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Kommunikatives und kulturelles Gedächtnis

Title: Kommunikatives und kulturelles Gedächtnis

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 38 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Claudia Felsch (Author), Simona Pietruschke (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

Die Begriffe des kommunikativen und kulturellen Gedächtnisses haben eine neue Bedeutung erlangt. In der nachfolgenden Arbeit wollen wir in Ansätzen zeigen, welches Ausmaß diese Aktualität des Forschungsbereichs Gedächtnis annimmt.
Zunächst haben wir für ein besseres Verständnis der Thematik versucht, wesentliche Begriffe zu klären. Hierbei ist anzumerken, dass das Wort Definitionen in der Überschrift als Begriffsklärung gebraucht wird, und keine exakte und vollständige Definition in dem Sinne darstellt.
Darauf aufbauend soll das zweite Kapitel Einblicke in die Forschungsansätze der Gedächtnistheorie einiger berühmter Soziologen geben.
Abschließend soll das Gerücht auf das Thema angewendet werden. Es steht in direkter Verbindung mit dem menschlichen Kommunikationsmittel Sprache. So ist es durchaus als ältester Rundfunk oder erstes Massenmedium anzusehen.
Unser Forschungsgegenstand erstreckt sich also rund über das kommunikative und kulturelle Gedächtnis.
Wir haben versucht, eine Analyse der Thematik vorzunehmen. Damit tritt neben die Frage nach dem Was der Erinnerung die Frage nach dem Wie. Welche Rolle spielt die Erinnerung bei der Herausbildung gesellschaftlicher Identitäten? Welche Formen kultureller Erinnerung gibt es und wie werden sie organisiert?
In der vorliegenden Arbeit unternahmen wir den Versuch der Klärung dieser Fragen.
Es ist zu betonen, dass die Analyse eines derart komplexen Themas nur einen Streifzug dessen darstellen kann, was es wirklich beinhaltet, wobei es schon fast unmöglich ist zu entscheiden, wo die Grenzen zu setzen sind und wie groß dieser Inhalt ist.
Das Thema dieser Arbeit hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt unzählige Bereiche, die hier aus inhaltlichen und formalen Gründen keine Beachtung finden können. Grenzen innerhalb des Themas können nicht gezogen werden, da sich nahezu alle Bereiche überschneiden und ein Bereich ohne den anderen nicht existiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Definitionsversuche

1.1 Gedächtnis

1.2 Kultur

1.3 Erinnern und Vergessen

1.4 Sprache und Schrift

1.5 Kanon

2 Forschungsansätze aus der Vergangenheit

2.1 Emile Durkheim

2.2 Henri Bergson

2.3 Maurice Halbwachs’ Gedächtniskonzept

2.4 Jan Assmanns Gedächtniskonzept

3 Das Gerücht als ein Kommunikationsmittel

3.1 Medium der Kommunikation

3.2 Geschichten und Gerüchte

3.2.1 Kommunikatives Gedächtnis

3.2.2 Versuch der Definition des Gerüchts

3.2.3 Soziale Erinnerung

3.3 Verbreitung

3.3.1 Vertraulichkeit

3.3.2 Verbreitung durch Medien

3.3.3 Glaubwürdigkeit der Quellen

3.4 Akt des Erzählens und des Zuhörens

3.4.1 Funktion von Geschichten für die soziale Gruppe

3.4.2 Formen des Gerüchtes

3.5 Der Reiz am Klatsch

Schluss/Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziologische Bedeutung des kommunikativen und kulturellen Gedächtnisses sowie deren praktische Manifestation im alltäglichen Informationsaustausch, mit einem speziellen Fokus auf Phänomene wie Gerüchte und Klatsch.

  • Definition soziologischer Schlüsselbegriffe des Erinnerns
  • Analyse klassischer Gedächtnistheorien (Durkheim, Bergson, Halbwachs, Assmann)
  • Das Gerücht als soziales Kommunikationsmittel und "ältestes Massenmedium"
  • Mechanismen der Gerüchtebildung und Verbreitung
  • Soziale Funktionen von Klatsch und Gruppenidentität

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Versuch der Definition des Gerüchtes

Jede Generation hat das Bedürfnis, sich für die Nachwelt als Beispiel zu präsentieren. Die Nachfahren sollen lernen, auf das weitere Leben vorbereitet werden, unter anderem mit der Weisheit und den Erfahrungen der Alten. All jene Erfahrungen werden in Form von Geschichten weitergegeben. Doch auch im Alltag spielt das Weitergeben von Geschichten eine große Rolle. Einige davon werden als Gerüchte bezeichnet. Sie sind keine direkten Erfahrungsberichte, sondern haben in der Regel ihren Bezug verlassen und sich so zu sagen verselbständigt. Trotzdem haben auch sie wichtige Funktionen und werden weitergegeben.

