Jede Schule und jede Lehrkraft macht es sich zur Aufgabe gute Voraussetzungen für einen störungsfreien Unterricht zu bieten, um so eine optimale Klassenführung zu gewährleisten. Doch was bedeutet eine optimale Klassenführung?
Die Klassenführung, auch Classroom Management genannt, zielt auf eine gute Beziehung zwischen Lehrkräften und ihren Schülern und Schülerinnen (SuS), einer guten Unterrichtsorganisation und auf ein angenehmes Klassenklima. Ohne gute Klassenführung gibt es folglich keinen guten Unterricht.
Gerade die frühzeitige Etablierung von Klassenregeln, in den „ersten Tagen und Wochen eines Schuljahres“ (Nolting 2013: S.47) oder bei Übernahme einer neuen Klasse, spielt dabei eine große Rolle. Wie wichtig sie jedoch genau ist, erkläre ich in dieser Arbeit.
Klassenregeln tragen einen großen Teil zum störungsfreien und reibungslosen Unterricht dar. Sie zeigen den SuS was für Erwartungen man an sie stellt und was sie zum guten Klassenklima beitragen können. Die SuS müssen die Regeln selbstverständlich nachvollziehen können, dies geschieht am einfachsten, indem sie die Klassenregeln selbst aufstellen und keine Liste mit Regeln von den Lehrkräften gestellt bekommen. Die Lehrkräfte sollten diese ebenfalls einhalten, damit die SuS ein Gefühl von Gerechtigkeit haben.
Damit ein Regelsystem wirklich zu einer gelingenden Klassenführung beitragen kann, müssen die Lehrkräfte auch mit Regelverstößen umgehen können, dies geschieht beispielsweise durch nonverbale, z.B. Augenkontakt mit einem Schüler herstellen, oder verbale, z.B. den Namen des störenden aussprechen, Signale. Dies sollte auch konsequent durchgesetzt werden, damit die SuS lernen sich daran zu halten und nicht öfter Störungen auftreten.
Die Arbeit gliedert sich in 2 Teile. Zuerst werden die Erwartungen der Institution Schule an die SuS thematisiert, wobei es sich hauptsächlich um Verhaltensregeln handelt. Diese Regeln zielen auf die soziale Interaktion der SuS. Danach widme ich mich den Erwartungen der Lehrkräfte an die SuS und gehe dabei genauer auf die Einführung und die Umsetzung von Klassenregeln ein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Erwartungen der Institution Schule an die Schüler und Schülerinnen
3 Erwartungen der Lehrkräfte an die Schüler und Schülerinnen
3.1 Einführung von Klassenregeln
3.2 Umsetzung von Klassenregeln
4 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Einführung und konsequente Umsetzung von Klassenregeln einen Beitrag zu einer gelingenden Klassenführung und zur Vermeidung von Unterrichtsstörungen leisten können, wobei die Rolle der Lehrkraft als Moderator und Vorbild im Mittelpunkt steht.
- Bedeutung der Klassenführung (Classroom Management) für den Unterrichtserfolg
- Differenzierung zwischen institutionellen Schulregeln und klassenspezifischen Klassenregeln
- Methodik der partizipativen Erarbeitung von Regeln durch Schülerinnen und Schüler
- Strategien zur Intervention bei Regelverstößen durch verbale und nonverbale Signale
Auszug aus dem Buch
3.1 Einführung von Klassenregeln
Möchte die Lehrkraft in ihrer Klasse ein Regelsystem etablieren, muss sie gewissen Dinge befolgen, damit die Einführung ihr gut gelingt und sich die SuS an die Regeln halten werden. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt der Einführung von Klassenregeln erübrigt sich, wenn die Lehrkraft nicht möchte, dass sich bei ihren SuS ungünstige Gewohnheiten, wie ständiges Zuspätkommen oder das Vergessen von Unterrichtsmaterialien, etablieren. So ist es sinnvoll, die Regeln so früh wie möglich, also gleich zu Beginn des neuen Schuljahres oder bei Übernahme der Klasse, einzuführen.
Manche Schulen bieten in den unteren Klassenstufen, gewisse „Klassenleiterstunden“ an. Dabei handelt es sich um eine Unterrichtsstunde in der Woche, in der die Schulklasse mit ihrem Klassenleiter organisatorische Dinge oder Probleme bespricht. Diese Stunde eignet sich bestens, um ein Regelsystem zu etablieren, da keine wertvolle Unterrichtszeit verloren geht.
