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Atypische Beschäftigungsverhältnisse in der Einzelhandels- und Textilindustrie am Beispiel von H&M

Titel: Atypische Beschäftigungsverhältnisse in der Einzelhandels- und Textilindustrie am Beispiel von H&M

Masterarbeit , 2018 , 91 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Catherina Gagsch (Autor:in)

Führung und Personal - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Masterarbeit soll untersucht werden, welche Ursachen für die Entwicklung von Prekarität in der Einzelhandels- und Textilindustrie verantwortlich sind. Anhand des Textilkonzern H&M, der in Deutschland einer der größten Arbeitgeber im Sektor Einzelhandel darstellt und als Vorreiter für prekäre Beschäftigungsverhältnisse gilt, soll eine empirische Untersuchung der Forschungsfrage durchgeführt werden.

Zu den festen Parametern der modernen Arbeitsgesellschaft zählt die ständige Veränderung – die Digitalisierung, der technologischer Wandel und die Globalisierung der Wirtschaft mit der Internationalisierung der Märkte stellen Veränderungstendenzen dar, welche Auswirkungen auf die Arbeitswelt und die Beschäftigungsverhältnisse haben. Insbesondere die Ausweitung ungeschützter Beschäftigungen gewinnt einen starken Bedeutungszuwachs, sodass intensive Debatten über die Prekarisierung des Arbeitsmarktes in Deutschland geführt werden. Atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeit, Zeitarbeit, befristete Beschäftigung oder auch geringfügige Beschäftigung finden eine zunehmende Nachfrage und treiben den Beschäftigungswandel voran.

Besonders Branchen wie die Einzelhandels- und Textilindustrie besitzen ein hohes Prekaritätspotenzial aufgrund ihrer wirtschaftsstrukturellen Merkmale und sozioökodemografischen Besonderheiten. Immer mehr Normalarbeitsverhältnisse werden hier durch Teilzeit und geringfügige Beschäftigung ersetzt und damit die Prekarisierung vorangetrieben.

Mithilfe der Erkenntnisse der Fachliteratur wurde eine Grundlage für die empirische Untersuchung geschaffen und der aktuelle Forschungsstand präsentiert. Dabei ergaben sich Ursachen wie z.B. die Verschärfung des globalen Wettbewerbs, die Ausweitung des Dienstleistungssektors und die Deregulierungsmaßnahmen, welche es mit der empirischen Untersuchung zu prüfen und zu erweitern gilt. Aus methodischer Sicht wurden Experteninterviews und eine Dokumentenanalyse durchgeführt, welche branchenspezifische und –übergreifende Ursachen identifizieren konnte. Als prägnanteste Ergebnisse lassen sich der Strukturwandel, die Zielgruppenverschiebung und das veränderte Konsumverhalten nennen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literaturteil

2.1 Theoretischer Rahmen der Beschäftigungsformen

2.1.1 Das Normalarbeitsverhältnis

2.1.2 Atypische Beschäftigung

2.1.3 Prekarität und prekäre Beschäftigung

2.1.3.1 Individualebene vs. Haushaltsebene

2.1.3.2 Merkmale der Prekaritätsrisiken

2.2 Historischer Kontext und Entwicklung der Prekarisierung

2.3 Ursachen für die Entwicklung von Prekarität

2.3.1 Die Veränderungstendenzen der Arbeitswelt

2.3.2 Die neoliberale Politik

2.3.3 Die Veränderung von Geschlechter- und Familienverhältnissen

2.4 Zwischenfazit

3. Methodenteil

3.1 Begründung der Fallstudie und Fallauswahl

3.2 Die qualitative Datenerhebung

3.3 Methode des leitfadengestützten Experteninterviews

3.3.1 Aufbau und Inhalte der Interviewleitfäden

3.3.2 Qualitative Inhaltsanalyse

3.3.3 Durchführung und Transkription der Interviews

3.3 Methode der Dokumentenanalyse

4. Empirischer Teil

4.1 Einleitung in den Fall: H&M

4.1.1 Unternehmensprofil von H&M

4.1.2 Vorstellung der Beschäftigungsverhältnisse

4.2 Analyse und Interpretation der Ergebnisse

4.2.1 Auswertung der Dokumentenanalyse

4.2.2 Auswertung der Interviews

4.3 Identifikation der Ursachen für die Entwicklung von Prekarität

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Ursachen für die zunehmende Prekarisierung von Beschäftigungsverhältnissen in der deutschen Einzelhandels- und Textilindustrie. Am Beispiel des Textilkonzerns H&M analysiert die Arbeit, wie strukturelle Marktveränderungen, neoliberale Reformen und Flexibilisierungsstrategien von Unternehmen zur Ausbreitung prekärer Arbeitsbedingungen führen.

  • Entwicklung und Definition prekärer Beschäftigungsverhältnisse
  • Einfluss von Globalisierung und Tertiarisierung auf den Einzelhandel
  • Die Rolle der Hartz-Gesetze bei der Förderung atypischer Arbeit
  • Veränderungen im Konsumverhalten und bei Modezyklen
  • Empirische Fallstudie zu Strategien der Flexibilisierung am Beispiel H&M

Auszug aus dem Buch

3.1 Begründung der Fallstudie und Fallauswahl

Diskussionen über die Ausweitung der atypischen Beschäftigung und die damit verbundene zunehmende Prekarisierung stellen keine Neuheit dar und spätestens seit der Agenda 2010 werden zunehmend intensive Debatten über die Prekarisierung des Arbeitsmarktes in Deutschland geführt.

