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Schleiermacher - Über das Wesen der Religion

Title: Schleiermacher - Über das Wesen der Religion

Term Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Joachim Waldmann (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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Hat von Euch jeder seinen Ring von seinem Vater: So glaube jeder sicher seinen Ring den echten. – Möglich; dass der Vater nun die Tyrannei des Einen Rings nicht länger in seinem Hause dulden wollen! – Und gewiss; Dass er euch alle drei geliebt, und gleich geliebt.
(Lessing – Nathan der Weise)

1. Einleitung
Mit seinem 'Projekt Weltethos' will Hans Küng zur Schaffung einer friedlicheren Welt beitragen. Wenn er darin schreibt: „Kein Weltfriede ohne Religionsfriede“, so könnte ein Religionsverständnis im Sinne Schleiermachers dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

2. Das Wesen der Religion nach Schleiermacher Der Begriff „Religion“ wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert zwar von aller Welt verwendet, seine genaue Bedeutung war jedoch nur unscharf umrissen. Schleiermacher schlägt daher für seine Zeit recht unkonventionelle Wege ein, wenn er sich in der zweiten Rede daran macht, die Frage: Was ist Religion? zu beantworten und somit eine Begriffsbestimmung zu liefern. Er möchte seinen Lesern zeigen, dass der Religion „eine eigne Provinz im Gemüte angehört“. Dazu hält er es für notwendig, die Umrisse der Religion, ihre Gestalt, klar zu zeichnen, sie also gegenüber anderen Disziplinen abzugrenzen. Es soll deutlich werden, dass sie „ein himmlisches Wesen“ besitzt.
Das erste Problem, das sich beim Versuch einer Bestimmung des Begriffs Religion ergibt, ist, dass die Religion laut Schleiermacher nirgends mehr unvermischt angetroffen werden kann. Überall wo man hinsieht, ist sie durch Metaphysik, also Philosophie, und Moral verdünnt. Schleiermacher grenzt daher im folgenden die drei Bereiche gegeneinander ab und weist ihnen ihr jeweiliges Gebiet zu.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Wesen der Religion nach Schleiermacher

2.1. Die Eigenständigkeit der Religion gegenüber Philosophie und Moral

2.2. Was ist Religion?

2.2.1. Das Universum

2.2.2. Anschauung und Gefühl

2.2.3. Gemüt und Sinn

2.2.4. Konkretisierung der Anschauung: Natur, Menschheit und Geschichte

2.3. Zusammenfassung

3. Die Utopie

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Religionsverständnis von Friedrich Schleiermacher im Kontext seiner "Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern" zu analysieren und dessen Beitrag zu einem friedlicheren Miteinander, etwa im Sinne eines Weltethos, zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Religion als eigenständige Kategorie neben Philosophie und Moral definiert werden kann.

  • Abgrenzung der Religion gegenüber Metaphysik und Moral
  • Die Rolle des "Universums" als zentraler Ausgangspunkt der Anschauung
  • Die psychologische Dimension der Religion durch Gemüt und Sinn
  • Religiöse Toleranz als Utopie einer Menschheitsrepublik
  • Das Spannungsfeld zwischen Anschauung, Gefühl und Handeln

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Anschauung und Gefühl

Nicht wie die Metaphysik denken, sondern das Universum „belauschen“ will die Religion; nicht aktiv handeln wie die Moral will sie, sondern sich „ergreifen und erfüllen lassen“. Ihrem Wesen nach besteht sie daher aus Anschauung und Gefühl. Und im Gegensatz zu Metaphysik und Moral geht sie nicht vom Menschen als Mittelpunkt aus, um von dort dann das Universum zu betrachten, sondern sie sieht den Menschen als nur eine einzige von unendlich vielen möglichen Erscheinungsformen des Universums an. (Man könnte also vielleicht sagen, dass für sie das Universum das Maß aller Dinge ist.)

Anschauung „ist die allgemeinste und höchste Formel der Religion“, sie ist deren „Angel“. Bedingung für die Möglichkeit etwas anzuschauen ist laut Schleiermacher, dass das Angeschaute aktiv auf den Anschauenden einwirkt, dass es ihn reizt. Der Mensch nimmt in der religiösen Anschauung somit eine Handlung, die das Universum an ihm vollzieht, wahr. Jede Form solch einer Handlung des Universums am Menschen kann also prinzipiell zu einem religiösen Erleben führen; wichtig dabei ist nur, dass „alles Beschränkte als eine Darstellung des Unendlichen“ hingenommen wird.

