Ausländische Direktinvestitionen chinesischer Unternehmen in Afrika

Ziele und mögliche Auswirkungen


Bachelorarbeit, 2011
124 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhatsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Okonomische Modelltheorien auslandischer Direktinvestitionen
2.1. Definition & Einleitung auslandischer Direktinvestitionen
2.2. Das OLI-PARADIGMA - Elektische Theorie der FDI
2.3. Neue Theorie nach Helpman und Krugman

3. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Afrika
3.1 Chinas Aussenhandelspolitik
3.2 Wirtschaftliche Bedeutung des China - Afrika Handels
3.2.1 Warenstruktur und Entwicklung der Exporte von China nach Afrika
3.2.2 Die Entwicklung chinesischer FDI in Afrika

4. Chinas Ziele der Direktinvestitionen in Afrika
4.1 Rohstoffsicherung
4.2 Agrarflachensicherung
4.3 Markterschliessung
4.4 Nachhaltige politische Zusammenarbeit

5. Mogliche Auswirkungen fur Afrika
5.1 Chancen fur Afrika
5.1.1 Wirtschaftswachstum
5.1.2 Spillover-Effekt
5.1.3 Entwicklung der Infrastruktur
5.1.4 SchaffungwettbewerbsfahigerAgrar- und Industriestrukturen
5.1.5 Arbeitsmarkt
5.1.6 Wohlfahrtseffekt
5.2 Risiken fur Afrika
5.2.1 Verschlechterung der Terms of Trade
5.2.2 Die Folgen steigender Rohstoffpreise
5.2.3 Polarisationstheorie nach Myrdal
5.2.4 Risiken durch und fur den wachsenden Agrarsektor Afrikas
5.2.5 Okologogische Risiken

6. Das Engagement chinesischer Unternehmen am Beispiel des afrikanischen Baumwoll- und textilsektors
6.1 Bedeutung des Baumwollsektors fur Afrika
6.2 Grunde fur das Engagement chinesischer Unternehmen
6.2.1 Der chinesische Dreieckshandel
6.2.2 Textilmarkterschliessung & Agrarflachensicherung
6.3. Chancen und Risiken fur Afrika
6.3.1 Wirtschaftswachstum
6.3.2 Spillover-Effekt
6.3.3 Arbeitsmarkt
6.3.4 Okologische Auswirkungen

7. Fazit

8. Appendix

9. Literaturverzeichnis

Vorwort:

Seit geraumer Zeit wird in der Politik uber das Engagement Chinas und chinesischer Unternehmen in Afrika diskutiert und debattiert. Die Tatsache, dass sich mittlerweile auch die deutsche Bundeskanzlerin mit dem Thema Afrika auseinandersetzt und versucht diplomatische Beziehungen mit Landern Afrikas aufzubauen1, zeugt davon dass es sich hierbei nicht nur um ein chine- sisches Phanomen handelt. Es stellt sich jedoch die Frage, ob China bei sei­ner Suche nach Ressourcen in die Rolle eines neuen Kolonialherrn schlupft und dabei die sozialen sowie okologischen Aspekte in Vergessenheit geraten oder ob China sich als Allheilbringer fur die Menschen in Afrika entpuppen wird? Diese Frage kann im Moment noch von Niemandem beantwortet wer- den und wird deshalb kritisch in den Wirtschaftsorganisationen und Regierun- gen begutachtet. Fakt ist, nirgendwo auf der Welt ist Chinas rasanter Aufstieg so sichtbar wie in Afrika. Mit Investitionen in Milliardenhohe und Stromen un- zahliger chinesischer Arbeiter, Einwanderer und Konsumguter zu wettbe- werbszerstorenden Preisen ist Chinas Prasenz auf dem Kontinent allgegen- wertig und setzt die westlichen Staaten immer mehr unter Handlungsdruck im Bezug auf ihre Afrikapolitik. Die chinesische Afrika-offensive konzentriert sich nicht wie bei den meisten Staaten allein auf Sudafrika und wenige Einzelne, sondern auf den gesamten Kontinent. Institutionen wie die Weltbank und der Internationale Wahrungsfonds verlieren in Afrika immer mehr an Bedeutung, weil ihre Standard-Empfehlung weiterer Liberalisierung und Investitionsklima- Verbesserung von China unterlaufen wird. Ziel meiner Arbeit ist es, einen stringenten und umfassenden Uberblick uber die Ziele und Auswirkungen chi­nesischer Direktinvestitionen in Afrika zu erstellen, speziell im Textil- und Baumwollsektor. Hierzu werden Eingehends theoretische Ansatze fur Foreign Direct Investment (FDI) betrachtet, die aktuelle wirtschaftliche sowie politische Situation zwischen China und Afrika wird erlautert, es wird auf die Hintergrun- de fur chinesische Investitionen eingegangen und abschlie&end werden die moglichen Chancen und Risiken fur die afrikanischen Landern, welche sich durch das Engagement chinesischer Unternehmen bieten, analysiert.

Dabei sind die Folgen der China-Afrika Aktivitaten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar und konnen deshalb in dieser Arbeit, lediglich als mogliche Bestandsaufnahme der aus der aktuellen Situation resultierenden Ereignisse gesehen werden.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vorteilskategorien nach Dunning

Abbildung 2: Afrika-China Handelsbilanz 2010

Abbildung 3: FDI von China in Afrika 2003-2008

Abbildung 4: Chinas Import von Rohstoffen nach Regionen, 2006

Abbildung 5: Wachstum des BIP in Afrika, 2000-2012 (Prozent)

Abbildung 6: Afrikas Hauptziele von Exporten, 2009

Abbildung 7: Afrikas Hauptexportguter, 2009 (in % aller Exporte)

Abbildung 8: Export- und Importpreise 2010, pro Container in US-Dollar

Abbildung 9: Elektizitatsunterbrechungen aus offentlichen Netzen nach Unternehmensgrosse, Prozent der Produktionszeit

Abbildung 10: Umsatzverlust aufgrund offentlichen Stromausfalls, Prozent vom Umsatz

Abbildung 11: Ausfalle der Telefonverbindungen, Prozent der Produktionszeit

Abbildung 12: Verteilung der Unternehmen mit Internetzugang

Abbildung 13: Terms of Trade nach Regionen (2000=100)

Abbildung 14: Anteil der Exporte naturlicher Ressourcen am BIP

Abbildung 15: Entwicklung des Baumwollkonsums 1980/81 - 2012/13

Abbildung 16: Weltbaumwollproduktion und internationaler Baumwollpreis 1985/86 - 2010/11

Abbildung 17: Der chinesische Dreieckshandel mit afrikanischer Baumwolle

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Uberblick chinesischer Investoren in Afrika

Tabelle 2: Warenhandel zwischen China und Afrika, 2001-2009 (Mrd. US-Dollar)

Tabelle 3: Anteil des Baumwollexports an den Deviseneinnahmen eines Landes

Tabelle 4: Im afrikanischen Baumwollsektor tatige Unternehmen nach Landern und Kapazitaten (2002)

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. EINLEITUNG

Chinas Engagement in Afrika besitzt eine lange Tradition. Bereits seit den 1955er Jahren hat China zu Landern aus Nordafrika und seit den 1960er Jahren auch zu unabhangigen Staaten der sudlichen Sahara diplomatische Beziehungen aufgebaut. Damals waren die Hauptgrunde fur das chinesische Engagement in Afrika vor allem die Anerkennung Chinas als Fuhrungskraft der dritten Welt und die Verbesserung seiner Position im ideologischen Konflikt mit der Sowjetunion.2 China war auf der Suche nach politischen Verbundeten gegen die westliche Welt und wurde in Afrika fundig. Durch die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika sicherte sich die chinesische Regierung Unterstutzung fur die eigenen politischen Ziele im internationalen Kontext. So besitzen die afrikanischen Lander einen bedeutenden Einfluss auf Abstimmungen in multilateralen Organisationen wie der UN (United Nations), denn der Kontinent stellt mit seinen 53 Staaten einen der wichtigsten Stimmenblocke dar. Erst in den spaten 1990er Jahren setzte die entscheidende Veranderung der traditionellen Agenda Chinas in Afrika ein. Chinas Hauptaugenmerk in Afrika gilt seitdem den wirtschaftlichen Interessen und weniger dem politischen Beistand afrikanischer Lander. China ist hungrig und pausenlos auf der Suche nach Ressourcen um das Wirtschaftswachstum des Landes weiterhin beizubehalten und seine wachsende Bevolkerung mit ausreichend Gutern versorgen zu konnen. Meist sind es staatseigene Konzerne, welche auf dem afrikanischen Kontinent tatig sind und von der chinesischen Regierung unterstutzt werden.3 Sie erhalten neben direkten Subventionen, vergunstigte Kredite fur ihr langfristig angelegtes Engagement im Rohstoff- und Energiesektor afrikanischer Lander. Die steigende Bedeutung Afrikas fur chinesische Energieunternehmen lasst sich vor allem im Handel mit dem kostbaren Gut Rohol erkennen. Im Jahr 2005 erreichten die Importe von afrikanischem Rohol einen Anteil von 25 Prozent (Mitte 2006; 32 Prozent) der gesamten chinesischen Roholeinfuhren. Des Weiteren sind chinesische Unternehmen mit der Sicherung agrarischer Rohstoffe wie Baumwolle, Holz, Tabak etc. fur den chinesischen Markt beschaftigt.4

Im Rahmen der Liberalisierung und Diversifizierung des chinesischen AuBenhandels wurden in den letzten Jahren auch Hunderte privater chinesischer Unternehmen in Afrika aktiv. Sie nutzen diese Lander als Absatzmarkte und Standorte fur die Produktion. Die privaten Unternehmen agieren zwar auf eigenes Risiko, doch werden auch ihre Aktivitaten durch Erleichterungen im Kapitalverkehr und Bereitstellung von Informationen uber die dortigen Markte staatlich gefordert. Durch die enge Verzahnung von Politik und Wirtschaft in China werden gezielte Absprachen zwischen Burokratie und Unternehmen und ein gemeinsames Vorgehen auf Auslandsmarkten moglich. Viele Okonomen und auch ich stellen sich bei dieser Thematik die Frage, ob Chinas Engagement in Afrika positiv oder negativ fur die afrikanischen Einwohner zu werten ist. Es kann nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass sich die Auswirkungen innerhalb eines Landes oder Sektors auf den gesamten Kontinent projizieren lassen. Da die verschiedenen Landessituationen und -strukturen in Afrika und die Komplexitat des Themas es schwierig machen eine ganzheitliche Aussage uber die Auswirkungen fur die afrikanischen Lander und Bevolkerungen zu treffen. So gibt es auch in Afrika Gewinner und Verlierer unter den Geschaftspartnern Chinas. In einigen Landern wird durch die Kooperation mit chinesischen Unternehmen und der chinesischen Regierung die Effizienz in den heimischen Unternehmen, hervorgerufen durch chinesische Technologien, Know-How oder durch chinesischen Wettbewerbsdruck, steigen. Einige Staaten und Industrien werden aufgrund der gestiegenen Nachfrage positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt verzeichnen. In diesen und anderen Landern, konnen die chinesischen Investitionen aber genauso zu negativen Effekten fuhren. So kann es negative Verzerrungen in den Wirtschafts- und Arbeitsmarktstrukturen der Lander geben, wie auch okologische und soziale Probleme durch die steigenden chinesischen FDI.

