Blockchain-Technologie in der Kommunikationswirtschaft. Funktionsweise, Anwendungsmöglichkeiten und Evaluation


Fachbuch, 2019

59 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung
1.1 Strukturwandel und Digitalisierung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage

2 Was ist die Blockchain?
2.1 Konzept
2.2 Mining
2.3 Proof of Work und Proof of Stake
2.4 Hashing
2.5 Peer to Peer Prinzip (P2P)
2.6 Open Source
2.7 Dezentralität
2.8 Smart Contracts
2.9 Infrastruktur
2.10 Heutige Anwendungen

3 Anwendungsmöglichkeiten in der Kommunikationswirtschaft
3.1 Industrie 4.0
3.2 Internet of Things
3.3 Abwicklung via Smart Contracts
3.4 Automatisierung
3.5 Effizienzsteigerung
3.6 Datenspeicher auf der Blockchain
3.7 Fair Trade durch Open Source
3.8 Supply Chain Management
3.9 Sicherheitsaspekt

4 Evaluation
4.1 Alternativen
4.2 Skalierbarkeit
4.3 Energieverbrauch
4.4 Zukunftsaussichten

5 Schlussbetrachtung

6 Kritische Würdigung

Verzeichnisse

Literaturverzeichnis

Weitere Literaturen

Weitere Quellen

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzung und Fremdwortverzeichnis

1 Einleitung

Bitcoin, Blockchain und Digitalisierung – so werden die Trends des 21.Jahrhunderts genannt. Mit der Entwicklung von Bitcoin, dem digitalen Gold für die Internetbezahlung, wurde erstmals das Vertrauen über die Verwaltung einer Bezahlwährung in die Hände einer Applikation übergeben.

Die Blockchain ist fähig einen menschlichen Buchprüfer abzulösen in Form einer digitalen Prüfstation, deren Funktion in einem Programm verankert ist. Zudem verspricht sie Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Sicherheit.

Sind wir bereit, mit der Digitalisierung die Verantwortung über die Verwaltung von wichtigen Systemen in die Hände eines Programmes zu legen?

1.1 Strukturwandel und Digitalisierung

«Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung!»[1]

Heute leben wir in einer digitalen Welt mit einer Vielzahl von Innovationen. Daraus folgt ein stetiger Wandel der Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie. Doch wie kommt es, dass man heute von einer digitalen und vernetzten Welt spricht?

Seit jeher versucht der Mensch sein Leben zu optimieren und zu vereinfachen; so auch seine Arbeitsabläufe und deren Organisation.

Vor der Industrialisierung setzte der Mensch Nutztiere ein, die ihm die schwere Arbeit auf dem Feld erleichterte.

Im 18. Jahrhundert wurden die ersten Webstuhlmaschinen konstruiert, die den Startschuss für die Massenproduktion gaben.

Mit der Einführung der Elektrizität als Antriebskraft (Ende des 19.Jahrundert) wurde die 2.industrielle Revolution hervorgebracht. Mit Ihr wurden Akkord und Fleissbandarbeiten zum täglichen Business.

Ab den 1970er Jahren startete die 3. industrielle Revolution: Die Automatisierung durch Elektronik und IT stand im Fokus. Nach den großen Rechenmaschinen gründete nun der Personal-Computer für Büro und Haushalt einen neuen Industriezweig.

Und heute im 21.Jahrhundert befinden wir uns in der Mitte der 4. industriellen Revolution. Nun wird der Fokus auf die zunehmende Digitalisierung früherer analoger Techniken und der Integration von cyber-physischen Systemen gesetzt.

Dank dieser Entwicklung werden immer mehr Tätigkeiten und Abläufe digitalisiert. Es entstehen so elektronische Abbilder eines physischen Gegenstandes oder einer analogen Technik.

Es entstehen zum Beispiel, digitale Abbilder von Büchern, Bildern und Texten. Die Anwendungsmöglichkeiten sind hier fast unbegrenzt. Es kann auch ein digitales Abbild eines Logistiklagers in einem Computer gespeichert werden oder einer Person oder eines Unternehmens in Form eines Social Media Profiles.

