Ausarbeitung eines Projekts zur Stärkung der Selbst-, Sozial- Sachkompetenz von Vorschulkindern


Projektarbeit, 2018
18 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

1. Thema

„Projekt Mäuseburg“

Gemeinsam mit meinen Projektkindern richtete ich den Rollenspielbereich im Kindergarten neu ein. Eine Burg sollte dabei das Herzstück des Vorhabens werden. Mit meiner Unterstützung planten und realisierten die Kinder ihre Ideen und Vorstellungen und setzten sich dabei mit ihren Wünschen und Bedürfnissen bezüglich des Rollenspielbereiches auseinander.

1.1 Begründung des Projekts

Ich habe das Projekt „Mäuseburg“ aufgrund verschiedener Faktoren ausgewählt. Diese waren zum einen die Ergebnisse der von mir gemachten Infans Beobachtungen, die Zugangsbereiche und zum anderen die aktuellen Interessen meines Beobachtungskindes M.. Um einen besseren Überblick zu verschaffen, werde ich diese noch einmal zusammenfassen:

Aktuelle Interessen des Kindes:

- Bauen, Konstruieren und Gestalten

Aktuelle Themen des Kindes:

- „Ich baue gerne Dinge zusammen“
- „Ich bin gerne für mich, aber auch mit anderen Kindern zusammen“
- „Ich werde gehört“
- „Ich kann mich durchsetzen“

Aktuelle Zugangsformen des Kindes:

- Denken
- Sprache

Da M. ein großes Interesse am Bauen und konstruieren zeigt, wollte ich diese Komponente in meinem Projekt aufgreifen und integrieren.

1.2 Ziele

Die Kinder stärken ihre Selbstkompetenz

- Die Kinder können eigenständig ihre Ideen und Vorstellungen äußern und umsetzten.
- Die Kinder können sich aktiv mit dem Projekt und den einzelnen Gruppenmitgliedern auseinandersetzten.
- Die Kinder können sich auf das Projekt und die einzelnen Gruppenmitglieder offen einlassen.
- Die Kinder können während der Projektzeit die eigenen Gefühle, wie auch die der anderen wahrnehmen und respektieren.
- Die Kinder können Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen aufbauen und entwickeln.

Die Kinder stärken ihre Sozialkompetenz

- Die Kinder kennen die Regeln des Projekts und halten diese ein.
- Die Kinder können im Team zusammenarbeiten und agieren, sich einander helfen und unterstützen sowie beratschlagen.

Die Kinder stärken ihre Sachkompetenz

- Die Kinder können sachgerecht mit Material und Werkzeug umgehen.
- Die Kinder können Fertigkeiten einüben.
- Die Kinder können ihre Sinne nutzen.
- Die Kinder gebrauchen ihre Sprache, bilden neue Begriffe und gebrauchen diese.

2. Projektskizze

Um das Projekt besser vorbereiten zu können, legte ich mir als Fachlektüre das Buch „Projektarbeit in der Kita“ von Petra-Stamer-Brandt zu. Dieses Buch war mir eine große Unterstützung beim Planen und Organisieren. Zuerst schrieb ich mir eine Gliederung. Wie wollte ich mein Projekt einteilen? Bei diesem Brainstorming berücksichtigte ich die von der Schule vorgegebenen sechs bis acht Angebotseinheiten. Ich entschied mich dazu, meine Projektzeit in drei Phasen zu unterteilen:

