Die Autoren dieser Hausarbeit haben sich im Rahmen der Modulprüfung „Professionelles Pflegehandeln II“ (F1M3) für die qualitative Studie „Gewalterfahrungen in der Pflege – Das subjektive Erleben von Gewalt in Pflegebeziehungen“ von Peter-Michael Schulz (2006) entschieden. Die Auswahl der oben genannten Studie erfolgte aus dem Grunde, da die Studie von Schulz (2006), aus dem Bereich der qualitativen Forschung, das Phänomen „Gewalt in der Pflege“ konkret thematisiert und dieses in seiner unterschiedlichen Ausprägung für den Bereich der Pflege beleuchtet. In den Mittelpunkt rücken an dieser Stelle die Entstehungszusammenhänge von „Gewalt in der Pflege“, mit besonderem Fokus auf das Erleben und Verarbeiten der an den jeweiligen Ereignissen beteiligten Personen, sowie die sachliche Auseinandersetzung mit der Problematik „Gewalt in der Pflege“, die in pflegerischen Disziplinen noch immer tabuisiert oder mit pauschalen Schuldzuweisungen einhergeht. Ein besonderes Interesse gilt der Thematik, obwohl die Autoren aus den unterschiedlichsten Bereichen des Krankenhauses stammen. Vertreten sind zwei Intensivfachkrankenschwestern, ein Ambulanzpfleger, ein Assistent der Pflegedirektion und eine pflegerische Bereichsleitung. Die Autoren haben den Anspruch ihre Arbeits- und Tätigkeitsbereiche gewaltfrei zu gestalten und hoffen, durch die Auseinandersetzung mit der Studie, wertvolle Beiträge zu diesem Thema zu gewinnen und in ihren Arbeitsbereichen zu implementieren.
Die Beurteilung der Studie wird im nachfolgenden Kapitel dieser Hausarbeit, stichpunktartig mittels Gütekriterien qualitativer Forschung nach Brandenburg (2013) und spezifischer Gütekriterien qualitativer Forschung nach Mayring (2016) erfolgen. Die getroffenen Aussagen der Autoren werden durch Zitate aus der Studie belegt. Die Autoren dieser Hausarbeit haben sich explizit für die Auswahl der spezifischen Gütekriterien qualitativer Forschung nach Mayring (2016) entschieden, um die Beurteilung der Studie „Gewalterfahrungen in der Pflege – Das subjektive Erleben von Gewalt in Pflegebeziehungen“ von Schulz (2006), möglichst zutreffend und kriteriengeleitet vorzunehmen, da die vorliegende Studie inhaltlich viele Ansätze und Aspekte bietet, die den Kriterien nach Mayring entsprechen oder sich an ihnen orientieren. Bereits während ...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Beurteilung der Studie anhand qualitativer Gütekriterien nach Brandenburg
3 Beurteilung der Studie anhand qualitativer Gütekriterien nach Mayring
4 Relevanz der Ergebnisse für das Pflegemanagement und die Pflegepraxis
5 Methodische Reflexion des eigenen Vorgehens
6 Fazit und Ausblick in Theorieentwicklung und Forschungsbedarfe
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in einer kriteriengeleiteten Beurteilung der qualitativen Studie von Peter-Michael Schulz (2006) zu Gewalterfahrungen in Pflegebeziehungen, um daraus Handlungsoptionen für das Pflegemanagement und die praktische Pflegearbeit abzuleiten und die Relevanz des Themas zu unterstreichen.
- Qualitative Gütekriterien nach Brandenburg und Mayring
- Entstehungszusammenhänge von Gewalt in der Pflege
- Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung und Gewalt
- Strategien zur Gewaltprävention im Pflegemanagement
- Reflexion des pflegerischen Handelns
Auszug aus dem Buch
Relevanz der Ergebnisse für das Pflegemanagement und die Pflegepraxis
Gewalt ist ein sehr aktueller Bestandteil des pflegerischen Berufslebens. Sie äußert sich wie beschrieben in den unterschiedlichsten Facetten und benötigt von Seiten der Pflegekräfte ein besonnenes, reflektiertes und durchdachtes Vorgehen und Handeln. Durch die massive Tabuisierung dieser Thematik wurden bisher lediglich die schlimmsten Fälle von Gewalteinwirkung bei Patienten und Bewohnern bekannt, wie den neuesten Fall von Pfleger Niels Högel, der über 100 Patienten tötete und sich nun vor Gericht strafrechtlich verantworten muss.
Die vorliegende Studie zeigt deutlich, dass nicht nur die offensichtlichen körperlichen Schäden einer Gewalthandlung zugrunde liegen. Häufig sind es schon Stimmlage, Wortwahl und Nicht-Beachtung der Patienten, die zu gewalttätigen Empfindungen bei den Betroffenen führen.