Das umstrittenste digitale Abbild ist und bleibt das Geld. Wo früher noch der Geldschein einen Gegenwert zum Gold haben musste, können heute Banken und Staaten aus dem Nichts Geld generieren. Dies führt oftmals zu chaotischen Zuständen bis hin zu weltweiten Finanzkrisen.

Wer überprüft die Banken über die Richtigkeit und der Sinnhaftigkeit des Geldschöpfens? Diese Frage, stellte sich nicht nur aktuell die Schweizer Bevölkerung, die mit der Vollgeldinitiative darüber abstimmt, ob die Geldschöpfung nur noch von der Schweizer Nationalbank oder auch von anderen Banken ausgeführt werden kann.

Diese Frage nach der Sinnhaftigkeit des Geldschöpfens ist schon viel älter. Von Henry Ford stammt das Zitat: «Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.»[2]

Das bestehende Geldsystem, das auf einem staatlichen Monopol fusst, richtet in den Augen Vieler grossen Schaden an. Die Ansichtsträger sind der Meinung, dass das Geld in diesem System durch die Ausweitung der Geldmenge (auch Inflation genannt) absichtlich entwertet wird. Die Inflation wirkt wie eine heimliche Steuer, die der Staatsfinanzierung dient und die Einkommen und Ersparnisse der Bürger auffrisst.

1976 kritisierte der Wirtschaftsnobelpreisträger Hayek in seinem bahnbrechenden Buch «Entnationalisierung des Geldes» mit seinem Vorschlag von einem freien Wettbewerbs der Währungen das bestehende System. Er lieferte nicht nur der heutigen klassisch-liberalen und libertären Szene eine Handreichung für eine neue Währungsordnung, sondern schuf wohl auch die Grundlage zum ersten, ernst zu nehmenden, Grossangriff auf das staatliche Geldmonopol weltweit.[3]

Doch dazu kam es nicht. Erst dank des Internets und der Verschlüsselungstechniken haben wir im 21.Jahrhundert alle Möglichkeiten, um die Vision eines «Geldes ohne Staat» in die Tat umzusetzen.

Das realisierte auch Bitcoin Schöpfer «Satoshi Nakamoto». Ein Pseudonym, von dem man nicht weiss wer oder was für eine Organisation dahintersteht. Satoshi Nakamoto entwickelte eine neue digitale private Währung entwickelte.

«Nakamoto» kombinierte vorwiegend bewährte Dinge miteinander. Zum Beispiel die Verschlüsselungstechnik mit einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel oder das Peer to Peer Prinzip. Er schuf mit dieser bedeutenden Innovation die sogenannten Blockchain, eine weltweit verteilte dezentrale Datenbank, die öffentlich einsehbar und nicht im Nachhinein veränderbar ist.

Satoshi Nakamotos Erfindung war eine Antwort auf die von den Banken und Regierungen verursachten Finanzkrisen. Er wollte das Ende des Zeitalters der «Bankenrettung» auf Kosten der Steuerzahler.

Eine neue digitale private Währung ist entstanden, die unabhängig von Staat und Banken existieren kann.

Doch diese Erfindung, ist in meinen Augen nicht nur fähig die gesamte Finanzindustrie zu revolutionieren, nein sondern die ganze Wirtschaft.

Viele Unternehmen haben in Sachen Internet und E-Commerce, Mobile und Cloud-Computing lieber erst einmal abgewartet und passiv zugesehen, wie neue Technologien die Geschäftswelt veränderten.

Sie taten sich in der Folge schwer, mit den heute einschlägig bekannten Early Adopters mitzuhalten, die so klug waren, sich rechtzeitig auf den fundamentalen Technologiewandel einzustellen.

Mit meiner Arbeit über die Blockchain Technologie leiste ich einen aufschlussreichen Beitrag um ein besseres Verständnis für ihre Anwendungsmöglichkeiten zu ermöglichen.

