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Das dichotome Weltbild Sayyid Qutbs und seine Konsequenzen

Título: Das dichotome Weltbild Sayyid Qutbs und seine Konsequenzen

Trabajo Escrito , 2019 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Sebastian Obermüller (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem ägyptischen Autor Sayyid Qutb und seinem Werk "Zeichen auf dem Weg“, welches in Gefangenschaft geschrieben und 1964 (zwei Jahre vor seiner Hinrichtung) veröffentlicht wurde. Qutb gilt als Vordenker des militanten Islam in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die „Zeichen auf dem Weg“ gelten als sein radikalstes und folgenschwerstes Werk. Es mag aus westlicher Anschauung zunächst paradox wirken, doch die Intention, die sich hinter seiner
letzten Abhandlung verbirgt, ist letztlich die Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit.

Unter Freiheit versteht Qutb allerdings die Abwesenheit menschlicher Herrschaft und Knechtschaft, seine Antwort auf die Frage nach einer gerechten, harmonischen und menschlichen Gesellschaftsordnung ist der Islam als System. Diesem System steht die Jahiliyya im Weg, quasi als Antagonist. Im Folgenden soll analysiert werden, wie Sayyid Qutb die Welt in Jahiliyya und Islam dichotomisiert, welche Vorstellungen er über die ideale Zukunft hat und welche weitreichenden Konsequenzen seinem dichotomen Denken immanent sind. Ist der Dschihad die radikale Konsequenz des Qutb´schen Denken?

Eine Dichotomie bezeichnet im Allgemeinen eine Zweigliedrigkeit. Wendet man diese Zweigliedrigkeit auf die Welt an, so erhält man zwei Teile oder Sphären, zwischen denen keine Schnittmenge vorgesehen ist. Qutbs „Zeichen auf dem Weg“ verfolgen ein klares Ziel, nämlich die Etablierung eines islamischen Systems, und richten sich primär an eine bestimmte Gruppe von Adressaten, nämlich die Avantgarde, die dieses System errichten soll. Vor diesem Hintergrund muss das Ziel als alternativlos und richtig dargestellt werden, um kritisches Hinterfragen grundsätzlich auszuschließen und zu verhindern.

Qutbs Denken und Schriften sind geprägt von klaren ideologischen Trennlinien und einem strengen Schwarz-Weiß-Denken, die Trennung zwischen „gut/ schlecht“, beziehungsweise vielmehr „gläubig/ ungläubig“ ist strikt und kompromisslos. Damit wird die eigentlich komplexe Welt heruntergebrochen auf die ungläubige Ordnung, die von der gläubigen Ordnung abgeschafft werden soll und muss. Dem Leser wird Orientierung und ontologische Rollensicherheit geboten, denn Qutb arbeitet sein propagiertes islamisches System als das einzig Richtige und Autorisierte aus und formuliert in der notwendigen Begründung dieses Systems einen klaren Handlungsimperativ.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Dichotomie der Welt im Denken Sayyid Qutbs

3. Jahiliyya

3.1 Jahiliyya im Koran

3.2 Jahiliyya bei Sayyid Qutb

3.3 Jahiliyya als Zustandsbeschreibung der Welt

4. Islam

4.1 Die Einzigartige Koranische Generation- ein Ideal

4.2 Die Kompromisslosigkeit und der universelle Anspruch des Islams

5. Der Dschihad als Konsequenz

5.1 Dschihad im Allgemeinen

5.2 Qutbs Konzept des Dschihads

6. Conclusio und Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Denken des ägyptischen Autors Sayyid Qutb, insbesondere sein Werk „Zeichen auf dem Weg“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Qutb die Welt durch ein striktes, dichotomisches Weltbild in „Jahiliyya“ (gottlose Unwissenheit) und „Islam“ unterteilt und wie aus dieser ideologischen Trennung der militante Dschihad als logische und alternativlose Konsequenz für die Errichtung einer islamischen Ordnung abgeleitet wird.

  • Die Dichotomie des Weltbildes bei Sayyid Qutb
  • Das Konzept der Jahiliyya als Kernbegriff der Qutbschen Doktrin
  • Die Bedeutung der „Ersten Koranischen Generation“ als utopisches Ideal
  • Der universelle Herrschaftsanspruch des Islam
  • Dschihad als notwendiges Mittel zur Transformation der Welt

Auszug aus dem Buch

Jahiliyya als Zustandsbeschreibung der Welt

Ausgangspunkt der „Zeichen auf dem Weg“ ist eine durchweg negative Auffassung der gegenwärtigen Situation, in der sich die gesamte Welt befindet. Unter der Ägide des Westens, der für Qutb nichts anderes als ein konstruierter Antagonist ist, ist ein globaler Werteverlust zu beobachten. Der liberale Materialismus und Kapitalismus schafft es nicht, Werte zu kreieren, die der menschlichen Natur entsprechen und den Menschen Mensch sein lassen. „Die Menschheit ist heute am Rande eines Abgrundes […]. Die Gesamtheit dieses Negativen manifestiert sich in den Gesellschaften der Jahiliyya, der Schattenseite im dichotomen Weltbild Qutbs. „Die Jāhiliyya ist jede andere Gesellschaft als die muslimische Gesellschaft; und wenn wir eine speziellere Definition wollen, können wir sagen, dass jede Gesellschaft eine Jāhiliyya ist, die sich selbst in ihren Überzeugungen und Gedanken, in ihren Befolgungen der Gottesverehrenden Handlung und in ihren gesetzlichen Bestimmungen nicht der Anbetung an Allāh allein widmet.“

