Kommunikationskonflikt im multiprofessionellen Team (Ärzteschaft und Pflegepersonen) bei Aufnahme eines Patienten auf der Intensivstation


Hausarbeit, 2018
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein bisschen Theorie
2.1 Grundlagen der Kommunikation
2.2 Formen der Kommunikation (verbale und nonverbale)
2.2.1 Einflussfaktoren
2.3 Sachebene – Beziehungsebene
2.4. Die vier Seiten einer Nachricht
2.4.1 Die vier Ebenen der Kommunikation

3. Konflikt
3.1 Fallbeispiel aus der Praxis
3.2 Konfliktarten
3.3 Konfliktquellen auf einer Intensivstation
3.4 Auswirkungen von Konfliktsituationen
3.5 Konflikteskalation
3.6 Konfliktprävention

4. Fazit

5. Abbildungsverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

7. Erklärung

1. Einleitung

Die Autorin arbeitet zurzeit als Fachpflegekraft für Intensivpflege und Anästhesie auf einer operativen anästhesiologischen Intensivstation in einem Krankenhaus der Maximalversorgung.

Die Intensiveinheit umfasst 9 Bettplätze für Erwachsene und der angrenzende Kinderintensivbereich 4 kardiochirurgische Kinderbettplätze.

Das Personal der Intensivstation arbeitet unabhängig voneinander in diesen beiden Bereichen, wobei die Gesamtheit aller Pflegenden hier als ein Team geführt wird.

Im weiteren Verlauf werden wir uns allerdings dem Erwachsenenbereich widmen und diesen näher betrachten.

Im Rahmen Ihrer langjährigen Tätigkeit auf dieser Intensivstation kommt es nahezu täglich vor, dass Patienten die geplant oder notfallmäßig stationär aufgenommen werden müssen, bedingt durch fehlende oder lückenhafte Kommunikation im multiprofessionellen Team, nicht adäquat und im vollen Umfang betreut bzw. erstversorgt werden können.

Dies führt zu erheblicher Unzufriedenheit im Team, man fühlt sich auf beiden Seiten missverstanden und gerät in einen Konflikt, der viele Ursachen und Auswirkungen haben kann.

Im ersten Teil dieser Facharbeit wird die Autorin Sie mit den theoretischen Grundlagen der Kommunikation vertraut machen, anschließend wird Sie Ihnen einen Konflikt aus dem Alltag einer Krankenschwester vorstellen und im letzten Teil Konfliktpräventionen und Lösungsansätze aufzeigen.

2. Ein bisschen Theorie

Kommunikation ist der Austausch von Botschaften und ein wesentliches Element der Pflege. (vgl. Hausmann, 2014, S. 23)

„Durch Worte, Gesten, Zeichen usw. werden Informationen mitgeteilt, Meinungen, Gefühle und Empfindungen ausgedrückt, Wünsche und Forderungen gestellt, es wird Wissen erworben und weitergegeben. Kommunikation dient damit der Aufnahme und Aufrechterhaltung zwischenmenschlicher Beziehungen.“ (Hausmann, 2014, S. 23)

2.1 Grundlagen der Kommunikation

Kommunikation stammt aus dem Lateinischen „communicare und bedeutet verbinden. Menschen stehen durch die Übermittlung von Informationen und Botschaften in Verbindung.

Dabei kommt es zu einem wechselseitigen Prozess, d.h. eine Person spricht, an eine andere Person die zuhört.

Der Mensch nimmt abwechselnd die Position des Senders und Empfängers ein.

(vgl. Lektorat Pflege, 2009, S. 62)

2.2 Formen der Kommunikation (verbale und nonverbale)

Die Kommunikation wird in zwei Formen voneinander unterschieden. Sie kann mithilfe von Worten (verbal) oder ohne Worte (nonverbal) erfolgen.

Die verbale Kommunikation erfolgt durch gesprochene oder geschriebene Worte, man bezeichnet diese Arte der Kommunikation auch als digitale Kommunikation. Voraussetzung für eine Verständigung ist, dass alle Beteiligten einen übereinstimmenden Code nutzen (gleiche Sprache, gleiche Begriffe, …). Eine gleiche Verständnisebene wird somit vorausgesetzt.

Wichtigstes Element der nonverbalen Kommunikation ist die „Körpersprache“. Sie umfasst Mimik, Gestik und Körperhaltung. Es kommt zu einem Informationsaustausch mit dem Ausbleiben von Worten und ist deshalb nicht an die Sprache gebunden. Ausdrucksmittel der nonverbalen Kommunikation sind der eigene Körper (Körpersprache), Objekte (z.B. Statussymbole) und das eigene Verhalten im Raum (Nähe – Distanz). Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse können zum Ausdruck gebracht werden. (vgl. Lektorat Pflege, 2009, S. 62f.)

