Der Ökofaschismus des Brenton Tarrant. Eine Auseinandersetzung mit seiner Schrift "The Great Replacement" unter ideologischen Gesichtspunkten


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2019
41 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1. Rechtsextremismus - Theorie und Ideologie

2. Selbstdarstellung v. Brenton Tarrant
1. Knights Templar

3. Inhaltliche Narrative
1. Okologie und Rassismus
2. Autoritarismus, Antimarxismus, Identitat und Demokratie
3. Kultur und Christentum
4. Das Verhaltnis zur Frau

4. Fazit

5. Quellen- und Literaturverzeichnis
1. Quellen
2. Literatur

1. Zeitungsartikel

1. Einleitung

Terroranschlage sind immer von besonderer Tragweite und ermoglichen es, zu uberprufen, wie verschiedene Milieus mit solchen Ereignissen umgehen. Ein solcher war der Anschlag von Brenton Tarrant, der am 15. Marz 2019 bei einem Angriff auf zwei Moscheen 50 Menschen totete sowie 50 weitere Menschen verletzte. Die Allgemeinheit war sich schnell sicher, dass es sich um einen Terroranschlag handelt. Selbst die Stimmen des rechten Milieus sind sich sicher, dass Brenton Tarrant ein Terrorist ist. Allerdings ist die Argumentation abweichend bezuglich der politisch Einordnung von Tarrant. So konstatiert die Freie Welt1:

„Brenton Tarrant hat in Christchurch 49 Menschen niedergemaht. Er ist ein Terrorist, ohne Wenn und Aber. Vor der Tat hat er im Internet sein ,Manifest' verbreitet, in welchem er bekennt, von einem 'antiimperialistischen, grunen, nationalen Sozialismus‘ zu traumen. Die Medien machen ihn trotzdem zu einem Rechtsextremisten.“2

Die Einordnung des Attentaters aus dem rechten Spektrum ist vor allem in die momentan laufende Auseinandersetzung um Greta Thunberg zu sehen. So konstatiert der im Berliner Abgeordnetenhaus sitzende AfD-Politiker Harald Laatsch auf Twitter:

"Unfassbare Tat!

Den Angehorigen und Verletzten gilt mein Beileid.

Der Tater von #Christchurch #Neuseeland rechtfertigt seine Tat mit Uberbevolkerung und Klimaschutz.

Die Klimapanikverbreiter tragen Mitverantwortung fur diese Entwicklung“3

Und die dem rechtsextremen Milieu zuzuordnende Seite PI-News („Politically Incorrect“) schrieb bereits am Tag des Anschlags, der Attentater sei der „verwirrte (links-) extreme Brenton Tarrant“, dessen Manifest „wirre Gedanken zu einem ,Grunen nationalen Sozialismus‘, der ,antiimperialistisch ist, die Arbeiterrechte schutzt und sich fur eine intakte Umwelt einsetzt.’“4 Diese Aussagen, die der Apologie dienen, werfen allerdings die Frage auf, wie die Ausfuhrungen von Tarrant zu verstehen sind. Es ist ja nicht zu leugnen, dass er sich als „Eco-Fascist“5 bezeichnet und die Idee des Umweltschutzes, zumindest vordergrundig, eine Rolle spielt. Deshalb soll diese Arbeit dazu dienen, die Argumentationsmuster des Manifests zu analysieren. Dazu wird zunachst in Kapitel 1.1 kurz die theoretische Grundlage zum Rechtsextremismus und seiner Ideologie dargestellt. In Kapitel 2 wird das Manifest auf die Aussagen untersucht, die Tarrant uber sich selbst trifft, bevor im Unterkapitel 2.1 Verbindungen zu dem rechtsextremen Terroristen Anders Behring Breivik dargestellt werden. In Kapitel 3 beginnt die eigentliche Analyse. Wahrend der Analyse haben sich vier verschiedene Themenkomplexe herauskristallisiert, die nacheinander untersucht werden: zunachst der Konnex aus Okologie und Rassismus, dann die „klassischen“ rechtsextremen Ansichten bzgl. Autoritarismus, Antimarxismus und Demokratie. Im vorletzten Unterkapitel wird auf das Kulturverstandnis des Autoren eingegangen und sein zwiespaltiges Verhaltnis zum Christentum dargestellt. AbschlieBend gibt es noch eine kurze Darstellung des Verhaltnisses zur Frau von Tarrant. In Kapitel 4 wird nun ein Fazit bezuglich der Frage gezogen, was der eigentliche Inhalt der Argumentationsmuster von Tarrant ist.