1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage

Das Internet brachte viele Neuerungen, wie E-Mail, das World Wide Web, Dotcoms, soziale Medien, das mobile Web, Big Data, Cloud-Computing und somit die globale Vernetzung.

Dies liess die Wirtschaft rasant ansteigen. Doch diese Geschwindigkeit birgt auch grosse Risiken. Die Frage nach dem Vertrauen in das digitale Zeitalter ist eine grosse Thematik. Diese Vertrauensfrage stellt sich auch das heutige E-Commerce.

Vertrauen in der Geschäftswelt bedeutet nichts anderes als die Erwartungshaltung, dass sich der Geschäftspartner an die vier Grundregeln der Integrität hält: Ehrlichkeit, Gegenleistung, Rechenschaftspflicht und Transparenz.[4]

Auf diesen Grundpfeilern sollte meiner Meinung nach jede gesunde Geschäftsbeziehung basieren.

Seit Beginn des digitalen Zeitalters war das Erfüllen dieser Bedingungen ein besonders schwieriger Aspekt.

Doch nach der grossen Finanzkrise 2008 schien es, als hätte jemand den Geist der Technik aus der Flasche befreit. Die Blockchain Technologie wurde erfunden.

Mit der Blockchain Technologie ist es möglich den Geldverkehr transparent, sicher und nachvollziehbar zu machen. Doch meiner Meinung nach ist es zudem möglich diese Technologie auf viele weitere Anwendungsmöglichkeiten ableiten zu lassen.

Überall dort wo eine intermediäre Funktion, also eine Prüfstation ersetzt werden kann, könnte die Blockchain Einzug finden und trotzdem noch als transparent sicher und nachvollziehbar gelten.

Sie ist nach meiner Ansicht nach fähig, die Wirtschaft sowie die Gesellschaft zu revolutionieren. Gerade in der auf uns zukommenden 4. industriellen Evolution. Für die Vernetzung von Teilprozessen und deren Verwaltung in Form eines cyber-physical Systems, sowie als zusätzliches integriertes Kontrollsystem mit einem Protokollmechanismus kann sie die grundlegende Lösung sein.

Die Blockchain hat das Potential, Geschäftsabläufe über alle Branchen hinweg zu verändern. Sie ist ein dezentraler Software Mechanismus für ein zufällig verteiltes öffentliches Kontierungssystem, das über eine Kette von Rechnern läuft, die alle Transaktion genehmigen muss, bevor diese verifiziert und durchgeführt werden können.

Der Zahlungsverkehr, Finanzierungsanfragen und Geschäftsabwicklungen beschleunigen sich, ohne Zwischenstationen für die Authentifizierung und Sicherung von Transaktionen. Die Technologie kann meiner Ansicht nach nicht nur Vorgänge effizienter gestalten, sie kann sogar viele neue Geschäftsmodelle ermöglich.

Meine Diplomarbeit verfolgt 3 Ziele:

1.Mit meiner Diplomarbeit stelle ich die noch junge Innovation Blockchain Technologie vor; zeige ihren Aufbau und Funktionen auf. Die Arbeit soll als Nachschlagewerk für die grundlegende Technik der Blockchain fungieren.

Sie soll Unternehmen die Chance bieten sich rechtzeitig auf den nach meiner Meinung nach fundamentalen Technologiewandel einzustellen, um mit den Early Adopters im Grundverständnis für die Anwendung der Blockchain Technologie mitzuhalten zu können.

2. In der Diplomarbeit werden, die Vor- und Nachteile dieser Technologie dargelegt. Zudem die Anwendungs- und Einsatzmöglichkeiten in der Kommunikationswirtschaft beleuchtet wie sie als systemübergreifende Software funktionieren kann und welche Aufgabe sie im Zeitalter der «Industrie 4.0» erfüllen kann.

3. Durch eine sorgfältige Evaluation der Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain Technologie, zeigt die Arbeit auch weitere zukünftige betriebswirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven auf.

