Arbeit 4.0. Der Wandel in der Arbeitswelt durch Industrie 4.0 und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen


Bachelorarbeit, 2019
56 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Struktur der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Industrie
2.1.1 Interaktion zwischen Mensch und Maschine
2.1.2 Schlagwort Digitalisierung
2.1.3 Die vier industriellen Revolutionen
2.2 Arbeit
2.3 Arbeitswelt
2.4 Zwischenfazit Kapitel

3. Wandel, Herausforderungen und Chancen durch das Thema Arbeit 4.0
3.1 Unternehmen
3.1.1 Änderung der Unternehmensorganisation (Mitbestimmung, Partizipation, Interessenvertretung, neue Hierarchien)
3.1.2 Änderung der Arbeitsmodelle
3.1.2.1 Arbeitsort (mobil)
3.1.2.2 Arbeitszeit (flexibel)
3.1.3 Wandel von Branchen und Tätigkeiten (Digitalisierung ersetzt, verändert und schafft neue Berufe)
3.2 Personal
3.2.1 Recruiting
3.2.2 Personalentwicklung
3.2.2.1 Qualifizierung
3.2.2.2 Weiterbildung
3.3 Führung und Zusammenarbeit
3.3.1 Führung in der digitalen Welt 42
3.3.2 Zukünftige Zusammenarbeit
3.4 Zwischenfazit Kapitel

4. Gesamtfazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Executive Summary

Das Thema Arbeit 4.0 geht unmittelbar aus der vierten industriellen Revolution, welche in der Regel Industrie 4.0 genannt wird, hervor. Es handelt sich hierbei um die Übertragung der Auswirkungen des technologischen Fortschritts sowie der kompletten Vernetzung der digitalen Welt auf die Unternehmen und die Arbeitswelt der darin befindlichen Beschäftigten. Die entstehenden Aufgaben im Bereich Industrie 4.0 führen dazu, dass durch die Betrachtung Arbeit 4.0 relevanter Themen in den einzelnen Unternehmensbereichen große Herausforderungen entstehen, jedoch ergeben sich ebenso auch Chancen, welche genutzt werden können um Verbesserungen zu erreichen. Denn wobei sich Industrie 4.0 hauptsächlich mit der Digitalisierung auf der technischen Ebene auseinandersetzt kommt bei Arbeit 4.0 der Faktor Mensch hinzu. Zum einen dessen Bedürfnisse und Ansprüche an die Arbeitswelt und zum anderen die Anforderungen und Voraussetzungen welche die Unternehmen an Mitarbeiter haben. Da der technologische Fortschritt unaufhaltsam ist, gilt es diesen mit den Rahmenbedingungen der involvierten Menschen zu vereinen. Doch wie können die digitalen zum Teil Komplexen Entwicklungen in die jetzige Arbeitswelt integriert werden. Es stellt sich die Frage: “Wie sieht das Arbeiten von Morgen aus, in einer Arbeitswelt, welche durch die Digitalisierung geprägt ist?“ Die Unternehmen müssen sich in allen Unternehmensbereichen auf einen Wandel gefasst machen. Wobei hier der Fokus auf proaktive Handlungen gelegt werden sollte. Daher sollte das Ziel sein, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und sich ergebende Chancen zu nutzen. Dafür bedarf es ein Unternehmensleitbild, welches dafür sorgt, dass der Digitalisierung nichts im Wege steht. Um die industrielle Entwicklung durch Industrie 4.0 und die damit einhergehende Digitalisierung in der Arbeitswelt zu integrieren ist ein Zusammenspiel aller Unternehmensbereiche notwendig. Zur Erreichung dieses Zusammenspiels sollte daher folgende Gleichung verfolgt werden: Arbeit 4.0 = Unternehmen 4.0 = Personal 4.0 = Führung und Zusammenarbeit 4.0. Denn in all diesen Bereichen gibt es gegenseitige Wechselwirkungen, weshalb wiederum gleichermaßen Anpassungen erfolgen müssen um den digitalen Wandel erfolgreich meistern zu können.