Da diese Thematik in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung bisher nur in gerin- gem Umfang untersucht wurde, mochte ich mit meiner Arbeit dem Leser ein besseres Verstandnis der aktuellen Situation in Afrika und den moglichen zukunftigen wirtschaft- lichen, sozialen und okologischen Ereignissen vermitteln. Deshalb betrachtet diese Arbeit die Materie sehr umfassend und beschrankt sich im allgemeinen Teil nicht nur auf ein Land, eine Region oder einen Wirtschaftszweig. Um die Aussagekraft der unter den allgemeinen Chancen und Risiken beschriebenen Ereignisse zu uberprufen, wer­den jedoch abschlie&end die Auswirkungen chinesischer FDI anhand der aktuellen Situation im Baumwoll- und Textilsektors Afrikas gepruft.

2. OKONOMISCHE MODELLTHEORIEN AUSLANDISCHER DIREKTINVESTITIONEN

2.1. DEFINITION & EINLEITUNG AUSLANDISCHER DIREKTINVESTITIONEN

Ein entscheidender Faktor zur immer enger werdenden Verflechtung der Weltwirtschaft und der Globalisierung waren im Laufe der vergangenen 20 Jahre die Direkt- investitionen transnationaler Unternehmen (TNU) in auslandischen Wirtschafts- zweigen. Mit der Definition von Foreign Direct Investment haben sich, neben dem IMF (International Monetary Fund) besonders die internationalen Organisationen UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) und OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) beschaftigt. Ihre Definitionen stimmen weitestgehend uberein und sollen zur Vereinheitlichung und Vergleichbarkeit der nationalen Statistiken beitragen.

FDI Definition der OECD:

“Foreign direct investment reflects the objective of establishing a lasting interest by a resident enterprise in one economy (direct investor) in an enterprise (direct investment enterprise) that is resident in an economy other than that of the direct investor. The lasting interest implies the existence of a long-term relationship between the direct investor and the direct investment enterprise and a significant degree of influence on the management of the enterprise. The direct or indirect ownership of 10% or more of the voting power of an enterprise resident in one economy by an investor resident in another economy is evidence of such a relationship. ’5

Eng verbunden mit FDI ist der

Begriff des Transnationalen Unternehmen (TNU):

Transnational corporations (TNCs) are incorporated or unincorporated enterprises comprising parent enterprises and their foreign affiliates. A parent enterprise is defined as an enterprise that controls assets of other entities in countries other than its home country, usually by owning a certain equity capital stake. An equity capital stake of 10 per cent or more of the ordinary shares or voting power for an incorporated enterprise, or its equivalent for an unincorporated enterprise, is normally considered as a threshold for the control of assets. A foreign affiliate is an incorporated or unincorporated enterprise in which an investor, who is resident in another economy, owns a stake that permits a lasting interest in the management of that enterprise (an equity stake of 10 per cent for an incorporated enterprise or its equivalent for an unincorporated enterprise).’6

FDI sind somit langerfristige Investitionen in Unternehmen in anderen Landern und sollen vor allem der Kontrolle uber die Unternehmung im Ausland dienen. Dabei muss der Investor mindestens zehn Prozent der Eigentumsrechte am auslandischen Unternehmen ubernehmen. Somit unterscheiden sich FDI und kurzfristig orientierte Portfolio-Investitionen im Bezug auf das Kontrollrecht, welches bei Portfolio- Investitionen nicht existiert.7 Bei Direktinvestitionen geht es im eigentlichen Sinn um die Schaffung multinationaler Organisationen und wird nicht als Alternative zur Kreditaufnahme gesehen. Das Ziel von FDI ist es die Kontrolle eines Unternehmens zu erweitern. Fur das Zustandekommen von MNU sind das Standortmotiv, welches erklart in welchen Landern die Aktivitaten stattfinden, und das Internalisierungsmotiv, das zur Integration der Aktivitaten in einem Unternehmen fuhrt, verantwortlich.8 Seit 1970 ist die Geldmenge, welche auf der gesamten Welt fur OFDI verwendet wurde, nominal von 14.151 Mio. US-Dollar auf 1.323.337 Mrd. US-Dollar in 2010 angestiegen, was dem uber 93-fachen entspricht.9 Demgegenuber hat sich das globale Bruttoinlandsprodukt in dieser Zeit lediglich um das 22-fache erhohte, von 2.784 Mrd. US-Dollar auf 63.044 Mrd. US-Dollar.10 Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache, die Geldmengen welche fur OFDI in unserer Weltwirtschaft verwendet werden sind keinesfalls nur mehr geringe Summen, sondern spielen mittlerweile eine wichtige Rolle im Zusammenspiel der globalen Wirtschaft. Prognosen zufolge werden diese Zahlen in Zukunft weiter ansteigen und auch fur Entwicklungslander immer wichtiger werden.

Die grenzuberschreitenden Direktinvestitionen werden ublicherweise in folgende Kategorien eingeteilt: zum Einen in die Unternehmensneugrundungen (Greenfield- Investments), zum Anderen in Beteiligungen an auslandischen Gesellschaften uber Mergers and Acquisitions (M&A) sowie in Joint Ventures, sogenannte Partnerschaften zwischen dem investierenden Unternehmen und einem auslandischen Unternehmen oder der Regierung des Gastlandes. Auch Kredite und andere Vergunstigungen, die die Kapitalkraft eines auslandischen Unternehmens starken, zahlen zu den FDI. Besonders fur den Markteintritt in Entwicklungslandern findet hierbei das Greenfield- Investment groBe Beliebtheit, jedoch steigt auch der Anteil an M&A in diesen Landern.11

Bei Greenfield-Investments sowie auch bei M&A kann desweiteren zwischen horizontalen und vertikalen FDI unterschieden werden. Horizontale FDI liegen vor, wenn die Tochtergesellschaft im Empfangerland das gleiche Gut wie die Mutter- gesellschaft im Investorenland produziert. Bei vertikaler Investition sind es die vor- oder nachgelagerten Produktionen in Form von Wertschopfungsketten, welche den Begriff pragen.12

Ein Hauptgrund fur Direktinvestitionen im Ausland ist die ErschlieBung neuer Markte beziehungsweise um den dortigen Markt statt durch Exporte durch Produktion vor Ort zu beliefern. Dadurch entstehen horizontal integrierte multinational Unternehmen, da die Produktion im Ausland auf derselben Produktionsstufe stattfindet wie die im Inland. Ein weiterer Grund fur die teilweise Verlegung der Produktion ins Ausland sind die kostengunstigeren Produktionsbedingungen von welchen die MNU profitieren wollen. Hierbei entstehen vertikal integrierte multinationale Unternehmen, die von Unterschieden in den Faktorausstattungen und daher von unterschiedlichen Faktorkosten zwischen Landern profitieren.

Determinanten fur horizontale Direktinvestitionen sind dabei nach Brainard (1993, 1997) die Entscheidung, ob der auslandische Markt uber Exporte oder direkt durch einen auslandischen Produktionsstandort im jeweiligen Land beliefert werden soll. Bei der Entscheidung fur den exportorientierten Vertrieb Fallen dem MNU variable Handelskosten (inklusive Transportkosten, Zolle etc.) an, im zweiten Fall sind die Fixkosten der auslandischen Produktionsstatte zu tragen. Horizontale FDI werden dabei umso wahrscheinlicher, je hoher die Transportkosten und Handelshemmnisse zwischen den beiden Landern sind und je geringer die fixen Produktionskosten sind. Ebenfalls sind fur die Wahl der Alternative auch die Skalenertrage entscheidend, welche durch die ErschlieBung neuer Markte und einem damit verbundenen Anstieg der gesamten Absatzmenge sowie bei gleichzeitig konstanten Headquarter-Services entstehen. Headquarter-Services sind zum Beispiel der Aufbau und die Pflege eines Markennamens, Forschungsaktivitaten oder im Unternehmen etablierte Geschafts- prozesse. Horizontale FDI sind somit wahrscheinlicher, wenn die Skalenertrage im Ausland groB sind oder falls die Fixkosten der Produktion niedrig sind. Vertikale Direktinvestitionen sind durch die Aufgliederung der Wertschopfungskette gekennzeichnet. Dabei werden einzelne Schritte der Wertschopfung vollstandig in Produktionsstatten im Ausland verlagert (Offshoring). Dadurch kann von den Unterschieden zwischen den Faktorpreisen in den verschiedenen Landern profitiert werden. Dies fuhrt dazu, dass vertikale FDI umso wahrscheinlicher sind, je starker sich die Faktorausstattungen der beiden Lander voneinander unterscheiden.13 Die Moglichkeit der vertikalen Integration basiert dabei auf unserem Fortschritt im Kommunikations- und Transportbereich, wodurch der Endverbrauchermarkt und der Produktionsort nicht mehr zwangslaufig dieselbe geographische Lage besitzen mussen.14 So werden zum Beispiel Krabben von der niederlandischen Firma Heiploeg in der Nordsee gefangen, in Marokko gepuhlt und in Deutschland verkauft.15

Theoretische Ansatze zur Erklarung der internationalen Mobilitat des Produktions- faktors Kapital in Form von FDI sind vielfaltig. Eine einheitliche Standardtheorie hat sich jedoch bisher nicht herausgebildet und ebenso fehlt den bisherigen Theorien oftmals die Mikrofundierung. Deshalb werden im Folgenden die zwei wichtigsten und in der Literatur meistgenannten Theorien zu Direktinvestitionen naher erlautert und bewertet. Fur eine Betrachtung weiterer Theorien zu dieser Thematik folgt eine Auflistung der wichtigsten Ansatze und ihrer Literaturnachweise.

Wirtschaftswissenschaftliche Literatur zu Direktinvestitionstheorien16

Klassische Ansatze:

- Internationale Kapitalbewegungen

Iversen, Carl - Aspects of the Theory of International Capital Movements, Kopenhagen: Levin and Munksgaard/London: Oxford University Press, 1935.