2 Was ist die Blockchain?

Die Blockchain mit ihrer ersten digitalen Währung Bitcoin war der Startschuss der Blockchain Revolution. Das Ziel des Pseudonyms Satoshi Nakamoto war es, ein weltweites Zahlungssystem aufzubauen, das ohne Vertrauen in zentrale Institutionen wie Banken und Regierungen auskommt.

Er entwickelte das digitale Währungssystem «Bitcoin» das mit einer Verwaltungssoftware verknüpft und die sogenannte Blockchain ist.

Die Blockchain kann man als eine dezentrale Kontoverwaltungs- Software verstehen, die mit einem kryptografischen Aufzeichnungsprotokoll verknüpft ist. Die Blockchain ist dazu gedacht wichtige Informationen wahrheitsgetreu und dezentralisiert zu hinterlegen. Sie speichert die ganze Historie von getätigten Aktionen oder Veränderungen von Zuständen ab. Diese Informationen werden chiffriert und in chronologischer Reihenfolge auf eine Datenbank abgespeichert.

Die Verwaltungsfähigkeit dieser Technologie war ursprünglich nur für das von Nakamoto entwickelte Währungssystem gedacht. Doch wenn man das Konzept der Blockchain Technologie versteht, merkt man, dass die Anwendungsmöglichkeiten dieser neuen Technologie für viele anderen Bereiche ebenso möglich wären.

2.1 Konzept

Um das Konzept der dieser Technologie zu verstehen, schauen wir uns die wichtigsten und grundlegenden Bestandteile einer Blockchain an. Jedes der folgenden Bestandteile der Blockchain trägt dazu bei um die charakteristische Bedeutung dieser Technologie zu verstehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Strukturvernetzung der Blockchain

Eigene Darstellung

2.1.1 Der Quellcode

Der Quellcode ist ein Programmiercode auf dem festgehalten wird, wie die geschriebene Abfolge von Programmanweisungen ist.

Der Quellcode kann auch als ein digitaler Plan verstanden werden. Auf ihm ist sichtbar in welcher Reihenfolge und unter welchen Bedingungen die einzelnen Programmabschnitte miteinander kommunizieren. Der Quellcode einer Blockchain ist Open Source also öffentlich. Das heisst jeder Interessierte kann Einsicht in die Programmierung der Verwaltungssoftware zu haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Vernetzung Quellcode

Eigene Darstellung

2.1.2 Smart Products

Unter Smart Products versteht man die zu verwaltenden Einheiten in einem System. In der Bitcoin Blockchain, sind das die Kryptowährungen und deren Konten über die buchgehalten wird.

Anstelle einer Kryptowährung als Smart Product könnte man auch andere digitale Abbilder von Gegenständen oder Arbeitsprozessen verwenden, die man verwalten möchte. Dies können zum Beispiel die Produkte in einer Lagerhalle, oder Maschinen in einer Produktionsstätte oder die Bürger einer Stadt sein.

Das digitale Abbild des Smart Products in der Blockchain hat die Form eines Datenträgers, in der Aktionen und Veränderungen seines Zustanden gespeichert werden kann. Sobald also eine Aktion mit einem Smart Product stattgefunden hat, sendet es Signale an die Verwaltungssoftware Blockchain.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Vernetzung Smart Products

Eigene Darstellung

2.1.3 Hauptbuch

Das Hauptbuch oder eben die Blockchain genannt wird als Aufzeichnungsinstrument verstanden. Es speichert einsehbar und somit nachvollziehbar alle Zustandsänderungen der Smart Products auf einen sogenannten Block ab.

Erst wenn der Block auf seine Richtigkeit überprüft worden ist, wird er mittels einer Verschlüsselungstechnik an die vorangegangenen Blöcke des Hauptbuches angebracht. Alle zehn Minuten – sozusagen der Herzschlag des Netzwerks – werden alle durchgeführten Transaktionen verifiziert, freigegeben und in einen Block abgespeichert, der sich an den vorausgegangenen Block anschließt. So entsteht eine Kette, die das Hauptbuch bildet.