1. Einführung

1.1 Problemstellung

Industrie 4.0. Kein Begriff ist in der heutigen Zeit innerhalb von Unternehmen häufiger zu hören. Die meisten Unternehmen setzen die Verfolgung sogar an oberste Stelle der Firmenphilosophie. Es gibt hierbei jedoch oftmals ein Problem. Denn was steckt hinter diesem Begriff und welche Veränderungen entstehen durch die angestrebte Umsetzung? Und vor allem, wen1 betrifft dieses Thema und welche Maßnahmen sind notwendig um eine Unternehmung oder ein Geschäft da hin zu bringen, dass Industrie 4.0 verstanden, akzeptiert und umgesetzt wird? Des Weiteren entstehen durch diesen Begriff etliche Aufgaben, welche nicht technologischer Natur sind, jedoch dessen Auswirkungen von Unternehmensseite beachtet werden müssen. Um diese ganzen Aufgaben angehen zu können, bedarf es einiges an Zeit um zu verstehen was Industrie 4.0 im Ganzen bedeutet. Denn die technischen Änderungen und Fortschritte wirken sich auf sämtliche Geschäftsbereiche innerhalb von Unternehmen aus. Sodass sich die Unternehmen einer Notwendigkeit gegenübersehen, in der gesamten Arbeitswelt die Stellschrauben bezüglich Synergieeffekte von Industrie 4.0 auf die Arbeit zu definieren und nachzustellen. Mit diesen Belangen befasst sich übergeordnet das Themengebiet Arbeit 4.0. Dieser Begriff ist deutlich weniger im Sprachgebrauch zu vernehmen, als Industrie 4.0 obwohl beide Begriffe im gleichen Atemzug genannt werden sollten. Bei Arbeit 4.0 gilt es den Fokus auf die Themenfelder zu legen, welche nicht aktiv Industrie 4.0 zugehören jedoch aufgrund technologischer Fortschritte Auswirkungen auf Prozesse, Arbeitstätigkeiten und somit der gesamten Belegschaft eines Unternehmens hat. Deshalb sollte Industrie 4.0 mit den Fragen, welche sich bei der Betrachtung Arbeit 4.0 ergeben in Einklang gebracht werden. Alles natürlich mit dem Ziel, aus dem digitalen Wandel die positiven Entwicklungen heraus zu holen. Um dies alles zu erreichen muss jedoch klar sein, was hinter all den schönen Begrifflichkeiten steckt. Die Unternehmen der industriellen Wirtschaftszweige stehen daher vor einer großen Herausforderung. Der Wandel der Arbeitswelt geschieht hier und jetzt. Die Geschwindigkeit wie der Wandel kommt ist für viele Unternehmen überfordernd.

Es gibt noch keine Best-Practice erprobten Standardstrategien, genau so wenig ist abzusehen welche Auswirkungen die Digitalisierung durch Industrie 4.0 nach sich zieht und wie daraufhin eine Arbeitswelt geschaffen wird welche Arbeit 4.0 gerecht ist.

1.2 Forschungsfrage

Der Wandel der Arbeitswelt durch die vierte industrielle Entwicklungsstufe ist unumgänglich. Dies hat sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer zur Folge, dass es Änderungen geben wird, welche angegangen werden müssen. Jedoch sollte das Hauptaugenmerk nicht darauf gelegt werden welche Konsequenzen daraus erfolgen und welche Maßnahmen davon abgeleitet werden müssen damit ein Unternehmen nicht einfach nur mit der Welle mit schwimmt, sondern jedes gute Unternehmensmanagement und jegliche verantwortlichen Mitarbeiter welche die Änderungen mitgestalten können, sollten versuchen die Chancen, welche sich auch durch solche technischen Änderungen ergeben aktiv zu eruieren, um die Gesamtherausforderung positiv zu bewältigen. Diese Ansichten und Perspektiven führten zu der hier vorgelegten Überlegung welche Chancen und Herausforderungen der Wandel in der Arbeitswelt durch die vierte industrielle Stufe, nämlich Industrie 4.0, mit sich bringen. Diese Fragestellung rückt somit ab von der reinen Betrachtung der Thematik Industrie 4.0 und ergibt eine neu zu betrachtende Rubrik innerhalb des digitalen Wandels und des technologischen Fortschritts. Die dadurch entstehenden Rahmenbedingungen für ein Unternehmen bezogen auf Strategie, Personal und Arbeitsmodelle werden deshalb zusammengefasst betrachtet in der Wortschöpfung Arbeit 4.0.

