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Transformation der Rhetorik um 1770 und ihr Erbe für die (Stil-)Didaktik

Titel: Transformation der Rhetorik um 1770 und ihr Erbe für die (Stil-)Didaktik

Hausarbeit , 2018 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Henrike Vogel (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das rhetorische Zeitalter erstreckte sich von der Antike, über das Mittelalter, bis in weite Teile der Neuzeit hinein. Die Rhetorik prägte jahrhundertelang das deutsche Schulwesen. Und auch heute scheint ihr ein wiedererstarkendes Interesse aus den unterschiedlichsten Disziplinen beschert zu sein. Bereits zu ihrem Beginn wurde die Rhetorik angefeindet und verteidigt, verleumdet und gelobt, ihr Untergang wurde oft beschworen und ihre Wiederauferstehung wieder ausgerufen. Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit steht daher die Rhetorik. Eine Lehre, die derart lange Zeit maßgeblichen Einfluss auf das Bildungswesen ausgeübt hat und in der Tradition des Redens steht, muss zwangsläufig auch den Deutsch-unterricht beeinflusst haben. Um die Entwicklung des Stilbegriffs nachvollziehen zu können, scheint ein Blick auf die Rhetorik als Sitz der angemessenen Sprachbemeisterung lohnend zu sein. So finden sich bereits nach einer oberflächlichen Sichtung der Literatur verschiedenste Zusammenhänge zwischen Rhetorik und Stilistik: die Stilistik erscheint als Ersatz der untergegangenen Rhetorik oder aber als verlängerter Arm derselben, es werden Parallelen gezogen zwischen kommunikationstheoretischen, stildidaktischen Ansätzen und der Rhetorik, die beweisen wollen, dass die Rhetorik nie gänzlich untergegangen war, oder aber man setzt sich dafür ein, die altehrwürdige Rhetorik wieder in ihr Recht zu setzen, da sie der vorherrschenden stilistischen Bildung überlegen sei. Diese konkurrierenden Theoriestränge gilt es in dieser Arbeit zu untersuchen. In welchem Verhältnis stehen Rhetorik und Stilistik zueinander? Welche Konsequenzen hatte die Transformation der Rhetorik für den Deutschunterricht?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung & Fragestellung

1. Methode – von Untergängen, Kontinuitäten & Wiederauferstehungen

2. Rhetorik vor 1770

3. Transformation der Rhetorik um 1770 & ihre Folgen für den Deutschunterricht

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel der Rhetorik im 18. Jahrhundert und deren tiefgreifende Auswirkungen auf die Entwicklung des Deutschunterrichts, insbesondere im Hinblick auf den Übergang von einer regelbasierten Produktionsrhetorik zur modernen Individualstilistik.

  • Historische Entwicklung des Rhetorikbegriffs von der Antike bis ins 19. Jahrhundert
  • Transformation der Schulrhetorik im Kontext der Aufklärung
  • Verschiebung vom produktionsorientierten zum rezeptionsorientierten Unterricht
  • Verhältnis von Rhetorik, Stilistik und der Herausbildung der modernen Literaturdidaktik
  • Einfluss des Individualstil-Konzepts auf die heutige Unterrichtspraxis

Auszug aus dem Buch

1. Methode – von Untergängen, Kontinuitäten & Wiederauferstehungen

Die Rhetorik sei untergegangen, wiederauferstanden oder nie gänzlich fort gewesen – die Auffassungen zur Rhetorikgeschichte sind mannigfaltig. Doch welcher Auffassung sollte nachgegangen werden? Und woraus ergeben sich diese konkurrierenden, ja widersprüchlichen Ansätzen, wenn nicht aus einem voneinander abweichenden Rhetorikbegriff?

Dietmar Till legt in seinem Werk „Transformationen der Rhetorik. Untersuchungen zum Wandel der Rhetoriktheorie im 17. und 18. Jahrhundert“ eindrücklich dar, dass verschiedene Modelle zur Rhetorik existieren: zum einen das „strukturalistische“, zum anderen das „anthropologische Modell“. (Till 2004: 1) Das anthropologische Modell definiert die Rhetorik als ein dem Menschen eigentümliches Phänomen, das sich unter der Fähigkeit zur Sprache und Kommunikation einordnen lässt. Dies bedeutet für eine mögliche Rhetorikgeschichte, dass die Rhetorik zwar historisch wandelbar ist, jedoch letztendlich eine unvergängliche Konstante im menschlichen Leben darstellt. (vgl. Till 2004: 2) Das strukturalistische Modell hingegen beschreibt die Rhetorik als normierendes Regelsystem für sprachliche Äußerungen, durch deren Anwendung ein wirkungsvoller Text produziert werden kann. (vlg. ebd.) Bereits in dieser groben Unterscheidung werden grundsätzliche Weichenstellungen sichtbar.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung & Fragestellung: Diese Einführung erläutert die Relevanz der Rhetorik für das Bildungswesen und stellt die Forschungsfrage nach dem Verhältnis von Rhetorik und Stilistik sowie deren Folgen für den Deutschunterricht.

