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Wystan Hugh Auden und die Kommunistische Internationale

Titel: Wystan Hugh Auden und die Kommunistische Internationale

Essay , 2019 , 4 Seiten

Autor:in: Mag.phil. (PLUS), MRes (Liverpool), DipLib (CNAA) Wolfgang Nedobity (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Moderne Literatur
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Der 1907 geborene Wystan Hugh Auden war nicht nur einer der prominentesten englischen Dichter sondern war auch ein Schriftsteller, der sich mit den politischen Umbrüchen seiner Zeit, wie etwa dem spanischen Bürgerkrieg literarisch beschäftigte. Sein Leben war durch einen starken Hang zur Internationalität gekennzeichnet. 1929 hielt er sich zu einem längeren Studienaufenthalt in Deutschland auf. Zehn Jahre später verlegte er seinen Wohnsitz nach New York, wo er von 1942 bis 1945 am Swarthmore College in Pennsylvania lehrte. 1946 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Von 1948 bis 1972 verbrachte er die Winter in den USA, die Sommer in Europa und zwar teils in Oxford, wo er eine Professur inne hatte und teils in Niederösterreich.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Internationalität von Marx bis Lenin

3. Audens Position

4. Die Idee einer Homintern und deren weltweite Resonanz

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die ideologische und konzeptionelle Verbindung zwischen dem Modell der Kommunistischen Internationale (Komintern) und der von W.H. Auden geprägten Idee einer "Homintern". Sie analysiert, wie Auden politische Organisationsmodelle auf die Situation homosexueller Menschen übertrug und welche gesellschaftspolitischen Implikationen sowie Missverständnisse dieser Begriff im Spannungsfeld des 20. Jahrhunderts hervorrief.

  • Historische Entwicklung kommunistischer Internationalismus-Konzepte
  • Biografische Einflüsse auf das politische Denken von W.H. Auden
  • Die Entstehung und semantische Transformation des Begriffs "Homintern"
  • Rezeption des Begriffs im Kontext des Kalten Krieges und der Literaturkritik
  • Vergleich zwischen der utopischen Idee eines Männerbundes und realen gesellschaftlichen Strukturen

Auszug aus dem Buch

Die Idee einer Homintern und deren weltweite Resonanz

Auden war insbesondere gesellschaftspolitisch interessiert und benutzte das Modell der Komintern für die Konzeption einer Homosexuellen Internationale mit der Kurzform Homintern. Die Idee dieses Wortspiels entnahm er einem an ihn und Chester Kallman gerichteten Brief von Harold Norse aus dem Jahr 1939. Auden war dann der erste Autor, der diesen Begriff in einer Veröffentlichung publik machte. Er bezog ihn auf Oscar Wilde in seiner Besprechung der Biographie von George Woodcock. In diesem Aufsatz stellt er Wilde – gemäß seiner Definition von Playboy – als eine entfremdete Seele dar, die nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit und Akzeptanz strebt. So sieht er Wildes Dilemma in dem Umstand, dass dieser um seiner selbst willen von beiden Welten, der homo- wie der heterosexuellen, geliebt werden wollte.

Bereits während seiner Zeit in Berlin, wo er im Oktober 1928 eintraf, bekam Auden einen überwältigenden Eindruck von der Vielfalt sexueller Orientierungen und deren tatsächlichem Ausmaß in der Bevölkerung der Großstädte. In Berlin besuchte er neben einigen schwulen Lokalen auch das von Magnus Hirschfeld gegründete Institut für Sexualwissenschaft und seine Sammlungen, wo erstmals auch statistische Daten zum Thema Homosexualität öffentlich zugänglich gemacht wurden. Hirschfeld berechnete die homosexuelle Einwohnerschaft Berlins in einer Größenordnung zwischen 50-100 Tausend. Wenn man die Zahlen auf ganz Europa hochrechnete, so konnte man sich vorstellen, dass ein Bündnis dieser Menschen eine politisch und kulturell nicht unerhebliche Bewegung ergeben würde.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Überblick über W.H. Auden und hebt dessen lebenslange Prägung durch internationale Aufenthalte und politische Zeitereignisse hervor.

Internationalität von Marx bis Lenin: Hier wird die historische Genese der kommunistischen Internationalen von der IAA bis zur Komintern unter Lenin und Stalin nachgezeichnet.

Audens Position: Dieser Abschnitt beleuchtet Audens persönliche politische Orientierung, seine Übersetzung von Lenin-Hymnen und seine zwiespältige Nähe zur kommunistischen Ideologie.

Die Idee einer Homintern und deren weltweite Resonanz: Das Kapitel analysiert die Begriffsprägung der "Homintern", deren Missverständnisse durch die Öffentlichkeit sowie Audens kritische Distanz zu einer organisierten, ghettoisierten homosexuellen Bewegung.

Schlüsselwörter

W.H. Auden, Komintern, Homintern, Internationalismus, Homosexualität, Kommunismus, Männerbünde, Oscar Wilde, Magnus Hirschfeld, politische Ideologie, Kalter Krieg, Literaturkritik, ILGA, Sozialistische Internationale, Identitätspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische Übertragung des Komintern-Modells auf die Identität und Organisation homosexueller Menschen durch den Dichter W.H. Auden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Geschichte des internationalen Kommunismus, die Biografie Audens, die Entwicklung des Begriffs "Homintern" und die soziokulturelle Wahrnehmung von Homosexualität im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, wie der Begriff "Homintern" entstand, wie er von der zeitgenössischen Kritik missinterpretiert wurde und warum Auden letztlich von der Idee eines politisch-organisierten Männerbundes abrückte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-biografische Analyse sowie die Auswertung zeitgenössischer Quellen, Briefe und literaturkritischer Aufsätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Kommunistischen Internationale, Audens politische Ambivalenz und die Rezeption des Begriffs "Homintern" bis hin zur Gründung moderner Organisationen wie der ILGA.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Auden, Homintern, Komintern, politischer Internationalismus, Identitätspolitik und Männerbünde.

Wie interpretierte die Außenwelt den Begriff der "Homintern" in Zeiten des Kalten Krieges?

Der Begriff wurde von Kritikern unironisch als Bedrohungsszenario aufgefasst, wobei man Homosexualität fälschlicherweise als eine Art "fünfte Säule Moskaus" oder subversive Gefahr für die westliche Kultur sah.

Welche Rolle spielte Magnus Hirschfeld für die Konzeptualisierung durch Auden?

Die Begegnungen in Berlin und der Zugang zu Hirschfelds statistischen Daten über die Größe der homosexuellen Bevölkerung lieferten Auden empirische Anhaltspunkte für die Vorstellung einer potenziell schlagkräftigen politischen Bewegung.

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Details

Titel
Wystan Hugh Auden und die Kommunistische Internationale
Autor
Mag.phil. (PLUS), MRes (Liverpool), DipLib (CNAA) Wolfgang Nedobity (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
4
Katalognummer
V491400
ISBN (eBook)
9783668981553
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auden kommunismus queer studien homintern comintern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag.phil. (PLUS), MRes (Liverpool), DipLib (CNAA) Wolfgang Nedobity (Autor:in), 2019, Wystan Hugh Auden und die Kommunistische Internationale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491400
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Leseprobe aus  4  Seiten
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