Bezuglich der Zitation sei angemerkt, dass ich durchgehend das PDF zitiere und mich an der dort angegebenen Seitenzahl orientiere. Zitate werden um der Lesbarkeit Willen angepasst und dort verbessert, wo es notig erscheint, die von Tarrant gewahlte GroB- oder Kleinschreibung beibehalten.

1. Rechtsextremismus - Theorie und Ideologie

Rechtsextremismus ist etwas anderes als Nationalsozialismus. Diese Unterscheidung mag banal klingen, ist aber wichtig fur das Verstandnis der Rechtsextremismusforschung. Zwar ist jeder Nationalsozialist ein Rechtsextremist, aber nicht jeder Rechtsextremist ist ein Nationalsozialist. Vielmehr ist das rechtsextreme Spektrum schon im Nationalsozialismus mehr eine Vereinigung verschiedener Spektren als eine homogene Bewegung.6 In der heutigen Rechtsextremismusforschung werden vor allem die folgenden Elemente mit diesem verknupft: Volkisches Denken, Biologismus/Kulturalismus, Rassismus, Autoritarismus, Homogenitatsdenken, Elitismus, Sexismus, Antisemitismus, Antiamerikanismus, Geschichtsrevisionismus, Militarismus oder Antirationalismus.7 Das alles kann man kombinieren, muss man aber nicht. Problematisch wird es an dem Punkt, da versucht wird, in Anbetracht der Versatzstucke aus denen diese Ideologie gebildet wird, eine einheitliche Definition aufzustellen. Das zeigt sich auch daran, dass die Forschung breit gefachert ist, es verschiedene Zugange gibt und das Forschungsfeld insgesamt sehr divers ist.8 Der Begriff des „Rechtsextremismus“ wird deshalb in dieser Arbeit - in Anlehnung an Salzborn - als „Sammelbezeichnung“ verwendet.9 In Deutschland wird der klassische Rechtsextremismus, historisch bedingt, mit dem Nationalsozialismus sowie der NPD verbunden. Der allgemein bekannte Vertreter des Rechtsextremismus ist der stereotype „Neonazi“.10 Doch gerade die aus Frankreich stammende Nouvelle Droite, die sogenannte „Neue Rechte“, arbeitet seit einigen Jahrzehnten wirkmachtig daran, die offensichtlich rassistische Ideologie des Rechtsextremismus umzuformulieren und attraktiver fur die „breite Masse“ zu machen. Dabei verfolgen sie eine Strategie der „kulturellen Hegemonie“, basierend auf der Theorie des Marxisten Antonio Gramsci. Ziel ist es, den Diskurs soweit nach rechts zu verschieben, dass die rechtsextremen Ideen als „normal“ angesehen werden und in die Mehrheitsgesellschaft „sickern“ sollen. Dadurch soll das gesellschaftliche Klima nachhaltig beeinflusst sowie die Demokratie und ihre Ideale unterminiert und erodiert werden. Dies wird auf Basis eines „,intellektuellen Anspruchs‘“ getan,11 d.h. man bezieht sich auf die Denker der sog. „Konservative Revolution^ Samuel Salzborn hat die Entstehung der Neuen Rechten en Detail nachvollzogen: den Anfang machte Armin Mohler, der versuchte, den antidemokratischen und pranazistischen Denkern der Weimarer Republik (Carl Schmitt, Max Hildebert Boehm, Armin Moeller van den Bruck, Oswald Spengler, Ernst Niekisch, Edgar Jung, Ernst Junger, um nur ein paar Beispiele zu nennen) von dem Etikett des „Pranazismus“ und der „Wegbereitung“ reinzuwaschen. So konstatiert Salzborn, dass das Adjektiv konservativ „eben deutlich anschlussfahiger als pranazistisch“ wirke „und der Begriff der Revolution [...] zugleich den genuin antiemanzipatorischen Charakter dieser Denkstromung, die genau genommen das Ziel einer ,Revolution‘ von den Werten der Franzosischen Revolution und der Aufklarung verfolgte, als tatsachlich eine gegenaufklarerische Konterrevolution war“, verschleiere.12