1.3 Struktur der Arbeit

Der Aufbau dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung bedarf einiger Definitionen bestimmter Begrifflichkeiten, welche sowohl den Titel dieser Arbeit prägen als auch später in den Unterkapiteln des Öfteren Bedeutung finden. Daher folgen zunächst in der Kategorie „theoretische Grundlagen“ Erklärungen und Ausführungen sämtlicher Begriffe, deren Bedeutung im allgemeinen Sprachgebrauch nicht eindeutig auf Verständnis stoßen. Diese Einführung ist zwingend notwendig um ein generelles Grundverständnis zu ermöglichen und dadurch gewisse Interpretationsfreiräume zu eliminieren. Anschließend folgt das Hauptthema welches zugleich den Titel wiederspiegelt: Wandel, Herausforderungen und Chancen durch das Thema Arbeit 4.0. Bei der Recherche zu den wichtigsten Inhalten zu diesem Thema, kristallisierten sich 3 Bereiche heraus welche stark betroffen sind, und deshalb genauer in dieser Arbeit betrachtet werden. Dies soll Aufschluss darüber geben, welche Auswirkungen durch den digitalen Wandel in den Bereichen zu spüren sind und welche Aufgaben dadurch zukünftig gemeistert werden müssen. Hierbei werden dann auch die Herausforderungen ersichtlich sowie mögliche Chancen aufgezeigt. Da die Unternehmen maßgeblich an der Gestaltung der Arbeitswelt beteiligt sind folgt zuerst der Blick auf die unternehmensspezifischen Rahmenbedingungen danach wird der Fokus auf die Personalabteilung sowie die allgemeinen personellen Strukturen gelegt um abschließend das Zusammenspiel von Führung und Mitarbeit innerhalb des Unternehmens zu erörtern. Die Reihenfolge ergibt sich aus der logischen Vorgehensweise wie ein Unternehmen die Strategien zielgerichtet steuern kann, jedoch hat dies keine Bedeutung was die Wichtigkeit angeht, da die Umsetzung der Aufgaben im Zeitalter der Digitalisierung eher als Puzzle zu sehen ist, welches nicht abgeschlossen werden kann, wenn einzelne Puzzleteilchen fehlen. Zur Abrundung der Ausarbeitung wird das obligatorische Fazit gezogen und ein Ausblick oder gar eine Empfehlung gewagt wie ein Unternehmen den bereits mehrfach erwähnten Arbeitsweltwandel durch die vierte industrielle Revolution erfolgreich meistern kann.

2. Theoretische Grundlagen

Nachfolgend werden die Begriffe „Industrie 4.0“, „Arbeit 4.0“ und „Arbeitswelt“ erläutert. Da diese Schlagwörter oftmals im Zusammenhang genannt werden, sollen die separierten Ausführungen dazu dienen die klar erkennbaren Gemeinsamkeiten ein wenig beiseite zu rücken und eher die Unterschiede aufzeigen sowie deren Alleinstellungsmerkmale.

2.1 Industrie 4.0

Der zurzeit mitunter an der häufigsten Erwähnung findende Begriff in der Wirtschaftswelt ist wohl Industrie 4.0. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es hierüber etliche Literatur zu bestaunen gibt, sei es Wirtschaftsartikel oder wissenschaftliche Ausarbeitungen. Eine Ursache weshalb Industrie 4.0 und die darin enthaltene Digitalisierung einen solch hohen Stellenwert für Unternehmen einnimmt, liegt daran, dass eben aufgrund der daraus entstehenden technischen Möglichkeiten erst überhaupt die Forderungen der Kunden an neuartige Produktionskonzepte und -verfahren bewerkstelligt werden können. Die individuellen Kundenwünsche zeigen einen derart außergewöhnlichen Grad an Flexibilität in Bezug auf Material und Technologie, sodass für die Erfüllung der Wünsche ein hohes Maß an Autonomie der Fertigungsanlagen nötig ist (vgl. Wischmann, Hartmann 2018: S.124). Jedoch soll in dieser hier vorliegenden Arbeit nicht die vierte industrielle Revolution im produktionstechnischen Sinne erläutert werden, sondern die Auswirkungen auf die Arbeitswelt der Menschen. Sprich wie ändern sich die Anfordergen für die Unternehmen und die Rahmenbedingungen für Führungskräfte und Mitarbeiter. Dies wird alles im Laufe dieser Arbeit durchleuchtet. Dennoch bedarf es eine Erläuterung des Begriffes Industrie 4.0 da die daraus entstehenden Handlungsfelder weitreichende Auswirkungen für die Gesellschaft, Bildung und Wirtschaft mit sich bringen (vgl. Deckert 2019: S.1), welche den Anstoß geben für das Thema Arbeit 4.0 (vgl. Deckert 2019: S.21).

Die vierte industrielle Revolution steht für die intelligente Vernetzung von Produktentwicklung, Produktion, Logistik und Kunden. Bei Industrie 4.0 kann von der Verheiratung von Produktionstechnologien, IT und Internet gesprochen werden (vgl. Schircks, Drenth, Schneider 2017: S.10).

Diese Art der Vernetzung schafft Chancen und zeitgleich Herausforderungen, welche unter Berücksichtigung der Arbeitsrahmenbedingungen wie z.B. Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz von großer Bedeutung sind und daher angegangen werden müssen (vgl. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. 2017)

