Die moderne Gesellschaftsordnung, in der wir leben, wird als Kapitalismus bezeichnet. Diese "Konsumgesellschaft" wird durch die freie Marktwirtschaft und somit durch ein starkes Konkurrenzverhalten bestimmt. Eine Vielzahl von Waren ist auf dem Markt leicht erhältlich und selbst Luxusgüter glänzen durch erschwingliche Preise. Viele Bürger der westlichen Welt sind so der Auffassung, dass sie im "guten Mittelstand" leben.
Die Wenigsten wissen jedoch, dass die gesellschaftliche, und auch ökonomische, Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Dass wir trotz in Mitten dieser Kluft von einem gewissen "Wohlstand" sprechen, den wir genießen, hängt lediglich mit der Produktionsweise zusammen, welche das kapitalistische Gesellschaftssystem kennzeichnet. Eine dabei aufkommende Frage ist, wie diese effektive Produktionsweise überhaupt zu Stande kam.
Viele Gesellschaftsforscher haben dieses sozioökonomische Phänomen der Entwicklung zum Kapitalismus analysiert und kamen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die mitunter wichtigsten Vertreter sind wohl die deutschen Philosophen Karl Marx und Friedrich Engels. Diese beschäftigten sich schon im 19. Jahrhundert mit jener gesellschaftlichen Entwicklung. Sie kamen dabei zu Ergebnissen, welche einen Meilenstein für die moderne Soziologie darstellen. Marx und Engels beschreiben ihre theoretischen Ansätze auf der Grundlage bestimmter historischer Ereignisse. Sie erklären diese Theorie als einen "Historischen Materialismus". Somit erläutern sie den Aufstieg der verschiedenen Gesellschaftsordnungen...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Historische Materialismus nach Marx und Engels
2.1 Idealismus und Materialismus
2.2 Der dialektische Materialismus
2.3 Der Historische Materialismus
3 Die bürgerliche Gesellschaft
3.1 Aufstieg des Bürgertums
3.2 Lohnarbeit und Kapital
3.3 Kapitalismus und Kommunismus
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die soziologischen und ökonomischen Theorien von Karl Marx und Friedrich Engels, insbesondere den Historischen Materialismus, um den Aufstieg der bürgerlichen Gesellschaft und die Entwicklung des Kapitalismus zu erklären. Ziel ist es, die dialektischen Zusammenhänge zwischen Produktionsweise, Klassenverhältnissen und gesellschaftlichem Umbruch kritisch zu beleuchten und auf ihre heutige Relevanz zu prüfen.
- Grundlagen des Historischen und dialektischen Materialismus
- Die Transformation vom Feudalismus zum Bürgertum
- Mechanismen der Lohnarbeit, Entfremdung und Mehrwertproduktion
- Die Theorie des Klassenkampfes zwischen Bourgeoisie und Proletariat
- Kritische Analyse der kommunistischen Utopie im Kontext moderner Gesellschaftsstrukturen
Auszug aus dem Buch
3.2 Lohnarbeit und Kapital
Durch die enorme Vermehrung des Kapitals, erstarkte auch die Bourgeoisie. Der Reichtum konzentrierte sich so in wenige Hände der bürgerlichen Gesellschaft. Somit entstand auch eine relative Verarmung der großen Masse der Bevölkerung. Auf der einen Seite vermehrte sich das Eigentum an Produktionsmitteln, auf der anderen Seite blieb für die Arbeiter, die mit diesen Produktionsmitteln den Reichtum schaffen, nur der Lohn, der zur Reproduktion ihrer Arbeitskraft notwendig war (vgl. MEW 1961, Bd. 6, S. 409f.). Mit diesem Aufstieg der Bourgeoisie haben demnach Marx und Engels gleichzeitig die Arbeiterklasse geschaffen. Diese Arbeiterklasse wird auch als „Proletariat“ betitelt. Marx und Engels sehen hier einen deutlichen Antagonismus zwischen diesen beiden Klassen. Die Bourgeoisie verstehen Marx und Engels als eine Klasse, welche die Produktionsmittel besitze und demnach Arbeitskraft aufkaufen kann. Das Proletariat sei die Klasse, welche keine eigenen Produktionsmittel besitzt und somit gezwungen sei, ihre Arbeitskraft zu verkaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Themen Kapitalismus und Konsumgesellschaft ein und stellt Marx und Engels als zentrale Theoretiker für die Analyse der sozioökonomischen Entwicklung der Moderne vor.
2 Der Historische Materialismus nach Marx und Engels: Dieses Kapitel erläutert die philosophischen Grundlagen, insbesondere die Abgrenzung zum Idealismus sowie die Konzepte des dialektischen und historischen Materialismus als treibende Kräfte gesellschaftlicher Umbrüche.
3 Die bürgerliche Gesellschaft: Hier wird der Prozess vom Feudalismus hin zum industrialisierten Bürgertum, die Dynamik von Lohnarbeit und Kapital sowie der theoretisch postulierte Weg zum Kommunismus detailliert analysiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und unterzieht die Theorien von Marx und Engels einer kritischen Reflexion im Hinblick auf die Realität des 21. Jahrhunderts.
Schlüsselwörter
Historischer Materialismus, dialektischer Materialismus, Kapitalismus, Bourgeoisie, Proletariat, Lohnarbeit, Klassenkampf, Mehrwert, Produktionsverhältnisse, Entfremdung, Industrialisierung, Soziologische Theorie, Marx, Engels, Revolution
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziologischen und ökonomischen Kerntheorien von Karl Marx und Friedrich Engels mit Fokus auf den Historischen Materialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus, die Ausbeutung durch Lohnarbeit sowie die Dynamik von Klassenkonflikten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung des gesellschaftlichen Wandels nach Marx und Engels und eine kritische Auseinandersetzung mit der Anwendbarkeit dieser Theorien auf heutige Verhältnisse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, um die Theorien von Marx und Engels anhand der Marx-Engels-Werke (MEW) und ergänzender soziologischer Fachliteratur systematisch darzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Fundierung des Historischen Materialismus und die Analyse der bürgerlichen Gesellschaft sowie ihrer inneren Widersprüche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Historischer Materialismus, Klassenkampf, Lohnarbeit, Bourgeoisie, Proletariat und Mehrwert.
Wie bewertet der Autor die Relevanz des Klassenkampfes heute?
Der Autor argumentiert, dass die klassischen Begriffe von Bourgeoisie und Proletariat in der modernen westlichen Gesellschaft ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben.
Warum bezeichnet der Autor den Kommunismus als Utopie?
Der Autor ist der Ansicht, dass Marx und Engels den natürlichen Egoismus des Menschen unterschätzt haben, weshalb die Vision einer klassenlosen Gesellschaft als utopisch eingestuft wird.
- Arbeit zitieren
- Florian Gartenschläger (Autor:in), 2015, Der Historische Materialismus und der Aufstieg der bürgerlichen Gesellschaft nach Marx und Engels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491480