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Triumph des Papstes - der Friede von Venedig 1177

Title: Triumph des Papstes - der Friede von Venedig 1177

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Eva Sailer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Der Friede von Venedig im Jahre 1177 war ein Kaiser - Papst - Treffen der besonderen Art. Kaiser Friedrich Barbarossa I. und Papst Alexander III. beendeten mit diesem Friedensschluss das so genannte alexandrinische Schisma (1159-1177),„ein Konflikt, von dem Zeitgenossen behaupteten, er habe die Kirche und den Erdkreis in zwei feindliche Hälften gespalten“1, und brachten somit geistliche und weltliche Gewalt wieder einen Schritt aufeinander zu. Das historische Ereignis der Friedensschließung auf dem Markusplatz in Venedig zeigt ein auffälliges Verhalten voller Rituale und wird fast ausschließlich durch symbolische Kommunikation abgehalten. Dieses Aufeinandertreffen eines geistlichen und eines weltlichen Herrschers wirft die gewichtige Frage auf, welcher der beiden Akteure letztendlich als Sieger dieses geschichtlichen Ereignisses hervorging und welcher als Verlierer. Endete diese Auseinandersetzung mit einem Triumph des Papstes oder gebührte der Sieg mehr dem Kaiser? In dieser wissenschaftlichen Arbeit soll diskutiert werden, ob man diese Frage klären und zu einer geeigneten Lösung gelangen kann.
Nebenbei sollte hier erwähnt werden, dass nicht nur der Papst und der Kaiser mit jeweiligem Gefolge am Frieden von Venedig beteiligt, sondern auch zahlreiche andere Gruppen involviert waren, wie die „Städte und Reichsfürsten, die in die Friedens- und Waffenstillstandsvereinbarungen mit einbezogen waren.“ Weiterhin wurden die Kaiserin Beatrix, der König Heinrich VI., der byzantinische Basileus und die Könige von England, Frankreich und Sizilien namentlich in den Friedensvertrag aufgenommen. Hier soll diese Tatsache jedoch keine weitere Rolle spielen, da ich mich ausschließlich auf die beiden Hauptakteure Friedrich Barbarossa und Alexander III. konzentrieren möchte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Friede von Venedig: ein Kaiser – Papst – Treffen

2. Forschungsentwicklung

3. Der Friede von Venedig: Das historische Ereignis

4. Symbolischer Gehalt der Darstellung

4.1. Bußgang

4.2. Ablegen des Mantels

4.3. Fußkuss

4.4. Friedenskuss

4.5. Marschall- und Stratordienst

5. Diskussion der Triumphfrage: Vergleich des Vorvertrags von Anagni mit dem Friedensvertrag von Venedig

6. Zusammenfassung und persönliche Meinung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Auseinandersetzung um den Frieden von Venedig im Jahr 1177 mit dem Ziel zu klären, welcher der beiden Hauptakteure, Kaiser Friedrich Barbarossa oder Papst Alexander III., tatsächlich als Sieger aus diesem geschichtsträchtigen Ereignis hervorging.

  • Symbolische Kommunikation und rituelle Handlungen im Hochmittelalter
  • Die politische Dimension des alexandrinischen Schismas (1159–1177)
  • Vergleich der diplomatischen Verträge von Anagni und Venedig
  • Analyse der Machtverhältnisse zwischen Imperium und Sacerdotium
  • Bewertung der Rolle historischer Berichterstatter und deren Parteinahme

Auszug aus dem Buch

4. Der symbolische Gehalt der Darstellung

Als nächsten Schritt und zum besseren Verständnis soll nun näher auf den symbolischen Gehalt der dargestellten Rituale eingegangen werden. Da „in der rituellen Kommunikation des Mittelalters ein durchaus begrenzter Vorrat von Gesten, Gebärden und Handlungsweisen immer wieder benutzt wurde, (war) deren Sinn zumindest dem geübten Auge unmissverständlich“. Eine symbolische Handlung, die aus den Überlieferungen nicht ganz eindeutig hervorgeht, ist, wie der Kaiser sich dem Papst näherte. Als Büßer wäre er dazu verpflichtet, im Büßergewand und barfuss zu schreiten. Die Forschung ist sich aber einig, dass dieses Verhalten bei Friedrich Barbarossa sehr unwahrscheinlich gewesen ist. Die nächste erwähnenswerte Geste bei diesem historischen Ereignis der Friedensschließung von Venedig ist das Ablegen des Purpurmantels von Friedrich Barbarossa. Dies deutete ohne Zweifel darauf hin, dass sich der Machthaber als Mensch dem Papst näherte, da er mit dem Mantel auch seine äußerliche Kaiserwürde abgelegt hatte. Hier findet in gewisser Weise eine Selbstminderung statt. Jedoch „konnte er den Mantel (auch) (…) abgelegt haben, weil er sein Amt vom Makel des Schuldeingeständnisses verschonen wollte.“ Kurz darauf warf er sich vor dem Geistlichen zu Boden, um ihm die Füße zu küssen. Symbolisch muss man hier nicht viel interpretieren, damit man die erste Unterwerfungshandlung (deditio) erkennt. „Dies ist (ihm) angesichts (seiner) sonst sehr stolzen und rangbewußten Haltung“ hoch anzurechnen. Außerdem erwies der Kaiser dem Papst dadurch Genugtuung für alle Kränkungen, Missachtungen und Verfolgungen während des alexandrinischen Schismas.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Friede von Venedig: ein Kaiser – Papst – Treffen: Einführung in das Schisma zwischen Kaiser und Papst sowie Formulierung der Forschungsfrage nach dem Sieger des Friedensschlusses.