Eine Basis der „neuen“ Ideologie der Neuen Rechten ist der „Ethnopluralismus“. Dieser bezeichnet den Glauben, dass die neuen Konflikte auf der Welt nicht anhand von Ideologien - nach dem Wegfall des Kommunismus -, sondern anhand der Konfliktlinien der Kulturen stattfinde.13 Ethnopluralismus geht davon aus, dass Kulturen homogene Gebilde sind, die statisch sind. Die Vermischung verschiedener Kulturen wird kategorisch abgelehnt, weiterhin wird dadurch der Mensch einzig und allein auf die Zugehorigkeit zu einer Kultur definiert.14 Das Individuum zahlt demnach nichts, das Kollektiv alles. Albert Memmi definiert Rassismus als „die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsachlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklagers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“15 Rein theoretisch soll der Ethnopluralismus keine Wertung der verschiedenen Kulturen vornehmen,16 der „Ethno-Differencialisme“ des Vordenkers der Nouvelle Droite, Alain de Benoist, argumentiert jedoch synonym zum Rassismus - nur eben auf Basis der Kultur.17 Dies wird vor allem im Bezug auf den Islam deutlich. Dieser ruckt mehr und mehr als Negativfolie fur die eigene Identitat in das Blickfeld der selbsternannten „Ethnopluralisten“,18 die in einen antiislamischen Ethnizismus enden. Dieser „Neo- Rassismus“ ende in einer „,ethnopluralistischen‘ bzw. ,multikulturellen‘ Apartheid’“,19 wobei eine Gegensatzlichkeit zwischen „Abendland“ und „Islam“ konstruiert wird. Infolgedessen wird ein kultureller Rassismus vertreten. Dieser orientiert sich an den „Wesensmerkmalen" von Kultur und Religion und argumentiert grundsatzlich rassistisch, „ohne einen biologischen Rassebegriff zu nutzen“. Gleichzeitig aber wird die „Differenz zwischen Personen oder Personengruppen“ betont.20 Samuel Salzborn bezeichnet dies als „Ethnizismus“. Nach diesem fuhrt dies zu „einer kompletten sozialen und politischen Segregation von Menschen entlang ethnischer Kriterien“ in dafur vorgesehenen „Ethnoregionen fur die einzelnen Volker und Volksgruppen“. Die Vermischung von Ethnien wird kategorisch abgelehnt. AbschlieBend kann bezuglich des Ethnopluralismus konstatiert werden, dass dieser homogenisieren, separieren und hierarchisieren will. Am Ende steht die Wertigkeit der Kulturen,21 es handelt sich demnach beim Ethnopluralismus um Rassismus in neuen Gewandern. Einen Rassismus, der durchaus als „volkisch“ definiert werden kann: "die nationalsozialistische Volksgemeinschaft setzte das politische und soziale Volk als rassistisch definierte, homogenisierte, ,gesauberte‘ und zu ,saubernde‘ Gemeinschaft in eins, eliminierte individuelle wie kollektive Rechte zugunsten eines Verstandnisses von sozialer wie politischer Partizipation als ,Dienst am Volk‘.“22 Dahinter steht die Frage, wer eigentlich das Volk sei und wie dieses definiert wird.23