Ein Vorläufer der Industrie 4.0 Debatte war die intensive Auseinandersetzung in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft mit dem weltweiten Megatrend der intelligenten Verknüpfung von Internetanwendungen und realen Objekten. Hierfür wurden oftmals die Begriffe „Internet der Dinge“ oder „cyber-physische-Systeme“ verwendet um die zunehmende Integration physischer und digitaler Prozesse in Arbeits-, Produktions-, und Lebenswelten zu beschreiben (vgl. Wetzel 2016: S21). Industrie 4.0 steht nun für eine technologieinduzierte und zentrierte Vision zukünftiger Automatisierung und Virtualisierung industrieller Produktionssysteme. Eine feste Definition gibt es für den Begriff Industrie 4.0 nicht , jedoch greifen viele Publikationen auf eine „Arbeitsdefinition“ von Industrie 4.0 zurück , die von der „Plattform Industrie 4.0“ entwickelt wurde einer Vereinigung mehrerer Akteure welche sich das Ziel gesetzt haben die Vision Industrie 4.0 bei der wirtschaftlichen Umsetzung zu unterstützen und zu fördern. Deren Definition lautet wie folgt: „Die vierte industrielle Revolution eine neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette über den Lebenszyklus von Produkten. Dieser Zyklus orientiert sich von der Idee, dem Auftrag über die Entwicklung und Fertigung, die Auslieferung eines Produktes an den Endkunden bis hin zum Recycling, einschließlich der damit verbundenen Dienstleistungen. Basis ist die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen in Echtzeit durch Vernetzung aller an der Wertschöpfungsbeteiligten Instanzen sowie die Fähigkeit, aus den Daten den zu jedem Zeitpunkt optimalen Wertschöpfungsfluss abzuleiten. Durch die Verbindung von Menschen, Objekten und Systemen entstehen dynamische, echtzeitoptimierte und selbst organisierende, unternehmensübergreifende Wertschöpfungsnetzwerke, die sich nach unterschiedlichen Kriterien wie beispielsweise Kosten, Verfügbarkeit und Ressourcenverbrauch optimieren lassen (Hirsch-Kreinsen, Ittermann, Niehaus 2015: S.35).

Eine weiterer Definitionsversuch ist auf „Gablers Wirtschaftslexikon“ zu finden. Hier wird der Begriff Industrie 4.0 als Marketingbegriff eingestuft und verweist etwas genauer auf die Mensch-Maschinen-Interaktion: „Industrie 4.0 steht für ein "Zukunftsprojekt" (so die Hightech-Strategie-Website) der deutschen Bundesregierung. Die sog. vierte industrielle

Revolution, auf welche die Nummer verweist, zeichnet sich durch Individualisierung (selbst in der Serienfertigung) bzw. Hybridisierung der Produkte (Kopplung von Produktion und Dienstleistung) und die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse aus. Wesentliche Bestandteile sind eingebettete Systeme sowie (teil-)autonome Maschinen, die sich ohne menschliche Steuerung in und durch Umgebungen bewegen und selbstständig Entscheidungen treffen, und Entwicklungen wie 3D-Drucker. Die Vernetzung der Technologien und mit Chips versehenen Gegenstände resultiert in hochkomplexen Strukturen und cyber-physischen Systemen (CPS) bzw. im Internet der Dinge (Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2019).

Auch wenn das Thema Industrie 4.0 ein riesiges und komplexes ist, sind vorig genannte Interpretationen beide auf Ihrer Art prägnant sowie verständlich zugleich und vereinen die unterschiedlich verwendeten Begrifflichkeiten welche im Zusammenhang mit Themen der vierten Industrialisierungsstufe auftauchen, sodass auch diejenigen abgeholt werden, die bisher keine Berührungspunkte mit dieser Thematik hatten. Denn für das Gesamtverständnis von Arbeit 4.0 sollten diese Hintergründe klar sein, da sich daraus die Aufgaben, welche bei der Umsetzung von Arbeit 4.0 auftreten, ableiten.

2.1.1 Interaktion zwischen Mensch und Maschine

Oftmals wird durch die rasant voranschreitende Digitalisierung und Automation von technischen Einrichtungen die Aussage getätigt, dass dieser Fortschritt dazu führt, dass Menschen durch Roboter ersetzt werden. Diese Behauptung ist natürlich zum Teil wahr jedoch im Zusammenhang mit Industrie und Arbeit 4.0 wird der Fokus nicht auf ein entweder oder gelegt, sondern auf ein Miteinander und das Abwägen ob die Maschine oder der Mensch für eine gewisse Arbeit geeigneter ist um danach zu entscheiden wieviel Input es sowohl von der automatisierten Technik bedarf um den Mensch zu unterstützen als auch zu erkennen wieviel menschlicher Geist notwendig ist um eine Maschine zu steuern oder zu kontrollieren (vgl. Botthof, Hartmann 2015: S.90). Als These könnte hier genannt werden: vom Ausführen zum Überwachen, was so viel bedeutet wie das die Rolle des Menschen sich wegentwickelt vom Erbringer der eigentlichen Arbeitsleistung, hin zum Überwacher der Maschinen. Dadurch können Routinevorgänge aber auch körperliche belastenden Tätigkeiten auf die Maschinen abgewälzt werden (vgl. Quadriga Media Berlin GmbH, Wellnitz 2015). Eine beispielhafte Mensch-Roboter-Kooperation ist diese in welcher der Mensch im Mittelpunkt steht und immer die Kontrolle über ein System hat. Dadurch können Arbeitsprozesse bei Fehlern im System unmittelbar und jederzeit korrigiert werden. Sprich der Roboter übt Arbeitsschritte autonom aus, jedoch kann die menschliche Komponente jederzeit eingreifen. Der Roboter ist somit der verlängerte Arm um größtenteils physische Belastungen und Anstrengungen dem Menschen abzunehmen (vgl. Botthof, Hartmann 2015: S.159). Dies lässt eine gewisses Bild von Kollegialität, Kooperation aber auch Führung zwischen Mensch und Maschine aufkommen (vgl. Quadriga Media Berlin GmbH, Wellnitz 2015).

