„Neue Technologien, neue Märkte und neue Formen der Arbeitsorganisation haben die Verfasstheit von Arbeit seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts grundlegend verändert“ .
Der existierende und immer weiter fortschreitende Prozess der Subjektivierung im Arbeitsbereich verändert nicht nur die Arbeitswerte, sondern auch die Gesellschaft und das Leben. Zur Klärung der folgenden Punkte soll die vorliegende Arbeit einen aufschlussreichen Einblick geben, wobei hierfür Personen zum selbigen Thema befragt werden. Als Wiederholung und Einstieg sollen im ersten Kapitel einige definitorische Worte über Subjektivierung von Arbeit an das Thema heranführen.
Im zweiten Kapitel werden die empirischen Grundlagen des Forschungsvorhabens vorgestellt. Dabei wird speziell auf den Forschungsgegenstand, die Forschungsfragen und das methodische Vorgehen eingegangen.
Indessen richtet sich das Hauptaugenmerk im dritten Abschnitt auf das Interview selbst. Hier sollen die enormen Unterschiede zwischen subjektivierter und nicht-subjektivierter Arbeit aufgezeigt und im darauf folgenden Kapitel ausgewertet werden.
Im Anschluss daran soll sich unter Punkt fünf mit dem Wertewandel in der Gesellschaft theoretisch auseinandergesetzt werden und im sechsten Abschnitt die veränderten Anforderungen im Arbeitssektor, mit denen Frauen zunehmend vorlieb nehmen müssen.
Das siebte Kapitel zeigt die Veränderungen im technisierten Arbeitsbereich, um Behauptungen, die aus der Ministudie hervorgehen, zu verstärken.
Den Abschluss bilden die verschiedenen Formen, in denen Subjektivität auftreten kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Erweiterte Sicht von Subjektivierung
2 Empirischer Zugang
2.1 Forschungsgegenstand
2.2 Forschungsfragen
2.3 Methodisches Vorgehen
3 Ministudie
4 Auswertung (Vertrauensarbeitszeit)
5 Wandel der Arbeitswelt
5.1 Wertewandel in der Gesellschaft
5.2 Entgrenzung von Arbeit
6 Veränderte Anforderungen an Frauen
7 Subjektiviertes Handeln im Bereich technisierter Arbeit
7.1 Prinzip der Vertrauensarbeitszeit
7.2 Subjektiviertes Arbeitshandeln
8 Erscheinungsformen von Subjektivität
8.1 Kompensatorische Subjektivität
8.2 Strukturierende Subjektivität
8.3 Reklamierende Subjektivität
8.4 Ideologisierte Subjektivität
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den fortschreitenden Prozess der Subjektivierung von Arbeit und dessen Auswirkungen auf die Arbeitswelt, die Gesellschaft sowie den Einzelnen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich subjektivierte von nicht-subjektivierter Arbeit unterscheidet und welche Vor- und Nachteile sich durch verschiedene Arbeitszeitmodelle für die Beschäftigten ergeben.
- Prozess der Subjektivierung im modernen Arbeitsumfeld
- Empirische Analyse mittels Ministudie zu Arbeitszeitregelungen
- Wertewandel in der Gesellschaft und Entgrenzung von Arbeit
- Veränderte Anforderungen an Frauen im Arbeitssektor
- Erscheinungsformen und Typologien von Subjektivität
Auszug aus dem Buch
7.1 Prinzip der Vertrauensarbeitszeit
Früher existierten überall starre Arbeitszeitregelungen. Zeiterfassungssysteme kontrollierten die Arbeit. Die Bewertung und Bezahlung der erbrachten Leistung geschah nach Stunden.
In den heutigen global agierenden Dienstleistungsunternehmen gelten Abmachungen zwischen Mitarbeiter und Manager. Anwesenheitskontrollen gibt es nicht und die Arbeitszeit gestaltet sich nach eigener Verantwortung. Die Arbeitsplätze sind vernetzt, was eine individuelle Leistungsbereitschaft fordert. Die Leistungsbewertung und –bezahlung richtet sich nach den entsprechend ausgehandelten Zielvereinbarungen.