Jeder Block muss sich auf den vorherigen Block beziehen, ansonsten ist er ungültig. Mit dieser Struktur ist dafür gesorgt, dass jeder Wertaustausch dauerhaft mit einem Zeitstempel versehen und gespeichert wird, was erfolgreich verhindert, dass das Hauptbuch geändert werden kann.[5]

Auf dem Hauptbuch lässt sich so jede Transaktion, die jemals im Netzwerk getätigt wurde wieder auffinden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Vernetzung Hauptbuch

Eigene Darstellung

2.1.4 Mining

Unter dem Mining versteht man das Überprüfen eines Blockes, der in das Hauptbuch abgelegt werden soll. Das Überprüfen des Blockes wird von mehreren Parteien dezentral vollzogen.

Dies wird mittels eines Konsenses bestimmt, also über die Übereinstimmung der Mehrheit. Wenn die Mehrheit mit den neuen Informationen einverstanden ist, wird dieser Block mit einem Zeitstempel abgespeichert und in der Blockchain verewigt.

Umso mehr Parteien in diesen Prozess eingebunden sind, umso verteilter ist die Macht im Netzwerk und umso aussagekräftiger ist der Überprüfungsprozess.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Vernetzung Mining

Eigene Darstellung

2.1.5 Sicherheitssysteme

Das Prinzip über eine Verwaltung von Ressourcen oder auch Einheiten ist nichts Neues. Erst durch die verschiedenen implementierten Sicherheitsfeatures wird die Blockchain Technologie zu einem der sichersten Verwaltungssoftwares, die es gibt.

Zu diesen Sicherheitsfeatures gehören die dezentrale Charakteristik des Netzwerkes sowie die Hashfunktion und die privat Keys. Dadurch wird die Information, die in einem Block verankert wird verschlüsselt und nur für Befugte einsehbar.

Das Proof of Work und das Proof of Stake sind ein weitere Sicherheitsfaktoren der Blockchain. Sowie die Anzahl der Miner. Umso mehr Miner es gibt umso sicherer und stabiler wird das Netzwerk.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Vernetzung Sicherheitssysteme

Eigene Darstellung

2.2 Mining

Unter dem Miningprozess versteht man das Überprüfen eines neuen Blockes, der in das Hauptbuch abgelegt werden soll. Alle enthaltenen Informationen werden auf ihre Gültigkeit überprüft.

Wer aber überprüft die Richtigkeit über diese Transaktionen, die abgespeichert werden? Dies ist die zentrale Frage, wenn man von einer automatisierten Verwaltungssoftware spricht.

Diese wichtige und autoritäre Funktion, übernehmen in der Blockchain Technologie die Miner. Das sind Personen die sich als Buchprüfer mittels einer Software der Blockchain zur Verfügung stellen. Grundsätzlich steht es jedem offen, Miner zu werden. Man benötigt dafür keine Erlaubnis, sondern muss nur eine frei verfügbare Software herunterladen und kann loslegen.

Dieser Vorgang geschieht über eine dezentrale und öffentliche Software. Das Programm überprüft jeden neuen Block auf dem Netzwerk der Blockchain. Die Miningsoftware übernimmt hier eine Funktion eines Buchprüfers. Je mehr beteiligte Parteien, also umso grösser die Mehrheit der an dieser Überprüfung arbeitenden Personen ist, desto aussagekräftiger und sicherer wird die Blockchain.

Im Fall der meisten Kryptowährungen, so auch im Bitcoin Netzwerk, werden die Miner für ihre Arbeit belohnt. Diese Belohnung findet in diesem spezifischen Netzwerk durch eine Ausschüttung von Bitcoins statt.

Die Miner befinden sich in einem ständigen Wettrennen um den nächsten gültigen Block. Nur wer eine schwierige kryptographische Aufgabe als Erster löst (siehe Kapitel 2.4), hat das Recht, seinen Block an die Blockchain zu hängen.

