In dieser Hausarbeit soll es vor allem um die Beratung als Methode der sozialen Arbeit für Suchterkrankte und die Prävention gehen. Dabei wird sich die Autorin vor allem mit der Frage beschäftigen, ob die Aufklärung in der sozialen Arbeit einen
erhöhten Schwerpunkt erhalten soll. Hierzu wird als erstes beschrieben, aus welcher Geschichte heraus die Drogenberatung entstanden ist. Im nächsten Schritt wird definiert welche Art von Drogen es gibt, danach wird spezifisch auf die Sucht und
ihre Ursachen eingegangen, wobei es hier zu erwähnen gilt, dass in dieser Hausarbeit die substanzgebundenen Süchte eine zentralere Rolle spielen als die nicht-substanzgebundenen, wobei auch diese kurz erklärt werden. Anschließend
wird die Beratung als solche definiert und im weiteren Schritt wird die Drogenberatung beschrieben. Um ein Beispiel zu erläutern wird die "STEP Hannover" vorgestellt.
In Deutschland starben 2017 1272 Menschen an den Folgen illegaler Substanzen. Jedes Jahr sterben um die 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. 74.000 sterben jährlich an den direkten und indirekten Folgen des Alkoholkonsums. Solch hohe Zahlen küren immer wieder die deutschen Schlagzeilen. Es sind jedoch nicht nur die Todesfälle, die schockieren, sondern auch Gewaltakte, die mit illegalen oder legalen Drogen in Verbindung gebracht werden. Erst vor kurzem ist in Hannover auf der Limmerstraße ein Fußgänger von einem Fahrradfahrer zu Tode geprügelt worden. Der Täter soll angeblich unter Drogeneinfluss gewesen sein.
Auch volkswirtschaftlich gesehen ist Sucht ein großer Faktor. Dabei spielen nicht nur die offensichtlichen Dinge, wie Unfälle, Krankenhausaufenthalte und Personen- und Sachschäden eine Rolle. Auch Frühberentung wäre ein volkswirtschaftlicher Faktor, den es zu berücksichtigen gilt. Kinder suchtkranker Eltern haben ein erhöhtes Risiko später selbst an einer Sucht oder an anderen psychischen Erkrankungen zu erkranken. Aus einer Metastudie, welche vom Bundesministerium für Gesundheit in Berlin in Auftrag gegeben wurde, ging außerdem hervor, dass Kinder suchtkranker Eltern häufiger aggressiv und/oder hyperaktiv sind, sowie oftmals Defizite in schulischen Leistungen oder auch in ihrer Wahrnehmung aufweisen. Insgesamt lebt in Deutschland jedes fünfte Kind in einer suchtbelasteten Familie.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
1.1 Geschichte der Sucht
1.2 Geschichte der Drogenberatung
2.0 Drogen, Abhängigkeit & Sucht
2.1 Definition von Drogen
2.1.1 Arten von Drogen
2.2 Definition von Abhängigkeit oder doch Sucht?
2.2.1 Beispiele von Abhängigkeiten
2.3.0 Ursachen von Sucht
3.0 Beratung, allgemeine Definition und ihre Formen
3.1 Beratung in der sozialen Arbeit
3.1.1 Personzentrierung
3.1.2 Systemorientierung
3.1.3 Lösungsorientierung
3.2 Suchthilfe, Drogenhilfe, Prävention & Beratung
3.2.1 Sucht- und Drogenhilfe
3.2.2 Drogenberatung
3.2.2 Phasen und Methoden der Drogenberatung
4.0 STEP Hannover
4.1 Leitbild der STEP
5.0 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle der Beratung als zentrale Methode der Sozialen Arbeit im Kontext von Suchterkrankungen. Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung der Drogenberatung nachzuvollziehen, theoretische Beratungsansätze zu erläutern und deren praktische Anwendung am Beispiel der STEP Hannover zu verdeutlichen, um die Notwendigkeit einer verstärkten Aufklärungs- und Präventionsarbeit in der Gesellschaft aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung des Suchtbegriffs und der Drogenberatung
- Definition und Differenzierung von Sucht- und Abhängigkeitsformen
- Theoretische Beratungskonzepte (Personzentrierung, System- und Lösungsorientierung)
- Strukturen und Arbeitsweisen der Sucht- und Drogenhilfe
- Praxisbeispiel STEP Hannover als Netzwerk der Suchthilfe
Auszug aus dem Buch
1.2 Geschichte der Drogenberatung
Auf den ersten Blick könnte man davon ausgehen, dass es sich bei der Institution Drogenberatung um einen Ort handelt, bei dem man genau über das beraten wird – Drogen. Der Begriff Beratung geht mit Institutionen einher, die meistens etwas verkaufen, wie bei Geschäften oder finanziellen Entscheidungen. Doch natürlich handelt es sich bei der Drogenberatung, wie auch bspw. bei der Eheberatung um eine Stelle zu der Menschen gehen können, wenn sie bereits ein Problem haben.
