Der Historische Materialismus und der Aufstieg der bürgerlichen Gesellschaft nach Marx und Engels


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Historische Materialismus nach Marx und Engels
2.1 Idealismus und Materialismus
2.2 Der dialektische Materialismus
2.3 Der Historische Materialismus

3 Die bürgerliche Gesellschaft
3.1 Aufstieg des Bürgertums
3.2 Lohnarbeit und Kapital
3.3 Kapitalismus und Kommunismus

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die moderne Gesellschaftsordnung, in der wir leben, wird als Kapitalismus be- zeichnet. Diese „Konsumgesellschaft“ wird durch die freie Marktwirtschaft und somit durch ein starkes Konkurrenzverhalten bestimmt. Eine Vielzahl von Waren ist auf dem Markt leicht erhältlich und selbst Luxusgüter glänzen durch erschwin g- liche Preise. Viele Bürger der westlichen Welt sind so der Auffassung, dass sie im „guten Mittelstand“ leben. Die Wenigsten wissen jedoch, dass die gesellschaftli- che, und auch ökonomische, Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Dass wir trotz in Mitten dieser Kluft von einem gewissen „Wohlstand“ sprechen, den wir genießen, hängt lediglich mit der Produktionsweise zusammen, welche das kapitalistische Gesellschaftssystem kennzeichnet. Eine dabei aufkommende Frage ist, wie diese effektive Produktionsweise überhaupt zu Stande kam. Viele Gesellschaftsforscher haben dieses sozioökonomische Phänomen der Entwick- lung zum Kapitalismus analysiert und kamen dabei zu unterschiedlichen Ergeb- nissen. Die mitunter wichtigsten Vertreter sind wohl die deutschen Philosophen Karl Marx und Friedrich Engels. Diese beschäftigten sich schon im 19. Jahrhun- dert mit jener gesellschaftlichen Entwicklung. Sie kamen dabei zu Ergebnissen, welche einen Meilenstein für die moderne Soziologie darstellen (vgl. Dahrendorf 2000, S. 60). Marx und Engels beschreiben ihre theoretischen Ansätze auf der Grundlage bestimmter historischer Ereignisse. Sie erklären diese Theorie als ei- nen „Historischen Materialismus“. Somit erläutern sie den Aufstieg der verschie- denen Gesellschaftsordnungen. Dieser Aspekt soll zu Beginn der Hausarbeit vor- gestellt werden. Ihre Theorien münden in den Aufstieg des Bürgertums und derer kapitalistischen Ambitionen. Marx und Engels gehen mit diesem Aspekt auf die Produktionsverhältnisse und Klassenbeziehungen im Zeitalter der Industrialisie- rung ein. Diese Theorien von Marx und Engels bilden somit den Hauptteil dieser Hausarbeit. Im vorletzten Kapitel wird die gesellschaftliche Umstrukturierung durch den Kommunismus erläutert, welcher das Idealbild einer Gesellschaftsform nach Marx und Engels darstellt. Abschließend werde ich mich kritisch den Gesell- schaftstheorien von Marx und Engels auseinandersetzen.

2 Der Historische Materialismus nach Marx und Engels

2.1 Idealismus und Materialismus

Marx und Engels beschäftigen sich zur Veranschaulichung ihrer Gesellschaftsthe- orien mit dem Ursprung des menschlichen Seins. Sie stellen dabei ihre Theorie des historischen Materialismus auf, welcher einen Gegenpol zu dem Idealismus beschreibt. Beide Weltanschauungen handeln von dem Ursprung des gesamten ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Seins und dessen Entwicklung. Der Unterschied liegt lediglich in deren Charakter. Während der Idealismus, ver- treten durch beispielsweise Hegel, davon handelt, dass das Bewusstsein und die Göttlichkeit die menschliche Handlungsgabe und den Ursprung des menschlichen Seins bestimmen, handelt die Theorie vom Materialismus davon, dass die Materie erst den Geist, also das Sein erst das Bewusstsein bestimme.