Mit dieser dichotomen Definition inkludiert Qutb bereits die gesamte Welt in das System der Jahiliyya. In einem Rundumschlag gegen sämtliche Gesellschaften der Welt grenzt er selbige nun vom Islam ab und gliedert sie in die globale Jahiliyya ein. Der Dreh- und Angelpunkt ist hierbei immer ungeachtet der völlig unterschiedlichen Ausformungen der Gesellschafts- und Herrschaftsformen die Abkehr von Allah, die Rebellion gegen den wahren Glauben und die Unterwerfung unter menschliche Souveränität. Materialismus, wissenschaftlicher Fortschritt und Komfort der Menschheit werden zwar grundsätzlich nicht abgelehnt, können aber nicht von der Versklavung ablenken, die der Mensch eingeht, wenn er sich einer anderen Souveränität außer Allah hingibt. Der Mensch ist von sich selbst entfremdet, die gegenwärtige Welt entfernt sich von sich selbst, lehnt sich auf gegen die Natur des Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Denken von Sayyid Qutb und die zentrale Fragestellung der Arbeit hinsichtlich seiner Dichotomisierung der Welt.

2. Die Dichotomie der Welt im Denken Sayyid Qutbs: Erläuterung des fundamentalen Schwarz-Weiß-Denkens bei Qutb, das die Welt in ungläubige und gläubige Bereiche unterteilt.

3. Jahiliyya: Analyse des zentralen Begriffs der Jahiliyya, seiner koranischen Wurzeln und seiner modernen Auslegung durch Qutb als Zustand globaler gottloser Ordnung.

4. Islam: Skizzierung des Islams als idealtypisches Gegenmodell zur Jahiliyya, unter Rückbezug auf das Ideal der ersten Koranischen Generation.

5. Der Dschihad als Konsequenz: Darstellung des Dschihads als unvermeidliches Instrument zur praktischen Umsetzung der islamischen Weltordnung.

6. Conclusio und Schluss: Zusammenfassende Bewertung der logischen Konsequenz des Dschihads aus Qutbs radikalem Weltbild.

Schlüsselwörter

Sayyid Qutb, Jahiliyya, Islam, Dschihad, Dichotomie, Weltbild, Scharia, Souveränität Allahs, Radikalisierung, Ideologie, Avantgarde, Zeichen auf dem Weg, Koran, Fundamentalismus, Kulturrevolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ideologischen Grundlagen des ägyptischen Autors Sayyid Qutb und wie sein dichotomes Weltbild den Weg für den militanten Dschihad ebnet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Konzepte der Jahiliyya, das Ideal der ersten Koranischen Generation, den universellen Anspruch des Islams sowie die daraus abgeleitete Notwendigkeit des Dschihads.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die interne Logik von Qutbs Denken freizulegen, die den Dschihad als zwingende Konsequenz aus der Ablehnung der Jahiliyya darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse und Interpretation von Qutbs Werk „Zeichen auf dem Weg“ sowie auf den Einbezug relevanter Sekundärliteratur zur Einordnung seines Denkens.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise Qutbs Konzept der Jahiliyya, das Ideal des Islams und die daraus resultierende Notwendigkeit des militanten Kampfes (Dschihad).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sayyid Qutb, Jahiliyya, Dschihad, Dichotomie, Souveränität Allahs und Fundamentalismus.

Warum lehnt Qutb nach dieser Analyse moderne Gesellschaften ab?

Da Qutb alle menschlichen Herrschaftsformen, die sich nicht ausschließlich auf Allah beziehen, als Rebellion gegen Gott und somit als illegale Jahiliyya wertet.

Welche Rolle spielt die „Erste Koranische Generation“ bei Qutb?

Sie dient als nostalgisches und sakralisiertes Ideal, an dem sich die heutige Avantgarde orientieren soll, um die zeitgenössische Jahiliyya zu überwinden.

Warum wird der Dschihad bei Qutb als „logische Konsequenz“ bezeichnet?

Weil nach Qutbs strikter Logik keine friedliche Koexistenz zwischen dem göttlichen Islam und dem gottlosen System der Jahiliyya möglich ist.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Das dichotome Weltbild Sayyid Qutbs und seine Konsequenzen
Universidad
University of Passau
Calificación
1,0
Autor
Sebastian Obermüller (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
18
No. de catálogo
V491212
ISBN (Ebook)
9783668972445
ISBN (Libro)
9783668972452
Idioma
Alemán
Etiqueta
Qutb Sayyid Muslimbruderschaft Islamismus Dschihad Jihad Dichotomie Jahiliyya Islam Ägypten
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sebastian Obermüller (Autor), 2019, Das dichotome Weltbild Sayyid Qutbs und seine Konsequenzen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491212
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