Praxisbesuch. Kreatives Bildungsangebot im Kindergarten


Ausarbeitung, 2018

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

1. Situationsanalyse

Das Anerkennungsjahr hat gefühlt gerade erst begonnen, da geht es auch schon mit großen Schritten Richtung Ende zu. Die Zeit rast! In den letzten Monaten ging es hoch her in unserer Einrichtung. Hartnäckige Krankheitswellen haben Kinder und Team Schach Matt gesetzt. Feste und Aktivitäten wurden intensiv vorbereitet, geplant und durchgeführt. Eine neue Vorstandswahl hielten das Team in Atem. Mitten drin-ich. Nachdem das mit meiner Beobachtung nicht so gut geklappt hat und dementsprechend der 1. Teil des Jahresberichts nicht zufriedenstellend war, hatte ich viele Momente in denen ich mit mir gehadert habe. Mein Wille immer alles gut machen zu wollen, endet stets in einem unglaublichen Druck, den ich ausübe um meinen Erwartungen gerecht zu werden. Davon möchte ich mich losmachen und das Projekt ermöglicht mir das in gewisser Weise auch. Seit ein paar Wochen widme ich mich meiner Projektarbeit und ich genieße die Zeit. Natürlich klappt nicht immer alles auf Anhieb und ist so wie die Kinder und ich uns das vorgestellt haben, aber das ist auch in Ordnung. Dadurch lernen wir und setzten uns nochmal intensiver mit Material und Werkzeug auseinander. Wir entwickeln uns somit neue Ideen und Alternativen. Es ist ein spannender Lernprozess, nicht nur für die Kinder! Da das Projekt noch im vollen Gange ist, werde ich dementsprechend an meinem Praxisbesuch eine Projekteinheit durchführen.

1.1 Projekt Mäuseburg

In meinem Projekt geht es um die Gestaltung eines Rollenspielbereiches im Kindergarten. Die entsprechenden Schwerpunkte wurden durch die Beobachtungen gewonnen. Das Bauzimmer wird zu einem Rollenspielbereich umgebaut. Warum gerade diese Räumlichkeiten? Seit geraumer Zeit rennen die Kinder dort nur noch Ziel- und Planlos umher. Fangen an Höhlen und dgl. zu bauen und lassen diese dann stehen um sich auch schon wieder nach der nächsten Tätigkeit umzusehen. Durch die Entstehung eines Rollenspielzimmers soll der Raum neue Spielimpulse vermitteln. Die Kinder zu neuen Spielideen anregen und inspirieren. Des Weiteren wird durch eine klare räumliche Einteilung das Herumrennen verhindert.

Nun ein kleiner Projekt Statusreport! Mein Einstieg geschah mit der Hilfe eines Bilderbuches, welches den Titel „Das Mäusehaus: Sam & Julia im Theater“ trägt. Die Geschichte handelt von zwei Mäusen Sam und Julia. Sie sind die besten Freunde und wohnen zusammen im Mäusehaus. Das besondere an den Bildern und den Mäusen sowie dem Haus, ist die Gestaltung. Die Autorin Karina Schaapman produzierte alles selbst. Aus Kartons usw. baute sie die Mäusewelt. Zentrales Thema der Geschichte ist der erste Theaterbesuch von Julia. Ich wandelte die Geschichte etwas ab und schlüpfte dabei in die Rolle der Maus. Aus ihrer Perspektive stellte ich mir die Frage was denn ein Theater ist und was man dazu alles braucht bzw. was alles dazu gehört. So konnte ich am Schluss den Bogen spannen und den ausgewählten Kindern meiner Gruppe mitteilen was ich denn mit ihnen vorhabe. Die Gestaltung einer eigenen kleinen Welt. Während unserer weiteren Sitzungen setzten sich die Kinder mit ihren Wünschen bezüglich des Rollenspielzimmers auseinander. Schnell war klar, dass sich die Kinder eine Burg aus Kartons bauen wollen und so wurde das Projekt Mäuseburg geboren. Zuerst kam die Planungsphase in der die Kinder ihre Baupläne und Skizzen zu Papier bringen konnten und wir gemeinsam überlegten, was wir an Materialien und Werkzeug benötigen. Als nächstes startete die Realisierungsphase in der die Burg gebaut wurde. Beim Praxisbesuch geht es an die malerische Gestaltung des Bauwerkes.

1.2 Angaben zur Projekt Gruppe

Da ich in meiner Arbeit immer als Anleitung und Unterstützung präsent sein muss und individuell auf alle eingehen möchte, entschied ich mich dazu die Gruppe klein zu halten. Ich biete mein Projekt daher in einer geschlossenen Gruppe von 5 Kindern an. Zu den Kindern zählt u.a. mein Beobachtungskind. Bei der Wahl der Kinder wurden die Interessen und Gemeinsamkeiten im Spiel und Alltag berücksichtigt. Die Kinder der Gruppe verstehen sich alle sehr gut miteinander, haben ein positives Verhältnis zueinander und spielen regelmäßig zusammen. Ihre Interessen und Vorlieben wie das Bauen und Basteln oder auch das Rollenspiel verbindet sie und lässt sie im Projekt wertschätzend miteinander arbeiten. Dass die Gruppe aus 4 Jungs und nur einem Mädchen besteht verursacht keine Probleme und macht keinen Unterschied im gemeinsamen arbeiten. Natürlich können nicht alle Kinder im Projekt mitwirken, dass würde zum einen den räumlichen Rahmen sprengen und zum anderen passen nicht alle Kinder von ihren Interessen her zusammen.

