Rat und Beirat in Köln und Neuss im Vergleich


Hausarbeit, 2004

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
A. Die Verfassungen von Köln und Neuss im Vergleich
B. Forschungs- und Quellenlage
1. Forschungsstand
a) Zur Stadt im Allgemeinen
b) Zu Köln
c) Zu Neuss
2. Quellen
a) Köln
b) Neuss
C. Methodisches Vorgehen

II. Vergleich des Rates in Köln und in Neuss
A. Der Rat in Köln
1. Der Verbundbrief
2. Der Transfixbrief
B. Der Rat in Neuss
1. Die Neusser Stadtverfassung von
2. Die neue Polizeiordnung
C. Gemeinsamkeiten und Unterschiede

III. Bedeutung und Wandel der Gemeindevertretungen in Köln und Neuss im Vergleich
A. Die Vierundvierziger in Köln
1. Der Verbundbrief von
2. Der Transfixbrief von
B. Die Vierundzwanziger in Neuss
1. Die Stadtverfassung von
2. Die neue Polizeiordnung von
C. Die Beiräte im Vergleich

IV. Zusammenfassung und Fazit

QUELLENVERZEICHNIS

LITERATURVERZEICHNIS

A. Monographien und Dissertationen

B. Aufsätze

C. Handbücher und Lexika

I. Einleitung

A. Die Verfassungen von Köln und Neuss im Vergleich

Die Absicht der vorliegenden Arbeit ist es, die frühneuzeitlichen Verfassungen der Städte Köln und Neuss in Hinsicht auf die Stellung von Rat und Beirat zu vergleichen. Es soll anhand der Verfassungsdokumente beider Städte gezeigt werden, dass es wesentliche Unterschiede in den beiden Stadtverfassungen gibt, besonders was Rat und Beirat betrifft. Die Städte Köln und Neuss bieten sich zum Vergleich an, weil Neuss zu den bedeutendsten Städten im Erzbistum Köln gehörte, genauer neben Bonn die bedeutendste Stadt im Territorium des Kurfürsten von Köln war.[1] Köln hingegen hatte sich durch die Schlacht bei Worringen 1288 von Einfluss des Kurfürsten befreit[2] und sich nach einer Zeit der Patrizierherrschaft 1396 mit dem Verbundbrief eine Gaffelverfassung gegeben.[3] Zwar ist Neuss in der Größe und Wirtschaftskraft schwerlich mit Köln zu messen, doch kann trotzdem einen Vergleich zwischen beiden Städten, die Verfassung betreffend ziehen, da Neuss der größte Steuerzahler im Kurfürstentum Köln war[4] und somit für den Kurfürsten von elementarer Bedeutung gewesen sein muss. Weiterhin ist die Kölner Verfassung von besonderem Interesse, weil hier eine Verfassung vorliegt, die nach dem Sturz einer patrizisch geprägten Stadtregierung nun eine auf den Kölner Gaffeln basierende Stadtverwaltung etablierte. Bei der Untersuchung der beiden Stadtverfassungen ist natürlich vor allem die Unterschiedlichkeit derselben von Interesse und es gilt zu untersuchen, welche Stellung der Rat und das Gremium der Gemeindefreunde in den Städten einnahmen, da gerade an der Rolle des Beirates, was die Mitbestimmung in der Stadtpolitik anbelangt, deutlich wird, wie weit die Bevölkerung der Stadt ein Mitspracherecht hatte. Dass die Mitbestimmung der Gemeinde an der Stadtverwaltung in den beiden Städten unterschiedlich hoch war, soll im Folgenden gezeigt werden.

B. Forschungs- und Quellenlage

Die vollständigen Literatur- und Quellenangaben, finden sich in im Quellenverzeichnis, sowie im Literaturverzeichnis.

