.1.3 HUGO BOSS AG
3.3.1.4 Deutsche Bank AG
3.3.1.5 RWE AG
3.3.2 Entwicklung des Kategoriensystems
4. Kritische Analyse in Anlehnung an § 289c HGB
4.1 Transparenz
4.1.1 Umweltbelangen
4.1.2 Arbeitnehmerbelangen
4.1.3 Sozialbelangen
4.1.4 Beachtung der Menschenrechte
4.1.5 Bekämpfung von Korruption
4.2 Vergleichbarkeit
5. Abschlussanalyse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit durch die Anwendung und Implementierung der CSR-Richtlinie eine Steigerung der Transparenz und Vergleichbarkeit in den Nachhaltigkeitsberichten börsennotierter Unternehmen erreicht wurde. Hierzu werden exemplarisch Nachhaltigkeitsberichte von fünf Unternehmen analysiert, um die Auswirkungen der gesetzlichen Regulierung auf die Berichterstattungspraxis zu bewerten.
- Analyse der gesetzlichen Anforderungen der CSR-Richtlinie und § 289c HGB.
- Qualitative Inhaltsanalyse von Nachhaltigkeitsberichten führender deutscher Unternehmen.
- Bewertung der Berichterstattung hinsichtlich Transparenz und Vergleichbarkeit.
- Untersuchung der CSR-Strategien und deren Integration in das Geschäftsmodell.
- Diskussion von Verbesserungspotenzialen in der regulatorischen Berichterstattung.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
In den letzten ist es Jahren deutlich erkennbar, dass das Thema Nachhaltigkeit und umweltbe wusstes Handeln zunehmend von der Öffentlichkeit wahrgenommen und thematisiert wird. Ein Grund hierfür ist unwiderlegbar die derzeitige Situation des Klimawandels. Es wird deutlich, dass der prognostizierte Klimawandel keine Hypothese ist sondern die tatsächliche Entwicklung widerspiegelt. Viele Menschen versuchen durch Eigeninitiative ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten indem sie u.a. bewusst in verpackungslosen Geschäften ihre Lebensmittel einkaufen oder erneuerbare Energie beziehen. Dennoch werden Ressourcen knapper und die Möglichkei ten zu vertretbaren Umweltnutzung ist trotz gestiegener Nachfrage nur begrenzt möglich, wodurch das Interesse der Gesellschaft an sozial ökologisch und ökonomisch handelnden Un ternehmen gestiegen ist.
Heutzutage ist das nachhaltige Bewusstsein der Bevölkerung gerade in den Industriestaaten ausgeprägter als je zuvor und erschwert Unternehmen umweltschädlich und verantwortungslos zu handeln, ohne dabei ihrem Ruf am Markt zu schaden. Auch die Strategie, sich alleine auf den finanziellen Erfolg zu konzentrieren, ist nur erschwert möglich. Der öffent liche Druck führt dazu, dass sich vermehrt Unternehmen mit der Thematik auseinandersetzen und ihre Handlungen jährlich in Form eines Nachhaltigkeitsberichtes oder eines sogenannten Corporate Social Responsibility (CSR) Bericht veröffentlichen. Hier dokumentieren die Unter nehmen wie sie verantwortungsbewusst mit der Umwelt aber auch mit ihren Mitarbeitern, Kun den und Investoren umgehen. Die Unternehmen liefern essentielle Informationen, wie u.a. über deren Nachhaltigkeitstätigkeiten und Beitrag zum Umweltschutz, an die externen Shareholder und verschaffen sich einen Wettbewerbsvorteil am Markt gegenüber denjenigen Unternehmen, die keinen Bericht veröffentlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Nachhaltigkeitsberichterstattung ein und formuliert die Forschungsfrage zur Wirksamkeit der CSR-Richtlinie bezüglich Transparenz und Vergleichbarkeit.
2. Grundlagen: Hier werden die theoretischen Begrifflichkeiten von Nachhaltigkeit, CSR und der regulatorische Rahmen der CSR-Richtlinie inklusive der Berichtspflichten nach HGB erläutert.
3. Analyse der Umsetzung der neuen CSR-Richtlinie: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Inhaltsanalyse sowie die Auswahl der untersuchten Unternehmen und die Entwicklung des Kategoriensystems.
4. Kritische Analyse in Anlehnung an § 289c HGB: Hier erfolgt die empirische Auswertung der Nachhaltigkeitsberichte anhand der Kategorien Transparenz und Vergleichbarkeit für die fünf ausgewählten Unternehmen.
5. Abschlussanalyse: Dieses Kapitel resümiert die Ergebnisse der empirischen Analyse und bewertet, inwieweit die Ziele der CSR-Richtlinie in der Praxis umgesetzt wurden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt eine kritische Einschätzung zur Notwendigkeit weiterer regulatorischer Anpassungen.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, CSR-Richtlinie, Corporate Social Responsibility, Transparenz, Vergleichbarkeit, CSR-Bericht, HGB, Nachhaltigkeitsbericht, qualitative Inhaltsanalyse, Stakeholder, Risikodarstellung, Berichterstattung, Unternehmensstrategie, Nichtfinanzielle Erklärung, Umweltbelangen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie sich die neue CSR-Richtlinie auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung deutscher börsennotierter Unternehmen auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility (CSR), die CSR-Richtlinie (CSR-RUG) sowie Transparenz und Vergleichbarkeit in Berichten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu analysieren, ob durch die CSR-Richtlinie tatsächlich mehr Transparenz und eine bessere Vergleichbarkeit der Berichte für externe Stakeholder geschaffen wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Verfasserin verwendet eine inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring mit einem theoriegeleiteten Codierungsschema.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Nachhaltigkeitsberichte von fünf Unternehmen (VW, Henkel, Hugo Boss, Deutsche Bank, RWE) anhand von Transparenz- und Vergleichbarkeitskriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind CSR-Richtlinie, Transparenz, Vergleichbarkeit, nichtfinanzielle Erklärung, Nachhaltigkeitsbericht und Wesentlichkeit.
Wie werden die Unternehmen für die Analyse ausgewählt?
Die Unternehmen wurden aus fünf verschiedenen Branchen ausgewählt, wobei Kriterien wie Börsennotierung, Konzernstatus und ein separater Bericht für das Geschäftsjahr 2017 ausschlaggebend waren.
Welche Rolle spielt die sogenannte „Nettomethode“ in der Analyse?
Die Analyse zeigt kritisch auf, dass Unternehmen die Nettomethode nutzen, um Risiken als „nicht wesentlich“ zu definieren und so die Offenlegungspflichten im Bericht zu umgehen.
Warum wird die Berichterstattung von Henkel in der Analyse kritisch bewertet?
Henkel wurde aufgrund fehlender Markierungen und der unübersichtlichen Struktur des Berichts als mangelhaft bewertet, da dies die Analyse der nichtfinanziellen Aspekte erschwerte.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Wirksamkeit der Richtlinie?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz der Richtlinie noch Spielräume bestehen, die Unternehmen zu ihren Gunsten nutzen, weshalb der Gesetzgeber die Anforderungen weiter präzisieren sollte.
- Arbeit zitieren
- Melanie Wolsza (Autor:in), 2018, Kritische Analyse der neuen CSR-Richtlinie auf die Nachhaltigkeitsberichte ausgewählter börsennotierter Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491204