2. Selbstdarstellung v. Brenton Tarrant

Tarrant konstatiert in seinem Manifest, dass er in seiner Jugend Kommunist, dann Anarchist und schlieBlich libertar gewesen sei.24 Er selbst sei kein Mitglied in irgendeiner Organisation, wobei er Geld an diverse „nationalist groups“ gespendet habe und mit diesen interagiert habe.25 Sich selbst beschreibt er als „a private and mostly introverted person“26, der ein Anhanger von Sir Oswald Mosley sei, weshalb er sich selbst als „Faschist“ bezeichnet,27 genauer gesagt als „Ethno-nationalist Eco-Fascist“28. Interessant wird es bei der Frage, ob er sich dem „right wing“ oder „left wing“ angehorig fuhlt. Seine Antwort lautet: „Depending on the definition, sure.“29 Die Frage, ob er Christ sei, beschreibt er als „complicated“, eine Antwort wurde er geben, wenn er soweit sei.30 Neben diesen Eigenschaften, mit denen er sich selbst darstellt, ist besonders der Punkt interessant, wie er zu seiner Ideologie gekommen ist: das Internet gibt er als Quelle seines Wissens an, weil man nur dort die Wahrheit finde.31

Bezuglich der Quellenanalyse ist interessant, dass der Autor konstatiert, dass dies nicht seine kompletten Ansichten sind:

„Unfortunately not, there was a much larger work written, roughly 240 pages long that spoke on many issues and went into much depth, but in a moment of unbridled self criticism, I deleted the entire work and started again, two weeks before the attack itself.

I was left with a short period of time to create a new work and only leave my views half finished. I will let my actions speak for themselves.“32

Das lasst den Schluss zu, dass tiefergehende Informationen vorhanden gewesen waren, das AusmaB des Manifestes von Breivik ware allerdings nicht erreicht worden.33 Neben Breivik, sagt der Autor, dass Candace Owens eine der Personen sei, die sie am meisten radikalisiert habe.34

Interessant hierbei ist auch das Titelbild. Viel weniger sind es die Schlagworte „Anti- Imperialism”, „Environmentalism“, Responsible Markets”, „Addiction-Free Community”, „Law & Order”, „Ethnic Autonomy”, protection of Heritage & Culture” und „ Worker’s Rights”, die als Grundlage der neu zu schaffenden Gesellschaften betrachtet werden als das Symbol der Schwarzen Sonne.

Es dient als Mittelpunkt des Kreises.

Die sogenannte „Schwarze Sonne” wurde von der Schutzstaffel (SS) kreiert und ziert - noch heute - den Boden in der Wevelsburg, die zu einer SS-Ordensburg werden sollte.

Zusammengesetzt aus zwolf Sig- Runen, die maBgeblich die Symbolik der SS beeinflusste und mit ihr verbunden ist. Siinner zitiert in diesem Kontext das „Buch der deutschen Sinnzeichen” von Walther Blachetta (SS-Ftihrer),35 der die schwarze Sonne als „ein fur die Schutzstaffel offenbar ,heiliges‘ Symbol, das sich im germanischen Gotterhimmel, in Tierkreiszeichen, sowie in anderen ,arischen’ Ordensgemeinschaften widerspiegelte, ein Sinnbild fur hohere Ordnung, die die SS wieder auf der Erde herstellen sollte”36 bezeichnet. Die gesamte Esoterik der SS ist freilich in den Versuch von Heinrich Himmler eingebettet, einen Kult aufzubauen, der sich gegen das Christentum wandte und versuchte, einen neuen Germanenkult zu etablieren.37 Heute ist die „Schwarze Sonne“ das „,Zentralsymbol’“ des deutschen Rechtsextremismus,38 wobei es im Nationalsozialismus selbst keine groBe Rolle gespielt hat,39 da Himmler seinen Kult aus Angst vor Spott und Hitler selbst geheim hielt.40 Diese Symbolik, neben weiteren Runen und Codes, dienen heute als Identitatsmarker des deutschen Rechtsextremismus, die nur eingeweihte Personen verstehen. Somit ist es moglich, sich, mehr oder weniger subtil, von der Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen.41 i Am Ende seiner Auseinandersetzung mit der Mythologie im Rechtsextremismus konstatiert Schuppener, dass diese vor allem „funktionalisiert-selektiv“ angewandt wird und mehr oder weniger zusammengesetzt ist aus verschiedenen Mythologien und der Schaffung einer „Projektionsflache fur die angestrebte eigene Identitat und Uberlegenheit“ dient.42 Im Manifest existieren keine Hinweise darauf, dass Tarrant einem germanisch-mythologischen Glauben oder ahnlichem anhaftet. Dennoch endet sein Manifest mit dem Satz:

„Goodbye, god bless you all and I will see you in Valhalla."43

Tarrant beruft sich zwar auf die „schwarze Sonne“ und an der eben genannten Stelle auf die nordische Mythologie, in seinem Manifest gibt es allerdings keinerlei Versuch, die sog. „christliche Kultur“, die er vertritt, durch irgendetwas zu ersetzen - was die Referenz auf Walhalla umso entlarvender macht. Insofern muss die „schwarze Sonne“ auf dem Titelbild als Code verstanden werden, als Identitatsmarker einer Gruppe, zu der sich Tarrant zugehorig fuhlt. Ebenso standen auf seinen Waffen die Namen von „Alexandre

Bissonette“44, „Anton Lundin Pettersson“45 und „Luca Traini“46, die allesamt rechtsextreme Terroristen waren, die rassistisch motivierte Anschlage auf islamische Ziele oder deren Glaubensangehorige verubt haben. Tarrant fuhlt sich der rechtsextremen Szene zugehorig und verwendet deren Codes.

1. Knights Templar

Tarrant nennt in seinem Text zwei Mal die „Knights Templar“. Einmal auf die Frage, ob er von irgendjemandem Anweisungen erhielt:

„No. No group ordered my attack, I make the decision myself. Though I did contact the reborn Knights Templar for a blessing in support of the attack, which was given.“47

Diesen Segen hat Tarrant sich bei den „Knights Templar“ auch tatsachlich abgeholt:

„But I have only had brief contact with Knight Justiciar Breivik, receiving a blessing for my mission after contacting his brother knights.“48

Tarrant war es also ein personliches Anliegen, sich diesem Orden anzunahern, da sie das selbe Ziel haben. Neu gegrundet wurde dieser Orden unter anderem von Anders Behring Breivik, der sich in seinem Manifest 2083 als „Justiciar Knight Commander for Knights Templar Europe and one of several leaders of the National and pan-European Patriotic Resistance Movement“49 bezeichnet. Die Knights Templar wurde „by and for the free indigenous peoples of Europe“50 gegrundet. Deren Ziel sei es, „to seize political and military control of Western European multiculturalist regimes and to try, judge and punish Western European cultural Marxist/ multiculturalist perpetrators (category A, B and C traitors) for crimes committed against the indigenous peoples of Europe from 1955 until this day.“51

Gegrundet wurde dieser im Jahr 2002

„by representatives from eight European countries, for the purpose of serving the interests of the free indigenous peoples of Europe and to fight against the ongoing European Jihad (referred to as the “third Jihad”). The Knights Templar was re­founded as a pan-European nationalist military order and a military/criminal tribunal with two primary objectives. The order is to serve as an armed Indigenous Rights Organisation and as a Crusader Movement (anti-Jihad movement).“52

Die A/B/C-Verrater sind wie folgt gestaffelt: A-Verrater stellen politische Fuhrungsfiguren dar, wobei NGOs mit einbezogen werden. Die B-Kategorie sind „Kulturmarxisten“ und „Multikulturalisten“, die besonders im intellektuellen Milieu zu finden sind (Journalisten, Lehrer, Professoren, Radio-Kommentatoren, aber auch fuhrende Mitglieder der ANTIFA, etc. pp.). Diese Kategorien umfassen, laut Breivik, ca. 400.000 Menschen, die der Tot erwartet.53 Auf den „Kulturmarxismus“ und den „Multikulturalismus“ wird noch spater in der Arbeit eingegangen (Kap. III.2), zu skizzieren ist aber auch noch der Anti-Jihadismus, der vor allem mit dem Namen Bat Ye’Or verbunden ist.