Die Drogenberatung gehörte seit den 60er Jahren ursprünglich in den Verantwortungsbereich der Fachärzte für Psychiatrie und Neurologie. Durch ihre Erfahrung mit bereits länger bestehenden Abhängigkeiten von Morphin und Alkohol, waren sie die erste Anlaufstelle. Das Problem war nun jedoch, dass Abhängige erst beim Arzt landeten wenn sie schon einen gesundheitlichen Schaden davontrugen und Ärzte nur diese behandeln konnten. Sich der Droge oder dem Alkohol zu entziehen lag immernoch einzig und allein in der Verantwortung der Patienten. Zudem kam noch dazu, dass Ärzte in den Augen von Abhängigen, eher als abmahnender, wissender Mensch gesehen wurde, der ihm/ihr „nur“ aufzeigte, welche Folgen sein/ihr Verhalten haben würde (vgl. Sayer 1986, S.13 f.).
Die Entwicklung der Drogenberatungsstellen mit Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagogen fand ihren Anfang mit dem ersten vermehrten Aufkommen des Missbrauchs von Drogen in den 70er Jahren und den daraus resultierenden Problemen. In den meisten Fällen entstanden die Drogenberatungsstellen aus bereits bestehenden Alkoholberatungsstellen der freien Wohlfahrtverbände. Die damaligen Methoden und Konzepte jedoch, ließen sich eher schwierig übertragen und waren eher undurchdacht. Man wusste nicht, wie man mit dieser neuen Form von Sucht umgehen sollte. Seit Mitte der 80er sind Drogenberatungsstellen durch neue Gesetze und die damit verbundene Verantwortungsübertragung auf den Staat, wirtschaftlich, sowie inhaltlich durchdachter und mehr oder weniger zu dem geworden, was wir heute kennen (vgl. Sayer 1986, S. 13ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Beschreibt die gesellschaftliche Relevanz des Suchtproblems und leitet in die Fragestellung zur Rolle der Beratung und Prävention in der Sozialen Arbeit über.
2.0 Drogen, Abhängigkeit & Sucht: Definition von Sucht und Drogen unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Klassifizierungen sowie Unterscheidung verschiedener Abhängigkeitsformen.
3.0 Beratung, allgemeine Definition und ihre Formen: Vermittelt grundlegende Definitionen von Beratung und stellt spezifische methodische Ansätze (Personzentrierung, System- und Lösungsorientierung) in der Sozialen Arbeit dar.
4.0 STEP Hannover: Dient als konkretes Praxisbeispiel für eine differenzierte Suchthilfe-Institution mit einem integrierten Netzwerkansatz.
5.0 Fazit: Reflektiert die Notwendigkeit einer stärkeren Fokussierung auf Präventionsarbeit und würdigt die Bedeutung der Drogenberatung für betroffene Individuen.
Schlüsselwörter
Drogenberatung, Soziale Arbeit, Suchthilfe, Abhängigkeit, Prävention, Personzentrierung, Systemorientierung, Lösungsorientierung, Substanzmissbrauch, STEP Hannover, Suchtursachen, Beratungsmethoden, Klientenberatung, Gesundheitsprävention, Psychische Abhängigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Drogenberatung als eine grundlegende Methode der Sozialen Arbeit, um Suchterkrankungen zu begegnen und durch Prävention entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Drogenberatung, die theoretischen Ansätze der Beratungsarbeit sowie die praktische Ausgestaltung der Suchthilfe am Beispiel der STEP Hannover.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Autorin möchte aufzeigen, wie Beratung in der Suchthilfe funktioniert und kritisch hinterfragen, ob die Präventionsarbeit in der Sozialen Arbeit einen höheren Stellenwert einnehmen sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die den aktuellen Forschungsstand und Fachliteratur zur Beratungsmethodik in der Suchthilfe auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition von Sucht und Drogen, eine Erläuterung beratungstheoretischer Ansätze (z.B. nach Rogers oder Staub-Bernasconi) sowie eine Beschreibung der Sucht- und Drogenhilfestrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Drogenberatung, Prävention, Suchthilfe, Beratungsmethodik und die sozio-ökonomische Relevanz von Abhängigkeitserkrankungen.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Sucht“ und „Abhängigkeit“ für die Autorin eine Rolle?
Die Autorin betont, dass „Sucht“ gesellschaftlich oft moralisch abwertend besetzt ist, während der Begriff „Abhängigkeit“ eine neutralere, medizinisch und psychologisch präzisere Beschreibung des Zustands ermöglicht.
Welche Bedeutung hat das STEP Hannover für die Arbeit?
Das STEP Hannover dient als Best-Practice-Beispiel, um zu veranschaulichen, wie ein professionelles Netzwerk von der Akuthilfe bis zur Nachsorge in der Praxis realisiert wird.
Warum wird im Fazit besonders die Schulzeit hervorgehoben?
Die Autorin kritisiert, dass bestehende Präventionsmaßnahmen in Schulen oft zu oberflächlich sind und fordert eine intensivere Aufklärung über Wirkmechanismen und Risiken, anstatt nur vor Drogen zu warnen.
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- Anna Eggers (Autor), 2018, Drogenberatung als Methode der sozialen Arbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491772