- Industrieokonomischen Ansatz

Hymer, Stephen H. - The International Operations of National Firms: a Study of Direct For­eign Investment, Dissertation, Cambridge, Mass.: The MIT Press, 1960/1979 Caves, Richard E. - Industrial Corporations: The Industrial Economics of Foreign In­vestment, in: Economica, Bd. 38, Nr. 149, 1971, S. 1-27.

- Produktlebenszyklustheorie

Vernon, Raymond - International Investment and International Trade in the Product Cycle, in: The Quarterly Journal of Economics, Bd. 80, Nr. 2, 1966, S. 190-207.

- Strategisches Oligopolistenverhalten bei Direktinvestitionen

Knickerbocker, Frederick T. - Oligopolistic Reaction and the Multinational Enterprise, Cam­bridge, Mass.: Harvard University Press, 1973

- Internalisierungsvorteilen durch Direktinvestitionen

Buckley, Peter J. und Mark Casson: The Future of the Multinational Enterprise, London: Macmillan, 1976

- Diversifizierungsmotiv als Erklarungsansatz

Rugman, Alan M. - International Diversification and the Multi-national Enterprise, Lexing­ton, Mass.: D. C. Heath, Lexington Books, 1979

-OLI-Paradigma- (eklektischer Ansatz)

Dunning, John H. - Toward an Eclectic Theory of International Production: Some Empirical Tests, in: Journal of International Business Studies, Bd. 11, Nr. 1, 1980, S. 9-31

Moderne Ansatze:

- Helpman, E. and Krugman, P. R. - Market Structure and Foreign Trade, Cambridge, 1985

- Weitere moderne Ansatze:

Conner, Kathleen R.: A Historical Comparison of Re-source-Based Theory and Five Schools of Thought Within Industrial Organization Economics: Do We Have a New Theory of the Firm?, in: Journal of Management, Bd. 17, Nr. 1, 1991, S. 121-154;

Prahalad, C. K. and Yves L. Doz: The Multinational Mission, New York: The Free Press, 1987;

Bartlett Christopher A. and Sumantra Ghoshal: Managing Across Borders - The Transnational Solution, Boston, MA: Harvard Business School Press, 1989

Zu beachten ist, dass die theoretischen Erklarungsansatze der klassischen Handels- theorien, aufgrund ihrer neoklassischen Art und den fest vorgegebenen Annahmen nur sehr einschrankende Begrundungen fur FDI liefern. Die modernen Ansatze sind dem- gegenuber realitatsorientierter, aber bieten auch nur teilweise logische Bestimmungs- grunde fur FDI. Es existiert bis dato keine homogene Theorie fur Direktinvestitionen zur Erklarung der Bestimmungsgrunde fur FDI, da die eingeschrankten Annahmen und die stark vereinfachten Kausalitaten einen realitatsnahen Ansatz erheblich erschweren.17

2.2. DAS OLI-PARADIGMA - ELEKTISCHE THEORIE DER FDI

Unter den klassischen Theorien zu Direktinvestitionen ist John Dunning, welcher 1977 mit seiner Theorie des eklektischen Paradigma die „Internalisierungstheorie“ von Coase18 (1937) weiterentwickelte, einer der bekanntesten Theoretiker zu diesem Thema. Sein Ansatz bietet einen umfassenden Erklarungsansatz zur Entstehung von FDI, wobei das Paradigma die bis dahin bedeutendsten partialanalytischen Theorieansatze kombiniert. Dunning konzentriert sich bei seiner Erklarung auf die drei wichtigsten Markteintrittsformen (Lizenzierung, Export und FDI) unter dem Hintergrund von Eigentums- beziehungsweise Wettbewerbsvorteilen, Internalisierungsvorteile und Standortvorteile.19 Der Dunnings Theorie vorangegangene Ansatz nach Coase besagt, dass viele Transaktionen ausschlieBlich innerhalb eines Unternehmens sinnvoll durchzufuhren sind, da diese uber den freien Markt nicht machbar oder zumindest kostenintensiver waren. Das elektische Paradigma nach Dunning erweitert die Internalisierungstheorie von Coase um drei Bedingungen (OLI-Paradigma), unter welchen es zu Direktinvestitionen kommt:

1. Eigentumsvorteile (Ownership advantages), stellen die langjahrige Existenz einer Unternehmung auf dem Markt gegenuber neuen Marktteilnehmer dar (GroBen- vorteile, Positionsvorteile, Spezialisierungsvorteile), sowie die Internationalitat einer Unternehmung (besserer Zugang zu Ressourcen, geographische Risiko- diversifikation). Ebenso existieren fur Dunning neben den zuvor genannten Eigentumsvorteilen einer Unternehmung, davon unabhangige Vorteile, wie zum Beispiel Produktinnovationen, Technologievorsprunge und Patente. Diese unternehmensspezifischen Vorteile sind Wettbewerbsvorteile, mit dessen Hilfe der Wettbewerbsnachteil auf auslandischen Markten beseitigt werden kann.
2. Standortvorteile (Locational advantages) sind Vorteile, die ein Standort gegenuber einem anderen Standort hat. Hierbei spielen politische Rahmenbedingungen (Subventionen), gutes Investitionsklima, Transport- und Kommunikationskosten oder Handelshemmnisse auf dem jeweiligen Markt eine groBe Rolle. Diese Faktoren konnen daruber entscheiden, ob eine Unternehmung ihre Produkte direkt im Ausland produziert und dadurch anfallende Kosten der Inlandsproduktion und des damit verbundenen Exports vermeidet.
3. Internalisierungvorteile (Internalizational advantages), machen die „Unternehmung" attraktiver als den „Markt". Das heiBt, dass Unternehmen beginnt eigene Aktivitaten im Ausland, um sich vor den hoheren Kosten einer Marktaktivitat zu schutzen. Ein Grund dafur kann in Marktunvollkommenheiten oder -versagen liegen, aus denen Kosten fur die Unternehmung resultierten (z.B. fehlende Preisdifferenzierung, problematische Rohstoffsicherung) welche hoher sind als eigene Aktivitaten im Ausland zu beginnen.20

ABBILDUNG 1: VORTEILSKATEGORIEN NACH DUNNING

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Dunning, 1981 in Ebenda, Grobelny, S. 6

Nach Dunning wird, wenn alle der obengenannten Vorteile auftreten die Unternehmung mit Hilfe von FDI im Ausland agieren. Kann die Unternehmung selbst die Tatigkeiten effizienter durchfuhren, wie der auslandische Markt oder Vertragspartner in diesem Land, und sind dort Standortvorteile vorzufinden wird das Unternehmen im Ausland selbst in Form von FDI tatig werden, da es dort den meisten Nutzen haben wird.

Die Markteintrittsstrategie in Form von Exporten wird dann ein Thema fur die Unternehmung sein, wenn diese neben Eigentumsvorteilen auch Internalisierungs- vorteile besitzt. Da keine Standortvorteile existieren, gibt es auch keinen Grund im jeweiligen Land aktiv zu werden. Die Unternehmung wird sich auf den Export ihrer Guter konzentrieren, da sie dennoch Vorteile gegenuber dem auslandischen Markt oder Vertragspartner aufweist.

Portfolio-Ressourcentransfer ist eine Moglichkeit der Unternehmung den Markteintritt zu wagen, wenn lediglich Eigentumsvorteile bestehen.

Neben den verschiedenen Vorteilskategorien, spielen weitere Komponenten eine wichtige Rolle bei der Frage nach dem Grund fur FDI. Unterschieden wird hierbei zwischen angebotsseitiger (Investoren) und nachfrageseitiger (Staaten) Theorie. Eigentumsvorteile und Internalisierungvorteile sind firmenspezifische Determinanten fur FDI, welche von der Unternehmung selbst geschaffen und beeinflusst werden konnen. Demgegenuber sind Standortvorteile die einzigen Vorteile, welche von staatlicher Seite des Empfangerlandes von FDI beeinflusst werden konnen.21 Diese Faktoren konnen in folgende drei Kategorien eingeteilt werden: Politische Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Determinanten und Erleichterungen bezuglich des Geschaftsbetriebs. Hier spielen zum Beispiel Zoll- und Steuerregelungen und nationale Gesetzesregelungen eine gro&e Rolle. Die Faktoren haben direkte Auswirkungen auf die Entscheidung der Unternehmung FDI im Empfangerland zu tatig oder nicht. Grundsatzlich gilt, dass Unternehmen ihre Rentabilitatserwartungen auch bei einer Investition im Ausland erfullt sehen wollen. Langfristig wird also stets die Gewinnoptimierung das entscheidende Motiv dafur sein, ob und wo eine FDI getatigt wird.22

Dunning konnte, mit dem bekanntesten Versuch FDI zu erklaren, durch sein Paradigma drei partialanalytische Ansatze systematisch miteinander verknupfen und zu einer neuen umfassenderen Theorie zusammenfugen. In der Kritik steht jedoch der statische Charakter des Modells, aufgrund des Fehlens von dynamischen Komponenten. Ebenso legt Dunning seiner Theorie rationales Handeln mit dem Ziel der Gewinnmaximierung Grunde, was auf die Praxis jedoch nicht zutrifft. Denn oftmals treffen angestellte Manager die Internationalisierungsentscheidungen, welche aufgrund der Prinzipal-Agent23 Problematik moglicherweise Ziele aufweisen, die von denen des Eigentumers abweichen.24 Betrachtet man Dunnings Theorieansatz genauer wird klar, dass er zwar die Direktinvestitionsstrome zwischen hoch und niedrig entwickelten Landern beschreibt, FDI-Beziehungen zwischen hoch entwickelten Volkswirtschaften finden allerdings keine ausreichende Erklarung (Weitere kritische Literatur siehe z.B. Braun 1988, S. 329-339, Itaki 1991, Stehn 1992, S. 63-69).25

2.3. NEUE THEORIE NACH HELPMAN UND KRUGMAN

Die neue Forschung in der Volkswirtschaftslehre vertritt einen anderen Ansatz wie Dunning: es wird von den Okonomen Elhanan Helpman und Paul R. Krugman argumentiert, dass auf Grundlage des Heckscher-Ohlin Theorems davon ausgegangen werden kann, dass die Entstehung von FDI auf die unterschiedlichen Faktoraus- stattungen der Lander zuruckzufuhren ist. Der Ansatz von Helpman und Krugman in Market Structure and Foreign Trade (1985) ist dabei die Grundlage fur ein neues Paradigma im Kontext der internationalen Volkswirtschaftslehre und wird unter den "Neuen Handelstheorien" gefuhrt.