- Planungsphase
- Realisierungsphase
- Schlussphase

Mein nächster Planungsschritt beinhaltete ein Einstiegs-und Abschlussritual. Dieses Ritual sollte die Kinder in die Projektstunde einstimmen und diese dann auch wieder beenden. Ich entschied mich, einen Parcours zu kreieren, der den Übergang von Kindergartenalltag in Projektzeit darstellte. Über den Parcours sollten die Kinder und ich in den jeweiligen Stunden in unser „Mäusereich“ gelangen. Und da Mäuse klein sind, war ein weiteres Ritual das verzaubern der Kinder in kleine Kindermäuse. Als nächstes ging es um die Methoden der Vermittlung. Die Kinder sollten die Möglichkeiten haben während der Projektzeit ihre Ideen und Wünsche zu sammeln und umzusetzen. Wie die methodische Umsetzung dann im Einzelnen aussah, ist in Punkt 3 der Ausarbeitung genauer beschrieben. Der letzte und wichtigste Planungsschritt war das Zusammenstellen der Projektgruppe. Da ich immer als Anleitung und Unterstützung präsent sein und individuell auf alle Kinder eingehen wollte, entschied ich mich dazu die Gruppe klein zu halten. So bot ich mein Projekt in einer geschlossenen Gruppe von fünf Kindern im Alter von 4-6 Jahren an. Zu den Kindern zählte unter anderem mein Beobachtungskind M.. Bei der Wahl der Kinder wurden ihre gemeinsamen Interessen, wie auch ihre Gemeinsamkeiten im Spiel und Alltag berücksichtigt.

2.1 Fachliche Horizonte

Im Zuge der Planung und Durchführung meines Projekts setzte ich mich vorab mit den relevanten Fachlichen Horizonten auseinander. Diese wählte ich anhand meines Vorhabens und meiner Ziele aus.

2.1.1 Die Bedeutung des Rollenspiels für die kindliche Entwicklung

Durch das Rollenspiel erleben die Kinder Fantasiewelten und Alltagssituationen, diese Spiele machen Spaß und ermöglichen gleichzeitig neue Ansichten und Perspektiven. Zudem sind sie für das Entwickeln von sozialen Fähigkeiten ein wichtiges Training. Rollenspiele beginnen ab dem Kleinkindalter und gehören zum üblichen Spielverhalten der Kinder. Wenn sich die Kinder als eigenständige Person wahrnehmen, beginnen sie damit sich im Spiel in andere Charaktere hineinzuversetzen. Das ist in der Regel ab einem Alter von zwei Jahren der Fall. Mit der Weiterentwicklung des Kindes wachsen auch seine Rollenspiele. Im Kindergartenalter sind die Kinder bereits in der Lage ihre Spiele hinsichtlich Handlung und Rolle zu organisieren und zu planen. Zusätzlich können sie sich nun besser mit ihren Mitspielern verständigen, dies geschieht durch verbale wie auch nonverbale Kommunikation. Durch die Rollenspiele können die Kinder auf vielfältigste Weise ihr Selbst erproben und erlebtes verarbeiten. Die Kinder greifen bei der Wahl ihrer Spiele häufig Situationen auf, die sie gerade intensiv beschäftigen, dabei schlüpfen sie in die aus ihrer Perspektive erstrebenswerteste Rolle bzw. in die Rolle, mit der sie sich momentan am besten identifizieren können. Oft werden Begebenheiten aus dem Alltag nachgespielt (z.B. Einkaufen). Durch das Nachspielen von Alltagssituationen entwickeln die Kinder ein Verständnis für die Welt der Erwachsenen und können deren Verhaltensweisen einüben. So lernen sie spielerisch sich in andere Personen hineinzuversetzen. Gleichermaßen üben die Kinder durch das Übernehmen einer Rolle, Regeln einzuhalten und ein besseres Verständnis für deren Notwendigkeit zu haben. Die Entwicklung der sozialen Fähigkeiten wird unterstützt, so müssen sich die Kinder über die Rollenverteilung einigen. Sie lernen dabei ihre eigenen Ideen zu äußern und Kompromisse zu schließen. Beim Zusammenspiel mit anderen Kindern üben die Kinder sich gewählter auszudrücken, die Sprachfähigkeit wird gefördert. NaB, KeK: Die Bedeutung des Rollenspiels für die kindliche Entwicklung (o.J.), In: hoppsala.de, ein Projekt von FamilyConcepts, Entwicklung: HEIM:SPIEL, URL: http://www.hoppsala.de (Stand: 01.05.2018, 12:18)

