Jegliche Aspekte der deutschen Energiewende, von der Einspeisung erneuerbarer Energien bis hin zu Förderung der Elektromobilität, werden unter das Thema der Digitalisierung subsumiert. Infolgedessen wurden Bereiche, wie die Veröffentlichung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende, der Integration von Datenverarbeitungssystemen und IT Kommunikationstechnologien sowie die Erschließung des Smart Meter Rollouts, zur Unterstützung der digitalen Energiewendethematiken rubriziert. Des Weiteren werden innovative Technologien vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie angesprochen, jedoch die Verbindung disruptiver Technologie, wie der Blockchain-Technologie, zu politischen Energiewendethematiken nicht explizit als Bestandteil angeführt.
Im Gegensatz dazu wird der Einsatz der Blockchain-Technologie für den Energiesektor innerhalb der Branche sowie von branchenfremden Unternehmen rege diskutiert. Als Technologie hinter Bitcoin wird die Blockchain-Technologie schon längst als Potenzial für sektorübergreifende dezentrale Netzwerkstrukturen in jeglichen Branchen gesehen. Als Vorteile der Blockchain-Technologie werden die Erschließung neuer Geschäftsfelder und den daraus entstehenden Marktpotenziale erwähnt, wobei die Risiken, durch die mögliche Kannibalisieren bestehender Geschäftsmodelle von Energieversorgerunternehmen sowie die Entstehung neuer Marktakteure als auch deren Markteinfluss, analysiert werden.
In Bezug zu den Chancen und Risiken disruptiver Technologien werden verschiedene Anwendungsszenarien aus der Finanzbranche abgeleitet sowie neue Einsatzmöglichkeiten für die Energieversorgerbranche formuliert. Dabei werden in der Literatur die unterschiedlichen Anwendungsszenarien nach Geschäftsfeldern der Energieversorgerunternehmen unterteilt, unterliegen jedoch keiner zeitlichen Einordnung für markttaugliche Einsatzmöglichkeiten.
Demzufolge ist festzuhalten, dass anhand der gegebenen Literatur keine oder kaum Angaben zu kurzfristigen, mittelfristigen oder langfristigen Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie für die Energieversorgerunternehme in Deutschland zu finden sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Forschungsstand
1.2 Forschungsfrage und Forschungsziel
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Methodisches Vorgehen
Teil A: Theoretischer Teil
2 Blockchain-Technologie
2.1 Definition
2.2 Historie
2.2.1 Geschichte der Kryptographie
2.2.2 Geschichte der Blockchain-Technologie
2.3 Erläuterung der Blockchain-Technologie
2.3.1 Technologisches Grundkonzept
2.3.2 Eigenschaften
2.3.3 Anwendung
2.4 Einsatzgebiete
2.4.1 Finanzbranche
2.4.2 Öffentlicher Sektor
2.4.3 Immobilienbranche
2.4.4 Tourismusbranche
2.4.5 IT-Dienstleistungsbranche
2.5 Bedeutung
3 Energieversorgerbranche
3.1 Definition
3.2 Marktentwicklung
3.2.1 Entwicklung der Primärgewinnung von Energieträgern in Deutschland
3.2.2 Entwicklung der Energieträger der Bruttostromerzeugung in Deutschland
3.2.3 Entwicklung der Energieträgerimporte nach Deutschland
3.2.4 Entwicklung der Energieträgerexporte aus Deutschland
3.2.5 Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in Deutschland
3.2.6 Entwicklung der Energiepreise in Deutschland
3.2.7 Entwicklung der Emissionswerte in Deutschland
3.3 Marktsituation
3.4 Energiewende
3.4.1 Projekte zur Energiewende
3.5 Bedeutung
4 Blockchain-Technologie innerhalb der Energieversorgerbranche
4.1 Betrachtung von Studien
4.1.1 Studie der Deutschen Energie-Agentur GmbH
4.1.2 Studie der PricewaterhouseCoopers AG
4.1.3 Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.