Wissen, Glauben oder Denken hingegen gehen schon über das bloße Anschauen hinaus und gehören folglich auch nicht mehr in den Bereich der Religion. Anschauung vollzieht sich unmittelbar, keine Denkinstanz ist Wahrnehmendem und Wahrgenommenem zwischengeschaltet oder andersartig involviert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Bezug zu Hans Küngs Projekt Weltethos her und verortet die Relevanz von Schleiermachers Religionsverständnis für den heutigen Religionsfrieden.

2. Das Wesen der Religion nach Schleiermacher: Dieses Hauptkapitel untersucht die Abgrenzung der Religion gegenüber Philosophie und Moral sowie die Definition des Universums und die Rolle des Gefühls.

2.1. Die Eigenständigkeit der Religion gegenüber Philosophie und Moral: Es wird dargelegt, dass Religion, Metaphysik und Moral denselben Ursprung (das Universum) haben, diesen aber unterschiedlich behandeln.

2.2. Was ist Religion?: Dieses Kapitel widmet sich der zentralen Begriffsbestimmung der Religion bei Schleiermacher.

2.2.1. Das Universum: Hier wird der Begriff des Universums als das alles Seiende, die Geschichte und die Menschheit analysiert.

2.2.2. Anschauung und Gefühl: Dieses Kapitel erläutert, dass Religion durch die unmittelbare Anschauung des Universums und das davon ausgelöste Gefühl entsteht, ohne jedoch Handlungen zu provozieren.

2.2.3. Gemüt und Sinn: Es wird analysiert, wie das Gemüt als Organ der religiösen Erfahrung fungiert und der Sinn als Anlage zur Aufnahme des Unendlichen dient.

2.2.4. Konkretisierung der Anschauung: Natur, Menschheit und Geschichte: Dieses Kapitel untersucht die drei Wege, über die sich das Universum dem Menschen konkret offenbart.

2.3. Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur Entstehung von Religion durch die Beziehung zwischen dem Universum und dem Ich werden zusammengefasst.

3. Die Utopie: Dieses Kapitel thematisiert die aus Schleiermachers Religionstheorie folgende Toleranz und den Entwurf einer religiösen Menschheitsrepublik.

4. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über Schleiermachers starke Einengung des Religionsbegriffs auf die bloße Anschauung.

Schlüsselwörter

Schleiermacher, Religion, Universum, Anschauung, Gefühl, Gemüt, Sinn, Metaphysik, Moral, Weltethos, Toleranz, Menschheitsrepublik, Unendlichkeit, Religionsfriede, Religionsphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Schleiermachers Werk "Über die Religion" und dessen Definition des Wesens der Religion als eigenständige Kategorie innerhalb der Geistesgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Abgrenzung der Religion zur Philosophie und Moral, das Konzept des Universums sowie die Bedeutung des religiösen Gefühls und der Toleranz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Schleiermachers spezifisches Verständnis von Religion herauszuarbeiten und zu zeigen, wie dieses eine Brücke zu zeitgenössischen Fragen wie dem Religionsfrieden schlagen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen hermeneutischen Analyse der Schleiermacherschen "Reden" und zieht relevante Sekundärliteratur zur Interpretation heran.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Abgrenzung der Religion gegenüber anderen Disziplinen, die Definition der zentralen Begriffe wie Anschauung und Gefühl sowie die Analyse der konkreten Ausprägungen der Religion in Natur, Menschheit und Geschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Schleiermacher, Universum, Anschauung, Gefühl, Gemüt, Sinn sowie das Ideal der Toleranz in einer religiösen Menschheitsrepublik.

Wie unterscheidet Schleiermacher nach dieser Arbeit die Religion von der Metaphysik?

Während die Metaphysik das Universum durch Denken und rationale Systeme zu erklären versucht, verzichtet die Religion auf aktive intellektuelle Durchdringung und strebt stattdessen nach unmittelbarer Anschauung und dem "Belauschen" des Unendlichen.

Was bedeutet die "Utopie" im Kontext des dritten Kapitels?

Die Utopie bezieht sich auf die Vorstellung einer pluralistischen Gemeinschaft, in der verschiedene religiöse Individuen ohne Zwang und Systemzwang, getragen von Toleranz und gegenseitiger Anerkennung, eine "religiöse Menschheitsrepublik" bilden.

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Details

Title
Schleiermacher - Über das Wesen der Religion
College
University of Tubingen
Course
Schleiermacher - Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern
Grade
1,0
Author
Joachim Waldmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V49191
ISBN (eBook)
9783638457118
ISBN (Book)
9783656205364
Language
German
Tags
Schleiermacher Wesen Religion Schleiermacher Religion Reden Gebildeten Verächtern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joachim Waldmann (Author), 2005, Schleiermacher - Über das Wesen der Religion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49191
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