Es handelt sich bei dem Gerücht um ein ebenso wichtiges wie auch unerforschtes Phänomen, der Begriff ist wenig fassbar und einzugrenzen. Die Übergänge zu ähnlichen mündlichen Vermittlungen wie etwa dem Buschfunk sind nur schwer zu ziehen.

Selbst eine genaue Definition ist schwierig. Dazu kommt noch, dass man den Gegenstand des Gerüchtes kaum untersuchen kann, denn es entsteht spontan im sozialen Feld und wenn es im Umlauf ist und der Forscher davon erfährt, befindet es sich meist schon in der Endphase. So ist es in seinem gesamten Umfang vom Beginn der Entstehung an, nicht zu erfassen. In den meisten Fällen gibt es keine Aufzeichnungen oder Quellen, da es sich beim reinen Gerücht um eine hauptsächlich mündliche Weitergabe handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Definitionsversuche: Es werden zentrale Begrifflichkeiten rund um Gedächtnis, Kultur, Erinnern, Sprache und den Kanon geklärt, um eine theoretische Basis für die Arbeit zu schaffen.

2 Forschungsansätze aus der Vergangenheit: Dieses Kapitel gibt Einblicke in die Gedächtnistheorien bedeutender Soziologen wie Emile Durkheim, Henri Bergson, Maurice Halbwachs und Jan Assmann.

3 Das Gerücht als ein Kommunikationsmittel: Der Hauptteil untersucht die Dynamik von Gerüchten, deren Verbreitungswege, die Rolle von Medien sowie die soziale Funktion von Klatsch innerhalb von Gruppen.

Schlüsselwörter

Kommunikatives Gedächtnis, Kulturelles Gedächtnis, Kollektivgedächtnis, Gerücht, Klatsch, Soziale Rekonstruktion, Erinnerungsgemeinschaft, Identitätsbildung, Tradition, Kommunikation, Sprachgemeinschaft, Soziale Konstruktion, Informationsverbreitung, Wissensüberlieferung, Gruppengedächtnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse des kommunikativen und kulturellen Gedächtnisses und untersucht, wie Informationen innerhalb sozialer Gruppen konstruiert, tradiert und weitergegeben werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Gedächtnistheorie, die soziologische Bedeutung von Sprache als Kommunikationsmedium sowie die Entstehung und Verbreitung von informellen Nachrichten wie Gerüchten und Klatsch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Funktionsweise des Gedächtnisses innerhalb eines sozialen Gefüges zu erklären und zu zeigen, wie das „Wie“ der Erinnerung gesellschaftliche Identitäten prägt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und Auseinandersetzung mit etablierten soziologischen Ansätzen zum kollektiven Gedächtnis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Gerücht und den Klatsch als Instrumente der alltäglichen Kommunikation und untersucht deren Funktionen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind das kommunikative und kulturelle Gedächtnis, die soziale Konstruktion von Erinnerung sowie die Dynamik von Gerüchten und Klatsch in sozialen Netzwerken.

Wie unterscheidet Jan Assmann die Gedächtnisformen?

Assmann unterscheidet zwischen dem kommunikativen Gedächtnis, das alltagsnah auf Zeitgenossen basiert, und dem kulturellen Gedächtnis, das durch institutionalisierte Objektivationen wie Texte oder Riten eine weiter zurückreichende Vergangenheit bewahrt.

Welche Bedeutung hat die Formel "Gerücht = Bedeutung x Mehrdeutigkeit"?

Diese von T. Shibutani entwickelte Formel besagt, dass ein Gerücht wahrscheinlicher entsteht, wenn ein Ereignis sowohl eine hohe Relevanz für eine Gruppe hat als auch unklar bzw. mehrdeutig interpretiert wird.

Warum wird Klatsch als "dreigezackte Zunge" bezeichnet?

Diese Metapher aus dem Talmud verdeutlicht, dass Klatsch drei beteiligte Parteien gleichermaßen schädigen kann: den Erzähler, den Zuhörer und die Person, über die geklatscht wird.

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Details

Title
Kommunikatives und kulturelles Gedächtnis
College
http://www.uni-jena.de/  (Soziologie)
Course
Kulturelles Gedächtnis
Grade
2,0
Authors
Claudia Felsch (Author), Simona Pietruschke (Author)
Publication Year
2005
Pages
38
Catalog Number
V49218
ISBN (eBook)
9783638457279
ISBN (Book)
9783638660280
Language
German
Tags
Kommunikatives Gedächtnis Kulturelles Gedächtnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Felsch (Author), Simona Pietruschke (Author), 2005, Kommunikatives und kulturelles Gedächtnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49218
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