2.2.1 Einflussfaktoren

Die Kommunikation unterliegt vielen verschiedenen Einflüssen. Biologische, psychische, soziokulturelle und Umgebungsfaktoren können die Kommunikation erheblich behindern oder sogar verzerren.

2.3 Sachebene – Beziehungsebene

In diesem Kapitel möchte die Autorin auf das Kommunikationsmodell von „Paul Watzlawick“ eingehen, das auf fünf Grundsätzen (Axiome) beruht.

„Man kann nicht nicht kommunizieren “, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren. Jedes menschliche Verhalten hat nach Watzlawick einen Mitteilungscharakter, d.h. wenn man sich z.B. von seinem Team im Krankenhaus distanziert, zurückzieht und teilnahmslos in einer Ecke sitzt, signalisiert man den anderen Mitgliedern zeitgleich, durch seine Mimik und Gestik, dass man in Ruhe gelassen werden möchte.

„Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und Beziehungsaspekt“, d.h. durch die zwischenmenschliche Kommunikation werden immer Beziehungen geschaffen bzw. aufrechterhalten und diese bedienen sich zwei Aspekten (Inhalts-, und Beziehungsaspekt). Der Inhaltsaspekt erhält die Aufgabe Informationen zu vermitteln. Der Beziehungsaspekt gibt Aufschluss darüber, wie die Beziehung vom Empfänger aufgefasst wird.

„Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung“, d.h. eine Kommunikation, egal welchen Verlauf sie nimmt, geht mit einem wechselseitigen Nachrichtenaustausch einher. Die „normale Unterhaltung“ wird als Interaktion bezeichnet. Grenzen die Kommunikationsteilnehmer den prinzipiell unendlichen Kommunikationsablauf ein (Kommunikation kennt keinen Anfang und kein Ende) und verleihen ihm eine entsprechende Struktur, bezeichnet man dies als Interpunktion von Ereignisfolgen.

„Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten“, d.h. die Sprache hat sich willkürlich entwickelt und steht für die digitale Form einer Darstellung, dies wird auch als digitale Modalität bezeichnet. Die analoge Darstellung, die durch Gestik und Mimik zum Ausdruck gebracht wird (analoge Modalität) ist mehrdeutig und kann unterschiedlich entschlüsselt werden. Durch mögliche Fehlinterpretationen können Konflikte zwischen den Kommunikationspartnern entstehen. Ein Beispiel zum besseren Verständnis, Tränen können Freude oder aber auch Schmerzen ausdrücken und ein Lächeln kann entweder als Sympathie oder Verachtung interpretiert werden.

„Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär“, d.h. zwischenmenschliche Beziehungen sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichgewicht oder Unterschiedlichkeit beruht. In komplementären Beziehungen (z.B. Arzt und Pflegekraft) ergänzen sich sich im Idealfall die unterschiedlichen Verhaltensweisen/Aufgaben und bestimmen den Interaktionsprozess. Bei Pflegekräften, die eine gleichwertige Qualität ihrer Tätigkeiten ausüben wollen, spricht man von einer typisch symmetrischen Beziehung.

Durch Störungen in der Kommunikation können Meinungsverschiedenheiten in einer Interpunktion, Auslöser von Beziehungskonflikten darstellen. Der Anfangspunkt eines Streitgespräches wird von jedem Teilnehmer anders wahrgenommen und beide Kommunikationspartner (Sender und Empfänger) interpretieren ihr Verhalten als Reaktion auf das Verhalten des anderen und nicht als Ursache dafür. Die Kommunikation verläuft hier kreisförmig und findet ohne Konfliktlösung kein Ende. (vgl. Lektorat Pflege, 2009, S. 64f.)

Um einen besseren Überblick über den theoretischen Gesamtthemenkomplex zu erlangen, möchte die Autorin abschließend, die vier Seiten einer Nachricht nach Schulz von Thun vorstellen und sich anschließend dem Kommunikationskonflikt zwischen ärztlichem und pflegerischem Personal widmen.