2.1.2 Bauen und Konstruieren

Die Kinder machen beim Hantieren mit verschiedenen Materialien wichtige sensomotorische Erfahrungen und erweitern durch das untersuchen, Prüfen und Experimentieren ihre Kenntnisse und werden so zum Bauen und zusammensetzen (=Konstruieren) geführt. Durch diese Erfahrungen entstehen nach und nach Vorstellungen, Erinnerungen und Einsichten in räumliche und zeitliche Zusammenhänge, die eng mit konkreten Handlungen verknüpft sind. Die Kinder lernen beim Bauen und Konstruieren die Maßeinheiten und Relationen kennen, üben sich in ihrer Feinmotorik, Auge-Hand-Koordination, Ausdauer, Geduld und Präzession. Die Neugierde der Kinder wird geweckt und wachgehalten, ihre Wissbegierde sowie ihr Forscherdrang werden aktiviert. Die Kinder erleben erste Misserfolge und lernen mit diesen umzugehen. Die Kinder erfahren, dass sie ihre Umwelt mitgestalten können, erleben und sehen sich als Schöpfer ihres Werkes. Die kindliche Kreativität und Fantasie wird immer wieder aufs Neue entfacht. Das Kind erwirbt die Fähigkeit immer wieder verschiedene Lösungsmöglichkeiten für aufkommende Probleme zu erarbeiten. Die Kinder können auch nach vorgegebenen Plänen arbeiten und diese umsetzten. Beim Konstruieren lernen die Kinder unterschiedliche Werkzeuge kennen und erlernen bzw. üben den angemessenen Umgang. MAS Sabine Mair: Sich eine Welt bauen (Bauen und Konstruieren) = Bildung (o.J.), In: Eltern-Bildung, URL: https://www.eltern-bildung.at/expert-inn-enstimmen/sich-eine-welt-bauen-bauen-und-konstruieren-bildung/ (Stand: 01.05.2018, 12:23)

2.1.3 Der Orientierungsplan

Bildungs- und Entwicklungsfeld: Denken

„Kinder denken in Bildern und drücken sich über Bilder aus. Dieser Form bildhaften Denkens gilt es Raum zu geben, indem Kindern vielfältige Möglichkeiten geboten werden, ihre Gedanken und Ideen zum Ausdruck zu bringen. Dazu gehört nicht nur das Hervorbringen von Bildern über die Wirklichkeit, sondern gerade auch eine Art von Nachdenken über Mögliches und Unmögliches. Daraus entwickeln sich Fantasien, Utopien und Visionen. In der ästhetisch-künstlerischen Gestaltung und beim Musizieren muss diese Form des Denkens ihren besonderen Platz und Ausdruck finden.“o.A.: Bildungs- und Entwicklungsfeld: Denken (o.J.), in: Kindergärten und andere Kitas in Baden-Württemberg, Orientierungsplan, URL: http://www.kindergaerten-bw.de/,Lde/Startseite/Fruehe+Bildung/Denken , (Stand 01.05.2018, 13:02 Uhr)

Der oben zitierte Abschnitt lässt sich idealerweise auf mein Projekt übertragen, da die Kinder sich von Beginn an in einem Prozess des Denkens befanden. Sie machten sich Gedanken zu ihren Wünschen und überlegten, wie sie diese umsetzen könnten. Die Kinder überlegten was sie alles an Material und Werkzeug benötigten. Sie brachten ihre Ideen per Skizze auf Papier und setzten ihre Baupläne auch aktiv um. Sie machten die Erfahrung, was möglich ist und was nicht geht. Mussten Alternativen entwickeln. Durch die Gespräche während unserer Treffen kamen die Kinder in einen Austausch miteinander und wurden zum Nachdenken angeregt.