1. Methode – von Untergängen, Kontinuitäten & Wiederauferstehungen: Das Kapitel analysiert verschiedene theoretische Modelle zur Rhetorikgeschichte und begründet die Wahl des strukturalistischen Ansatzes für die weitere Untersuchung.

2. Rhetorik vor 1770: Hier wird die Situation der traditionellen, auf den officia oratoris basierenden Schulrhetorik in den Gelehrtenschulen vor der großen Transformation des 18. Jahrhunderts geschildert.

3. Transformation der Rhetorik um 1770 & ihre Folgen für den Deutschunterricht: Der Hauptteil beleuchtet die komplexen Prozesse der Disziplinauflösung, den Aufstieg des Individualstil-Konzepts und die Etablierung des modernen Literaturunterrichts.

4. Fazit: Die Ergebnisse bestätigen den Untergang des Rhetoriksystems nach 1770 und reflektieren kritisch das Erbe des Individualstils im heutigen Deutschunterricht.

Schlüsselwörter

Rhetorik, Rhetorikgeschichte, Deutschunterricht, Stilistik, Individualstil, Aufklärung, Schulrhetorik, Transformation, Literaturdidaktik, officia oratoris, Didaktik, Bildungsgeschichte, Sprachunterricht, Rezeptionsverfahren, Geschmacksbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Wandel der Rhetoriktheorie im 18. Jahrhundert und analysiert, wie dieser Prozess die heutige Gestalt des Deutschunterrichts maßgeblich beeinflusst hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Rhetorik, die Entwicklung des Stilbegriffs, institutionelle Änderungen im Schulwesen des 18. Jahrhunderts und die didaktische Neuausrichtung des Sprach- und Literaturunterrichts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die traditionelle Rhetorik abgelöst wurde und welche Konsequenzen der Übergang vom produktionsorientierten Rhetoriktraining zum rezeptionsorientierten Literaturunterricht für Lernende hatte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es wird eine theoretische Aufarbeitung auf Basis aktueller Forschungspositionen (insbesondere von Dietmar Till und Ulf Abraham) verwendet, um Rhetorikmodelle zu operationalisieren und historische Veränderungsprozesse nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich den Ursachen der Rhetorik-Erosion, dem Wandel des Wissenschaftsverständnisses in der Aufklärung sowie den spezifischen Auswirkungen auf Unterrichtsstrukturen und Lehrpläne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Rhetorik, Individualstil, Transformation, Schulrhetorik, Deutschdidaktik, Aufklärung und officia oratoris.

Warum wird das Jahr 1770 als zentrales Datum hervorgehoben?

1770 gilt als Eckdatum, an dem die Koexistenz von alter Rhetorik und neuer ästhetischer Theorie zugunsten der Rede vom Stil und Ausdruck zu kippen begann.

Was bedeutet der Wandel vom „produktionsorientierten“ zum „rezeptionsorientierten“ Unterricht?

Früher stand das aktive Verfassen von Reden nach antiken Regeln im Fokus; später verlagerte sich der Schwerpunkt auf das Lesen, Analysieren und die ästhetische Geschmacksbildung am literarischen Werk.

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Details

Titel
Transformation der Rhetorik um 1770 und ihr Erbe für die (Stil-)Didaktik
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für deutsche Literatur)
Veranstaltung
Seminar: „Stil und Didaktik“
Note
1,0
Autor
Henrike Vogel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V491590
ISBN (eBook)
9783668982130
ISBN (Buch)
9783668982147
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stil Didaktik Stildidaktik Rhetorik Geschichte Deutschunterricht Latein
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Henrike Vogel (Autor:in), 2018, Transformation der Rhetorik um 1770 und ihr Erbe für die (Stil-)Didaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491590
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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