Leistungsbeurteilung in Unternehmen

Die Methoden und ihre kritische Betrachtung


Hausarbeit, 2010

20 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Ziele und Aufbau der Arbeit

2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Leistung und Beurteilung
2.2 Funktionen und Ziele der Leistungsbeurteilung

3 Methoden der Leistungsbeurteilung
3.1 Summarische Verfahren
3.2 Analytische Verfahren
3.2.1 Rangordnungsverfahren
3.2.2 Kennzeichnungs-/Auswahlverfahren
3.2.3 Einstufungsverfahren
3.2.4 Zielorientierte Verfahren
3.3 Kritische Betrachtung der einzelnen Methoden

4 Schlussfolgerungen für die betriebliche Leistungsbeurteilung

5 Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1:

Überblick über Leistungsbegriffe in wissenschaftlichen Disziplinen

Quelle: Becker 2009:

Abb. 2:

Determinanten des Leistungsverhaltens und des Leistungsergebnisses

Quelle: In Anlehnung an Fersch 2002:

Abb. 3:

Übersicht über verschiedene Beurteilungsbegriffe bzw. -arten

Quelle: Fersch 2002:

Abb. 4:

Zeitliche Dimensionen der Personalbeurteilung

Quelle: In Anlehnung an Fersch 2002:

Abb. 5:

Die Phasen des Beurteilungsverfahrens

Quelle: Kressler 2001:

Abb. 6:

Ziele der Leistungsbeurteilung

Quelle: Fersch 2002:

Abb. 7:

Überblick über die Funktionen der Leistungsbeurteilung

Quelle: Becker 2009:

Abb. 8:

Klassifizierung der Leistungsbeurteilungsverfahren

Quelle: In Anlehnung an Becker 2009: 286

1 Ziele und Aufbau der Arbeit

In unserer Gesellschaft nimmt die Thematik der Leistung eine zentrale Rolle ein, da der Status, die Chancen und die Anerkennung des darin lebenden Individuums maßgeblich von dessen erbrachter Leistung abhängen. Das Beurteilen der menschlichen Leistung findet dabei für eine Vielzahl von Zwecken statt und trägt wesentlich zur Weichenstellung im Berufsleben der betroffenen Individuen bei. Deren Zweck reicht von der Entgeltfindung über Maßnahmen der beruflichen Fortbildung bis hin zur Karriereplanung. Ebenso hat die Leistungsbeurteilung große Bedeutung für die Effizienz eines Unternehmens, den Einsatz der verfügbaren Mittel, die Steuerung der Unternehmensprozesse und letztlich die Erreichung der Unternehmensziele selbst. Umso wichtiger erscheint es demnach sich mit der Leistungsbeurteilung und ihren Methoden genauer zu beschäftigen.

Nach Sichtung der Literatur und der betrieblichen Praxis wird deutlich, wie komplex die Thematik der Leistungsbeurteilung ist und wie kontrovers die Meinungen über die zur Auswahl stehenden Methoden sind.

Vor diesem Hintergrund besteht das grundsätzliche Ziel dieser Arbeit darin, die möglichen Verfahren der Leistungsbeurteilung darzustellen und kritisch zu betrachten, um daraus Schlüsse für die betriebliche Leistungsbeurteilung zu ziehen. Der Erläuterung der Ziele und dem Aufbau dieser Arbeit schließt sich Kapitel 2 mit den begrifflichen Grundlagen an, worin die Basis für eine wissenschaftliche Diskussion geschaffen wird. In Kapitel 3 werden die einzelnen Methoden der Leistungsbeurteilung vorgestellt, die anschließend einer kritischen Betrachtung unterzogen werden, basierend auf den wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen, um schließlich in Kapitel 4 Schlussfolgerungen für die betriebliche Praxis ableiten zu können.

2 Begriffliche Grundlagen

2.1 Leistung und Beurteilung

Ein Verständnis des Begriffs der „Leistungsbeurteilung“ wird erst möglich, wenn dessen begriffliche Seite geklärt ist. Demnach ist eine genauere Diskussion der Komponenten des Terminus für den Einstieg in die Materie sinnvoll.

Leistung als Begriff wird in allen betriebswirtschaftlichen Bereichen und deren Nachbardisziplinen, sowie im Alltag thematisiert. Im ersten Moment erscheint dieser Begriff vielleicht objektiv erfassbar, bei näherer Betrachtung wird jedoch dessen Mehrdimensionalität und Mehrdeutigkeit offensichtlich.

Der Begriff der „Leistung“ wird unterschiedlich definiert, wie Fersch schreibt (Vgl. Fersch 2002: 43). Becker merkt hierzu an, dass es daher umso erstaunlicher ist, dass sich in der entsprechenden Literatur keine weitgehende oder auch nur angenäherte Übereinstimmung über den sachlichen Kern einer Leistung ergeben hat (Vgl. Becker 2009: 1).

Er ist es auch, der sich am umfassendsten mit dem Leistungsverständnis auseinandergesetzt hat, da er es im alltäglichen Sprachgebrauch, im Rahmen der geschichtlichen Entwicklung, in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und speziell in der Betriebswirtschaftslehre zu ergründen versuchte.

Durch die sehr heterogenen und vielfältigen Auffassungen ergibt sich die Notwendigkeit einer Systematisierung der unterschiedlichen Leistungsbegriffe, die Becker sehr gut veranschaulicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Überblick über Leistungsbegriffe in wissenschaftlichen Disziplinen

Umso ernüchternder ist das Ergebnis seiner Untersuchungen, denn es wird dabei kein normativer Leistungsbegriff gebildet. Dies bleibt (und muss) den Betrieben selbst überlassen (werden), wie Becker meint (Vgl. Becker 2009: 7).