Beim Heckscher-Ohlin Theorem26 werden unter dem Einsatz zweier Produktions- faktoren zwei Guter produziert werden. Welche sich hinsichtlich ihrer Faktorintensitat unterscheiden, wobei das eine Gut kapitalintensiver zu produzieren ist und das andere arbeitsintensiver. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Land mit einer Ressource im Verhaltnis zur anderen Ressource besonders reich ausgestattet ist. Dieses Land wird sich dann auf die Herstellung von groBen Mengen des Gutes konzentrieren, bei welchem seine reichlichen Ressourcen intensiv genutzt werden. Daraus resultiert die Grundaussage der Theorie des AuBenhandels von Heckscher und Ohlin, dass Lander diejenigen Guter exportieren, bei deren Herstellung ihre reichlichen Faktoren intensiv genutzt werden.27

Nach Helpman und Krugman fuhren groBe Unterschiede in den relativen Faktorauss- tattungen der Lander dazu, dass sich die Differenz in den Faktorpreisen nicht alleinig durch den internationalen Handel ausgleichen lasst. Es sind dazu Direktinvestitionen im Ausland (vertikale Integration) notig, wodurch die Entstehung von MNUs und FDI erklart wird. Ziel der MNUs ist es durch die unterschiedlichen Faktorausstattungen der beiden Lander mit Hilfe von FDI ihre Produktionskosten zu minimieren. Helpman und Krugman nehmen an, dass ein Unternehmen zwei Produkte herstellt wobei es sich bei einem Produkt um ein homogenes Gut handelt, welches unter vollstandiger Konkur- renz hergestellt wird. Das zweite und differenzierte Produkt wird unter monopolistischer Marktstruktur produziert, das heiBt eine Vielzahl von Unternehmen stellt jeweils eine Variante des Endprodukts her.28 Bei den Produktionsfaktoren wird zwischen dem Fak- tor Arbeit (arbeitsintensiv herzustellen) und dem universell einsetzbaren Faktor H (kapi- talintensiv herzustellen), welcher als Humankapital interpretiert werden kann, unter- schieden. Im ubertragenen Sinn steht der Faktor Arbeit fur die unqualifizierten Arbeits- kraften, wohingegen der Faktor Humankapital die Facharbeiter darstellt. In ihrem An- satz existieren wie bei Hekscher-Ohlin zwei Lander, welche sich jeweils in der Ausstat- tung der Produktionsfaktoren der zwei Guter unterscheiden. Ein Land ist relativ reich ausgestattet mit dem Faktor Arbeit, wohingegen das andere relativ reich an Humanka­pital ist. Dies fuhrt dazu, dass die Faktorpreise in den beiden Landern unterschiedlich sind.29 Die Produktionsfaktoren stehen unter der Annahme der Immobilitat, das heiBt die beiden Faktoren sind zwar im Inland mobil, aber nicht uber die Landesgrenzen hinweg. Somit konnen die Produkte nicht uber Lizenzvergaben von einem anderen Unternehmen produziert werden, sondern die Produktionsprozesse mussen im Unter- nehmen verbleiben. Der eigentliche Produktionsprozess besteht nach Helpman aus zwei Produktionsstufen, welche beide unterschiedliche Produktionsfaktoren benotigen. In der ersten Stufe werden die qualifizierten Facharbeiter oder Humankapital benotigt, welche kostenlos international transferiert werden konnen, aber auf dem Markt nicht handelbar sind.30 Dadurch konnen Headquarter-Services in das Ausland zum Aufbau einer Produktionsstatte transferiert werden. Im zweiten Schritt werden die unqualifizier- ten Arbeiter oder der Faktor Arbeit zu Fertigstellung des Gutes benotigt. Das MNU kann jetzt durch die Verteilung der Produktionsprozesse auf mehrere Lander, ihre Pro- duktionskosten reduzieren. Denn durch die unterschiedlichen Faktorausstattungen in den Landern, werden die MNU den ersten Produktionsschritt in dem Land tatigen, wel­ches relativ reich mit Facharbeitern ausgestattet ist und die Endproduktion in dem Land, in welchem die Lohnkosten fur unqualifizierte Arbeiter am niedrigsten sind. Die Standortvorteile im jeweiligen Land lassen das Unternehmen, welches sich nach dem Ziel der Gewinnmaximierung richtet, auslandische Tochterbetriebe in dem kostenguns- tigeren Land errichten.31 Die Unternehmen versuchen somit, den Herstellungsort der kapitalintensiven Headquarter-Services von der Herstellung des arbeitsintensiven Gu­tes im raumlichen Sinn zu trennen. Ziel des MNU ist es somit die Headquarter-Services im kapitalreichen Mutterland herzustellen und die Guterproduktion im arbeitsreichen Ausland. Aufbauend auf dem Faktorausgleichstheorem nach Stolper und Samuelson32 fuhrt die steigende Nachfrage nach Kapital im Mutterland und die steigende Nachfrage nach Arbeit im Ausland in beiden Landern schlieBlich zu einem Ausgleich der Faktorp- reise.33

Ein grower Vorteil dieses Ansatzes nach Helpman und Krugman gegenuber den neo- klassischen AuBenhandelstheorien zu FDI ist die Tatsache, dass es im Vergleich we- sentlich dynamischer, als zum Beispiel das OLI-Paradigma nach Dunning, ist. Eben- falls beschaftigt sich diese "Neue Theorie" mit Handelseffekten und Wohlfahrtseffekten unter Verwendung des Faktorausgleichstheorem von Stolper-Samuelson, was in den klassischen Theorien nicht moglich war. Auch erklart der Ansatz neben dem inter- und intra-sektoralen Handel auch den Intra-Unternehmenshandel.34 Von Davis, welcher die Theorie von Helpman und Krugman weiterentwickelte wird „Annahme der Bequemlich- keit kritisiert. Er bemangelt, dass nur fur das differenzierte Gut Transportkosten anfal- len und nicht auch beim homogenen Produkt. Diese Annahme hat seines Erachtens entscheidende Auswirkungen auf den Ansatz von Helpman und Krugman.35

3. DIE WIRTSCHAFTLICHEN BEZIEHUNGEN ZWISCHEN CHINA UND AFRIKA

“China is the largest developing country and Africa is home to the largest number of developing countries. Our combined population accounts for over a third of the world total. Without peace and development in China and Africa, there will be no global peace and development.”36

Hu Jintao, Staatsprasident der Volksrepublik China

Im Gegensatz zu Europa oder den USA verweigert die Volksrepublik China jegliche Form des Afro-Pessimismus und sieht den afrikanischen Kontinent nicht als Belastung, sondern vielmehr als Entwicklungsmoglichkeit fur den eigenen Aufstieg.37 Fur China ist Afrika nicht zuallererst der Hunger- und Katastrophenkontinent, sondern ein mit allen wichtigen Rohstoffen gesegneter Kontinent, der zudem den letzten konsumtechnisch nicht erschlossenen Flecken Erde darstellt.38 Chinesische Unternehmen sind groB- flachig in die afrikanische Wirtschaft eingestiegen und bauen ihren immer grower werdenden Einfluss in Afrika aus. Das Land hat es geschafft, lange unbemerkt von den westlichen Industrielandern, Afrika mit den Mitteln der Marktwirtschaft zu erobern. Anfang 2006 hatte China erstmals seine Strategie fur Afrika veroffentlicht und die offiziellen Grundsatze seiner Afrikapolitik dargelegt: (1) Aufrichtigkeit, Freundschaft und Gleichheit, (2) beiderseitiger Nutzen, Reziprozitat (Prinzip der Gegenseitigkeit) und allgemeiner Wohlstand, (3) gegenseitige Unterstutzung und enge Koordinierung, (4) voneinander Lernen und Streben nach allgemeiner Entwicklung.39 In wie weit diese Grundsatze neben chinesischen Interessen auch den afrikanischen Staaten und Einwohnern zu Gute kommen lasst sich bis dato noch nicht feststellen.

3.1 CHINAS AUSSENHANDELSPOLITIK

Im Zentrum der chinesischen AuBenhandelspolitik stehen vor allem zwei wichtige Themen, die Sicherung von Rohstoffen und die ErschlieBung neuer Markte.

Die heutigen auBenwirtschaftlichen Beziehungen Chinas zu Afrika entstanden in der jetzigen Form erst mit dem Tiananmen-Zwischenfall40, im Juni 1989, und den daraus resultierenden Folgen fur China. China wurde damals aufgrund seines gewaltsamen Vorgehens gegen die eigene Bevolkerung von den westlichen Landern scharf kritisiert, welches zu einer Krise in den AuBenhandelsbeziehungen zum Westen fuhrte. Afrika hingegen hatte weitestgehend Verstandnis fur das rigorose Vorgehen der chinesischen Regierung und sprach sich gegen eine politische Isolation Chinas aus. Dieses Ereignis bildete den Grundbaustein fur eine langfristige politische, wie auch wirtschaftliche Beziehung zwischen China und Afrika. Seit Chinas Beitritt zur World Trade Organization (WTO) 2001 ist die Diversifizierung der AuBen-handelsstrome eines der erklarten Ziele der chinesischen Handelspolitik, also auch die Ausweitung des bilateralen Handels mit afrikanischen Staaten. Mit Sudafrika, einem der wichtigsten Handelspartner Chinas innerhalb Afrikas, wird derzeit uber ein Freihandelsabkommen verhandelt. Mit insgesamt 41 afrikanischen Landern hat China bereits Meistbegunstigungsklauseln im AuBenhandel vereinbart. Ahnlich wie die Everything but Arms Initiative der EU, hat die Volksrepublik ein Praferenzsystem fur afrikanische Partnerlander, das den 28 Least Developed Countries (LDC) Zollfreiheit bei bereits 454 Produkten einraumt. Das Handelsvolumen der zollfrei importierten Produkte belief sich 2005 auf 380 Mio. US-Dollar und verzeichnete damit einen Anstieg von 88 Prozent gegenuber dem Vorjahr. Auch in der ersten Jahreshalfte von 2006 sollen die zollfreien Importe gegenuber der Vergleichs-periode im Vorjahr um 57 Prozent zugenommen haben.41

