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Das Verhältnis des frühen Christentums zur Astrologie

Titel: Das Verhältnis des frühen Christentums zur Astrologie

Hausarbeit , 2017 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Henrike Vogel (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Verhältnis des frühen Christentums zur Astrologie Gegenstand dieser Hausarbeit sein. Hierbei werde ich vorrangig zwei umfassende Werke zur Thematik sichten, zum einen Kocku von Stuckrads "Das Ringen um die Astrologie. Jüdische und christliche Beiträge zum antiken Zeitverständnis" (2000) und zum anderen die Studie von Timothy Michael Joseph Hegedus "Attitudes to Astrology in Early Christianity: A Study Based on Selected Sources" (2000).

Das Christentum gilt vielen als vehementer Gegner der Astrologie. So wurde die Astrologie unter Kaiser Valens im 4. Jahrhundert n. Chr. per Gesetzgebung als error gebrandmarkt und jede Konsultation von Astrologinnen und Astrologen, ob bei Tag oder Nacht, ob öffentlich oder privat verboten und sowohl für den Astrologen als auch für den Klienten unter Strafe gestellt. Unter Kaiser Honorius und Theodosius (347 – 395 und 384 – 424) wurde die Astrologie schließlich als Häresie eingestuft. Astrologinnen und Astrologen sollten nicht nur aus Rom, sondern aus allen Städten und Gemeinden vertrieben werden, "wenn sie nicht bereit sind, nachdem sie die Bücher des ihnen eigenen Irrtums unter den Augen der Bischöfe verbrannt haben, zum Glauben der katholischen Religion überzutreten und niemals zu ihrem früheren Irrtum zurückzukehren".

Die fortschreitende Kriminalisierung der Astrologie unter christlicher Herrschaftspolitik ist zwar ein mitunter blutiger Beweis für die Ablehnung der Astrologie von christlicher Seite, jedoch ist damit bei Weitem nicht die gesamte Vielfalt antiker christlicher Reaktionen auf die Astrologie abgedeckt. Das pauschale Urteil, Christentum und auch Judentum seien von Beginn an Gegner jeder astrologischen Betätigung gewesen, bedarf einer differenzierten Untersuchung.

Es wird sich zeigen, dass die frühen Religionen weitaus vielfältiger gewesen sind, als es die Kirche heutzutage wahrhaben möchte...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Anti-astrologische Polemik des frühen Christentums

2. Abseits der Dichotomie: Integration von Astrologie im frühen Christentum

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis des frühen Christentums zur Astrologie, wobei sie über die verbreitete Annahme einer pauschalen Ablehnung hinausgeht und die Vielfalt christlicher Reaktionen sowie die Integration astrologischer Denkmodelle analysiert.

  • Anti-astrologische Polemik und ihre philosophisch-theologischen Grundlagen
  • Die Rolle von Willensfreiheit und göttlicher Schöpfungsordnung im astrologischen Diskurs
  • Synkretistische Tendenzen und die Inkorporation astrologischer Lehren in gnostische Systeme
  • Die symbolische Bedeutung astrologischer Motive in biblischen Texten und christlicher Ikonographie
  • Die Entwicklung von der anfänglichen Vielfalt hin zur normativen Kriminalisierung der Astrologie

Auszug aus dem Buch

1. Anti-astrologische Polemik des frühen Christentums

Die anti-astrologische Polemik des Christentums bediente sich verschiedener Argumentationslinien, die sich sowohl aus theologischen Überlegungen als auch aus einem breiten Fundus von bereits existierenden philosophischen und methodologischen Gegenargumenten speisten (vgl. Dihle 2010: 104: Hegedus 2000: 20 f.). Dabei wurde die Astrologie meist mit dem Glauben an ein fatalistisches Schicksal in Verbindung gebracht oder sogar gleichgesetzt (vgl. Hegedus 2000: 20 f.), woraus eine radikale Ablehnung resultierte.

Nachfolgend werden die wichtigsten Argumente und ihre Vertreter jeweils kurz nachgezeichnet und eingeordnet. Dabei werde ich thematisch vorgehen und jeweils Beispiele für das Vorkommen des Arguments beifügen.