In diesem Fall wäre aber die wissenschaftliche Theorie nur von zweifelhaftem Nutzen und infolgedessen eine konsistente Leistungsbeurteilung unmöglich, da deren Ergebnis immer durch die Aussage neutralisiert werden könnte, dass das Leistungsverständnis der Theorie nicht mit dem des Betriebs übereinstimme. Um nun trotz der fehlenden Eindeutigkeit und Präzision des Fachausdrucks zu einer Definition zu kommen, welche den Begriff in seiner Dimensionalität strukturiert und somit als Basis für die Behandlung der betriebswirtschaftlichen Problematik dienen kann, lehnt sich diese Arbeit an den Ansatz von Fersch an (Vgl. Fersch 2002: 43f).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Determinanten des Leistungsverhaltens und des Leistungsergebnisses

Er gliedert die Leistung, aufbauend auf dem allgemeinen Sprachgebrauch, in zwei Dimensionen: das Leistungsverhalten (Input) und das objektiv messbare Leistungsergebnis (Output). Ersteres ist die jeweilige Ergebniskombination von Leistungsfähigkeit, wie z.B. der Eignung, Ausbildung, Wissen oder Erfahrung einer Person und der Leistungsbereitschaft, welche auch als Motivation bezeichnet wird. Beide Faktoren werden durch die Leistungsbedingungen, also der Umwelt, in der ein Mensch seine Leistung erbringt, beeinflusst. Ebenso müssen Leistungsanreize berücksichtigt werden, die Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft haben können, um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu gelangen.

In ihrer Gesamtheit kann Leistung durch das Leistungsverhalten, welches wiederum das Ergebnis des Zusammenwirkens von Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft ist, und das Leistungsergebnis determiniert werden.

Beurteilung als Begriff wird in der Literatur ebenso in einer Vielzahl unterschiedlicher Termini synonym verwendet, sodass hierfür eine genauere Unterscheidung erforderlich ist. Fersch gibt einen guten Überblick über die verschiedenen Beurteilungsbegriffe und –arten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Übersicht über verschiedene Beurteilungsbegriffe bzw. -arten

Becker merkt hierzu an: „Das begriffliche Verständnis der Leistungsbeurteilung ist gerade im Hinblick auf die hoch ausgeprägte Heterogenität der verwendeten Termini und Begriffe … bedeutsam, trotzdem bleibt … oft genug der Begriff [der Leistungsbeurteilung] unthematisiert, so dass nicht klar wird, was genau der jeweilige Beitrag behandelt“ (Becker 2009: 158).

Daher soll zunächst der Begriff klassifiziert und danach definiert werden, was genau unter Leistungsbeurteilung zu verstehen ist.

Becker versteht unter Personalbeurteilung die Beurteilung von im Betrieb beschäftigten Organisationsmitgliedern und unterscheidet diese in zwei Formen: Leistungs- und Potenzialbeurteilung.

Die Leistungsbeurteilung bezieht sich auf die erbrachten Leistungen der Mitarbeiter in der Vergangenheit.

Die Potenzialbeurteilung versucht zu erfassen, welches Qualifikationspotenzial bzw. welche Qualifikationen diese Mitarbeiter zukünftig haben werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Zeitliche Dimensionen der Personalbeurteilung

Der Begriff der Leistungsbeurteilung lässt sich dabei wie folgt fassen: „Allgemein wird unter Leistungsbeurteilung, ein institutionalisierter Prozess zur planmäßigen und formalisierten Gewinnung, Verarbeitung und Auswertung von Informationen über die in einer bestimmten Periode erbrachten Leistung eines Organisationsmitgliedes durch dazu beauftragte Organisationsmitglieder hinsichtlich vorab vereinbarter (Leistungs-)Kriterien verstanden“ (Becker 2009: 162).

Abschließend kann festgehalten werden, dass sich die Leistungsbeurteilung auf Leistungsergebnisse und Leistungsverhalten bezieht und darüber hinaus auch die in der Leistungsperiode geltenden Leistungsbedingungen erfasst. Diese drei Faktoren sind Voraussetzung des nachfolgenden Beurteilungsverfahrens, welches in seinen Phasen in der folgenden Abbildung verdeutlicht werden soll.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Die Phasen des Beurteilungsverfahrens

2.2 Funktionen und Ziele der Leistungsbeurteilung

Kressler betont, dass ein funktionierendes Leistungsbeurteilungssystem eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmens- und Personalpolitik ist (Vgl. Kressler 2001: 75). Infolgedessen sollte sich jedes Unternehmen vor Einführung eines Leistungsbeurteilungssystems mit dessen Funktionen und Zielen auseinandersetzen. Becker meint, dass eine sinnvolle Bewertung nur bei Vorhandensein und Kenntnis dieser Anforderungen möglich ist (Vgl. Becker 2009: 268)

In der Literatur finden sich zahlreiche Quellen, die sich mit den der Leistungsbeurteilung durch die Wirtschaftspraxis und -forschung zugesprochenen Funktionen beschäftigen. Die Aufzählungen weichen jedoch stark voneinander ab, so dass die von Fersch erarbeitete Aufstellung hier weder als die Beste noch umfassendste präsentiert werden soll, allerdings basiert sie auf einer breiten Literaturrecherche und ist deswegen sehr gut als Beispiel für die Vielfalt möglicher Ziele geeignet.

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Leistungsbeurteilung in Unternehmen
Untertitel
Die Methoden und ihre kritische Betrachtung
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V491821
ISBN (eBook)
9783668984707
ISBN (Buch)
9783668984714
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leistungsbeurteilung, Leistung, Beurteilung, Methoden, Personal, Personalbeurteilung
Arbeit zitieren
Manuel Meisinger (Autor), 2010, Leistungsbeurteilung in Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491821

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