3.2 WIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG DES CHINA - AFRIKA HANDELS

Das beidseitige Handelsvolumen zwischen China und Afrika stieg seit Ende der 1990er-Jahre um mehr als das Sechsfache und erreichte im Jahre 2006 ein Volumen von rund 50 Milliarden US-Dollar. Im Zeitraum zwischen 2000 und 2008 hat sich das Handelsvolumen zwischen China und Afrika von 10,6 Mrd. auf 106,8 Mrd. US-Dollar verzehnfacht. Zum Vergleich lag das Handelsvolumen zwischen Deutschland und China 2009 bei rund 95 Mrd. Euro.42 Auch in neuerer Zeit ist deutlich zu erkennen, dass China versucht seinen wirtschaftlichen Einfluss in Afrika auszubauen. In den ersten elf Monaten des Jahres 2010 wuchs das Handelsvolumen auf rund 115 Milliarden Dollar (86 Milliarden Euro) an. Nachdem 2009 in Folge der weltweiten Wirtschaftskrise ein Ruckgang verbucht wurde, ist der Umfang der Im- und Exporte in 2010 um 43,5 Prozent gestiegen. Die chinesischen Direktinvestitionen in Afrika beliefen sich 2009 auf 9,3 Milliarden Dollar, demgegenuber standen 2003 lediglich Investitionen von gerade einmal 490 Millionen Dollar.43 Mittlerweile ist China, aufgrund seines riesigen Engagements zu Afrikas Handelspartner Nummer eins aufgestiegen.44 Trotz hoher Wachstumsraten ist der Kontinent fur China im Vergleich zum gesamten Handelsvolumen des Landes aber noch relativ unbedeutend. So betrug der Anteil des AuBenhandels mit Afrika im Jahre 2009 weniger als vier Prozent von Chinas gesamten Outward Foreign Direct Investment (OFDI).45 Dabei sind bereits erste Erfolge fur Afrika im Handel mit China zu erkennen, der IMF geht von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der Sub-Sahara Region in 2011 von 5,5 Prozent und nachstes Jahr von 6 Prozent aus. Im Gegensatz dazu betrug das Wachstum dieser Region im Jahr 2003 lediglich 3,5 Prozent.46 Relativ unterentwickelte und rohstoffreiche Lander wie Ghana konnen sogar mit einem Wachstum von 13,75 Prozent fur das Jahr 2011 rechnen. Im mittleren Osten und Norden Afrikas ist dieser Trend ebenfalls zu erkennen, 2010 hatten die Lander dieser Region ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,8 Prozent in den Jahren 2011 und 2012 sollen dieser Wert auf 4,1 Prozent beziehungsweise 4,2 Prozent ansteigen. Dieses Wachstum lasst sich auch deutlich bei den olimportierenden Landern des mittleren Osten und Norden Afrikas erkennen, wodurch der Besitz grower Roholvorkommen nicht ausschlieBlich der ausschlaggebende Faktor bei dieser Entwicklung ist. Neben dem Wachstum des BIP deuten ebenso die sinkenden Haushalts- und Handelsdefizite afrikanischer Lander und die sinkende Inflationsrate, sowie positive Terms-of-Trade auf eine wirtschaftliche Verbesserung der jetzigen Situation hin.47 Sicherlich ist es blauaugig zu behaupten, dass das chinesische Engagement allein Ausloser fur die positive Wirtschafts- entwicklung Afrikas sei, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass China eine groBe Rolle im Bezug auf den afrikanischen Aufschwung zu Teil wird.

3.2.1 WARENSTRUKTUR UND ENTWICKLUNG DER EXPORTE VON CHINA NACH AFRIKA

Seit dem Jahr 2000 kann ein betrachtlicher Anstieg an Handels- und Investitionsstromen zwischen China und Afrika gemessen werden. 2010 flossen 27 Prozent der gesamten afrikanischen Exporte nach China, wohingegen im Jahr 2000 lediglich 14 Prozent zu Buche standen. Somit hat China nahezu das gleiche Export- volumen, wie die traditionellen Handelspartner EU und USA erreicht. Hierbei ist zu erwahnen, dass sich die afrikanischen Exportanteile mit der EU von 2000 - 2005 halbiert haben. China konnte bei gleichbleibender Entwicklung, somit der EU, als einer der groBten Importeure afrikanischer Guter und Rohstoffe den Rang ablaufen. Ebenso wachsen Chinas Exporte nach Afrika rasant an, es wird von einem Wachstum von 18 Prozent pro Jahr ausgegangen, was hoher ist als in irgendeiner anderen Region der Welt.48 Der Handel zwischen China und Afrika ist in der Regel relativ ausgeglichen, obwohl China in den meisten Jahren einen Handelsbilanzuberschuss erzielt. Lediglich im Jahr 2008, verzeichnete China ein afrikanisches Exportvolumen von 50,8 Mrd. US- Dollar, wahrend die Einfuhren aus Afrika sich auf 56 Mrd. US-Dollar beliefen, was zu einem Defizit von 5,2 Mrd. US-Dollar auf chinesischer Seite fuhrte. Jedoch lasst sich dieses Defizt mit grower Wahrscheinlichkeit auf die globale Finanzkrise zuruckfuhren, da sich die Zahlen mitllerweile wieder positiv fur Chinas Handelsbilanz entwickeln. Insgesamt machte der Handel mit China im Jahr 2006 40 Prozent aller Exporte von Afrika nach Asien aus.49

ABBILDUNG 2: AFRIKA-CHINA HANDELSBILANZ 2010 (GEZEIGT WERDEN DIE 10 GROSSTEN GEWINNER UND 10 GROSSTEN VERLIERER)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: The African Development Bank Group Chief Economist Complex - Chinese Trade and Investment Activities in Africa, 29.07.2010

Deutlich zu erkennen an der Afrika-China Handelsbilanz sind die stark positiven Handelsbilanzen aus Sicht der ressourcenreichen Lander in Afrika. Das wichtigste Exportprodukt afrikanischer Entwicklungslander im Handel mit China ist dabei das Erdol. Mit einem Anteil von durchschnittlich etwa 62 Prozent der chinesischen Importe aus Afrika zwischen 2002 und 2004, stellt es den groBten Handelsposten dar, insbesondere der Handel mit Angola fallt hierbei ins Gewicht (47 Prozent aller afrikanischen Olexporte nach China liefert Angola).50 Insgesamt liefert Afrika 13 Prozent ihrer gesamten Erdolexporte an die Volksrepublik China.51 Metalle und Eisen lagen 2004 bei etwa 17 Prozent und agrarische Rohstoffe, hauptsachlich Holzer, Baumwolle und Tabak, bei insgesamt sieben Prozent.52 Seit dem Jahr 2000 wachsen auch die Marktanteile chinesischer Unternehmen auf den afrikanischen Markten in den Bereichen Maschinen, Automobile, Elektronik und Telekommunikation stetig an. 2010 machten Maschinen und Elektronikartikel mehr als 50 Prozent der gesamten chinesischen Exporte nach Afrika aus.53 Auf der Importseite Chinas hingegen stehen in erster Linie Rohol, Baumwolle, Phosphat und andere Vorprodukte. Ebenso genieBen Stahl, Kupfer, Kunstdunger, Elektronikartikel und andere industrielle Fertigprodukte auf dem chinesischen Markt groBe Beliebtheit. China ist neben Rohstoffen und Industrieprodukten auch auf den Geschmack von Lebensmitteln aus Afrika gekommen. Somit stieg die Ausfuhr an landwirtschaftlichen Produkten, wie zum Beispiel Orangen aus Agypten, Rotwein aus Sudafrika, Kakao aus Ghana, Kaffee aus Uganda, Olivenol aus Tunesien und Sesam aus Athiopien rasch an. Hierbei ist auch anzumerken, dass aufgrund der internationalen Finanzkrise die chinesischen Importe aus Afrika im Jahr 2009 fielen, wohingegen die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte um 25 Prozent anstieg.54

3.2.2 DIE ENTWICKLUNG CHINESISCHER FDI IN AFRIKA

Im Jahr 1990 betrugen die gesamten auslandischen Direktinvestitionen Chinas vier Mrd. US-Dollar, 2000 waren es bereits 28 Mrd. US-Dollar. Sogar 2008 in dem Jahr, in welchem die globalen FDI im Gegensatz zum Vorjahr um circa zwanzig Prozent sanken, verdoppelten sich die FDI von China. 2007 betrugen die FDI von China 96 Mrd. US-Dollar, 2008 stieg der Betrag auf 148 Mrd. US-Dollar an und 2009 erreichten die FDI einen Betrag von uber 229 Mrd. US-Dollar.55 Es lasst sich ein klarer Trend in den Zahlen erkennen, China breitet sich in den globalen wirtschaftlichen Sektoren weiter aus und das mit einer Geschwindigkeit bei welcher viele Lander ins Hintertreffen gelangen. So hat China bereits Lander wie Brasilien und Singapur im Bezug auf FDI hinter sich gelassen und schlieBt schnell zu den groBen Industrienationen auf.

Das chinesische Engagement in Afrika ist in Relation zu seinen gesamten FDI gesehen, noch relativ verhalten. 2008 investierte China 7,8 Mrd. US-Dollar in die verschiedenen Lander Afrikas, dies sind nicht einmal vier Prozent von Chinas gesamten FDI.56 Jedoch spielen nicht nur FDI eine Rolle bei den chinesischen Investitionen in Afrika, zu berucksichtigen sind auch einmalige Zuwendungen (Schuldenschnitt o.a.) sowie Investitions- und Handelskredite, welche nicht in unerheblichen MaBe die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Afrika pragen. Zusatzlich hat „China bis jetzt mit 33 afrikanischen Staaten bilaterale Abkommen zur Forderung und zum Schutz von Investitionen sowie mit elf afrikanischen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet, um die Voraussetzungen fur die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und afrikanischen Unternehmen zu schaffen."57 Des Weiteren werden Investitionen chinesischer Firmen in Afrika durch den 2006 von der CDB (China Development Bank) eingerichteten Afrika-Fonds in Hohe von funf Mrd. US-Dollar unterstutzt.58 Auch die EXIM (Export- Import Bank of China) hat bei der Auslandsexpansion eine wichtige Rolle uber- nommen, indem sie Exportkredite und Kredite fur Investitionen und Bauprojekte vergibt und internationale Garantien bereitstellt.59 Mittlerweile hat China auch sechs Wirtschaftskooperationszonen - in Sambia, Mauritius, Nigeria, Agypten und Athiopien - gegrundet und investierte dort 250 Millionen US-Dollar in deren Infrastruktur.60 Diese sollen die Zusammenarbeit zwischen chinesischen Unternehmen und Afrika langfristig starken.