Um eine Mensch-Maschinen-Interaktion darzustellen, bedarf es jedoch nicht solch ein hochtechnologisches Beispiel. Bereits in früheren Epochen der Menschheit behalf man sich durch technische Einrichtungen welche ein Zusammenspiel zwischen Menschen und Maschinen demonstrierten. Ein Beispiel, dass bis zur Frühantike zurück geht ist hier das Prinzip von Flaschenzügen. Diese banalen Unterstützungen haben sich im Laufe der zeit aufgrund technologischer Entwicklungen stetig verändert. Sodass man sagen kann, dass Industrie 4.0 sogenannte cyber-physische Systeme entwickelt (vgl. Mertens, Barbian, Baier 2017: S.46), welche das Zusammenspiel zwischen Menschen und Maschinen auf ein neues Level bringt, welches wiederum dafür sorgt, dass die industrielle Produktion neue Dimensionen von Qualität als auch Quantität erreichen kann. Maßgeblichen Anteil hieran sind die Entwicklungen in den Bereichen der Sensorik wodurch verbesserte Technologien bezüglich Sprach-, Bild- als auch Emotionserkennung, dafür sorgen, dass die Erfassung von Blickbewegungen, Gesten oder gar das Verhalten der Anwender derart registriert werden können dass eine komplette digitale Vernetzung aller Menschen, Werkstücke und Werkzeuge im Produktionsprozess und darüber hinaus in Controlling-basierten Unternehmenseinrichtungen verarbeitet und ausgewertet werden können. Dies alles sorgt auch dafür, dass die räumliche Trennung von Mitarbeitern und Robotern mehr und mehr verschwindet. Denn die früher unberechenbaren Maschinen waren ohne jegliche Sensorik eine Gefahr für diejenigen die zu nah am Geschehen mitwirken mussten. Heutzutage kann die Arbeit „Hand in Hand“ stattfinden. Nach diesen Erläuterungen besteht der Eindruck, dass eine Mensch-Maschinen-Interaktion lediglich innerhalb des Produktionssektors Bedeutung findet.

Jedoch führen genau die zuvor erwähnten Entwicklungen in der Sprach- und Bilderkennung zu Fortschritten in vielen Dienstleistungsbereichen indem durch vorprogrammierte Algorithmen auf Wörter und Sätze autonome Antworten entwickelt werden zur Bearbeitung von zum Teil standardisierter Suchanfragen z.B. im Internet (vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2017 S.19f).

Allgemein gesehen gibt es bei der Überlegung, welche Mensch-Maschinen-Interaktionen denn möglich sind, oftmals zwei Ansätze. Auf der einen Seite steht eine technikzentrierte Ansicht, bei welcher die Lösungsansätze daraufhin zielen, dass eine weitgehende Automatisierung stattfindet, wodurch die menschliche Arbeit ersetzt wird. Demgegenüber steht die humanzentrierte Ansicht, welche wie aus den vorigen Erläuterungen vorweggenommen die aktuell präferierte Marschrichtung im digitalen Wandel darstellt. Hierbei soll es keine überwiegenden Ablösungen von Menschen durch Maschinen geben, sondern die digitale Technik wird derart eingesetzt, dass die lebendige Arbeit unterstützt wird und dadurch die Entfaltung des maximal möglichen Arbeitsvermögens erreicht werden kann. Dies hat sich bisher in der Regel als effizienteste und sozialste Vorgehensweise erwiesen (vgl. Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH 2018 S.23f).

Kurz gesagt wird es zukünftig zwischen Menschen und Maschinen immer mehr Schnittstellen geben welche individuell betrachtet werden müssen um eine reibungslose Interaktion zu gewährleisten. Daher sollte dieses Thema ständig im Fokus stehen sobald es um Neuimplementierungen in bewährte Prozesse geht (vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2017 S.19f)

2.1.2 Schlagwort Digitalisierung

Das Schlagwort Digitalisierung ist ein weiterer Begriff welcher immer fällt, wenn die Rede über Industrie 4.0 ist. Auch hier gibt es etliche Beschreibungen, Erläuterungen und Definitionen. Jedoch ist keine perfekt, da die Digitalisierung zu weitgefächert ist um sagen zu können worauf sich Digitalisierung im Detail bezieht. Daher muss das Schlagwort Digitalisierung immer im Zusammenhang betrachtet werden in welchem Bereich aktuell diskutiert wird.