Bat Ye’Or, beziehungsweise Gisele Littman, ist eine 1933 in Kairo geborene Judin, deren Werk Eurabia: The Euro-Arab Axis die Verschworungstheorie verbreitet, dass es eine Verschmelzung zwischen Europa und der arabischen Welt kommen solle, dessen Ziel die Vernichtung Israels sei. Claus Leggewie bezeichnet Littman und ihr Werk als „Urschrift aller jungeren Pamphlete wider die ,Islamisierung des Abendlandes‘, ein Thema, auf das sich die Neue Rechte seit den achtziger Jahren zunehmend fokussiert.“54 Alexander Hausler bezeichnet „Eurabia“ als einen der zentralen Kampfbegriffe der antimuslimischen Rechten in Europa, wobei, zum Zeitpunkt der Veroffentlichung seines Aufsatzes, in Deutschland „noch keine RechtsauBenpartei mit dem Thema Islam vergleichbare Erfolge wie in vielen anderen europaischen Landern erzielt“ wurde.55

[...]


1 Die „Freie Welt“ wird von Sven von Storch veroffentlicht, http://www.freiewelt.net/impressum/. zuletzt aufgerufen am: 01.04.2019. Sven von Storch ist der Mann der AfD-Politikerin Beatrix von Storch und vor allem in den Themen bzgl. „Fruhsexualisierung“, „Gender-Ideologie“ und „Homolobby“ tatig, vgl.: Andreas Kemper: Art. Sven von Storch, online zu finden auf: http://www.diskursatlas.de/index.php? title=Sven_von_Storch, zuletzt aufgerufen am: 01.04.2019.

2 https://www.freiewelt.net/blog/brenton-tarrant-der-antiimperialistische-gruene-sozialistische- rechtsextremist-10077328, zuletzt aufgerufen am: 30.03.2019.

3 https://www.fr.de/meinung/afd-politiker-gibt-klimaaktivisten-greta-thunberg-eine-mitschuld-anschlag- christchurch-11859706.html, zuletzt aufgerufen am: 30.03.2019.

4 Alle Ausfuhrungen von PI-News zu finden auf: http://www.pi-news.net/2019/03/australien-49-tote-bei- moschee-angriff-durch-umweltaktivist/, zuletzt aufgerufen am: 30.03.2019.

5 Brenton Tarrant: The Great Replacement. Towards a New Society. We March Ever Forwards, Online- Publikation 2019, S. 15, im Folgenden zitiert als: Tarrant: Manifest.

6 Uber die vielfaltigen Stromungen des Nationalsozialismus, die sich im Nationalsozialismus zusammenfanden und aus welchen Hitler und seine Partei „eklektizistisch“ ihre ideologischen Elemente auswahlten, vgl.: Kurt Bauer: Nationalsozialismus. Ursprunge, Anfange, Aufstieg und Fall, Wien/Koln/ Weimar 2008, S. 15-59, 105, im Folgenden zitiert als: Bauer: Nationalsozialismus.

7 Samuel Salzborn: Rechtsextremismus, Freiburg/Basel/Wien Baden-Baden 22015, S. 20-22, im Folgenden zitiert als: Salzborn: Rechtsextremismus.

8 Fabian Virchow: Art. ,Rechtsextremismus‘: Begriffe - Forschungsfelder - Kontroversen, in: Fabian Virchow/Martin Langebach/Alexander Hausler (Hgg.): Handbuch Rechtsextremismus, Wiesbaden 2016, S. 5-41, hier: S. 21-22.

9 Salzborn: Rechtsextremismus, S. 18.

10 Bundesamt fur Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2017, S. 45, online zu finden auf: https://www.verfassungsschutz.de/embed/vsbericht-2017.pdf.

11 Astrid Botticher/Miroslav Mares: Extremismus. Theorien - Konzepte - Formen, Munchen 2012, S. 312.

12 Samuel Salzborn: Angriff der Antidemokraten. Die volkische Rebellion der Neuen Rechten, Weinheim 2018, S. 23, im Folgenden zitiert als: Salzborn: Angriff.

13 vgl. hierzu: Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, Hamburg 2007.

14 Julian Bruns/Kathrin Gosel/Natascha Strobl: Die Identitaren. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa, Munster 22016, S. 208, im Folgenden zitiert als: Bruns: Identitaren.

