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Das Kino und die neue Psychologie von Maurice Merlau-Ponty. Eine Anwendung des Textes auf den Film "Barfly" von Barbet Schroeder

Title: Das Kino und die neue Psychologie von Maurice Merlau-Ponty. Eine Anwendung des Textes auf den Film "Barfly" von Barbet Schroeder

Seminar Paper , 2002 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Daniel Pagels (Author)

Communications - Movies and Television
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Wahrnehmung ist mehr als die Summe der Reize. Sie ist mehr als die digitale Wiedergabe des Empfundenen. Wahrnehmung ist die Abbildung der Umwelt in unserem Denken. Unsere Wahrnehmungsorgane kommunizieren mit dem Gehirn in 0 und 1, ähnlich der Bits und Bytes eines Computers. Das Gehirn setzt diese schwachen elektrischen Impulse in ein Gesamtbild zusammen. Doch wie Merlau-Ponty in seinem Artikel zeigt, reicht diese Erklärung nicht für die Dinge aus, die wir letztendlich wahrnehmen. In seinem Beitrag „Das Kino und die neue Psychologie“ stellt er die klassische Betrachtungsweise der Wahrnehmung den neuen Erkenntnissen der Psychologie gegenüber.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die klassische und die neuere Betrachtungsweise der Wahrnehmung

2.1 Die klassische Psychologie

2.2 Die neue Psychologie

3. Die neuere Psychologie und der Film

4. Die Betrachtungen Merlau-Pontys und der Film „Barfly“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den theoretischen Ansatz von Maurice Merlau-Ponty zur „neuen Psychologie“ der Wahrnehmung und wendet diesen auf filmische Strukturen, insbesondere am Beispiel des Films „Barfly“ von Barbet Schroeder, an, um die Grenzen einer rein intellektuellen Interpretation von Wahrnehmung aufzuzeigen.

  • Gegenüberstellung der klassischen und neuen Psychologie der Wahrnehmung.
  • Analyse der Bedeutung von Bild- und Tonkombinationen im Medium Film.
  • Phänomenologische Betrachtung der Konstruktion von Realität im Kino.
  • Anwendung theoretischer Konzepte auf die Charakterzeichnung in „Barfly“.

Auszug aus dem Buch

Die Betrachtungen Merlau-Pontys und der Film „Barfly“

In dem Film „Barfly“ wird der Held Henry Chinaski als ein Poet des amerikanischen Undergrounds und Trinker unter Vielen dargestellt. Meines Erachtens sind in diesem Film die Ansichten Merlau-Pontys sehr gut zu beobachten. Der Regisseur zeigt uns einen Trinker mit allen Konsequenzen, zugleich aber auch einen Poeten und Autor. Im Film ist es nur schwer vorstellbar, dass der Held ergreifende Stories schreibt, die von den Reichen der Stadt gelesen werden, er selbst aber ohne Interesse an Geld am Abgrund der eigenen Existenz steht.

Zu Beginn des Films fährt die Kamera von der Strasse in eine billige Bar, am Tresen vorbei, in den Hinterhof. Der Barkeeper liest gelangweilt die Zeitung. Die Bar ist leer. Im Hinterhof prügelt sich Chinaski mit dem zweiten Barkeeper Eddi. Er verliert den Kampf und bleibt ohne Hilfe liegen, während die Zuschauer wieder in die Bar gehen. In dieser Szene zeigt sich Chinaksi nicht zornig gegen seinen Gegner. Eddi wiederum ist der Zorn deutlich anzusehen. Was wir sehen, lässt uns den Helden als Trunkenbold und Schläger erscheinen. Eddi wirkt gut gekleidet und bei allen Anwesenden beliebt. Während der Schlägerei spielt keine Musik. Nur der Spott Chinaskis und die Beschimpfungen Eddis sind zu hören. Würde man hier Ton und Bild trennen, bliebe der grobe Inhalt erhalten. Allerdings weniger deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Limitationen einer rein reizbasierten Wahrnehmungstheorie und führt in die phänomenologische Perspektive von Merlau-Ponty ein.