4.1.4 Studie des Weltenergierats Deutschlands
4.2 Einsatzgebiete der Blockchain-Technologie im Energiesektor
4.2.1 Aktuelle Einsatzgebiete der Blockchain-Technologie global
4.2.2 Aktuelle Einsatzgebiete der Blockchain-Technologie in Deutschland
4.3 Disruptionspotenzial der Blockchain-Technologie
4.3.1 Marktanalyse
4.3.2 Geschäftsmodelltransformation
5 Schlussfolgerung des Theorieteils
Teil B: Praktischer Teil
6 Qualitative Interviews
6.1 Zielsetzung
6.2 Begründung der Erhebungsmethode
6.3 Vorgehensweise
6.3.1 Aufbau der qualitativen Interviews
6.3.2 Ablauf der Erhebung
6.3.3 Auswahl der Interviewpartner
7 Auswertung der qualitativen Interviews
7.1 Begründung der Methodenwahl zur Datenauswertung
7.2 Auswertung
7.2.1 Veränderungspotenzial
7.2.2 Risiken und Chancen
7.2.2.1 Risiken
7.2.2.2 Chancen
7.2.3 Energiewendethematik
7.2.4 Einsatzmöglichkeiten
7.2.4.1 Geschäftsfelder
7.2.4.2 Kurzfristige Einsatzmöglichkeiten
7.2.4.3 Mittelfristige Einsatzmöglichkeiten
7.2.4.4 Langfristige Einsatzmöglichkeiten
7.2.5 Geschäftsmodellintegration
7.2.6 Praxisanwendung
7.3 Interpretation der Ergebnisse
8 Fazit
8.1 Kritische Würdigung
8.2 Empfehlung
8.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das disruptive Potenzial der Blockchain-Technologie für die deutsche Energieversorgerbranche und identifiziert spezifische Einsatzmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette, um auf die Herausforderungen der Energiewende und der Digitalisierung zu reagieren.
- Grundlagen und Funktionsweise der Blockchain-Technologie
- Analyse der aktuellen Marktsituation der deutschen Energiewirtschaft
- Untersuchung von Anwendungsszenarien mittels qualitativer Interviews
- Ableitung kurz-, mittel- und langfristiger Einsatzmöglichkeiten für Energieversorger
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung und Forschungsstand
Jegliche Aspekte der deutschen Energiewende, von der Einspeisung erneuerbarer Energien bis hin zu Förderung der Elektromobilität, werden unter das Thema der Digitalisierung subsumiert. Infolgedessen wurden Bereiche, wie die Veröffentlichung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende, der Integration von Datenverarbeitungssystemen und IT Kommunikationstechnologien sowie die Erschließung des Smart Meter Rollouts, zur Unterstützung der digitalen Energiewendethematiken rubriziert. Des Weiteren werden innovative Technologien vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie angesprochen, jedoch die Verbindung disruptiver Technologie, wie der Blockchain-Technologie, zu politischen Energiewendethematiken nicht explizit als Bestandteil angeführt. (Vgl. BMWi, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2018)
Im Gegensatz dazu wird der Einsatz der Blockchain-Technologie für den Energiesektor innerhalb der Branche sowie von branchenfremden Unternehmen rege diskutiert. Als Technologie hinter Bitcoin wird die Blockchain-Technologie schon längst als Potenzial für sektorübergreifende dezentrale Netzwerkstrukturen in jeglichen Branchen gesehen. Als Vorteile der Blockchain-Technologie werden die Erschließung neuer Geschäftsfelder und den daraus entstehenden Marktpotenziale erwähnt, wobei die Risiken, durch die mögliche Kannibalisieren bestehender Geschäftsmodelle von Energieversorgerunternehmen sowie die Entstehung neuer Marktakteure als auch deren Markteinfluss, analysiert werden. (Vgl. Hasse, et al. 2016: 33-37)
In Bezug zu den Chancen und Risiken disruptiver Technologien werden verschiedene Anwendungsszenarien aus der Finanzbranche abgeleitet sowie neue Einsatzmöglichkeiten für die Energieversorgerbranche formuliert. Dabei werden in der Literatur die unterschiedlichen Anwendungsszenarien nach Geschäftsfeldern der Energieversorgerunternehmen unterteilt, unterliegen jedoch keiner zeitlichen Einordnung für markttaugliche Einsatzmöglichkeiten. (Vgl. Burger, et al. 2016: 18ff.)
Demzufolge ist festzuhalten, dass anhand der gegebenen Literatur keine oder kaum Angaben zu kurzfristigen, mittelfristigen oder langfristigen Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie für die Energieversorgerunternehmen in Deutschland zu finden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den fundamentalen Wandel der deutschen Energiewirtschaft ein, motiviert durch Energiewende und Digitalisierung, und leitet die Forschungsfrage zu Blockchain-Einsatzmöglichkeiten ab.
2 Blockchain-Technologie: Das Kapitel erläutert die technischen Grundlagen, die historische Entwicklung sowie die Funktionsweise und Anwendungsszenarien der Blockchain-Technologie über verschiedene Branchen hinweg.