Diese flexiblen Arbeitszeitregelungen auf Vertrauensbasis vor allem in der Computer- und Softwareindustrie bringen einen Anstieg der Leistungsanforderungen mit sich, so bauen Unternehmen zunehmend auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Die Stempeluhr als traditionelles Kontrollinstrument und gleichzeitige Bremse für die Gewinnmaximierung ist abgeschafft. Gegen übermäßige Arbeitszeiten und Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz kann nicht mehr unmittelbar eingegriffen werden. Allerdings gibt es inzwischen neuartige Managementtechniken und indirekte Steuerungsformen, durch welche die Mitarbeiter die Arbeitszeiten aus eigener Initiative und Motivation überschreiten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der veränderten Arbeitsorganisation und Vorstellung des geplanten Vorgehens der Hausarbeit.
1 Erweiterte Sicht von Subjektivierung: Definition von Subjektivierung als Prozessbegriff und Verschiebung von Stör- zu Erfolgsfaktor in der modernen Arbeitswelt.
2 Empirischer Zugang: Darlegung des Forschungsgegenstands, der zentralen Fragestellungen sowie der methodischen Vorgehensweise mittels Interviews.
3 Ministudie: Vorstellung des gewählten Untersuchungsdesigns zur Erhebung empirischer Daten durch zwei Befragungen.
4 Auswertung (Vertrauensarbeitszeit): Analyse der Interviews mit Fokus auf den Unterschieden zwischen starrer Arbeitszeitregelung und flexiblen Zielvereinbarungen.
5 Wandel der Arbeitswelt: Untersuchung der gesellschaftlichen Ursachen für die Veränderung von Arbeitswerten und das Phänomen der Entgrenzung von Arbeit.
6 Veränderte Anforderungen an Frauen: Betrachtung der Doppelbelastung durch Erwerbs- und Reproduktionsarbeit sowie des veränderten Berufswahlverhaltens von Frauen.
7 Subjektiviertes Handeln im Bereich technisierter Arbeit: Analyse der Auswirkungen moderner Managementtechniken und des subjektivierten Arbeitshandelns in einer vernetzten Arbeitsumgebung.
8 Erscheinungsformen von Subjektivität: Klassifizierung der Subjektivität in kompensatorische, strukturierende, reklamierende und ideologisierte Typen.
Schluss: Zusammenfassende Einschätzung der Subjektivierung als andauernder, gesellschaftlich getriebener Transformationsprozess.
Schlüsselwörter
Subjektivierung von Arbeit, Arbeitswelt, Flexibilisierung, Vertrauensarbeitszeit, Wertewandel, Entgrenzung von Arbeit, Arbeitskraft, Erwerbsarbeit, Reproduktionsarbeit, Leistung, Selbstbestimmung, Zielvereinbarung, Arbeitszeitregelung, Subjektivität, Arbeitsorganisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Prozess der Subjektivierung von Arbeit, also der zunehmenden Einbindung subjektiver Qualitäten und Eigenverantwortung der Beschäftigten in den modernen Arbeitsprozess.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der gesellschaftliche Wertewandel, die Entgrenzung der Arbeit, die geschlechtsspezifischen Anforderungen an Frauen sowie die verschiedenen Erscheinungsformen von Subjektivität in technisierten Arbeitsumgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich subjektivierte von nicht-subjektivierter Arbeit unterscheidet und welche Vor- und Nachteile sich für die Mitarbeiter aus flexiblen Arbeitszeitmodellen im Vergleich zu starren Regelungen ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung nutzt eine qualitative Ministudie, in der zwei Interviews durchgeführt wurden, um theoretische Annahmen beispielhaft zu überprüfen und Tendenzen aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen des gesellschaftlichen Wertewandels, die Rolle der Frau in der Erwerbssphäre sowie eine Untersuchung der Arbeit unter Bedingungen der Vertrauensarbeitszeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Subjektivierung, Flexibilisierung, Vertrauensarbeitszeit, Entgrenzung von Arbeit und Arbeitsorganisation zusammenfassen.
Welche konkreten Konsequenzen hat die Vertrauensarbeitszeit für die Beschäftigten?
Die Vertrauensarbeitszeit führt zu einer höheren Eigenverantwortung, kann jedoch mangels direkter Kontrolle und durch den Druck des Marktes die Gefahr von Überlastung und psychosomatischen Erkrankungen erhöhen.
Was unterscheidet kompensatorische von reklamierender Subjektivität?
Kompensatorische Subjektivität dient primär der Bewältigung technischer Mängel im Arbeitsprozess, während reklamierende Subjektivität der Sinnstiftung und Formulierung alternativer Ansprüche an die Arbeitswelt dient.
- Quote paper
- Claudia Felsch (Author), 2006, Subjektivierung von Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49219