Bildungs- und Entwicklungsfeld: Sprache

„Wir brauchen die Sprache um uns zu verständigen, um Dinge benennen zu können, um Gedanken zu klären und auszutauschen, um Erfahrungen und Gefühle mitzuteilen und um uns Wissen anzueignen und weiter zu geben. Die Sprachbeherrschung, zuerst in Form der gesprochenen Sprache, später auch als Schrift, hat für das Lernen eine herausragende und unbestrittene Rolle.“o.A.: Bildungs- und Entwicklungsfeld: Sprache (o.J.), in: Kindergärten und andere Kitas in Baden-Württemberg, Orientierungsplan, URL: http://www.kindergaertenbw.de/,Lde/Startseite/Fruehe+Bildung/Sprache (Stand 01.05.2018, 13:02 Uhr)

Während des Projekts ging es schwerpunktmäßig auch darum, dass die Kinder ihre Gedanken mitteilen und gemeinsame Absprachen eingehen mussten. Es fand immer ein verbaler Austausch innerhalb der Gruppe statt, zu dem auch zum Beispiel das wiederholen der Gesprächsregeln (Melden, Zuhören, Ausreden lassen) gehörte.

Bildungs- und Entwicklungsfeld: Sinne

„Kunst, Musik und Theater bieten den Kindern im Alltag die Mittel sich schöpferisch und damit aktiv mit sich selbst, den Spielpartnern und ihrer Umgebung auseinander zu setzen. Dabei werden Sinne sensibilisiert und die Persönlichkeitsentwicklung gefördert. Gestalterische Tätigkeiten sind Formen experimentellen Denkens und Forschens und fördern in besonderer Weise die Entwicklung einer solchen differenzierten Wahrnehmungsfähigkeit. Zeichen und Zeichnungen von Kindern sind ein sichtbarer und Ausdruck ihrer Wirklichkeit, sei es nun Bilder aus der „Kritzelphase“ vor Beginn des Kindergartenalters oder die typischen „Kopf-, Glieder- und Körperfüßler" und Bilder mit Handlungs- und Erzählstrukturen von Kindergartenkindern. Kinder müssen dabei in ihrer Individualität wahrgenommen werden. Unterschiedlichen Lernfortschritten bei den Kindern muss mit differenzierten Angeboten begegnet werden, Themen der Kinder müssen ernstgenommen werden. Damit Kinder sich in vielfältiger gestalterischer Weise äußern können, müssen ihnen unterschiedliche Gestaltungsmittel und Materialien frei zur Verfügung stehen. Projekte eignen sich für diese experimentelle, formale und gestalterisch-inhaltliche Auseinandersetzung ganz besonders.“o.A.: Bildungs- und Entwicklungsfeld: Sinne (o.J.), in: Kindergärten und andere Kitas in Baden-Württemberg, Orientierungsplan,URL: http://www.kindergaertenbw.de/,Lde/Startseite/Fruehe+Bildung/Sinne, (Stand: 01.05.2018, 13:02 Uhr)

Die Kinder gestalteten sich im Projekt ihre eigene Welt. Durch den Bau und die Gestaltung der Burg setzten sich die Kinder nicht nur aktiv mit ihren Gedanken und Vorstellungen auseinander, sondern erlebten mit ihren Sinnen das unterschiedliche Material und Werkzeug wie auch den Raum ihrer Möglichkeiten.

3. Durchführung des Projekts

1. Der Einstieg in das Projekt (21.03.2018)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Ausarbeitung eines Projekts zur Stärkung der Selbst-, Sozial- Sachkompetenz von Vorschulkindern
Note
2,5
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V491523
ISBN (eBook)
9783668983199
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ausarbeitung, projekts, stärkung, selbst-, sozial-, sachkompetenz, vorschulkindern
Arbeit zitieren
Julia Hübner (Autor), 2018, Ausarbeitung eines Projekts zur Stärkung der Selbst-, Sozial- Sachkompetenz von Vorschulkindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491523

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