Hegel ist der Meinung, dass der Geist das einzig Wirkliche sei, was den Menschen zum Handeln anrege. Er stellt somit die Göttlichkeit als Ursprung des menschli- chen Handelns dar (vgl. Hoerster 1976, S. 249). Dieser erläutert nämlich eine Dia- lektik von These und Antithese, welche eine Synthese erzeugen. Diese Synthese sorgt somit für die Aufhebung der Widersprüche. Jene Erkenntnis schuf eine Grundlage für den Materialismus nach Marx und Engels (vgl. Dahrendorf, 2000, S. 60f.). Mit seiner Auffassung gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter des Idea- lismus. Der Philosoph Feuerbach greift diesen Aspekt des Idealismus noch vor Marx auf und schafft eine materialistische Ansicht der Weltanschauung, jedoch widerlegt Marx in seinem Werk „Die deutsche Ideologie“ dessen Ansicht des Mate- rialismus. Demnach ist Marx der Meinung, dass “Feuerbachs ganze Deduktion in Beziehung auf das Verhältnis der Menschen zueinander geht nur dahin, zu bewei- sen, daß die Menschen einander nötig haben und immer gehabt haben“ (MEW 1978, Bd. 3, S. 16).

Marx geht nicht nur von dem natürlichen Aspekt des Materialismus aus, sondern beleuchtet die Tatsache des eigentlichen Handelns der menschlichen Individuen. Er beschreibt, dass Alle Geschichtsschreibung […] von diesem natürlichen Grundlagen und ihrer Modifikation im Lauf der Geschichte durch die Aktion der Menschen ausgehen“ müsse (MEW 1978, Bd. 3, S. 21). Demnach sei es für Marx wichtig, die Weltanschauung des Materialismus ausgiebig zu beleuchten und di e- se so tragfähig zu machen.

2.2 Der dialektische Materialismus

Marx erläutert somit den dialektischen Materialismus als Kritik an Hegels und Feuerbachs philosophischer Weltanschauung. Marx und Engels gehen davon aus, dass die Welt aus unerschöpflicher Materie bestehe. Sie sind der Auffassung, dass Menschen zunächst ihre Handlungsgabe als Basis nutzen und wodurch ihr Bewusstsein beeinflusst werde, welches einen geistlichen Überbau bilde (vgl. MEW 1987, Bd. 19, S. 335). Diese Materie entwickle sich im Kampf der Wider- sprüche. Marx beschreibt „die Wissenschaft von den allgemeinen Bewegungs- und Entwicklungsgesetzen der Natur, der Menschengesellschaft und des Den- kens" (MEW 1975, Bd. 20, S. 131f.) ebenfalls als ein Schema von These, Antithe- se und Synthese, welches durch diese Anpassung an die materiellen Verhältnisse entstehe. These und Antithese geraten hierbei in Widerspruch, welcher bis zur Umgestaltung eines gewissen Systems führe. Die synthetisierte Ebene bilde so eine neue materielle basierte Substanz, welche einen neuen „ideologischen Über- bau“ (MEW 1978, Bd. 3, Vorwort VII) nach sich ziehe. Somit erläutert er ein stän- dig wandelndes Weltbild, welches durch das ökonomisch menschliche Handeln bestimmt wird.

2.3 Der Historische Materialismus

Zur Verdeutlichung seiner Idee der Dialektik, baut Marx die historischen Ereignis- se auf dieser Theorie der Widersprüche auf. Er geht dabei davon aus, dass die geschichtliche Entwicklung der Gesellschaft nach bestimmten Gesetzen erfolge (vgl. Dahrendorf, 2000 S. 60). Aus der Naturwissenschaft ist bereits bekannt, dass der Mensch sich sehr spät parallel zur Tierwelt entwickelte, weil sein Bewusstsein sich immer besser ausbilden konnte. Tiere haben so im Gegensatz zum Men- schen nicht die Möglichkeit, ihre Lebensmittel selbst zu produzieren. Die Men- schen begannen „sich von den Tieren zu unterscheiden, sobald sie anfangen, ihre Lebensmittel zu produzieren […] indem die Menschen ihre Lebensmittel produzie- ren, produzieren sich indirekt ihr materielles Leben selbst.“ (MEW 1978, Bd. 3, S.3).