1. Forschungsstand

a) Zur Stadt im Allgemeinen

Wer zum Thema der deutschen Stadt im Spätmittelalter, beziehungsweise in der frühen Neuzeit passende Literatur sucht, ist sehr gut beraten wenn er sich dem Buch „Die Stadt in der frühen Neuzeit“ von Eberhard Isenmann zuwendet. Isenmann gibt in diesem Band einen sehr detaillierten Einblick in das deutsche Städtewesen am Ende des Mittelalters. Er spannt dabei den Bogen von den Stadtbewohnern und der Sozialstruktur der Städte über das Wirtschaftleben bis hin zum Stadtrecht. Und Isenmann vergisst dabei auch nicht, direkt am Anfang seines Buches die Kriterien der Stadtdefinition anzuführen. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch das Buch „Die Stadt in der frühen Neuzeit“ von Heinz Schilling, der zwar nicht so ausführlich wie Isenmann, aber trotzdem mit sehr hoher Kompetenz, dieses Thema behandelt. Schilling legt sein Augenmerk mehr auf die Forschungsproblematik, als auf die Darstellung einzelner städtischer Institutionen oder gesellschaftlicher Gegebenheiten.

b) Zu Köln

Was die Stadt Köln betrifft, so gibt es für diese Stadt leider keine Stadtgeschichte, die für eine wissenschaftliche Betrachtung geeignet wäre. Aus diesem Grunde muss auf die einschlägige Fachliteratur zurückgegriffen werden, wenn man sich etwas intensiver mit der Geschichte der Stadt Köln in der frühen Neuzeit beschäftigen möchte. Einen guten Einblick in die Geschichte der Stadt Köln von den Jahren 1288 bis 1988 bietet das Handbuch „Der Name der Freiheit, 1288-1988“, welches in Verbindung mit einer Ausstellung zu diesem Thema in Köln im Jahre 1988 erschienen ist. In diesem Band sind vor allem der Beiträge von Wolfgang Herborn, und Bernd Dreher erwähnenswert, die sich mit dem Verbundbrief, dem Transfixbrief und deren Auswirkungen auseinandersetzen. Einen Einblick in die realpolitischen Zusammenhänge in Köln bieten die beiden Dissertationen von Robert Giel über die politische Öffentlichkeit im Köln der frühen Neuzeit und von Wolfgang Herborn, der die politische Führungsschicht im frühneuzeitlichen Köln untersucht hat. Zu dem Gremium der Vierundvierziger ist leider noch keine erwähnenswerte Veröffentlichung vorhanden. Die Gemeindefreunde werden zwar öfter erwähnt, so bei Giel oder Herborn, doch bleibt deren Darstellung auf ein paar Zeilen oder ein einzelnes Kapitel beschränkt.

c) Zu Neuss

Was für Köln noch fehlt, eine Stadtgeschichte, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen kann, ist für Neuss dank Erich Wisplinghoff vorhanden. Mit seiner „Geschichte der Stadt Neuss“, die inzwischen vier Bände zählt, stellt Wisplinghoff dem Leser eine sehr umfangreiche und detaillierte Darstellung der Neusser Stadtgeschichte zur Verfügung, wobei der erste Band die Geschichte von Neuss von den Anfängen im frühen Mittelalter bis zum Jahr 1794 behandelt. Wisplinghoffs Arbeit ist immer noch das Standardwerk zur Geschichte der Stadt Neuss; auch wenn der erste Band schon 1977 erschienen ist. Weiterhin muss Helmut Gilliam mit seinem Buch „Die Bedeutung des Kölner Krieges für die Stadt Neuss Erwähnung“ finden, in welchem er unter anderem die reformierte Polizeiordung von 1590 erläutert und deren Auswirkungen auf die Stadt. Zuletzt soll noch die Untersuchung von Jürgen Huck Erwähnung finden, der mit seinem zweibändigen Werk „Neuss, der Fernhandel und die Hanse“ von 1984 eine umfassende Darstellung der Stadt Neuss als Handels- und Hansestadt vorgelegt hat.

2. Quellen

a) Köln

Von den vielen Quellensammlungen zur Geschichte der Stadt Neuss seien hier nur die beiden in dieser Arbeit verwendeten Sammlungen genannt. Zum einen ist dies die Quellenzusammenstellung von Walther Stein, der Akten zur Verwaltung und Verfassung der Stadt Köln aus dem 14. und 15. Jahrhundert in einer zweibändigen Edition zusammengestellt und bearbeitet hat. Im ersten der beiden Quellenbände ist der Verbundbrief abgedruckt, den Stein mit Anmerkungen versehen hat, die zum Teil auf andere in seiner Edition abgedruckte Urkunden verweisen.