3 Energieversorgerbranche: Es erfolgt eine Analyse der Marktsituation der Energiebranche in Deutschland, einschließlich der Marktentwicklung, der Energiewende-Projekte und der ökonomischen sowie ökologischen Rahmenbedingungen.
4 Blockchain-Technologie innerhalb der Energieversorgerbranche: Dieses Kapitel verknüpft die technologischen Grundlagen mit der Energiebranche, analysiert aktuelle Studien und diskutiert das Disruptionspotenzial sowie die notwendige Geschäftsmodelltransformation.
5 Schlussfolgerung des Theorieteils: Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse, die Blockchain als disruptive Technologie für die Energiebranche identifizieren und den Bedarf an neuer Geschäftsmodellgestaltung unterstreichen.
6 Qualitative Interviews: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethode, des Aufbaus der Experteninterviews und der Begründung der Methodenauswahl zur Untersuchung der Forschungsfrage.
7 Auswertung der qualitativen Interviews: Detaillierte Darstellung und Analyse der gewonnenen Expertenmeinungen zu den Themen Veränderungspotenzial, Chancen/Risiken, Einsatzmöglichkeiten und Geschäftsmodellintegration.
8 Fazit: Kritische Würdigung der gesamten Arbeit, Abgabe von Handlungsempfehlungen für die zeitlich differenzierten Einsatzszenarien und ein abschließender Ausblick auf technologische Weiterentwicklungen.
Schlüsselwörter
Blockchain, Energiewende, Energieversorger, Digitalisierung, Peer-to-Peer, Smart Contracts, Marktdisruption, Geschäftsmodelltransformation, Dezentralisierung, Smart Meter, IoT, Sektorkopplung, Energiewirtschaft, Transaktionskosten, Prozessoptimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Masterthesis untersucht, wie die Blockchain-Technologie die deutsche Energieversorgerbranche verändern kann und welche Rolle sie im Zuge der digitalen Transformation und Energiewende spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit beleuchtet die Grundlagen der Blockchain, die aktuelle Lage des Energiemarktes in Deutschland sowie die spezifischen Potenziale, Risiken und Chancen, die sich aus der Anwendung dieser Technologie ergeben.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Hauptziel ist die Identifikation und Einordnung von kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie entlang der Wertschöpfungskette von Energieversorgungsunternehmen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verfolgt eine deduktive Herangehensweise und nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse (Theorieteil) und einer qualitativen Erhebung durch Experteninterviews (Praxisteil), die nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden aktuelle Studien zum Thema Blockchain im Energiesektor analysiert, der Status quo der Branche mittels PESTEL-Analyse betrachtet und durch Experteninterviews konkrete Einsatzszenarien (z.B. Peer-to-Peer-Handel) sowie Herausforderungen für die Geschäftsmodelltransformation abgeleitet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben Blockchain und Energieversorger auch Dezentralisierung, Disintermediation, Smart Contracts, Prosumer, Energiewende und Geschäftsmodelltransformation.
Wie unterscheidet sich die Blockchain in der Energiebranche von der in der Finanzbranche?
Während die Finanzbranche bereits erste Anwendungen in der Blockchain-Praxis vorweisen kann, befindet sich der Energiesektor laut der Analyse noch in einem Anfangsstadium, das stark von regulatorischen Hürden und der Notwendigkeit zur Standardisierung geprägt ist.
Welche Rolle spielen Smart Meter und IoT für die Blockchain im Energiesektor?
Diese Technologien dienen als Datenlieferanten und Schnittstellen, die mittels der Blockchain-Technologie eine sichere und automatisierte Abrechnung sowie effizientere Prozesse in einem dezentralen Energiesystem ermöglichen.
Was ist die Kernempfehlung für Energieversorger?
Die Arbeit empfiehlt, aktiv in Pilotprojekte zu investieren, eine offene Innovationskultur (Koinnovation) zu fördern und das eigene Geschäftsmodell disruptiv zu hinterfragen, um nicht durch neue Marktteilnehmer und die Disintermediation verdrängt zu werden.
Gibt es Alternativen zur Blockchain-Technologie?
Ja, der Ausblick nennt unter anderem IOTA als eine dezentrale Technologie, die für spezielle Anwendungsfälle (wie Nanotransaktionen im IoT-Bereich) aufgrund ihrer Skalierbarkeit eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative darstellen kann.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Analyse der Einsatzmöglichkeiten von Blockchain-Technologie in der Energieversorgerbranche in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491468