Grundbedingung für das Entstehen der menschlichen Gesellschaft war also die Herstellung der materillen Güter zur Erhaltung des Fortbestehens und zur immer effektiveren Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Dieser Faktor stellt eine enorme Wich-tigkeit dar, um die Erläuterungen von Marx und Engels genauer analysieren zu können. Die Art und Weise, wie die Menschen diese materiellen Güter produzi e- ren, wird als Produktionsweise von Marx betitelt. Diese werde durch die jeweiligen Produktionskräfte und Produktionsverhältnisse bestimmt (vgl. MEW 1978, Bd. 3. S. 30). Diese Produktionsweise stelle somit eine Basis dar - eine „ökonomische Struktur der Gesellschaft“. Auf dieser erhebe sich ein gewisser „juristischer und politischer Überbau“, welcher einer Form des Bewusstseins entspreche (MEW 1961, Bd. 13, Vorwort VII). Um dies auf den dialektischen Materialismus anzu- wenden, stelle so der Widerspruch zwischen den Produktionskräften und Produ k- tionsverhältnissen eine intrinsisch widersprüchliche Produktionsweise laut Marx dar (These und Antithese) (vgl. MEW 1961, Bd. 13, S. 9). Dieser Aspekt be- schreibt die sich wandelnde Basis, welche immer einen Überbau, also ein staatli- ches System, bestimme. Nach Marx gab es diese Widersprüche schon immer in der Historie der Menschheit, wobei die Produktionsweise immer erneut an die nächste Generation weitergegeben wurde. Demnach sei die herrschende Klasse auch die Klasse, welche wieder erneut die jeweiligen Produktionsverhältnisse be- stimme (vgl. MEW 1978, Bd. 3, S. 46). Er zieht dazu geschichtliche Beispiele der Produktionsverhältnisse wie das „antike Gemeinde- und Staatseigentum“ oder das feudale Eigentum zur Veranschaulichung heran (MEW 1978, Bd. 3, S. 22). Dabei hebt Marx hervor, dass die jeweiligen Produktionskräfte, immer weiter in ihrer Entwicklung voranschreiten und sich so der Widerspruch mit den Produktionsver- hältnissen schneller zuspitze. Nach Marx seien die gesellschaftlichen Widersprü- che, und die sich daraus ergebenden Klassenkämpfe, die Triebkräfte zur Entwick- lung der menschlichen Gesellschaft (vgl. MEW 1978, Bd. 3, Vorwort VII). Diese werde somit immer durch eine Revolution auf eine neue Ebene (Synthese) ge- bracht (vgl. MEW 1961, Bd. 13, S. 9). Diese neue Ebene erzeuge somit einen neuen Überbau, also ein neues staatliches und juristisches Gebilde. Somit erläu- tern Marx und Engels den Aufstieg verschiedener Gesellschaftssysteme. Der hi s- torische Materialismus, auf der Grundlage der Dialektik, stellt diesbezüglich den Ansatz zur Analyse dieses Aufstiegs dar.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Historische Materialismus und der Aufstieg der bürgerlichen Gesellschaft nach Marx und Engels
Hochschule
Universität Potsdam  (Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie)
Veranstaltung
Einführung in die soziologische Theorie
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V491480
ISBN (eBook)
9783668981768
ISBN (Buch)
9783668981775
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marx, Vorzeit, Industrie, industrialisierung, Fortschritt
Arbeit zitieren
Florian Gartenschläger (Autor), 2015, Der Historische Materialismus und der Aufstieg der bürgerlichen Gesellschaft nach Marx und Engels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491480

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