Laut eines Untersuchungsberichtes der kfw Entwicklungsbank sind aktuell schatzungsweise 1.500 - 2.000 chinesische Unternehmen in Afrika vertreten, 80 Prozent davon sind kleine und mittelstandische Unternehmungen. VolumenmaBig werden jedoch uber 80 Prozent der chinesischen Direktinvestitionen von Staats- unternehmen getatigt, welche GroBtenteils in der afrikanischen Rohstoffbranche anzutreffen sind.61 Die Tatigkeiten dieser Staatsunternehmen werden von der chinesischen Regierung bei ihren Auslandsaktivitaten und Investitionen massiv unterstutzt. Dabei werden unter Anderem weiche Kredite und Entwicklungshilfe genutzt, welche die chinesische Regierung tatigt um afrikanische Regierungen fur sich zu gewinnen. Durch die enge Verzahnung von AuBen- und Energiesicherheitspolitik, sind die chinesischen Staatsunternehmen viel weniger an Rentabilitatskriterien gebunden als ihre westlichen Konkurrenten.62 Demgegenuber sind die kleineren, privaten Unternehmen hauptsachlich auf der Suche nach Effizienzsteigerung und neuen Markten.63

ABBILDUNG 3: FDI VON CHINA IN AFRIKA 2003-2008

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: World Investment Report 2010, S. 36

Chinas Investitionen in Afrika konzentrieren sich Gro&teils auf den Rohstoffsektor, doch werden auch verstarkt Investitionen in Bereichen wie Bekleidungs- und Agro- industrie, Elektrizitatserzeugung, Tourismus, Telekommunikation, Einzelhandel oder Nahrungsmittelverarbeitung, aber vor allem auch in der Bauindustrie durch Erstellung von kompletten Infrastrukturen vorgenommen.64 Da Afrika nur einen Anteil von 5,2 Prozent an den globalen Auslandsdirektinvestitionen hat, sind zusatzliche Investitionen in allen Bereichen willkommen.65

Chinesische Direktinvestitionen in den Dienstleitungssektoren Afrikas, vor allem im Bereich der Telekommunikation, sind stark gestiegen. Das chinesische Unternehmen Huawei Technologies hat einen Vertrag in Hohe von 800 Mio. US-Dollar abgeschlossen, um die lukrative Infrastruktur des nigerianischen Mobilfunkmarktes aufzubauen. Bereits auf 39 Lander von Subsahara-Afrika hat Huawei Technologies sein Kommunikationsgeschaft aus-geweitet.66 In Sudafrika wuchs Chinas Einfluss im Marz 2008 auch im Bankensektor, nachdem die chinesische ICBC (Industrial and Commercial Bank of China) fur 5,46 Mrd. US-Dollar einen 20 Prozent-Anteil an der sudafrikanischen Standard Bank ubernommen hat.67

Fur Afrika selbst stellen die FDI eine lebenswichtige Quelle fur seine zukunftige okonomische Entwicklung dar. Mit einem Anstieg der gesamten FDI von 9 Mrd. US- Dollar im Jahr 2000, auf 22 Mrd. US-Dollar in 2004 und 58 Mrd. in 2009, sind diese Betrage am wirtschaftlichen Aufschwung Afrikas ma&geblich beteiligt. Abzuwarten bleibt jedoch, ob die Anreize fur FDI langfristiger Natur sind und sich im Volumen weiterhin positiv entwickeln.

4. CHINAS ZIELE DER DIREKTINVESTITIONEN IN AFRIKA

Die Ziele der chinesischen FDI in Afrika liegen fur viele Betrachter des Geschehens auf der Hand, es sind in erster Linie die Rohstoffversorgung des eigenen Landes und die MarkterschlieBung des afrikanischen Kontinents. Aber auch die ErschlieBung neuer Agrarflachen ist mit Sicherheit eines der primaren Ziele Chinas in Afrika, da die chinesische Bevolkerung stetig anwachst und die Agrarflachen in China immer knapper werden. Jedoch konnte es auch wesentlich komplexere Hintergrunde fur dieses Engagement geben, so hat wie einleitend bereits erwahnt China auf der politischen Weltebene einen machtigen Verbundeten gegenuber der westlichen Welt gefunden. Ebenfalls ist Afrika sicherlich ein riesiger Absatzmarkt fur chinesische Produkte, aber chinesische Unternehmen haben nicht nur ein Auge auf diesen Markt geworfen, sondern aufgrund verschiedener Handelsabkommen zwischen den USA oder der EU mit Afrika, haben chinesische Unternehmen die Moglichkeit, uber einen geographischen Umweg erleichterten Zugang zu diesen Markten zu erlangen.

Welche Ziele chinesische Unternehmen in Afrika wirklich verfolgen, lasst sich zum jetzigen Zeitpunkt der Entwicklung nur erahnen und konnen im Folgenden nur auf wirtschaftswissenschaftliche Aspekte zuruckgefuhrt werden.

4.1 ROHSTOFFSICHERUNG

Das auf den ersten Blick wahrscheinlichste Argument, fur die hohen auslandische Direktinvestitionen Chinas in Afrika lautet bis dato die Rohstoffsicherung. Seit langem ist bekannt, dass Chinas Rohstoffvorkommen nicht mehr ausreichen um mit dem Wirtschaftswachstum des eigenen Landes mithalten zu konnen. Gleichzeitig fuhren die wachsende Bevolkerungszahl und die steigenden Konsumbefriedigungsbedurfnisse dieser Menschen zu einer enormen Nachfrage nach Rohstoffen. Aus diesen Grunden muss sich China immer mehr auf die Importe von Rohstoffen konzentrieren und versuchen neue Rohstoffvorkommen zu erschlieBen (auslandische, wie auch inlandische). Ebenfalls wird China versuchen sich von den Rohstoffmarkten und den steigenden Rohstoffpreisen (siehe Appendix: Abbildung 6) abzunabeln, damit es sich auch in Zukunft mit relativ gunstigen Rohstoffen versorgen kann. Aus diesem Grund und durch die Unterstutzung der chinesischen Regierung, wird es fur chinesische Unternehmer immer lukrativer nach Afrika zu expandieren und dort in die Rohstoffbranche einzusteigen.

Das jahrliche Wachstum des Energieverbrauchs der Volksrepublik China betrug in den Jahren 1996 - 1999 gerade einmal 1,2 Prozent. In den darauffolgenden Jahren stieg der Verbrauch stetig an und verzeichnete in den Jahren 2000 - 2003 ein jahrliches Wachstum von 6,2 Prozent. Wahrend dieser Phase (2000 - 2003) wuchs auch die chinesische Energieproduktion um 6,2 Prozent. Beim Rohstahlverbrauch waren die Wachstumszahlen noch drastischer, im Jahr 2000 lag das Wachstum noch bei 1,7 Prozent, 2003 lag der Wert bei unglaublichen 25,2 Prozent. Demgegenuber erhohte sich die Rohstahlproduktion im gleichen Jahr nur um 15,7 Prozent.68 Beachtet man dabei das rasante Wirtschaftswachstum des Landes, wird schnell deutlich warum China zu einem der groBten Nettoimporteure von Rohstoffen geworden ist und damit verbunden mittlerweile auch die USA als groBter Energieverbraucher abgelost hat.69 Aktuelle Zahlen zeigen, dass Chinas Rohstoffverbrauch schneller wachst als seine gesamte Volkswirtschaft. Der Energieverbrauch des Landes wuchs viermal so schnell wie das Bruttoinlandsprodukt und belief sich bereits im Jahr 2006 auf 16 Prozent des Weltbedarfs. Auch der Bedarf an anderen wichtigen Rohstoffen wachst stark an, beim Stahl liegen die Wachstumsraten derzeit bei 16 Prozent, beim Aluminium bei 20 Prozent. Auch Kupfer liegt mit 13 Prozent uber dem BIP Wachstum, jedoch nicht ganz so stark wie Nickel, dessen Verbrauch mit 23 Prozent deutlich schneller wachst als die Wirtschaft des Landes. Auf die Jahre von 1998 bis 2008 gesehen bedeuten diese Zahlen eine Verdopplung des chinesischen Olverbrauchs, eine Verdreifachung des Verbrauchs von Nickel und Eisenerz und eine Vervierfachung des Bedarfs an Aluminium.70 Allein diese Zahlen sind ein deutliches Signal fur den rasanten Aufstieg Chinas und seiner standigen Suche nach neuen Rohstoffquellen, auch in Afrika.

In den Tiefen des schwarzen Kontinents verstecken sich schatzungsweise 117 Milliarden Barrel Rohol, was knapp zehn Prozent der Weltreserven sind. Zusatzlich kommen acht Prozent der Weltgasreserven, sechzig Prozent der Weltdiamanten- vorkommen, ein Drittel aller Kupfer- und fast zehn Prozent des Uranvorkommens. Das Land Guinea in Westafrika verfugt alleine uber ein Drittel der weltweiten Bauxitvorkommen, welche vor Allem zur Herstellung von Aluminium benotigt werden. Marokko besitzt knapp zwei Drittel der Weltvorkommen an Phosphat, der Kongo uber vierzig Prozent des Weltkobalts und Sudafrika uber 88 Prozent des Weltplatins.71 Nach Kennan und Stevens lassen sich besonders sechs Kategorien bei den Importen von Afrika nach China erkennen, welche von 1998 - 2003 schneller als andere Guter wuchsen: Futtermittel aus Burkino Faso, Athiopien, Nigeria, Sudan, Tansania; Kobalt aus Sudafrika und DR Kongo; Stahl von Sambia und Sudafrika; Aluminium von Guinea; Eisen aus Mauretanien, Sudafrika und Simbabwe;

Chemikalien aus Niger.72 In der heutigen Zeit konzentriert sich China vor Allem auf die Sicherung von Rohol, aber auch Metalle sind im Reich des Ostens immer noch gefragte Importguter. China deckte bereits im Jahr 2008 ein Drittel seines Olbedarfs durch afrikanische Olimporte. 37 Prozent des chinesischen Manganbedarfs kommen aus Gabun, Sudafrika und Ghana. Bei seinem Kobaltbedarf werden sogar 85 Prozent von der Demokratischen Republik Kongo und Sudafrika gedeckt.73

ABBILDUNG 4: CHINAS IMPORT VON ROHSTOFFEN NACH REGIONEN, 2006

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Deutsche Bank Research - Chinas Rohstoffhunger, 30. Juni 2006

Diese Zahlen verdeutlichen sicherlich, warum China ein so gro&es Interesse an Afrika besitzt. China als Werkbank der Welt hat hier die Moglichkeit sich mit gewinn- bringenden Projekten fur beide Parteien, ausreichend mit Rohstoffen zu versorgen. So bauen chinesische Firmen an neuen Infrastrukturprojekten in Afrika und die Regierung erhalt dafur im Gegenzug Ol und Gas. Ebenso drangen die Chinesen darauf, dass die afrikanischen Lander gewahrte Kredite nicht in Geldmittel zuruckzahlen, sondern in Rohstoffen. Diese Geschafte sind fur beide Parteien des Handels oftmals Win-Win Situationen, denn China setzt bei seinen Geschaften keine Bedienungen voraus bei der Gewahrung von Krediten, wie IWF o.a. und die afrikanischen Regierungen sind froh daruber die finanziellen Zuwendungen mit ihrem Ressourcenreichtum ausgleichen zu durfen. Wahrend der IWF oder die Weltbank, aufgrund ihrer starren Handelsbedingungen (wie zum Beispiel Liberalisierung des jeweiligen Marktes) in Afrika immer mehr ins Hintertreffen geraten, bezeichnet die chinesische Regierung ihre Geschafte mit den afrikanischen Landern einen Handel auf Augenhohe und breitet ihren Einfluss auf dem Kontinent aus. Afrikanische Regierungen sehen die Bedingungen von IWF und Weltbank, zur Gewahrung von Krediten oder Entwicklungshilfen mehr und mehr als Erpressung an und verlagern ihre Handels- beziehungen deshalb Richtung Osten. China hat fruh genug verstanden, dass sein wirtschaftlicher Aufstieg nur langfristig Bestand haben kann, wenn es sich fruh genug um die ErschlieBung von weltweiten Rohstoffquellen kummert.