Allgemein steht die Digitalisierung hauptsächlich für Automatisierung, Robotisierung, Virtualisierung und vor allem Vernetzung (vgl. Ternés, Wilke 2018: S.3). In allen Wirtschaftszweigen nimmt die digitale Datenaufnahme sowie -verarbeitung von Arbeits- und Geschäftsprozessen zu und baut nicht nur komplett auf neue Innovationen, sondern baut ebenso auf bereits bestehende Technologien auf (vgl. Institution für Innovation und Technik 2016 S.8f). Genau deshalb steht die Digitalisierung derzeit als einer der wichtigsten Treiber der industriellen Wirtschaft im Mittelpunkt und steht für eine informationstechnologische getriebene Veränderung von Wirtschaft und Arbeit (vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2017 S.19f). Wie bereits bei dem Begriff

„Industrie 4.0“ hat Gablers Wirtschaftslexikon auch zum Schlagwort Digitalisierung eine recht treffende Definition parat, welche den überwiegend allgemein gebräuchlichen Zusammenhang des Wortes in der Gesellschaft widerspiegelt: Der Begriff der Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen. Im informatischen, naturwissenschaftlichen und technischen Sinn ist die Bedeutung maßgeblich auf das Wort „digital“ bezogen. Es geht hierbei um die digitale Umwandlung von analogen Signalen in digitale Werte zur Darstellung bzw. Durchführung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen erfolgen (vgl. Mertens, Barbian, Baier 2017: S.35). Als Bezeichnung im weitreichenderen Sinn ist hingegen sicherlich die digitale Revolution gemeint, welche auch als dritte Revolution bekannt ist, bzw. die digitale Wende. Im letzteren Kontext, der im vorliegenden Beitrag behandelt wird, werden nicht zuletzt "Informationszeitalter" und "Computerisierung" genannt. Während im 20. Jahrhundert die Informationstechnologie (IT) vor allem der Automatisierung und Optimierung diente, Privathaushalt und Arbeitsplatz modernisiert, Computernetze geschaffen und Softwareprodukte wie Office-Programme und Enterprise-Resource- Planning-Systeme eingeführt wurden, stehen seit Anfang des 21. Jahrhunderts disruptive Technologien und innovative Geschäftsmodelle sowie Autonomisierung, Flexibilisierung und Individualisierung in der Digitalisierung im Vordergrund. Diese hat eine neue Richtung genommen und mündet in die vierte industrielle Revolution, die wiederum mit dem Begriff der Industrie 4.0 (auch "Enterprise 4.0") verbunden wird (Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2019).

Damit die zuvor genannten Digitalisierungen in der Arbeitswelt auch eine Art von Wirksamkeit erfahren, bedarf es hierzu eine Form der Betriebsorganisation welche Innovationsprozesse fördert und das bereits vorhandene Know-How mit den digitalen Helfern vereint (vgl. Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH 2018 S.23f). Dieser letzte Satz zur Erläuterung der Digitalisierung soll zu verstehen geben, dass die Digitalisierung zwar mit großen Schritten auf die Wirtschaftswelt zukommt oder sogar bereits voll angekommen ist, jedoch bedarf es auch die Akzeptanz der Belegschaft, die Fortschritte welche durch neue digitale Möglichkeiten entstehen auch zu nutzen. Die Digitalisierung führt zu einem Wandel für alle Beschäftigte die in einer Industrie angehauchten Branche tätig sind. Dies führt zu einem Wandel der Bereitschaft, des Lernens und der Arbeit an sich. Gerade auf den Punkt des Lernens wird sich der digitale Wandel besonders auswirken, denn die schnellen Fortschritte sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern bedürfen regelrechte Aus- und Weiterbildungen (vgl. Hirsch-Kreinsen, Ittermann, Niehaus 2015: S.126). Welche Herausforderungen hierdurch entstehen wird in Kapitel 3.2.2 erörtert.

Oftmals wird Digitalisierung mit dem Ausdruck der digitalen Transformation gleichgesetzt. Wobei bei der digitalen Transformation ganz allgemein der gesellschaftliche Veränderungsprozess welcher durch die Weiterentwicklung im Bereich der Informationstechnologie hervorgerufen wird. Die Digitalisierung definiert jedoch mehr die Art und Weise wie diese digitale Transformation geschieht. Diese Interpretation ist wie bereits erwähnt zum Teil unterschiedlich, jedoch lassen sich zumeist zwei Interpretationen wiedererkennen. Und zwar eine Digitalisierung rein technischer Form in der analoge Informationen in digitale Informationen umgewandelt werden was dafür sorgt, dass die Informationen nicht an ein Medium gebunden sind, sondern auf unterschiedlichen Endgeräten verwendet werden können. Die zweite Form der Digitalisierung bezieht sich darauf, dass Aufgaben welche von Menschen ausgeführt wurden auf Computer übertragen werden was eine spezielle Form der Automatisierung darstellt. Beispielhaft sind hierfür Systeme welche das Nutzerverhalten auf Webseiten analysieren und daraufhin Nutzern, gezielte, automatisierte Hilfestellungen anbietet (vgl. Gerdenitsch, Korunka 2019: S.25).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Veranschaulichung zur Interpretation des Begriffes Digitalisierung (Gerdenitsch, Korunka 2019: S.25)