Sobald einer der Miner behauptet, die Lösung gefunden zu haben, überprüfen alle anderen, ob sie tatsächlich richtig ist. Wenn dies der Fall ist, verwerfen sie ihren eigenen Block. Die Blockchain wächst dann um den neuen Block des Gewinners. Alle Miner laden daraufhin die aktualisierte Blockchain herunter und machen sich an die Arbeit am nächsten Block.

Der glückliche Finder des neuen Blocks erhält zur Belohnung wiederum eine bestimmte Anzahl von Kryptocoins, die in diesem Moment neu entstehen. Daher der Name Mining, also Schürfen. Der materielle Anreiz ist sehr wichtig, damit Menschen ihre Computer für diesen Prozess zur Verfügung stellen. Es entstehen ihnen schliesslich Kosten, etwa für die Anschaffung der Hardware, ihre Wartung und die laufenden Stromkosten. Nur wenn sie langfristig mehr an neu «geschürften» Coins einnehmen, als ihnen an Kosten entsteht, rechnet sich für sie das Mining.[6]

Inzwischen lohnt sich das Mining jedoch nur, wenn man über spezielle, sehr schnelle Computer verfügt, die hohe Leistungen erzeugen.

2.3 Proof of Work und Proof of Stake

Da der Miningvorgang sowie die Aktualisierung der Blockchain auf der Übereinstimmung der Mehrheit der Teilnehmer basiert, also wird genau das gemacht wofür mindestens 51% des Netzwerks gestimmt haben. Die Problematik ist, dass jemand versuchen könnte, viele solche Knotenpunkte bzw. Teilnehmer zu generieren oder zu kopieren umso an die Mehrheit im Netzwerk zu gelangen, das Netzwerk könnte so übernommen werden.

Damit dies nicht passieren kann, gibt es 2 verschiedene Modelle in der Blockchain. Beide basieren darauf, dass man etwas beweisen muss um also Knotenpunkt beziehungsweise Teilnehmer gelten zu können.

Beim ersten Modell, Proof of Work genannt, muss man beweisen, dass man eine gewisse Arbeit verrichtet hat, um ein Teilnehmer des Netzwerks zu sein.

Das Proof of Work Verfahren wurde in den 1990er Jahren entwickelt, um Computersysteme vor Attacken und Missbrauch zu schützen. Die Grundidee besteht darin, dass ein Nutzer eines Systems eine bestimmte Arbeitsleistung vorweisen muss, um daran teilzunehmen.[7]

Dieser Arbeitsnachweis wird bei der Blockchain während des Miningprozesses vollzogen. Der Leistungsnachweis wird durch Aufwendung von Energie für die Mining - Software erbracht.

Das zweite Modell ist der Proof-of-Stake Mechanismus. Es ist eine Form des sogenannten Konsens-Mechanismuses, um im Netzwerk einen Konsens zu erzielen und sich gemeinsam auf eine identische Version der Blockchain zu einigen.

Ausschlaggebend ist der Stake eines Nutzers, also der Anteil an der insgesamten Menge an Tokens oder Coins dieser Netzwerkwährung, die er besitzt. Je größer der Anteil, desto wahrscheinlicher ist es, dass dieser Nutzer ausgewählt wird, um den nächsten Block zu minen. Grob betrachtet lässt sich der Proof-of-Stake Mechanismus im Vergleich zu Proof-of-Work eher mit einer Aktiengesellschaft vergleichen – wer einen größeren Anteil am Unternehmen besitzt, erhält im Normalfall mehr Stimmrechte, die zu Entscheidungen berechtigen.