15 Albert Memmi: Rassismus, Frankfurt 1992, S. 164.

16 Bruns: Identitaren, S. 209.

17 Salzborn: Angriff, S. 38.

18 Bruns: Identitaren, S. 209.

19 Naime Cakir: Islamfeindlichkeit. Anatomie eines Feindbildes in Deutschland, Bielefeld 2014, S. 120, im Folgenden zitiert als: Cakir: Islamfeindlichkeit.

20 Cakir: Islamfeindlichkeit, S. 122.

21 Salzborn: Rechtsextremismus, S. 25.

22 Michael Wild: Volk, Volksgemeinschaft, AfD, Bonn 2017, S. 130, im Folgenden zitiert als: Wild: Volk.

23 Wild: Volk, S. 145-146.

24 Tarrant: Manifest, S. 17.

25 Tarrant: Manifest, S. 10.

26 Tarrant: Manifest, S. 10.

27 Tarrant: Manifest, S. 14-15.

28 Tarrant: Manifest, S. 18.

29 Tarrant: Manifest, S. 16.

30 Tarrant: Manifest, S. 15.

31 Tarrant: Manifest, S. 17.

32 Tarrant: Manifest, S. 19.

33 Das Manifest von Breivik umfasst als PDF insgesamt 1518 Seiten, vgl.: Anders Behring Breivik: 2083. A European Declaration of Independence, London 2011.

34 Tarrant: Manifest, S. 17.

35 Rudiger Siinner: Schwarze Sonne. Entfesselung und Missbrauch der Mythen im Nationalsozialismus und rechter Esoterik, Freiburg/Basel/Wien 32006, S. 103-107, im Folgenden zitiert als: Sunner: Esoterik.

36 Sunner: Esoterik, S. 107.

37 Peter Longerich: Heinrich Himmler. Biographie, Munchen 320 1 0, S. 265-308, besonders: 274-289, im Folgenden zitiert als: Longerich: Himmler.

38 Georg Schuppener: Sprache und germanischer Mythos im Rechtsextremismus, Leipzig 2017, S. 122, im Folgenden zitiert als: Schuppener: Mythos.

39 Schuppener: Mythos, S. 124.

40 Longerich: Himmler, S. 303.

41 Schuppener: Mythos, S. 129.

42 Schuppener: Mythos, S. 151.

43 Tarrant: Manifest, S. 73.

44 https://www.nytimes.com/2019/02/08/world/canada/alexandre-bissonnette-sentence.html, zuletzt aufgemfen am: 29.03.2019.

45 https://www.theguardian.com/world/2015/oct/23/swedish-police-treat-school-attack-as-racist-as- government-plans-to-stem-refugees, zuletzt aufgerufen am 29.03.20l9.

46 https://www.theguardian.com/world/2018/oct/03/italian-extremist-given-12-year-sentence-after-shooting- at-migrants, zuletzt aufgerufen am: 29.03.2019.

47 Tarrant: Manifest, S. 10.

48 Tarrant: Manifest, S. 18.

49 Breivik: 2083, S. 9.

50 Breivik: 2083, S. 817.

51 Breivik: 2083, S. 817.

52 Breivik: 2083, S. 817

53 Breivik: 2083, S. 930-932.

54 Leggewie: Anti , S. 26.

55 Alexander Hausler: Themen der Rechten, in: Fabian Virchow/Martin Langebach/Alexander Hausler (Hgg.): Handbuch Rechtsextremismus, Wiesbaden 2016, S. 135-180, hier: S. 164.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Der Ökofaschismus des Brenton Tarrant. Eine Auseinandersetzung mit seiner Schrift "The Great Replacement" unter ideologischen Gesichtspunkten
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Autor
Jahr
2019
Seiten
41
Katalognummer
V492231
ISBN (eBook)
9783668984974
ISBN (Buch)
9783668984981
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsextremismus, Brenton Tarrant, Ideologie, Faschismus, Ökologie
Arbeit zitieren
Christoph Kohls (Autor), 2019, Der Ökofaschismus des Brenton Tarrant. Eine Auseinandersetzung mit seiner Schrift "The Great Replacement" unter ideologischen Gesichtspunkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492231

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