4.2 AGRARFLACHENSICHERUNG

Auch im Agrarbereich importiert China, aufgrund seines wachsenden Bedarfs an Fleisch, immer mehr Tiernahrungsmittel wie Mais und Soja. Da die heimische Agrarindustrie nicht mit den schnell wachsenden Bedurfnissen der eigenen Bevolkerung nach Fleisch mithalten kann, mussen die Futtermittel zwangslaufig importiert werden. China importierte letztes Jahr mehr als 60 Mio. t Getreide, davon 54,8 Mio. t Sojabohnen, 1,57 Mio. t Mais und 1,2 Mio. t Weizen.74 Im Jahr 2009 erzielte das Land ein Agrarhandelsdefizit von 9,9 Mrd. US-Dollar, welches vermutlich auch in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Dieser Trend lasst sich auch am Anstieg der Importe von Agrarprodukten in den letzten Jahren klar erkennen.75 Im Jahr 2003 betrugen die Importe von Agrarprodukten in die VR China noch 610 Mio. €, 2006 bereits 1.062 Mio. € und 2009 1.181 Mio. €.76 Dem US-Landwirtschaftsministerium zufolge soll die Fleischnachfrage in China bis zum Jahr 2020 schatzungsweise um rund zwanzig Prozent wachsen.77

Doch nicht nur auf den Import von Agrarprodukten hat es China abgesehen, mittlerweile investieren private und staatliche Anleger in den Kauf ganzer Agrarflachen auf dem gesamten Globus, bevorzugt in armeren Entwicklungslandern. Dort werden Agrarprodukte fur den heimischen Markt angebaut und nach China importiert um die steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln kompensieren zu konnen. Aber auch die Abhangigkeit vom Weltmarkt fur Nahrungsmittel soll aufgrund der steigenden Preise aus staatlicher Sicht abgebaut werden. Die Umstande der sinkenden Flachen an Ackerland in China, der Wasserknappheit, der fortschreitenden Industrialisierung und der steigenden Bevolkerungszahl werden das Wachstum von importierten Agrarguter und FDI fur Agrarflachen in Zukunft weiter beschleunigen.

Zwischen den Jahren 2006 und 2010 wird davon ausgegangen, dass weltweit etwa 22 bis 50 Mio. Hektar Land in Afrika, Asien und Lateinamerika an auslandische Investoren verauBert wurden. Dies wurde der halben Anbauflache an Ackerland von ganz Europa entsprechen.78 Die Weltbank geht in einer Studie von einem weltweiten Verkauf von 56 Mio. Hektar Ackerland im Jahr 2009 aus, dabei fanden mehr als 70 Prozent dieser Verkaufe in afrikanischen Landern, wie Athiopien, Mosambik oder Sudan statt.79 In diesen Landern sind mittlerweile viele verschiedene chinesische Privatunternehmen und Staatsunternehmen tatig und beanspruchen dort gro&e Mengen an Ackerland fur die Agrarproduktion der unterschiedlichsten Produkte (siehe Tabelle 1).

Auf dem dritten FOCAC Gipfel 2006 wurden weitere Agrarprojekte von Seiten der chinesischen Regierung zugesagt. So versprach der Staatsprasident Hu Jintao die Entsendung von 100 Agrarexperten nach Afrika, die Ausbildung von funf Millionen Afrikanern im Jahr und die Erbauung von zehn landwirtschaftlichen Demonstrations- zentren, deren Zahl mittlerweile auf 30 angestiegen ist. Diese Hilfe sind jedoch keine Geschenke an die afrikanischen Staaten, sondern an Bedingungen geknupft. So sollen der Betrieb und eine spatere Ubernahme der Demonstrationszentren in Kamerun durch das chinesische Agrarunternehmen Shaanxi State farm vorgenommen werden und nicht etwa durch afrikanische Unternehmer. Neben diesen Zusagen fuhre der Abbau von Steuern fur afrikanische Agrarausfuhren nach China zu weiteren Anreizen fur chinesische Investoren. Doch wie in Mosambik stie&en viele Vorhaben auf Widerstand in der Bevolkerung. Dort wollte China 800 Millionen US-Dollar fur den Bau eines Staudamms inklusive Bewasserungssystemen investieren und 100 Agrarexperten in das Land entsenden. Durch dieses Projekt und den Bau eines Demonstrations- zentrums sollte sich die Reisproduktion in Mosambik verfunffachen, wie viel davon fur den Export nach China gedacht war, ist nicht bekannt. Trotz dieser Aussichten wurde das Vorhaben durch heftige Proteste der Bevolkerung gestoppt. So geschehen auch in Ghana, wo ein Projekt der China State Farm and Agribusiness Corporation (CSFAC) uber 10 Millionen US-Dollar durch einen Regierungswechsel zu Fall kam. Trotzdem gibt es immer wieder neue Berichte uber weitere geplante Projekte und Abkommen mit afrikanischen Regierungen. Das groBte staatliche Telekom-Unternehmen in China ZTE soll im Sudan 10.000 ha Land fur den Anbau von Weizen und Mais erhalten und weitere Vertrage mit afrikanischen Landern abgeschlossen haben. Auch in Nigeria wollten chinesische Investoren 6.000 ha Land mit Reis und Cassava bebauen und Verarbeitungsbetriebe errichten. Tansania vereinbarte mit der chinesischen Regierung, dass chinesische Unternehmen in die Aquakultur und Viehhaltungsprojekte investieren. 2007 schloss die DR Kongo ein Kontrakt uber 100.000 ha Olpalmenplantagen ab und auch in Simbabwe oder Angola sollen gro&flachig Konzessionen vergeben worden sein. Allerdings sind diese Bericht mit Vorsicht zu genie&en, auch Brautigam geht davon aus, dass die Berichte wenig handfest sind.80 Denn seit den Protesten und dem Vorfall in Madagaskar 2008, in welchem das sudkoreanische Unternehmen Daewoo in Verbindung mit der Regierung Sudkoreas 1,3 Millionen Hektar an landwirtschaftlicher Nutzflache in Madagaskar, gut die Halfte der gesamten Agrarflache, fur 99 Jahre pachten wollte und es zu einer gewalttatigen Rebellion der Bevolkerung, mit anschlie&ender Absetzung des damaligen Prasidenten kam, werden Agrargeschafte so gut es geht vor der Offentlichkeit geheim gehalten.81 Aus diesem Grund ist es sehr schwierig aktuelle Zahlen und Fakten uber die einzelnen Landkaufe oder Pachtvertrage zu finden und es kann nur gemutma&t werden, was wirklich mit dem Land in Afrika geschieht. Ebenso lassen sich die Chancen und Risiken des Handels mit Agrarflachen fur die Bewohner dieser Gebiete noch nicht abschatzen. Alles wird davon abhangen, wie okologisch und sozial nachhaltig die Unternehmen und Regierungen ihre Guter in Afrika produzieren werden.

TABELLE 1: UBERBLICK CHINESISCHER INVESTOREN IN AFRIKA

(DIESE DATEN ERHEBEN KEINEN ANSPRUCH AUF VOLLSTANDIGKEIT, AUFGRUND FEHLENDER INFORMATIONEN BEZUGLICH INVESTITIONS- UND PACHTGESCHAFTEN)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Daten von Inkota Netzwerk e.V. – Land Grabbing82

4.3 MARKTERSCHLIESSUNG

Neben den zuvor genannten Grunden fur die chinesischen FDI in Afrika, darf die Erschlie&ung neuer Absatzmarkte fur chinesische Unternehmen nicht in Vergessenheit geraten. Afrika konnte ein riesiger Zukunftsmarkt fur China, aber auch fur den Rest der Welt sein. Aktuellen Statistiken zufolge wird in den nachsten Jahren das reale Brutto- inlandsprodukt in ganz Afrika steigen, besonders in den Landern mit niedrigen bis mittleren Einkommen konnen Zuwachse von bis zu 0,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 erwartet werden.83

Aus Abbildung 8 wird ersichtlich, dass fur Afrika das Wachstum des BIP dieses Jahr, aufgrund der politischen Geschehnisse in Nordafrika zuruckgehen wird. Jedoch konnten 2012 dementsprechend hohe Wachstumsraten verzeichnet werden, wenn sich die politische Lage in Nordafrika beruhigt hat. Somit konnte die afrikanische Industrie auch in Zukunft weiter wachsen und dadurch die Nachfrage nach gunstigen chinesischen Produkten rasch ansteigen.

ABBILDUNG 5: WACHSTUM DES BIP IN AFRIKA, 2000-2012 (PROZENT)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: African Economic Outlook Summary 2011

[...]


1 Vgl. Dunz, Kristina - Kanzlerin Angela Merkel besucht Afrika, Badische Zeitung, 13.07.2011

2 Vgl. Prof. Dr. Asche, Helmut & Dr. Schuller, Margot - Chinas Engagement in Afrika - Chancen und Risiken fur Entwicklung, Deutsche Gesellschaft fur technische Zusammenarbeit (GTZ), 2008, S. 16

3 Vgl. Heger, Matthias - Sud-Sud Investitionen auf dem Vormarsch?, KFW - Development Research, Fokus Entwicklungspolitik Nr. 8, 27.07.2011, S. 2

4 Vgl. Asche & Schuller, 2008, S. 16f.

5 OECD (Organization for Economic Co-operation and Development), OECD Benchmark Definition of Foreign Direct Investment, Fourth Edition, 2008, S. 48f.

6 UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) - Definition: Transnational Corporations (TNC), 2011

7 Vgl. Kubny, Julia et al., in Deutsches Institut fur Entwicklungspolitik - Wundermittel FDI?; Der Entwicklungs- beitrag auslandischer Direktinvestitionen, Serie Entwicklungsfinanzierung Nr. 12, Bonn, 2008, S. 1

8 Vgl. Krugman, Paul & Obstfeld, Maurice - Internationale Wirtschaft, Theorie und Politik der Auteenwirtschaft, 8. Auflage, Pearson Studium, Munchen, 2009, S. 230f.