Die Lehrkraft sollte außerdem wissen, dass es für die SuS unglaublich wichtig ist, dass sie die Klassenregeln selbst aufstellen und nicht vorgefertigte von den Lehrern bekommen. So wird die Motivation der SuS geweckt selbst Regeln zu erarbeiten, sich Vorschlägen von Klassenkammeraden zu öffnen und über die Regeln zu diskutieren. Ungerechtigkeiten werden so ausgeschlossen und Erwartungen gehen nicht nur von der Lehrkraft aus. Natürlich ist es auch unabdingbar, dass sie sich der Bedeutung und der Wichtigkeit der Regeln bewusst werden und diese auch wirklich verstehen, um sie einhalten zu können. Dies gelingt auch eher, wenn sie selbst auf die Regel kommen. Wenn sie die Regel für nicht wichtig erachten, dann werden sie sich auch nicht daran halten wollen, was wiederum zu Regelverstößen und somit zu Sanktionen von der Lehrkraft führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert Klassenführung als essenziellen Bestandteil erfolgreichen Unterrichts und begründet die Relevanz der Etablierung klarer Klassenregeln von Beginn an.
2 Erwartungen der Institution Schule an die Schüler und Schülerinnen: Dieses Kapitel thematisiert allgemeine Schulregeln, die den Erziehungsauftrag der Schule stützen und verbindliche Verhaltensnormen für die gesamte Schulgemeinde festlegen.
3 Erwartungen der Lehrkräfte an die Schüler und Schülerinnen: Es werden spezifische Verfahrens- und Verhaltensregeln erläutert, die zur Reduzierung von aktiven und passiven Unterrichtsstörungen beitragen sollen.
3.1 Einführung von Klassenregeln: Hier wird dargelegt, warum eine partizipative Erarbeitung der Regeln durch die Schüler selbst entscheidend für deren Akzeptanz und Einhaltung ist.
3.2 Umsetzung von Klassenregeln: Dieses Kapitel behandelt die Notwendigkeit konsequenter Umsetzung, den Umgang mit Regelverstößen sowie den Einsatz von verbalen und nonverbalen Signalen als pädagogisches Instrument.
4 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Klassenregeln bei transparenter Einführung und konsequenter Anwendung ein wesentliches Werkzeug für einen störungsfreien und strukturierten Unterricht darstellen.
Schlüsselwörter
Klassenführung, Classroom Management, Klassenregeln, Unterrichtsstörungen, Schulentwicklung, Partizipation, Erziehungsauftrag, Sanktionen, Verfahrensregeln, Verhaltensregeln, Lernklima, pädagogische Intervention, Klassenleiterstunden, Regelverstöße, Schulkultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Klassenregeln für eine effektive Klassenführung und deren Einfluss auf ein störungsfreies Lernumfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Unterscheidung zwischen Schul- und Klassenregeln, deren gemeinsame Erarbeitung durch die Schüler sowie die Intervention bei Regelverstößen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine transparente und gemeinsam entwickelte Regelstruktur ein lernförderliches Klima geschaffen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die pädagogische Fachliteratur zu Klassenführung und Unterrichtsstörungen auswertet und praxisorientierte Empfehlungen ableitet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die institutionellen Erwartungen der Schule und die spezifischen Anforderungen der Lehrkräfte an das Verhalten der Schüler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Klassenführung, Klassenregeln, Unterrichtsstörungen, pädagogische Intervention und Schulklima sind die zentralen Begriffe.
Warum ist es wichtig, dass Schüler die Regeln selbst aufstellen?
Laut der Arbeit steigt die Motivation zur Einhaltung der Regeln massiv an, wenn Schüler diese selbst erarbeiten, anstatt sie nur vorgegeben zu bekommen.
Wie sollte eine Lehrkraft auf einen Regelverstoß reagieren?
Die Lehrkraft sollte konsequent reagieren, wobei verbale oder nonverbale Signale (wie Blickkontakt) bevorzugt werden, um den Unterrichtsfluss nicht unnötig zu unterbrechen.
Was ist der Unterschied zwischen Verfahrens- und Verhaltensregeln?
Verfahrensregeln betreffen organisatorische Abläufe wie Materialmanagement, während Verhaltensregeln die soziale Interaktion und Werte wie Respekt und Höflichkeit regeln.
Spielen Lehrkräfte eine Vorbildfunktion bei den Regeln?
Ja, die Lehrkraft muss die aufgestellten Regeln selbst einhalten, um bei den Schülern Glaubwürdigkeit und ein Gefühl der Gerechtigkeit zu erzeugen.
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- Anonym (Author), 2018, Können Klassenregeln zu einer gelingenden Klassenführung beitragen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491514