2.4. Die vier Seiten einer Nachricht

Im nachfolgenden Kapitel werden die vier Seiten einer Nachricht, als ein Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun vorgestellt. Die vier Seiten einer Nachricht werden auch als Kommunikationsquadrat, Nachrichtenquadrat oder Vier-Ohren-Modell bezeichnet. Zur besseren Anschauung hat die Autorin eine grafische Darstellung eingefügt, die das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun abbildet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun

Quelle: https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-kommunikationsquadrat

Nach Schulz von Thun gibt es in der Kommunikation, bzw. in der Nachrichtenüberbringung einen „Sender“, der eine Nachricht in Form von erkennbaren Zeichen verschlüsselt und einen „Empfänger“, der diese Nachricht entschlüsseln muss. Stimmt die gesendete mit der empfangenen Nachricht überein, so hat eine Verständigung, also eine Kommunikation, stattgefunden.

Schaut man sich die grafische Darstellung einmal genauer an, erkennt man, dass ich als Mensch (Sender) wenn ich etwas von mir gebe, auf vierfache Weise wirksam bin. Jede meiner Äußerung, ganz gleich ob ich will oder nicht, enthält vier Botschaften gleichzeitig.

- Worüber ich informiere (Sachinformation)
- Was ich von mir zu erkennen gebe (Selbstkundgabe)
- Was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe (Beziehungshinweis)
- Was ich bei dir erreichen möchte (Appell)

Nun trifft meine Äußerung auf die „vier Ohren“ des Empfängers, ausgehend von dieser Erkenntnis, sind sowohl Sender als auch Empfänger für die Qualität der Kommunikation verantwortlich, wobei die unmissverständliche Kommunikation als Idealfall zu betrachten ist und nicht die Regel darstellt.

2.4.1 Die vier Ebenen der Kommunikation

Auf der Sachebene, stehen die Sachinformationen eines Gesprächs im Vordergrund. Hier geht es um Daten, Fakten und Sachverhalte, wobei 3 Kriterien zum Tragen kommen (wahr/unwahr, relevant oder irrelevant, hinlänglich oder unzureichend. Die große Herausforderung besteht für den Sender darin, den Sachverhalt klar und verständlich mitzuteilen bzw. auszudrücken. Der Empfänger kann demzufolge mit dem Sachohr entsprechend der 3 Kriterien agieren bzw. reagieren. Betrachtet man die Selbstkundgabe, so gibt man auch immer etwas von seiner Persönlichkeit preis. Jede Äußerung enthält dabei auch immer Gefühle, Werte, Bedürfnisse und Eigenarten, dies kann in Form von Ich-Botschaften (Explizit) oder implizit geschehen. Während der Sender einer Unterhaltung mit der Selbstkundgabe implizit oder explizit, bewusst oder unbewusst, Informationen über seine eigene Person preis gibt, fasst der Empfänger diese Informationen mit dem Selbstkundgabe-Ohr folgendermaßen auf (Was ist das für einer? Was ist mit ihm? Wie ist er gestimmt? Auf der Beziehungsebene gebe ich zuerkennen, wie mein persönlicher Standpunkt zu meinem Gegenüber ist und was ich von ihm halte. Dies wird durch die Formulierung, meinen Tonfall, meine Mimik und Gestik ausgedrückt. Der Sender vermittelt diese Hinweise implizit oder explizit. Der Empfänger kann sich durch die auf dem Beziehungsohr eingehenden Informationen missachtet oder geachtet, respektiert oder gedemütigt, wertgeschätzt oder abgelehnt fühlen. Auf der Appellseite geschieht die Einflussnahme auf den Empfänger. Wenn jemand das Wort ergreift, möchte er in aller Regel bei dem Empfänger etwas erreichen, er möchte ihn zu etwas veranlassen. Der Sender äußert Wünsche, Appelle, Anweisungen oder Ratschläge. Die Appelle werden direkt oder indirekt, offen oder verdeckt gesendet, so dass sich der Empfänger mit dem Appellohr fragt, was soll ich jetzt tun oder nicht tun, denken, oder fühlen?

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Kommunikationskonflikt im multiprofessionellen Team (Ärzteschaft und Pflegepersonen) bei Aufnahme eines Patienten auf der Intensivstation
Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Veranstaltung
Wahlmodul (Konfliktmanagement)
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V491855
ISBN (eBook)
9783668985018
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konfliktmanagement, Konflikt, Pflegepersonal, Ärzteschaft, Kommunikation, Multiprofessionellesteam, Kommunikationskonflikt, Intensivstation, communicare, communication
Arbeit zitieren
Anne Lanser (Autor), 2018, Kommunikationskonflikt im multiprofessionellen Team (Ärzteschaft und Pflegepersonen) bei Aufnahme eines Patienten auf der Intensivstation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491855

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