Ich habe mich für das Thema "Mobbing in der Schule" entschieden, weil dieses Problem an Schulen immer aktueller wird. Dramatische Meldungen gehen durch die Medien und erregen die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Dabei ist Gewalt unter Schulkindern ein altes Thema und lange Zeit gab es kaum Studien oder Interventionsprogramme. Ich habe mich vor allem gefragt, welche Ursachen Mobbing unter Schülern hat und ob es einen bestimmten Opfer- und Tätertyp gibt. In meiner Hausarbeit gehe ich zuerst auf die Herkunft und Bedeutung des Begriffs "Mobbing" im Allgemeinen ein. Dann sage ich etwas zu Mobbing unter Schulkindern und grenze den Begriff gegen "Bullying" ab. Im dritten Kapitel beschreibe ich typische Charaktereigenschaften von Tätern und Opfern.
Einer der beiden Hauptaspekte in meiner Hausarbeit sind die möglichen Ursachen für Mobbing in der Schule. Dabei gehe ich zunächst auf das Elternhaus ein und beschreibe welche Erziehung einen Opfer- oder Tätertyp begünstigt. Als nächstes nenne ich Ergebnisse aus einer Studie von Olweus, die untersucht, welchen Einfluss Leistungsdruck und Zensuren auf Gewalt hat. Eine weitere Studie von ihm klärt die Bedeutung von äußerlichen Auffälligkeiten in Bezug auf Mobbing. Im Anschluss gehe ich auf den Zusammenhang von Gewalt unter Schulkindern und Gruppenzwang ein, wobei ich vor allem Studien von Schäfer heranziehe. Das fünfte Kapitel behandelt mögliche Auswirkungen für Opfer und Täter. Dabei orientiere ich mich an einer Untersuchung von Schäfer. Der zweite zentrale Punkt beschreibt das Interventionsprogramm von Olweus und gibt erfolgreiche Maßnahmen auf Schulebene, Klassenebene sowie persönlicher Ebene an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs „Mobbing“
2.1. Herkunft
2.2. Die Mobbinghandlungen nach H. Leymann
2.3. Mobbing unter Schülern
3. Charakteristika von Opfern und Tätern
3.1. Persönlichkeitsmerkmale von Opfern
3.1.1. Der passive Opfertyp
3.1.2. Der provozierende Opfertyp
3.2. Persönlichkeitsmerkmale von Tätern
4. Ursachen
4.1. Erziehungsstile und Elternverhalten
4.2. Leistungsdruck in der Schule
4.3. Äußerliche Auffälligkeiten
4.4. Der Einfluss von Gruppenmechanismen und Gruppenzwang
5. Auswirkungen
5.1. Folgen für das Opfer
5.2. Folgen für den Täter
6. Prävention und Intervention
6.1. Ein Interventionsprogramm von Dan Olweus
6.2. Maßnahmen
6.2.1. Maßnahmen auf Schulebene
6.2.2. Maßnahmen auf Klassenebene
6.2.3. Maßnahmen auf persönlicher Ebene
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Vordiplomsarbeit befasst sich mit dem komplexen Problem des Mobbings unter Schülern. Das primäre Ziel der Arbeit ist es, durch eine fundierte Literaturrecherche die Täter- und Opferprofile zu beleuchten, die Ursachen von Mobbing und Bullying zu identifizieren und effektive Interventions- sowie Präventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, um Schulen zu gewaltfreieren Orten zu machen.
- Analyse der Begriffsdefinitionen und Unterschiede von Mobbing und Bullying
- Persönlichkeitsmerkmale und soziale Rollenbilder von Opfern und Tätern
- Einflussfaktoren durch Elternhaus, Leistungsdruck und Gruppenmechanismen
- Auswirkungen von Gewalt auf die psychische Gesundheit und soziale Entwicklung
- Vorstellung des Interventionsprogramms von Dan Olweus
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Der passive Opfertyp
Diese Schüler sind ruhiger, sensibler und unsicherer als der Durchschnitt. Sie haben ein schlechtes Selbstwertgefühl und sehen sich eher als minderwertig an. Diese Schüler sehen sich auf der Verliererseite. In der Schule sind sie allein und haben meistens keine Freunde. In den Pausen suchen sie die Gesellschaft von Lehrern, um sich vor Angriffen zu schützen. Ihr Auftreten ist ruhig und schüchtern und Gewalt lehnen sie ab. Wenn sie gemobbt werden, weinen sie meistens und ziehen sich zurück (vgl. Olweus 2004, S. 42).