Eines der häufigsten Argumente aus der griechisch-römischen astrologiekritischen Tradition nennt Hegedus „Practical Impossibility“ (Hegedus 2000: 24). Die praktische Umsetzbarkeit astrologischer Lehren wurde dabei gravierend in Zweifel gezogen. So könne die Position der Himmelskörper zum Zeitpunkt der Befruchtung bzw. der Geburt durch den Astrologen nicht präzise festgestellt werden. Diese Kritik wurde in verschiedenen Variationen wiedergegeben und weiterentwickelt. Der jüngste der vier großen lateinischen Kirchenväter der Spätantike, Gregor der Große (540 – 604) beispielsweise führte dieses Argument zu seinem reductio ad absurdum, indem er darauf hinwies, dass die verschiedenen Teile eines Babys verschiedene Horoskope haben müssten, da die Geburt als langwieriger Vorgang während der Sukzession mehrerer Tierkreiszeichen vonstatten gehe (vgl. Hegedus 2000: 25). Der Bischof Gregor von Nyssa (335/340 – 394) bezog das Argument in Contra Fatum auf Artefakte wie Schiffe oder Städte, die in mehreren Schritten hergestellt würden oder sich über eine längere Zeit entwickelten, sodass nicht entscheidbar sei, ab wann das Horoskop bestimmt werden solle (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt die Ausgangslage der massiven Ablehnung und Kriminalisierung der Astrologie im frühen Christentum und legt das Ziel der Arbeit fest, diese Sichtweise durch eine differenzierte Untersuchung der Literatur von Kocku von Stuckrad und Timothy Hegedus zu erweitern.

1. Anti-astrologische Polemik des frühen Christentums: Dieses Kapitel skizziert die verschiedenen philosophischen und theologischen Argumente, mit denen christliche Autoren gegen die Astrologie polemisierten, wobei der Fokus auf dem Vorwurf des Fatalismus und der Bedrohung der göttlichen Schöpfungsordnung liegt.

2. Abseits der Dichotomie: Integration von Astrologie im frühen Christentum: Das Kapitel beleuchtet christliche Gruppierungen, die Astrologie nicht nur ablehnten, sondern diese in ihr eigenes Glaubenssystem inkorporierten, und untersucht dabei unter anderem gnostische Strömungen und die christliche Ikonographie.

3. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Annahme einer rein astrologiefeindlichen Haltung zu kurz greift, da eine ursprüngliche Vielfalt und Flexibilität durch eine zunehmende Normierung des Christentums erst im späteren Verlauf verdrängt wurde.

Schlüsselwörter

Astrologie, Christentum, frühes Christentum, Antike, Ketzerei, Fatalismus, Willensfreiheit, Gnosis, Synkretismus, Johannesoffenbarung, Stern von Bethlehem, Melothesie, Schicksal, Ikonographie, Polemik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen dem frühen Christentum und der Astrologie, wobei sie aufzeigt, dass neben der bekannten Ablehnung auch integrative und synkretistische Tendenzen existierten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der anti-astrologischen Polemik, der Rolle der menschlichen Willensfreiheit, der gnostischen Inkorporation astrologischer Lehren sowie dem Einfluss antiker paganer Symbolik auf christliche Texte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das pauschale Bild einer rein astrologiefeindlichen christlichen Lehre zu korrigieren und ein differenzierteres Verständnis der antiken christlichen Positionen zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Sichtung und wissenschaftlichen Aufarbeitung zweier umfassender Standardwerke von Kocku von Stuckrad und Timothy Hegedus, um verschiedene Forschungspositionen gegeneinander abzuwägen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die klassischen theologischen und philosophischen Gegenargumente gegen die Astrologie dargelegt und anschließend die Integration astrologischer Denkmodelle in christliche bzw. gnostische Gruppen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Astrologie, frühes Christentum, Fatalismus, Gnosis, Synkretismus, Schicksal und christliche Identitätsbildung.

Wie interpretierte das frühe Christentum den "Stern von Bethlehem"?

Der Stern wurde von vielen christlichen Autoren zunächst als ein durch Gott geschaffenes, besonderes Zeichen für die Geburt Jesu gedeutet, wobei man sich intensiv mit der Frage auseinandersetzte, wie dies mit der Ablehnung astrologischer Praktiken vereinbar ist.

Welche Rolle spielte die Zahl Sieben in der frühchristlichen Literatur?

Die Zahl Sieben hatte eine hohe kosmische Bedeutung und wurde in Texten wie der Johannesoffenbarung häufig verwendet, was auf eine Verflechtung religiöser Motive mit antiker Symbolik hindeutet.

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Details

Titel
Das Verhältnis des frühen Christentums zur Astrologie
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Seminar "Wissenschaftsgeschichte: Antike Tierkreisastrologie"
Note
1,0
Autor
Henrike Vogel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V491606
ISBN (eBook)
9783668983632
ISBN (Buch)
9783668983649
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Christentum Antike Astrologie Ketzerei Magie Wissenschaftsgeschichte Kriminalisierung Verfolgung Judentum Religion Theologie Politik Herrschaft Kirche Horoskop Schicksal Schöpfung Macht Gott Gnostiker Mittelalter Renaissance Vielfalt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Henrike Vogel (Autor:in), 2017, Das Verhältnis des frühen Christentums zur Astrologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491606
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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