2. Forschungsentwicklung: Darstellung der konträren Sichtweisen in der Geschichtswissenschaft, von der mittelalterlichen Demütigungsthese bis zur modernen Interpretation politischer Diplomatie.

3. Der Friede von Venedig: Das historische Ereignis: Schilderung des Ablaufs der Friedensverhandlungen und der zentralen Rolle der Vermittler zur Überwindung der Kirchenspaltung.

4. Symbolischer Gehalt der Darstellung: Analyse der rituellen Handlungen wie Bußgang, Fußkuss und Stratordienst als Mittel nonverbaler Kommunikation.

5. Diskussion der Triumphfrage: Vergleich des Vorvertrags von Anagni mit dem Friedensvertrag von Venedig: Kontrastierung der ursprünglichen päpstlichen Forderungen mit dem tatsächlichen, für den Kaiser vorteilhafteren Ergebnis des Friedensvertrages.

6. Zusammenfassung und persönliche Meinung: Fazit, dass beide Akteure als Gewinner gelten können, da das Ende des Schismas das primäre gemeinsame Interesse darstellte.

Schlüsselwörter

Friede von Venedig, Friedrich Barbarossa, Papst Alexander III., alexandrinisches Schisma, Symbolische Kommunikation, Rituale, Deditio, Imperium, Sacerdotium, Vertrag von Anagni, Mittelalterliche Geschichte, Machtpolitik, Friedensvertrag, Historische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Ereignis des Friedens von Venedig 1177 und der Frage, wer aus diesem Konflikt zwischen Kaiser und Papst als Sieger hervorging.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die symbolische Kommunikation des Mittelalters, die diplomatische Abwicklung des Schismas und der Vergleich politischer Verträge.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine objektive Bewertung der Triumphfrage durch eine Analyse sowohl der symbolischen Inszenierungen als auch der faktischen Vertragsinhalte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine quellenkritische Analyse, indem er zeitgenössische Berichte und moderne Forschungsmeinungen einander gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Schilderung des historischen Ereignisses, die Deutung der Rituale und eine vergleichende Analyse der Friedensverträge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Schisma, Symbolik, Machtpolitik, Imperium und Sacerdotium.

Warum war der Vorvertrag von Anagni für den Papst ein größerer Erfolg als der Vertrag von Venedig?

Der Vertrag von Anagni enthielt weitreichendere Zugeständnisse an die Kirche und die Lombarden, während diese im späteren Vertrag von Venedig deutlich zugunsten des Kaisers modifiziert wurden.

Welche Bedeutung hatte der sogenannte Stratordienst für den Kaiser?

Der Stratordienst, bei dem der Kaiser dem Papst den Steigbügel hielt, diente als öffentliches Zeichen der Ehrerbietung und symbolischen Anerkennung des geistlichen Oberhauptes.

Wie lautet die abschließende Schlussfolgerung des Autors?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass kein einseitiger Sieg vorlag, sondern beide Seiten als Gewinner hervorgingen, da die Überwindung des Schismas für beide Akteure das übergeordnete Ziel war.

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Details

Title
Triumph des Papstes - der Friede von Venedig 1177
College
LMU Munich  (Historisches Seminar)
Course
Symbolische Kommunikation im Mittelalter
Grade
1,7
Author
Eva Sailer (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V49165
ISBN (eBook)
9783638456876
ISBN (Book)
9783656587569
Language
German
Tags
Triumph Papstes Friede Venedig Symbolische Kommunikation Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Sailer (Author), 2005, Triumph des Papstes - der Friede von Venedig 1177, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49165
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