Der Transfixbrief ist hingegen in den „Chroniken der deutschen Städte“ abgedruckt. Diese unfangreiche Chronik aus dem 19. Jahrhundert liefert in ihren Beilagen für zahlreiche deutsche Städte wichtige Quellentexte. Allein für Köln wurden in dieser Reihe drei Bände verwendet, was nicht verwunderlich ist, wenn die Bedeutung Kölns, auch noch im 19. Jahrhundert, bedenkt.

Wenn man über die Quellen zur Geschichte der Stadt Köln in der frühen Neuzeit spricht, darf ein Mann und sein Werk keinesfalls übergangen werden. Die Rede ist von Hermann Weinsberg, der mit seinem „Buch Weinsberg“ eine sehr ausführliche und zum Teil auch sehr persönliche Darstellung des Lebens in Köln im 16. Jahrhundert gibt. Neben seinen Berichten über bedeutende Ereignisse sind in seinem Werk auch die Beschreibungen der Lebensverhältnisse in Köln von Interesse.

b) Neuss

Was die gedruckten Quellen zur Geschichte der Stadt Neuss in der frühen Neuzeit angeht, so ist die Quellensammlung von Friedrich Lau aus dem Jahre 1911 maßgeblich. Lau hat aber die Quellen nicht nur zusammengestellt und ediert, sondern er hat auch eine sehr umfangreiche Einleitung verfasst, in welcher er sich zum Recht und zur Verfassung der Stadt geäußert hat. Da aber mit Wisplinghoffs „Geschichte der Stadt Neuss“ eine neuere und umfangreichere Darstellung vorliegt, ist der Wert der Edition von Lau mehr in den abgedruckten Quellen als in seinen Ausführungen in der Einleitung zu sehen, deren Aussagen zum Teil von Wisplinghoff einer Korrektur unterzogen worden sind.

C. Methodisches Vorgehen

Die Arbeit ist so aufgebaut, dass die beiden Stadtverfassungen, genauer der Rat und der Beirat der beiden Städte, anhand von jeweils zwei Quellentexten betrachtet werden sollen. Bei der Kölner Verfassung sind dies der Verbundbrief von 1396 und der Transfixbrief von 1513 Im Fall von Neuss sollen die Urkunde des Kurfürsten von Köln aus dem Jahr 1460 und die reformierte Polizeiordnung von 1590 betrachtet werden, wobei die Urkunde von 1460 noch durch einen Vertrag zwischen Stadtverwaltung und Gemeinde von Neuss aus dem selben Jahr ergänzt wird.

Im Verlauf des Textes sollen Köln und Neuss miteinander verglichen werden, indem zunächst der Kölner Rat anhand der Verfassungstexte charakterisiert werden wird um danach mit dem Neusser Rat ebenso zu verfahren. In einem dritten Schritt werden dann die beiden Stadträte miteinander verglichen. Mit derselben Herangehensweise sollen auch die Beiräte der Städte verglichen werden.

Abschließend sollen die Ergebnisse der Betrachtung nochmals zusammen-gefasst werden und ein Fazit gezogen werden.

[...]


[1] Klaus Flink, Die rheinischen Städte des Erzstiftes Köln und ihre Privilegien; in: Kurköln, Land unter dem Krummstab, Essays und Dokumente, [Zugleich Katalog zur Ausstellung u.a. im städtischen Kramer Museum Kempten, 22.111985-12.01.1986], Kevelaer 1985, S. 145-170, hier S.161, Tab. 9.

[2] Wolfgang Herborn, Freiheit nur für Bürger; in: Werner Schäfke (Hg.), Der Name der Freiheit 1288-1988, Aspekte Kölner Geschichte von Worringen bis heute, Handbuch zur Ausstellung des Kölnischen Stadtmuseums in der Josef-Haubrich Kunsthalle Köln, Köln 1988, S. 329-332, hier: S.330.

[3] Ebd. S. 330-331.

[4] Erich Wisplinghoff, Geschichte der Stadt Neuss, Von den mittelalterlichen Anfängen bis zum Jahre 1794; Neuss 1975, S. 177.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Rat und Beirat in Köln und Neuss im Vergleich
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
30
Katalognummer
V49162
ISBN (eBook)
9783638456845
ISBN (Buch)
9783638660242
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beirat, Köln, Neuss, Vergleich
Arbeit zitieren
Christian Koch (Autor:in), 2004, Rat und Beirat in Köln und Neuss im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49162

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Rat und Beirat in Köln und Neuss im Vergleich



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden