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Die Verkehrsdurchsetzung bei Farb- und Formmarken. Notwendige Gewährleistung der Markttransparenz oder Gefährdung berechtigter Freihaltebedürfnisse?

Title: Die Verkehrsdurchsetzung bei Farb- und Formmarken. Notwendige Gewährleistung der Markttransparenz oder Gefährdung berechtigter Freihaltebedürfnisse?

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 27 Pages , Grade: 13 Punkte

Autor:in: Katharina Schug (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Diese Hausarbeit geht dem juristischen Spannungsverhältnis zwischen der Gewährleistung von Markttransparenz und dem Schutz von Freihaltebedürfnissen bei Farb- und Formmarken nach und prüft, ob diesen widerstreitenden Interessen im Rahmen der praktisch relevanten Verkehrsdurchsetzung angemessen Rechnung getragen wird.

Hierfür wird zunächst die Verbraucherwahrnehmung und das Freihaltebedürnis bei Farb- und Formmarken untersucht, bevor dann auf die Bedeutung sogenannter absoluter Schutzhindernisse eingegangen wird. Danach werden die Voraussetzungen sowie Kriterien und Umfang der Verkehrsdurchsetzung näher erläutert.

Anschließend wird der Spezialfall des nachträglichen Entfallens der Verkehrsdurchsetzung kurz angesprochen, bevor ein abschließendes Fazit gezogen wird.

Excerpt


Gliederung

I. Die Verkehrsdurchsetzung im markenrechtlichen Spannungsfeld und ihre Bedeutung bei Farb- und Formmarken

II. Die Verbraucherwahrnehmung und das Freihaltebedürfnis bei Farb- und Formmarken

1. Farbmarken

2. Formmarken

III. Die Bedeutung absoluter Schutzhindernisse

1. Nicht überwindbare Schutzhindernisse (§ 3 II MarkenG)

2. Überwindbare Schutzhindernisse (§ 8 II Nr. 1 – 3 MarkenG)

IV. Voraussetzungen der Verkehrsdurchsetzung

1. Verkehrsdurchsetzung der angemeldeten Marke

2. Verkehrsdurchsetzung infolge der Benutzung als Marke

a) Formmarken

b) Farben

3. Verkehrsdurchsetzung für bestimmte Waren oder Dienstleistungen

V. Kriterien und Umfang der Verkehrsdurchsetzung

1. Die Chiemsee-Kriterien

2. Die Bedeutung von Verkehrsbefragungen

3. Maßgeblichkeit der 50% - Grenze

4. Relevanz von Freihaltebedürfnissen

a) Rechtsprechung zum WZG

b) Bedeutung der Chiemsee – Entscheidung

c) Grundsatz der rechtlichen Gleichbehandlung aller Markenformen

d) Erforderlicher Durchsetzungsgrad bei Farbmarken

aa) Argumente gegen eine Berücksichtigung von Freihaltebedürfnissen

bb) Erforderlichkeit der Berücksichtigung von Freihaltebedürfnissen

e) Erforderlicher Durchsetzungsgrad bei Formmarken

VI. Nachträgliches Entfallen der Verkehrsdurchsetzung

VII. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die aktuelle Praxis zur Verkehrsdurchsetzung bei Farb- und Formmarken eine angemessene Balance zwischen der Gewährleistung von Markttransparenz und dem Schutz berechtigter Freihaltebedürfnisse von Wettbewerbern darstellt.

  • Rechtliche Grundlagen der Verkehrsdurchsetzung bei besonderen Markenformen.
  • Analyse der Verbraucherwahrnehmung und deren Bedeutung für die Markenbildung.
  • Bewertung der Anforderungen an Verkehrsbefragungen und Durchsetzungsgrade.
  • Diskussion der Berücksichtigung von Freihaltebedürfnissen in der Rechtsprechung.
  • Kritische Würdigung der Monopolisierung bei Farb- und Produktformmarken.