Ein wichtiger Unterschied ist dennoch, dass beim Proof-of-Stake Mechanismus für die Konsens-Bildung eines Blockchain-Netzwerks ein Zufallsalgorithmus eingesetzt wird. Dieser zieht einen Teilnehmer, der anschließend das Recht hat, den Block zu minen. Vereinfacht gesagt ist jedes Token einer Kryptowährung dann ein Gewinnlos – folglich besitzen Nutzer mit einem höheren Stake (= mehr Gewinnlose) auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, ausgewählt zu werden.[8]

2.4 Hashing

Eine weitere wichtige Grundlage für das Verständnis der Blockchain Technologie ist die Hashing Funktion.

Es ist eine weitere Kernfähigkeit, der die Blockchain Technologie auszeichnet.

Ein Hash ist ein mathematisches Verfahren zur Verschlüsselung und Komprimierung von Daten. Das Besondere dabei ist, dass das Ergebnis stets dieselbe Grösse hat, unabhängig von der Grösse der Ausgangsdatei.[9]

Durch das Komprimieren der Daten im Netzwerk kann ein viel schnellerer Datenfluss gewährleistet werden. Ein weiterer Prozess ist die kryptografische Verschlüsselung von Informationen. Durch das Hashing werden die Informationen anonymisiert es ist also so nicht mehr einsehbar was in den Dateien ursprünglich abgespeichert worden ist.

Dies ist zum Beispiel der Hash der Wörter:

HF TGZ

à 0899b7156cfe526a7eef270ddd2f4ff897810f70

Und dies wäre der Hash des Namens meiner Diplomarbeit:

Blockchain Technologie in der Kommunikationswirtschaft

à b654abf4f35811c5dbe7c16eaa694e3a0ac0b364

Nur wer den kryptografischen Code (privat Key) besitzt um den Hash zu entschlüsseln, ist in der Lage den Hash in seine Ursprüngliche Form umzuwandeln um diese Information einzusehen und zu verwenden. Die Hashfunktion ist somit ein weiterer Sicherheitsmechanismus der Blockchain Technologie und macht sie somit für nicht berechtige Personen uneinsehbar und somit unbrauchbar.

2.5 Peer to Peer Prinzip (P2P)

Peer-to-Peer-Netze (P2P) sind Rechnernetze bei denen alle Rechner im Netz gleichberechtigt zusammenarbeiten. Das bedeutet, dass jeder Rechner anderen Rechnern Funktionen und Dienstleistungen anbieten und andererseits von anderen Rechnern angebotene Funktionen, Ressourcen, Dienstleistungen und Dateien nutzen kann.

Die Daten sind auf viele Rechner, in der Regel auf die der Nutzer, verteilt. Das Peer-to-Peer-Konzept ist ein dezentrales Konzept, ohne zentrale Server, wie da Internet. Jeder Rechner eines solchen Netzes kann mit mehreren anderen Rechnern verbunden sein.[10]

[...]


[1] (Heraklit, 544 v. Chr.)

[2] (Ford, 19. Jh.)

[3] (Koenig, Bitcoin - Geld ohne Staat, 2017)

[4] (Tapscott & Tapscott, 2016)

[5] (Alex Tapscott & Don Tapscott, 2016)

[6] (Koenig, Crypto Coins , 2017)

[7] (Koenig, Crypto Coins , 2017)

[8] (www.btc-echo.de, 2017)

[9] (Koenig, Crypto Coins , 2017)

[10] (www.itwissen.info, 2017)

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten

Details

Titel
Blockchain-Technologie in der Kommunikationswirtschaft. Funktionsweise, Anwendungsmöglichkeiten und Evaluation
Autor
Jahr
2019
Seiten
59
Katalognummer
V491927
ISBN (eBook)
9783960957324
ISBN (Buch)
9783960957331
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Jahrgangs beste Diplomarbeit - Auszeichnung zur besten Diplomarbeit
Schlagworte
Blockchain, ERP, Industrie 4.0, Kryptowährungen, Smart Contracts, Kommunikation, Internet of Things
Arbeit zitieren
Adrian Fausch (Autor:in), 2019, Blockchain-Technologie in der Kommunikationswirtschaft. Funktionsweise, Anwendungsmöglichkeiten und Evaluation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491927

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