I. weiblich 5,11 Jahre

I. ist mein Beobachtungskind. Sie wird im Mai 6 Jahre alt und gehört in diesem Kindergartenjahr zu den Schulkindern. I. ist ein immer gut gelauntes Mädchen mit einer sehr positiven Ausstrahlung. Sie ist vom Charakter her zurückhaltend. I. ist ein sehr konzentrierter Mensch. Sie kann ausdauernd und konzentriert spielen und sich dabei nicht von anderen Kindern und Geschehnissen ablenken lassen. Sie hat ganz klare Vorstellungen von ihren Handlungen und weis was sie will! Stets hat I. ein selbstgestecktes Ziel vor Augen welches sie erreichen möchte. Beim Erreichen ihrer Ziele ist I. ausdauernd und geduldig. Wichtig ist I. die Struktur des Kindergartenalltags denn dieser gibt ihr Sicherheit. I. ist Ordnung sehr wichtig, sie achtet auch im Alltag stets darauf. Sie sortiert gerne und zeigt dabei ihre motorische Fitheit. I. baut auch gerne Dinge zusammen weshalb einer ihrer Lieblingsplätze im Kindergarten die Ecke mit dem Lego ist. Im Zusammenbauen der Lego Kleinteile zeigt I. großes Geschick. I. spielt auch mit Vorliebe Rollenspiele und versetzt sich dabei gerne in die unterschiedlichsten Charaktere. Sie mag den Sandkasten im Garten und spielt dort Kuchen backen und kochen. I. kommuniziert gerne mit den anderen Kindern und spielt mit ihnen. Jedoch braucht sie auch mal ihre Ruhe und das Spiel mit sich selbst. I. ist kreativ und hat viel Fantasie. Ihr Wille ist sehr stark. Sie will alles alleine bewältigen und versucht Probleme und Herausforderungen in der Regel erst mal ohne fremde Hilfe zu schaffen. I. hat drei ältere Geschwister, zwei Schwestern und einen Bruder.

K. männlich 6,6 Jahre

K. ist ein stets gut gelauntes und heiteres Kind. Er ist 6 Jahre alt und auch ein diesjähriges Schulanfängerkind. Im Kindergarten hat er seinen konstanten Platz und kommt gut mit allen Kindern aus. Er spielt die meiste Zeit mit den anderen Schulanfängerjungs, aber auch mit den jüngeren Kindern und sucht regelmäßig den Kontakt zu den Erzieherinnen, sei es zum Reden oder zum Kuscheln. K. orientiert sich gerne an den anderen Kindern, bringt aber auch eigene Spielideen ein. Er kann sich mitteilen und sagen, wenn ihm etwas nicht behagt. K. ist ein rücksichtsvolles Kind, mit dem man gut reden kann. K. hat noch einen großen Bruder.

C. H. männlich 6,00 Jahre

C. ist 6 Jahre alt und der Ältere von zwei Kindern. Sein kleiner Bruder ist in diesem Kindergartenjahr von der Krippe in die Kindergartengruppe gewechselt. C. spielt bevorzugt mit den Jungs seiner Altersgruppe, aber auch mit den anderen Kindern. Er ist ein sehr offenes und waches Kind. Interessiert ihn etwas, dann ist seine Begeisterung nicht mehr zu bremsen. Er plant und konstruiert gerne. Sei es im Lego- und Duplobereich, im Atelier oder im Garten bzw. Wald. Er hat stets eine gute Idee wie man etwas bauen oder gestalten kann. Mit seinem Enthusiasmus zieht er die anderen Kinder mit und motiviert sie.

C. S. männlich 5,3 Jahre

C. ist (noch) das jüngste Kind seiner Familie. Er wird mit zwei älteren Schwestern groß. Weshalb er mit Jungs und Mädchen gleichermaßen gut auskommt und spielen kann. Im Juni wird sich ein kleines Geschwisterchen dazugesellen und C. somit zum großen Bruder machen. C. erzählt mir häufig von dem Baby und zeigt seine Begeisterung bei der Vorstellung großer Bruder zu sein. C. ist ein lustiges und kreatives Kind. Er baut gerne in der Duplo- und Legoecke Fahrzeuge und Gebäude. Auch das Atelier hat es ihm angetan. Man sieht ihn dort regelmäßig malen und basteln. C. hat auch Freude daran Rollenspiele zu spielen und ist dabei auch sehr kreativ. C. spricht und erzählt gerne, ihm ist das Einhalten von Regeln sehr wichtig und er erinnert die anderen Kinder stets an diese!

M. männlich 4,11 Jahre

M. ist ein Kind welches mit einer solchen Ruhe und Gelassenheit durch den Kindergartenalltag geht, dass ich mir wünsche, er könnte mir etwas von dieser Entspanntheit abgeben. Er kommt mit allen Kindern sehr gut aus, alle Kinder sind beliebte Spielpartner, er kann mit ihnen spielen und sich austauschen. M. gibt gerne auch mal den Ton an und setzt Spielimpulse. Er merkt jedoch schnell wo seine Grenzen sind und wenn er seine Ruhe und Zeit für sich braucht, dann zieht er sich gerne ins Atelier zurück, malt bzw. baut Flieger, schaut sich ein Buch auf dem Lesesofa an oder geht auf die Hochebene.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Praxisbesuch. Kreatives Bildungsangebot im Kindergarten
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V491524
ISBN (eBook)
9783668962897
ISBN (Buch)
9783668962903
Sprache
Deutsch
Schlagworte
praxisbesuch, kreatives, bildungsangebot, kindergarten
Arbeit zitieren
Julia Hübner (Autor), 2018, Praxisbesuch. Kreatives Bildungsangebot im Kindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491524

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