Auszug aus dem Buch

II. Die Verbraucherwahrnehmung und das Freihaltebedürfnis bei Farb- und Formmarken

Bei Farben und Formen als Marken bestehen gewisse Besonderheiten, welche bei der Prüfung der Verkehrsdurchsetzung beachtet werden müssen und im Folgenden herausgestellt werden.

1. Farbmarken

Eine besondere Problematik der abstrakten Farbmarke besteht in ihrer Wahrnehmung im Verkehr. Nach einer Ansicht ermöglichen Farben als solche keine sichere Unterscheidung der Produkte nach ihrer Herkunft und würden angesichts der Kennzeichnungspraxis vom Verkehr überhaupt nicht als eigenständiger Herkunftshinweis verstanden. Diese Ansicht verneint bereits die abstrakte Markenfähigkeit konturloser Farben und damit auch eine Verkehrsdurchsetzung. Dem muss entgegengehalten werden, dass es durchaus Farben gibt, die im Verkehr als solche als Herkunftshinweis verstanden werden, die abstrakte Unterscheidungseignung muss daher bejaht werden. Konturlose Farbmarken sind somit grundsätzlich geeignet, Markttransparenz zu fördern. Dennoch lässt sich feststellen, dass Verbraucher abstrakte Farben in der Regel in erster Linie beschreibend oder dekorativ wahrnehmen, sie aber insbesondere neben anderen Wort- oder Bildelementen nicht als betrieblichen Herkunftshinweis verstehen.

Weiterhin stellt sich die Frage, inwiefern ein Freihaltebedürfnis an abstrakten Farben und Farbkombinationen besteht. Zwar existiert eine große Anzahl verschiedener Farbschattierungen, allerdings kann der durchschnittliche Verbraucher nur eine begrenzte Anzahl unterscheiden und erinnern. Gleichzeitig sind Farben für Unternehmen für die Gestaltung von Waren oder Verpackungen und im Marketing aber grundlegend. Unternehmen sollten daher grundsätzlich die Möglichkeit haben, Farben frei zu nutzen. Mit zunehmender Zahl an Eintragungen nimmt die Beschränkung der Mitbewerber jedoch zu und es besteht die Gefahr, dass keine Farben mehr zur Verfügung stehen. Insofern kann im abstrakten Farbschutz eine erhebliche wettbewerbsbeschränkende Wirkung bestehen. Daher darf im Hinblick auf das System eines unverfälschten Wettbewerbs die freie Verfügbarkeit von Farben für Mitbewerber im Allgemeininteresse nicht ungerechtfertigt beschränkt werden. Da es Mitbewerbern möglich sein muss, etwa bestimmte Verbrauchervorlieben oder Signalwirkungen von Farben zu berücksichtigen, besteht auch ein Freihaltebedürfnis an einem einzelnen bestimmten Farbton, welches unterschiedlich stark sein kann.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die Verkehrsdurchsetzung im markenrechtlichen Spannungsfeld und ihre Bedeutung bei Farb- und Formmarken: Einführung in das Thema, wobei das Spannungsfeld zwischen Markttransparenz durch Monopolisierung und dem Bedürfnis, Zeichen für Wettbewerber freizuhalten, erläutert wird.

II. Die Verbraucherwahrnehmung und das Freihaltebedürfnis bei Farb- und Formmarken: Analyse der spezifischen Problematiken bei der Wahrnehmung von Farben und Formen als Herkunftshinweise und der damit verbundenen Freihalteinteressen.

III. Die Bedeutung absoluter Schutzhindernisse: Erläuterung der Relevanz absoluter Schutzhindernisse und deren Überwindbarkeit bei Farb- und Formmarken im Markenrecht.

IV. Voraussetzungen der Verkehrsdurchsetzung: Darstellung der Kriterien, wie die Verkehrsdurchsetzung der angemeldeten Marke oder durch Benutzung nachgewiesen werden kann und muss.

V. Kriterien und Umfang der Verkehrsdurchsetzung: Untersuchung der methodischen Anforderungen an Verkehrsbefragungen, der 50%-Grenze und der Relevanz von Freihaltebedürfnissen für den Durchsetzungsgrad.