Nachdem nun das Schlagwort Digitalisierung erläutert, dessen Hintergründe und mögliche Auswirkungen angesprochen wurden, folgt zur Veranschaulichung welche Herausforderungen auf die Unternehmen zukommen, eine Umfrage in welcher die Führungskräfte von Unternehmen befragt wurden, worin diese die Herausforderungen bei der Digitalisierung von Entwicklungsprozessen sehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: welche Herausforderungen bestehen in Ihrem Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung von Entwicklungsprozessen? (Statista GmbH 2017)

Alleine die Anzahl der unterschiedlichen Punkte zeigt auf, dass die Digitalisierung eine große Herausforderung für Unternehmen und deren Personal darstellt. Die gegeben Aussagen bezüglich unzureichend definierter interner Prozesse / langwieriger Entscheidungsprozesse, unzureichendes Budget für die Umsetzung, fehlende Akzeptanz der Belegschaft, unklarer wirtschaftlicher Nutzen oder zu starre Organisationsstrukturen sind alles Aspekte welche im Laufe dieser Arbeit in den zugehörigen 4.0 Bereichen beleuchtet werden.

2.1.3 Die vier industriellen Revolutionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: die vier Stufen der Industrialisierung (FIZ Karlsruhe – Leibniz -Institut für Informationsinfrastruktur GmbH 2018)

Wie anhand des Titels und der oben zu sehenden Abbildung, gibt es historisch gesehen bereits 4 Stufen der Industrialisierung. Die Stufen 1 und 2 sind für die hier ausgearbeitete wissenschaftliche Arbeit zwar nicht sonderlich wichtig, jedoch kann man das Wissen darüber unter die Rubrik Allgemeinbildung zählen. Die dritte Stufe wiederum ist im Prinzip die Basis dafür, dass die technologische Entwicklung ihren Lauf genommen hat und dadurch Möglichkeiten entstanden sind welche erst überhaupt dazu führten, eine vierte und zugleich die aktuelle Industrialisierungsstufe zu erreichen. Dennoch soll dieses Kapitel lediglich eine historische Entwicklung aufzeigen welche Meilensteine es in der Industrie gab, welche dazu führten, dass wir heute bei der vierten Stufe nämlich Industrie 4.0 angekommen sind.

Als erste industrielle Revolution gilt die Dampfmaschine, welche es den Fabriken um Ende des 18. Jahrhunderts ermöglichte Produktionsanlagen durch dampfbetriebene Maschinen Waren schneller zu fertigen als dies zuvor per Handarbeit erfolgte. Die zweite Industrialisierungsstufe ging einher durch die Erfindung und Anwendung der elektrischen Energie Anfang des 20. Jahrhunderts. Hierbei findet zumeist der Automobilhersteller Henry Ford Erwähnung, da dieser durch die Fließbandproduktion die Massenproduktion durch Teilung der Arbeitsschritte revolutionierte.

Die dritte Stufe wurde in den 1970er Jahren erreicht. Rationalisierung und Automatisierung durch Elektronik und Informationstechnologien sind hier die Schlagwörter. Dies hatte zur Folge, dass viele Arbeitsschritte welche zuvor Handarbeit waren durch EDV-gesteuerte / programmierte Maschinen und Industrieroboter ersetzt wurden. Hierbei ist auch die zu Beginn erwähnte Nähe zur vierten Industrialisierungsstufe zu erkennen (vgl. FIZ Karlsruhe 2018).

Die Erläuterung zur Stufe 4 der oben zu sehenden Abbildung war aufgrund des Hintergrundes dieser Arbeit unter Kapitel 2.1 bereits zu lesen und kann bei Bedarf auch gerne nochmal zum jetzigen Zeitpunkt gelesen werden.