9 UNCTAD Statistics, OFDI-Flows, 2011

10 UN-Data, World GDP 1970; World Bank Statistics, GDP 2010, 2011

11 Vgl. Groht, Volker - Warten auf den Boom - Direktinvestitionen in den osteuropaischen Beitrittslandern: Wunschdenken und Fakten, Edition Sigma, Berlin, 2005, S. 59

12 Vgl. Dr. Peng, Mike W. - Global Business Update 2009, South-Western Cengage Learning, Mason (USA), S. 155f.

13 Vgl. Prof. Dr. Buch, Claudia & Prof. Dr. Schnitzer, Monika - Analyse der Beweggrunde, der Ursachen und der Auswirkungen des so genannten Offshoring auf Arbeitsplatze und Wirtschaftsstruktur in Deutschland, Tubingen/Munchen, 2007, S. 12f. und 15f.

14 Vgl. Dr. Schwenker, Burkhard & Dr. Botzel, Stefan - Die Grenzen des Wachstums uberwinden, Roland Berger Strategy Consultants Studie, Munchen, 2005, S. 21

15 Vgl. Schneider, Jens - Marokkaner statt Maschine, Suddeutsche Zeitung, 14.07.2011

16 Vgl. Dr. Zimmermann, Thomas - Direktinvestitionen - aktuelle Entwicklungen in Theorie, Praxis und Politik, Die Volkswirtschaft: Das Magazin fur Wirtschaftspolitik Nr. 7/8, 2008, S. 6

17 Vgl. Heiduk, Gunter & Kerlen-Prinz, Jorg - Direktinvestitionen in der AuRenwirtschaftstheorie, in Dohrn, Roland und Heiduk, Gunter (Hrsg.) - Theorie und Empirie der Direktinvestitionen, Schriftenreihe des Rhei- nische-Westfalischen Instituts fur Wirtschaftsforschung, Neue Folge Heft Nr. 65, Duncker & Humblot, Berlin, 1999, S. 23

18 Eine erweiterte Diskussion zu diesem Modell findet sich z.B. in Bardmann 2011, S. 352ff.

19 Vgl. Grobelny, Monika - Auswirkungen auslandischer Direktinvestitionen auf den Arbeitsmarkt in den mittel- und osteuropaischen Landern, 1. Auflage, IGEL Verlag, Hamburg, 2008, S. 5

20 Vgl. Kutschker, Michael & Schmid, Stefan - Internationales Management: Mit 100 Textboxen, Oldenbourg, 6. Auflage, Munchen, 2008, S. 458 ff.

21 Vgl. Ganglmair, Harald - Die Entwicklung der auslandischen Direktinvestitionen in der VR China in Bezug zum Wandel der Wirtschaftspolitik seit 1979, East Asia Books, Modern East Asia Nr. 1, 2007, S. 4

22 Vgl. Dr. Gad, Gerhard & Ellmers, Bodo - Der Beitrag auslandischer Direktinvestitionen zur Entwicklung des Sudens - Theoretische Uberlegungen in VENRO - Auslandische Direktinvestitionen - Konigsweg fur die Entwicklung des Sudens?, VENRO Projekt „Perspektive 2015 - Armutsbekampfung braucht Beteiligung", 2007, S. 9f.

23 Eine erweiterte Diskussion zu dieser Theorie findet sich z.B. Ebers & Gotsch, 2006, S. 258-277

24 Vgl. Kutschker & Schmid, 2008, S. 461f.

25 Vgl. Groht, 2005, S. 171

26 Eine erweiterte Diskussion zu diesem Modell findet sich in Krugman & Obstfeld, 2009, S. 90ff.

27 Vgl. Krugman & Obstfeld, 2009, S. 102

28 Vgl. Heiduk & Kerlen-Prinz, 1999, S. 30

29 Vgl. Bergmaier, Kai - Multinationale Unternehmen: Vertikale versus horizontale Integration, Theorie und Empirie, Diplomica Verlag GmbH, Hamburg, 2009, S. 17

30 Vgl. Heiduk, Gunter - AuRenwirtschaft: Theorie, Empirie und Politik der interdependenten Weltwirtschaft, Physica Verlag, Heidelberg, 2005, S. 328ff.

31 Vgl. Bergmaier, 2008, S. 17f.

32 Eine weitere Diskussion zu diesem Modell findet sich in Krugman & Obstfeld, 2008, S. 228

33 Vgl. Heiduk, 2005, S. 332

34 Vgl. Heiduk & Kerlen-Prinz, 1999, S. 30

35 Vgl. Davis, Donald R. - The Home Market, Trade, and Industrial Structure, in The American Economic Review Vol.88, Nr. 5,1998, S. 1265

36 Forum on China-Africa Cooperation (FOCAC), Hu Jintao (President der Volksrepublik China), Peking, 04.11.2006

37 Vgl. Berger, Bernt - China outwits the EU in Africa, Asia Times online, 2007

38 Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) - China rollt den afrikanischen Kontinent auf, 12.05.2006

39 Vgl. Ministry of Foreign Affairs of the People's Republic of China - China’s African Policy, 12.01.2006

40 Vertiefende Informationen zu diesem Thema z.B. in Langley, Andrew - Tiananmen Square, 2009

41 Vgl. Asche & Schuller, 2008, S. 19ff.

42 Vgl. Junker, Peer - China ruft, Afrika kommt, EXPO 2010, Die Zeit online, 20.05.2010

43 Vgl. Zhang, Chi Chi - China pumpt Milliarden in sein Afrika-Geschaft, Welt-online, 23.12.2010

44 Vgl. EMFIS.com - China ist Afrikas groteter Handelspartner, FinanzNachrichten.de, 10.09.2010

45 Vgl. Vale Columbia Center - Inward and Outward FDI Country Profiles, 2011, S. 259

46 Vgl. IMF - Sub-Saharan Africa Regional Economic Outlook, October 2004, S. 1

47 Vgl. IMF - World Economic Outlook 2011: Tensions from the Two-Speed Recovery Unemployment, Commodities, and Capital Flows, World Economic and Financial Surveys, April 2011, S. 79ff.

48 Vgl. Broadman, Harry G. et al. - Africa's Silk Road: China and India's New Economic Frontier, The World Bank, Washington DC, 2007, S. 41

49 Vgl. Ebenda, S. 79

50 Vgl. Ebenda, S. 81

51 FOCAC - China-Africa Trade and Economic Relationship Annual Report 2010, 22.06.2011

52 Vgl. Broadman, 2007, S. 80

53 Vgl. FOCAC - China-Africa Trade and Economic Relationship Annual Report 2010, 22.06.2011

54 Presseamt des Staatsrates der VR China - Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und Afrika, Peking, Dezember 2010

55 Vgl. Vale Columbia Center, 2011, S. 258

56 Vgl. UNCTAD - World Investment Report 2010: Investing in a Low-Carbon-Economy, World Investment Report Nr. 20, 2010, S. 34f.

57 Presseamt des Staatsrates der VR China - Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und Afrika

58 Vgl. Fan, Shenggan - How can China's rapid growth benefit African poor?, Entwicklung und landlicher Raum Nr. 4, DLG Verlag, 2007, S. 17.

59 Vgl. Asche & Schuller, 2008, S. 35

60 Presseamt des Staatsrates der VR China, 2007, S. 17

61 Vgl. Heger, 2011, S. 3

62 Vgl. Wacker, Gudrun (Hg.) - Chinas Aufstieg: Ruckkehr der Geopolitik?, SWP-Studie, Stiftung Wissenschaft und Politk (SWP)-Deutsches Institut fur Internationale Politikund Sicherheit, Berlin, 2006, S. 37

63 Vgl. Heger, 2011, S. 3

64 Vgl. Broadman, 2007, S. 80f.

65 Vgl. OECD - African Economic Outlook 2010, African Development Bank; Development Centre of the Organization for Economic Co-operation and Development, 2010, S. 38

66 Vgl. Alden, Chris - China in Africa, Zed Books, London; New York, 2007, S. 45

67 Vgl. FOCAC - China-Africa Trade and Economic Relationship Annual Report 2010

68 Vgl. Chris Alden et al. - China Returns To Africa: A rising power and a continent embrace, Columbia Universi­ty Press, New York, 2008, S. 32

69 Vgl. Spiegel-online, IEA Studie - China verdrangt USA als groRter Energieverbraucher, 20.07.2010

70 Vgl. Dr. Heim, Bernd - China: Rohstoffbedarf wachst schneller als Bruttoinlandsprodukt, Finanzportal Gevestor, 20.09.2010

71 Vgl. Sieren, Frank - Der China Schock: Wie Peking sich die Welt gefugig macht, Econ, Berlin, 2008, S. 113

72 Vgl. Alden et al„ 2008, S. 32

73 Vgl. Sieren, 2008, S. 113

74 Vgl. China Internet Information Center (CIIC) - China: Importe helfen beim Decken des Getreidebedarfs, China Daily, 31.03.2011

75 WTO-Datenbank, Oktober 2010

76 Bundesministerium fur Ernahrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - Statistik Ernahrungs- wirtschaftliche Einfuhr 2009

77 Vgl. Sigler, Sebastian - Agrarboden: Investition mit Zukunft, Shaker, Aachen, 2010, S. 28

78 Vgl. Ringelsiep, Michael - Ruckschau: Neue Form des Kolonialismus, Land Grabbing - Wettlauf um Acker,

Das Erste, 24.10.2010

79 Vgl. Deininger, Klaus & Byerlee, Derek - Rising Global Interest in Farmland: Can it yield sustainable and equitable benefits?, World Bank, Washington DC, 2011, S. 14

80 Vgl. Hoering, Uwe - Landwirtschaft in China: Zwischen Selbstversorgung und Weltmarktintegration, Asienstiftung (Essen) und "EU-China: Civil Society Forum", Essen, 2010, S. 24f.

81 Vgl. Lembke, Judith - Geschafte mit Ackerland: Investoren haben Landlust, Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.), 18.07.2011

82 http://www.inkota.de/nc/themen-kampagnen/welternaehrung-landwirtschaft/land-grabbing/interaktive- weltkarte/, letzter Zugriff: 17.08.2011

83 imf - World Economic Outlook 2011, S. 81ff.

Ende der Leseprobe aus 124 Seiten

Details

Titel
Ausländische Direktinvestitionen chinesischer Unternehmen in Afrika
Untertitel
Ziele und mögliche Auswirkungen
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz  (BWL)
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
124
Katalognummer
V491463
ISBN (eBook)
9783668972308
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es werden die FDI chinesischer Unternehmen in Afrika betrachtet und deren Auswirkungen sowie Folgen für die afrikanische Wirtschaft.
Schlagworte
China, Afrika, FDI, Einfluss, Wirtschaft, Wachstum, Neue Welt, Ausländische Direktinvestitionen, Infrastruktur, Betriebswirtschaft
Arbeit zitieren
Markus Baumert (Autor), 2011, Ausländische Direktinvestitionen chinesischer Unternehmen in Afrika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491463

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