VI. Nachträgliches Entfallen der Verkehrsdurchsetzung: Rechtliche Einordnung, was passiert, wenn die Voraussetzungen der Verkehrsdurchsetzung nach der Eintragung wegfallen.

VII. Fazit: Zusammenfassende kritische Bewertung der aktuellen Rechtsprechung und Forderung nach einer stärkeren Berücksichtigung der individuellen Freihaltebedürfnisse.

Schlüsselwörter

Markenrecht, Verkehrsdurchsetzung, Farbmarken, Formmarken, Freihaltebedürfnis, Markttransparenz, Verkehrsbefragung, Unterscheidungskraft, BGH, EuGH, Wettbewerbsfreiheit, MarkenG, Herkunftshinweis, Monopolisierung, Produktgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Erlangung von Markenschutz für Farb- und Formmarken durch Verkehrsdurchsetzung, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Kennzeichnungsrecht und Wettbewerbsfreiheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Verbraucherwahrnehmung, die Relevanz von Freihaltebedürfnissen, die Anforderungen an den Durchsetzungsgrad und die methodischen Probleme bei Verkehrsbefragungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Prüfung, ob die derzeitige Rechtsprechung und Praxis der Verkehrsdurchsetzung bei Farb- und Formmarken den widerstreitenden Interessen von Markeninhabern und Wettbewerbern angemessen Rechnung trägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende juristische Analyse von Gesetzestexten (MarkenG), einschlägiger Rechtsprechung von EuGH und BGH sowie wissenschaftlicher Literatur zu diesen Fachbereichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Voraussetzungen der Verkehrsdurchsetzung, die Bedeutung absoluter Schutzhindernisse sowie die spezifischen Kriterien und der Umfang der Verkehrsdurchsetzung bei Farb- und Formmarken detailliert untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Verkehrsdurchsetzung, Farbmarken, Formmarken, Freihaltebedürfnis und Markttransparenz.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des BGH bei Verkehrsbefragungen?

Die Autorin kritisiert, dass der BGH bei der Annahme von Verkehrsdurchsetzung häufig von einer bloßen Zuordnung des Zeichens zu einem Unternehmen auf eine "markenmäßige Benutzung" schließt, was die Prüfung der tatsächlichen Herkunftsfunktion untergraben könnte.

Was ist das "Sparkassen-Rot" Beispiel in der Arbeit?

Das "Sparkassen-Rot" dient als prominentes Fallbeispiel für eine kraft Verkehrsdurchsetzung eingetragene Farbmarke, anhand derer die Problematik der Monopolisierung einer abstrakten Grundfarbe für Finanzdienstleistungen diskutiert wird.

Warum wird die 50%-Grenze kritisch hinterfragt?

Obwohl starre Prozentsätze vom EuGH abgelehnt werden, dient die 50%-Grenze oft als Orientierung. Die Autorin weist darauf hin, dass bei gesteigertem Freihaltebedürfnis höhere Anforderungen gestellt werden sollten, da sonst das Wettbewerbssystem verfälscht werden könnte.

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Details

Title
Die Verkehrsdurchsetzung bei Farb- und Formmarken. Notwendige Gewährleistung der Markttransparenz oder Gefährdung berechtigter Freihaltebedürfnisse?
College
LMU Munich
Grade
13 Punkte
Author
Katharina Schug (Author)
Publication Year
2018
Pages
27
Catalog Number
V491547
ISBN (eBook)
9783668984233
ISBN (Book)
9783668984240
Language
German
Tags
verkehrsdurchsetzung farb- formmarken notwendige gewährleistung markttransparenz gefährdung freihaltebedürfnisse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Schug (Author), 2018, Die Verkehrsdurchsetzung bei Farb- und Formmarken. Notwendige Gewährleistung der Markttransparenz oder Gefährdung berechtigter Freihaltebedürfnisse?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491547
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