Mit den Veränderungen der Arbeitswelt gewinnen atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeit, Zeitarbeit, befristete Beschäftigung oder auch geringfügige Beschäftigung immer mehr an Bedeutung. Auch die Aufmerksamkeit der Medien wurde zunehmend geweckt, sodass Schlagzeilen wie „Arm trotz Arbeit“ keine Seltenheit darstellen (vgl. Schiersch 2014: 1; Spiegel 2017; Fokus 2017). Besonders Branchen wie die Einzelhandels- und Textilindustrie besitzen ein hohes Prekaritätspotenzial aufgrund der vergleichsweise einfachen Substituierbarkeit der Arbeitnehmer und der geringen Aufgabenkomplexität der Stellen (vgl. Keller, Seifert 2007: 33). Immer mehr Normalarbeitsverhältnisse werden hier durch Teilzeit und geringfügige Beschäftigung ersetzt und so die Prekarisierung vorangetrieben (vgl. Schulze-Buschoff, Seifert 2017: 8 f.).

In der vorliegenden Arbeit wird diese Situation zum Anlass genommen und eine Fallstudie zum bislang unzureichend untersuchten Erklärungsansatz über die Ursachen für die Entwicklung von Prekarität in der Einzelhandels- und Textilindustrie durchgeführt.

Zur Untersuchung dieser Forschungsfrage soll H&M als eines der branchenführenden Unternehmen der Einzelhandels- und Textilindustrie herangezogen werden. H&M für die Fallstudie auszuwählen, lag besonders im persönlichen, aber auch wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interesse. Durch die Vielzahl an Kritik der schlechten Arbeitsbedingungen und prekären Arbeitsverhältnissen, die in Presse und Fernsehen publiziert wurde, entstand die Neugierde auf weitere Informationen und das persönliche Interesse, anhand des Konzerns die Ursachenforschung durchzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema Prekarisierung, Relevanz der Untersuchung für den Einzelhandel und Darstellung der Forschungsfrage.

2. Literaturteil: Theoretische Fundierung durch Definitionen von Normalarbeitsverhältnis, atypischer Beschäftigung und Prekarität sowie historischer Kontext und Ursachenanalyse.

3. Methodenteil: Detaillierte Beschreibung des qualitativen Forschungsansatzes, einschließlich Experteninterviews und Dokumentenanalyse.

4. Empirischer Teil: Präsentation der Ergebnisse der Fallstudie zu H&M, Analyse der Unternehmensstrategien und Identifikation der Ursachen für Prekarität.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, kritische Reflexion der Prekarisierungsdebatte und Diskussion potenzieller Handlungsempfehlungen.

Schlüsselwörter

Prekarisierung, atypische Beschäftigung, Einzelhandel, Textilindustrie, H&M, Normalarbeitsverhältnis, Hartz-Gesetze, Flexibilisierung, Kostenführerschaft, Digitalisierung, Strukturwandel, Experteninterviews, Dokumentenanalyse, Arbeitsmarktpolitik, prekäre Arbeitsverhältnisse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Ursachen für die Ausbreitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse innerhalb der deutschen Einzelhandels- und Textilbranche.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung beleuchtet den historischen Wandel der Arbeitswelt, die Rolle neoliberaler Politik (Hartz-Reformen) sowie branchenspezifische Treiber wie Digitalisierung und verändertes Konsumverhalten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Ursachen für die Entwicklung von Prekarität in der Einzelhandels- und Textilbranche zu identifizieren und am Beispiel des Konzerns H&M empirisch zu belegen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt einen qualitativen Forschungsansatz durch eine Fallstudie, die Experteninterviews mit der Methode der Dokumentenanalyse trianguliert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Literaturanalyse und einen umfangreichen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Interviews und Dokumente zu den Ursachen der Prekarisierung ausgewertet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Prekarisierung, atypische Beschäftigung, Kostenführerschaft, Flexibilisierung und Strukturwandel stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.

Warum wurde H&M als Fallbeispiel gewählt?

H&M gilt als Vorreiter für prekäre Beschäftigungsmodelle im Textilsektor und bietet aufgrund seiner Größe und Marktbedeutung ein ideales Objekt zur Untersuchung von Unternehmensstrategien.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der Prekarisierung im Handel?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass neben allgemeinen makroökonomischen Trends besonders betriebliche Flexibilisierungsstrategien und der sinkende Organisationsgrad der Arbeitnehmer die prekäre Situation im Handel verstärken.

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Atypische Beschäftigungsverhältnisse in der Einzelhandels- und Textilindustrie am Beispiel von H&M
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Autor
Catherina Gagsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
91
Katalognummer
V492166
ISBN (eBook)
9783668986138
ISBN (Buch)
9783668986145
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personalmanagemet Prekarisierung Arbeitsmarkt Beschäftigungswandel Einzelhandel Dienstleistungssektor
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Catherina Gagsch (Autor:in), 2018, Atypische Beschäftigungsverhältnisse in der Einzelhandels- und Textilindustrie am Beispiel von H&M, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492166
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Leseprobe aus  91  Seiten
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