Die sechs befragten Pflegekräfte erlebten durchweg Schuldgefühle, Wut, Frustration in Situationen, in denen sie Gewalt erfuhren oder gewalttätig handelten, auf welche Art und Weise auch immer. Dies fördert unter anderem die Entstehung eines Burnouts. Hinzu kommen natürlich noch die betrieblichen Rahmenbedingungen, die zu einer Überlastung und Frustration führen. Die Befragten beklagten zudem, dass es zu wenig Hilfsangebote und Lernangebote zum Thema „Gewalt in der Pflege“ gibt. Häufig scheitere es schon an der Aufklärung. Hier kann das Pflegemanagement ansetzen, denn der erste Schritt zu einer gewaltfreien Pflege ist die Gewaltprävention.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autoren begründen die Auswahl der Studie von Schulz (2006) als Gegenstand ihrer Hausarbeit und skizzieren das Phänomen Gewalt in der Pflege als tabuisiertes, aber hochrelevantes Thema.
2 Beurteilung der Studie anhand qualitativer Gütekriterien nach Brandenburg: Die Studie wird stichpunktartig auf Basis der Gütekriterien von Brandenburg (2013) geprüft, wobei insbesondere die Forschungsfrage, das Design und ethische Aspekte im Fokus stehen.
3 Beurteilung der Studie anhand qualitativer Gütekriterien nach Mayring: Ergänzend erfolgt eine detaillierte Prüfung anhand der Kriterien nach Mayring (2016), wobei methodische Aspekte wie Dokumentation, Interpretationsabsicherung und Triangulation kritisch reflektiert werden.
4 Relevanz der Ergebnisse für das Pflegemanagement und die Pflegepraxis: Dieses Kapitel verknüpft die Studienergebnisse mit der Praxis und zeigt konkrete Ansätze für das Pflegemanagement zur Gewaltprävention und Strukturverbesserung auf.
5 Methodische Reflexion des eigenen Vorgehens: Die Autoren reflektieren ihre eigene Gruppenarbeit sowie den Prozess der gemeinsamen Analyse und Erstellung der Hausarbeit.
6 Fazit und Ausblick in Theorieentwicklung und Forschungsbedarfe: Die Hausarbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Studie und dem Appell, das Thema Gewalt in der Pflege stärker in den Fokus der pflegerischen Aus- und Weiterbildung zu rücken.
Schlüsselwörter
Gewalt in der Pflege, Pflegemanagement, qualitative Forschung, Gütekriterien, Pflegepraxis, Gewaltprävention, Burnout, subjektives Erleben, Pflegebeziehung, Arbeitsbelastung, Berufsethik, Fallanalyse, Misshandlung, Supervision, Professionelles Pflegehandeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der qualitativen Analyse und kritischen Beurteilung der Studie „Gewalterfahrungen in der Pflege“ von Peter-Michael Schulz (2006) durch Studierende der Pflegewissenschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Mittelpunkt stehen die Entstehungszusammenhänge von Gewalt, das subjektive Erleben beteiligter Pflegekräfte sowie die betrieblichen Rahmenbedingungen, die Gewalt begünstigen können.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis der Studienergebnisse die Relevanz des Themas Gewalt für das Pflegemanagement und die tägliche Pflegepraxis herauszuarbeiten und präventive Lösungsansätze abzuleiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autoren nutzen qualitative Gütekriterien nach Brandenburg (2013) und Mayring (2016), um die methodische Qualität der Originalstudie kriteriengeleitet zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beurteilung der Originalstudie, die Ableitung der Praxisrelevanz für Führungskräfte sowie die Reflexion des eigenen Vorgehens der studentischen Autorengruppe.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Gewaltprävention, Pflegemanagement, qualitative Gütekriterien, subjektives Erleben, Arbeitsbelastung und Burnout-Prävention.
Wie unterscheidet sich die Bewertung nach Mayring von der nach Brandenburg?
Während Brandenburg allgemeinere Aspekte wie Design und Fragestellung prüft, bietet Mayring spezifischere methodische Kriterien, wie die Verfahrensdokumentation, die argumentative Interpretationsabsicherung und die Nähe zum Gegenstand.
Welchen konkreten Vorschlag machen die Autoren für das Pflegemanagement?
Die Autoren schlagen unter anderem die Implementierung eines anonymisierten Meldesystems für kritische Ereignisse (ähnlich dem CIRS-System) sowie verstärkte Fortbildungen zu Deeskalation und Gewaltprävention vor.
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- Anonym (Author), 2019, Beurteilung der Studie "Gewalterfahrungen in der Pflege" von Peter-Michael Schulz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491861