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Schamanismus als religiöse Praxis

Woran zeigt sich, dass es sich bei Schamanismus um eine Form religiöser Praxis handelt und nicht um eine Religion?

Title: Schamanismus als religiöse Praxis

Seminar Paper , 2018 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Aline Fuß (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Die Ethnologie hat sich die Untersuchung des Menschen, der Kultur und der Gesellschaft zur Aufgabe gemacht, wobei sie auch immer sich selbst und das Verhältnis zu den „anderen“ betrachtet . Hierbei war lange die Religion und der Vergleich der „primitiven“ und Ur-Formen in traditionellen Gesellschaften mit den Weltreligionen ein zentrales Thema. Heute hat sich die Herangehensweise der Feldforscher verändert, die nun verstärkt das Machtungleichgewicht und den eigenen Eurozentrismus reflektieren; der Forschungsgegenstand der Religion ist jedoch fortwährend relevant.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Religion

2.1. Definition Religion

2.2. Religiöse Praktiken

2.3. Glaube und Ritual

3. Schamanismus

3.1. Definition Schamanismus

3.2. Allgemeine Charakteristika

3.3. Regionale Gemeinsamkeiten und Unterschiede

3.3.1. Schamanismus in Südkorea

3.3.2. Vergleich traditioneller und neo-schamanistischer Praktiken

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Schamanismus unter der zentralen Forschungsfrage, woran sich zeigen lässt, dass Schamanismus eine Form religiöser Praxis darstellt und nicht als Religion im klassischen Sinne klassifiziert werden sollte.

  • Kritische Analyse des westlich geprägten Religionsbegriffs
  • Untersuchung der Bedeutung von Ritualen, Ekstase und Geisterkommunikation
  • Kontrastierung von traditionellem Schamanismus und Neo-Schamanismus
  • Fallbeispiel des südkoreanischen Schamanismus
  • Reflektion über die institutionelle Autonomie des Schamanismus

Auszug aus dem Buch

3.1. Definition Schamanismus

Der Begriff „Schamanismus“ stammt aus dem ostsibirischen Sprachstamm und definiert den sogenannten šaman als „einen religiösen Spezialisten oder eine Spezialistin […], der/ die in der Lage ist, in einem bewusst herbeigeführten Ekstasezustand mit Geistern zu kommunizieren und diese in bestimmte Richtungen zu beeinflussen“29. Obwohl Schamanismus als ein aus Sibirien stammendes religiöses Phänomen gilt, ist die Schlüsselrolle und Funktion des Schamanen als vermittelnder Mediator zwischen der profanen, menschlichen Welt und der sakralen Welt der Geister weltweit vertreten. Der Begriff Schamanismus wird zur Beschreibung vieler unterschiedlicher Phänomene genutzt, wobei jedoch immer ein Schamane oder eine Schamanin als religiöse*r Spezialist*in in unterschiedlichen kulturellen und religiösen Kontexten und auch in Koexistenz mit Weltreligionen praktiziert.30 Somit ist nach Mircea Eliade Schamanismus nicht als Religion sondern als eine Technik zu verstehen, die aber in ihrer Praxis eindeutig religiöse Charakterzüge beinhaltet.

Zentraler Aspekt des Schamanismus ist dabei auch der Aspekt der Ekstase in Form einer Seelenreise, die der Schamane oder die Schamanin antritt. Diskutiert wird hierbei, ob die Inkorporation von Geistern im Körper des Schamanen die Seelenreise unterstützen oder im Gegenteil nicht dem Schamanismus zugehörig sind, wie von Eliade vertreten.31 Durch seine Vermittlerfunktion kommen dem Schamanen in seiner Gemeinschaft Verpflichtungen zu, wie das Heilen besonders psychischer Leiden, dem Wiedereinfangen einer verlorenen Seele, sowie dem Erhalt der Nahrungsquellen und der Fruchtbarkeit.32

Grundsätzlich lässt sich keine feste Definition für „den“ Schamanismus treffen, da er sich viel mehr als cross-kulturelle Form religiöser Praxis betrachten lässt, die sich in der Konstellation der Definitionsmerkmale von Kontext zu Kontext unterscheidet.33 Die wichtigsten allgemeinen Charakteristika werden im Folgenden vorgestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die ethnologische Perspektive auf Religion ein und formuliert die Ausgangsfrage bezüglich des Charakters des Schamanismus als Praxis statt als Religion.

2. Religion: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeiten bei der Definition von Religion, die Problematik westlicher Kategorisierungen und die Rolle von Glauben sowie rituellen Handlungen.

3. Schamanismus: Das Kapitel definiert den Schamanen als Spezialisten, beleuchtet zentrale Merkmale wie Ekstase und Seelenreisen und differenziert zwischen regionalen Formen sowie dem modernen Neo-Schamanismus.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Schamanismus aufgrund seiner dezentralen Struktur und technischen Natur eher als religiöse Praxis denn als Religion zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Schamanismus, Religion, Religiöse Praxis, Ekstase, Seelenreise, Ritual, Ethnologie, Südkorea, Neo-Schamanismus, Geistesmächte, Vermittlerfunktion, Traditionelle Gesellschaften, Identitätsstiftung, Weltanschauung, Kult.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Schamanismus und hinterfragt, warum dieser eher als eine Form der religiösen Praxis und nicht als eigenständige Religion verstanden werden sollte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung des Religionsbegriffs, die Funktion von Ritualen im religiösen Kontext sowie eine vergleichende Analyse schamanistischer Traditionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, anhand einer religionsethnologischen Analyse aufzuzeigen, dass Schamanismus keine normativ abgrenzbare Religion ist, sondern eine technikbasierte Praxis in verschiedenen kulturellen Kontexten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten, phänomenologischen und religionsethnologischen Analyse, die unterschiedliche Definitionen und Fallbeispiele gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Religions- und Ritualbegriffs, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Schamanismus, seiner regionalen Ausprägungen und einer Abgrenzung zum Neo-Schamanismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schamanismus, religiöse Praxis, Ekstase, Seelenreise, kultureller Kontext und Religionsethnologie charakterisiert.

Wie unterscheidet sich der südkoreanische Schamanismus von anderen Formen?

Er zeichnet sich durch einen starken Besessenheitscharakter aus, bei dem weibliche Schamaninnen in einem historischen Kontext agieren, der durch Weltreligionen wie Buddhismus und Konfuzianismus geprägt ist.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen traditionellem Schamanismus und Neo-Schamanismus?

Der Neo-Schamanismus demokratisiert schamanistische Techniken und löst sie oft aus ihrem kulturellen Kontext heraus, während der traditionelle Schamanismus eng an die soziale Gemeinschaft und spezifische Berufungsmechanismen gebunden ist.

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Details

Title
Schamanismus als religiöse Praxis
Subtitle
Woran zeigt sich, dass es sich bei Schamanismus um eine Form religiöser Praxis handelt und nicht um eine Religion?
College
University of Koblenz-Landau
Grade
1,0
Author
Aline Fuß (Author)
Publication Year
2018
Pages
20
Catalog Number
V491410
ISBN (eBook)
9783668981669
ISBN (Book)
9783668981676
Language
German
Tags
schamanismus praxis woran form religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Aline Fuß (Author), 2018, Schamanismus als religiöse Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491410
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