Dieser Typ signalisiert den Tätern, dass er ängstlich und unsicher ist und sich wahrscheinlich nicht wehrt, wenn er angegriffen wird. Oft sind diese Schüler ihren Schulkameraden körperlich unterlegen und reagieren auf Angriffe ängstlich. Vor allem Jungen haben, wahrscheinlich durch ihre körperliche Schwäche bedingt, nicht gelernt, sich bei Gleichaltrigen durchzusetzen. „... Schwierigkeiten, sich in der Gruppe Gleichaltriger zu behaupten“ (Olweus 2004, S. 42). Besonders zur meist überbehütenden Mutter haben die Jungen einen guten Kontakt. Ihre Eltern beschreiben sie als sensibel, vorsichtig und anhänglich. Werden sie jetzt auch noch gemobbt, steigert das ihre Selbstunsicherheit und Angst noch mehr. Ein Teufelskreis entsteht (vgl. Olweus 2004, S. 42f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Wahl des aktuellen Themas „Mobbing in der Schule“ und erläutert den Aufbau der Hausarbeit sowie die inhaltlichen Schwerpunkte.
2. Definition des Begriffs „Mobbing“: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft des Begriffs, definiert Mobbing nach H. Leymann und differenziert zwischen Mobbing am Arbeitsplatz und unter Schülern.
3. Charakteristika von Opfern und Tätern: Hier werden die Persönlichkeitsmerkmale von Tätern und verschiedenen Opfertypen (passiv/provozierend) analysiert.
4. Ursachen: Das Kapitel untersucht diverse Einflussfaktoren wie Erziehungsstile, Leistungsdruck, äußerliche Merkmale sowie Gruppenprozesse und Gruppenzwang.
5. Auswirkungen: Hier werden die kurz- und langfristigen Folgen von Mobbing für sowohl die Opfer als auch die Täter beleuchtet.
6. Prävention und Intervention: Dieses Kapitel stellt das Interventionsprogramm von Dan Olweus vor und erläutert konkrete Maßnahmen auf Schul-, Klassen- und persönlicher Ebene.
7. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und ordnet die Bedeutung der Prävention und der Auseinandersetzung mit Gewalt ein.
Schlüsselwörter
Mobbing, Bullying, Gewalt in der Schule, Opferprofil, Täterprofil, Dan Olweus, Interventionsprogramm, Gruppenzwang, psychosomatische Beschwerden, Selbstwertgefühl, Erziehungsstil, soziale Kompetenz, Prävention, Schulkonflikte, soziales Klima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Mobbingphänomens an Schulen unter Berücksichtigung von Täter- und Opferstrukturen sowie Interventionsmöglichkeiten.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Fokus stehen die Definition der Begriffe, die Ursachenforschung, die Auswirkungen auf die Beteiligten sowie pädagogische Interventionsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das komplexe Problem Mobbing durch eine wissenschaftliche Aufarbeitung besser zu verstehen und Handlungsoptionen für Lehrer und Eltern aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis bestehender Studien und Forschungsergebnisse, insbesondere von Autoren wie Dan Olweus und Dr. Mechthild Schäfer, erstellt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung von Täter- und Opfercharakteristika, die Analyse von Ursachen wie Erziehungsstilen oder Leistungsdruck sowie die Darstellung konkreter Präventionsmaßnahmen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Mobbing, Bullying, Schulgewalt, Täter-Opfer-Dynamik, Interventionsprogramm, Prävention und soziale Kompetenz.
Welchen Einfluss haben Eltern auf den Opfer- oder Tätertyp?
Laut der Arbeit spielt ein emotional kühler Erziehungsstil oder das Fehlen von Grenzen eine Rolle bei der Entstehung von Aggressionen, während eine überbehütende Erziehung häufiger mit dem passiven Opfertyp in Verbindung gebracht wird.
Warum ist das Interventionsprogramm von Dan Olweus in der Arbeit so prominent?
Das Programm von Olweus gilt als umfassender Ansatz, der durch wissenschaftliche Längsschnittstudien untermauert ist und sowohl die Schule als auch Klassen- und persönliche Ebenen zur Gewaltreduktion einbezieht.
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- Julia Deppe (Author), 2005, Mobbing in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49215