2.2 Arbeit 4.0

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: die Entwicklungsstufen der Arbeit, parallel zur industriellen Entwicklung (Login Consultants Germany GmbH 2019)

Parallel zum technischen Fortschritt verändert sich auch die Art und Weise der auszuführenden Arbeit. Um diese parallele besser darzustellen ist daher auch in diesem Kapitel wobei es um die Erläuterung des Begriffes Arbeit 4.0 geht eine ähnliche Abbildung wie zuvor im Kapitel 2.1.3. Somit lässt sich auch hier aufzeigen welche Auswirkungen die Industrialisierungsstufen auf die Arbeitsbedingungen und -umstände hatten. Die Notwendigkeit von Arbeit 4.0 liegt darin, die Ausgestaltung zukünftiger Veränderungen von Arbeit durch die verstärkte Umsetzung technologiegestützter Arbeitsprozesse in Unternehmen dahingehend zu betrachten, dass auch in einer Arbeitswelt in der Automatisierungen durch Digitalisierungen, welche die individuellen Arbeitsweisen stark beeinflussen, die Arbeit zwischen Mensch und Maschine gestaltbar bleibt (vgl. Wischmann, Hartmann 2018: S.149). Eine Entwicklung im technischen Bereich hatte nämlich schon immer umgehend Auswirkung auf die Arbeitsverhältnisse und Arbeitsformen. Bevor es zur Aufschlüsselung kommt was denn Arbeit 4.0 bedeutet, folgt zunächst eine historische Entwicklung:

- Arbeit 1.0: die erste Industrialisierungsstufe aufgrund der Erfindung der Dampfmaschine machte aus den Bauern Industriearbeiter, welche nun nicht mehr jeder für sich agierte, sondern vergleichbare Umstände der einzelnen Bauern erkennbar waren. Dies führte dazu, dass sich mit Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert recht zeitnah auch die ersten Arbeitsorganisationen und Arbeitnehmerbewegungen ins Leben gerufen wurden.
- Arbeit 2.0: Die Einführung der Massenproduktion wandelte erstmals eine Arbeit um von einer Gesamtaufgabe zu einer Aufgabe mit einzelnen Teilschritten. Diesen Teilschritte wurden „spezialisierten“ Mitarbeitern zugeordnet, welche jeweils ihre Stärken ausspielen konnten. Zusätzlich wurde das Potential erkannt, dass es Teilaufgaben gibt welche keine Menschenhand bedarf und somit automatisch ablaufen können.
- Arbeit 3.0: Durch den gesellschaftlichen Wandel und der Einführung der sozialen Marktwirtschaft wurden Gesetze und Regeln zum Wohle der Arbeitnehmer geschaffen. Der Arbeitsschutz sowie die Besserung der Arbeitsbedingungen standen hier im Fokus. Die Massentauglichkeit von Computern und EDV-Systemen ließ zudem neue Berufe entstehen sowie ein erster Schritt in die Richtung, dass programmierbare Systeme, gedankliche Aufgaben von Menschen übernehmen können (vgl. Lindner 2017).

Nach diesen drei vorangegangen Stufen steht nun die vierte Stufe an: Arbeit 4.0. Der Begriff Arbeit 4.0 ist untrennbar mit der Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelten verbunden. Im Kern geht es darum, dass sich die Arbeitsabläufe und -strukturen in allen Branchen mehr und mehr den Veränderungen anpassen müssen, die das digitale Leben bestimmen (vgl. TÜV Nord AG 2019). Arbeit 4.0 berücksichtigt das komplette System Arbeit und versucht die primär im industriellen Bereich zu beobachtenden Trends und Innovationen darin zu implementieren (vgl. Rump, Eilers 2017: S4). Dies führt zu bislang ungeklärten arbeitsrechtlichen Fragen für Arbeitgeber, Führungskräfte und Mitarbeiter. Denn letztendlich befasst sich Arbeit 4.0 mit der Zukunft der Arbeit im digitalen Zeitalter. Themen mit denen sich Arbeit 4.0 befasst sind zum einen die Herausforderungen, die eine fortschreitende Technisierung im Arbeitsmarkt und den generellen Strukturen von Unternehmen bewirken, aber auch das Erkennen von Chancen (vgl. Lindner 2017). Fakten die diese Chancen widerspiegeln, prägen somit die Leitkultur von Arbeit 4.0 und lassen sich Stichpunktartig nennen wie z.B.: technologischer Fortschritt hat Auswirkungen auf die Beschäftigung, Arbeitsgestaltung wird flexibler, soziale Kompetenzen wie z.B. virtuelle Kommunikation werden wichtiger, Digitalisierung ermöglicht ein längeres Arbeitsleben von Beschäftigten, technische Helfer machen Arbeiten sicherer, besser Bildung durch zielgerichtete Aus- und Weiterbildungen wird immer wichtiger (vgl. INSM Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH 2016). Solche Anreize führen dazu, dass der Wandel in eine neue Arbeitswelt als Chance und nicht als Last gesehen wird.

[...]


1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung aller personalisierten Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für jedes Geschlecht.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten

Details

Titel
Arbeit 4.0. Der Wandel in der Arbeitswelt durch Industrie 4.0 und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Note
2,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
56
Katalognummer
V491337
ISBN (eBook)
9783668972919
ISBN (Buch)
9783668972926
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeit, wandel, arbeitswelt, industrie, chancen, herausforderungen
Arbeit zitieren
Jens Schwäger (Autor), 2019, Arbeit 4.0. Der Wandel in der Arbeitswelt durch Industrie 4.0 und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491337

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