2. Die klassische und die neuere Betrachtungsweise der Wahrnehmung: Hier werden die Unterschiede zwischen der als mechanisch verstandenen klassischen Psychologie und der neuen, kontextabhängigen Wahrnehmungstheorie detailliert erläutert.

3. Die neuere Psychologie und der Film: Das Kapitel analysiert, wie filmische Mittel wie Bildmontage und Tonkomposition eine eigene Realität schaffen, die über die Summe ihrer Einzelteile hinausgeht.

4. Die Betrachtungen Merlau-Pontys und der Film „Barfly“: Anhand der Charakterstudie des Henry Chinaski wird praktisch illustriert, wie filmische Gestaltung die komplexe innere Zerrissenheit einer Figur ohne explizite Erklärungen erfahrbar macht.

Schlüsselwörter

Phänomenologie, Wahrnehmung, Filmtheorie, Maurice Merlau-Ponty, Barfly, klassische Psychologie, neue Psychologie, Filmmontage, Bildsprache, Tonkomposition, Realitätskonstruktion, Henry Chinaski, Medienwissenschaft, Bewusstsein, Filmästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das menschliche Wahrnehmungsvermögen im Kontext der Filmrezeption, basierend auf den theoretischen Grundlagen der „neuen Psychologie“ nach Maurice Merlau-Ponty.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die phänomenologische Wahrnehmungspsychologie, die Analyse von filmischen Gestaltungsmitteln wie Bild und Ton sowie deren Einfluss auf die Interpretation komplexer Charaktere.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Wahrnehmung nicht rein intellektuell durch die Summierung von Reizen erfolgt, sondern durch kontextuelle Einbettung, was am Beispiel des Films „Barfly“ verdeutlicht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen hermeneutisch-analytischen Ansatz, indem theoretische Positionen aus der Psychologie auf filmische Sequenzen und filmästhetische Strukturen angewandt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung zwischen klassischer und neuer Psychologie sowie die spezifische Anwendung dieser Erkenntnisse auf die audiovisuelle Struktur und narrative Ebene des Films „Barfly“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Phänomenologie, Wahrnehmung, neue Psychologie, audiovisuelle Gestaltung, Filmrealität und Kontextualisierung.

Wie dient der Film „Barfly“ als Fallbeispiel für Merlau-Pontys Theorie?

Der Film zeigt die gespaltene Identität des Protagonisten Henry Chinaski, wobei der Regisseur durch Licht und Musik verschiedene Welten etabliert, die der Zuschauer unbewusst erfasst, ohne dass eine rein intellektuelle Aufarbeitung notwendig wäre.

Inwiefern zeigt die Arbeit die Grenzen der klassischen Psychologie auf?

Die Arbeit argumentiert, dass die klassische Psychologie Wahrnehmung auf maschinenartige Prozesse reduziert und somit an komplexen, mehrschichtigen Filminhalten scheitert, da sie soziale und ästhetische Kontexte ausblendet.

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Details

Title
Das Kino und die neue Psychologie von Maurice Merlau-Ponty. Eine Anwendung des Textes auf den Film "Barfly" von Barbet Schroeder
College
http://www.uni-jena.de/  (Medienwissenschaften)
Course
TPS: Einführung in die Phänomenologie des Films
Grade
1,7
Author
Daniel Pagels (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V4919
ISBN (eBook)
9783638130011
ISBN (Book)
9783638746038
Language
German
Tags
Kino Psychologie Maurice Merlau-Ponty Eine Anwendung Textes Film Barfly Barbet Schroeder Einführung Phänomenologie Films
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Pagels (Author), 2002, Das Kino und die neue Psychologie von Maurice Merlau-Ponty. Eine Anwendung des Textes auf den Film "Barfly" von Barbet Schroeder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4919
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