Unternehmen befinden sich in einem revolutionären Veränderungsprozess, der sich zusammen mit einem tief greifenden Wandel der Wettbewerbsbedingungen vollzieht. Zwangen zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Industriezeitalter) vornehmlich knappe Finanzmittel die Unternehmen dazu ihre betrieblichen Aktivitäten zu koordinieren, um ihre Kosten zu steuern, so hat sich diese Wettbewerbssituation in der Gegenwart (Informationszeitalter) dramatisch verändert. Unternehmen sehen sich heute einem immer stärkeren Wettbewerbsdruck, verbunden mit einer zunehmenden Komplexität und Dynamik des Unternehmensumfeldes gegenüber. Daraus resultiert eine erhöhte Wettbewerbsintensität auf den verschiedenen Märkten, auf denen Unternehmen um Kunden, immer häufiger auch um Kapitalgeber (Shareholder), Mitarbeiter und Lieferanten konkurrieren. Darüber hinaus äußern sich die Konsequenzen dieser Entwicklung auch noch in einer abnehmenden Vorhersehbarkeit von Umweltveränderungen und einer Verkürzung von Reaktionszeiten, die einer Zunahme der Anpassungszeit für notwendige Reaktionsmaßnahmen gegenüberstehen.
Die Komplexität der durch die Unternehmensführung zu lösenden Probleme nimmt also zu, während die Dynamik der Umwelt wächst und schnellere Anpassungsfähigkeit verlangt. In der Literatur spricht man in diesem Zusammenhang vom Dilemma der „Zeitschere“, deren Bewältigung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Unternehmen darstellt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1. Die klassische Budgetierung im Umbruch?
- 1.2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
- 2. Grundlagen der Thematik und aktuellen Budgetierungsdiskussion
- 2.1. Budgets und Budgetierung
- 2.2. Better Budgeting
- 2.3. Beyond Budgeting
- 2.4. Wissenschaft
- 3. Die klassische Budgetierung
- 3.1. Das Konzept im Überblick
- 3.2. Problemfelder des Konzepts
- 4. Der Ansatz des Better Budgeting
- 4.1. Das Ansatz im Überblick
- 4.2. Die Verbesserungsaspekte des Better Budgeting
- 4.3. Mögliche Elemente eines Better Budgeting Konzepts im Überblick
- 4.3.1. Zero-Based-Budgeting (und Scratch-Line-Budgeting)
- 4.3.2. Activity-Based-Budgeting
- 4.3.3. Weitere mögliche Elemente
- 4.4. Das Advanced Budgeting Konzept
- 4.5. Zusammenfassung und Reflexion
- 4.5.1. Neuigkeitsgrad
- 4.5.2. Empirische Fundierung
- 4.5.3. Potenzielle Problembereiche in der Praxis
- 4.5.4. Konzeptionelle Eignung (Prognose, Koordination, Motivation)
- 4.5.5. Implementierbarkeit (personal, sachlich)
- 4.5.6. Zusammenfassende Bewertung
- 5. Der Beyond Budgeting Ansatz
- 5.1. Entstehung des Beyond Budgeting
- 5.2. Die zwölf Prinzipien des Beyond Budgeting
- 5.2.1. Die Struktur und Kultur der Dezentralisation und Delegation (Devolutionary Framework)
- 5.2.2. Anpassungsfähige Managementprozesse (Adaptive management processes)
- 5.3. Instrumente des Beyond Budgeting
- 5.3.1. Value Based Management
- 5.3.2. Benchmarking
- 5.3.3. Balanced Scorecard
- 5.3.4. Activity Based Management
- 5.3.5. Customer Relationship Management (CRM)
- 5.3.6. Management-Informationssysteme (MIS) und Rolling Forecasts
- 5.3.7. Zusammenfassung
- 5.4. Fallbeispiel: Svenska Handelsbanken
- 5.5. Zusammenfassung und Reflexion
- 5.5.1. Neuigkeitsgrad
- 5.5.2. Empirische Fundierung
- 5.5.3. Potenzielle Problembereiche in der Praxis
- 5.5.4. Konzeptionelle Eignung (Prognose, Koordination, Motivation)
- 5.5.5. Implementierbarkeit (personal, sachlich)
- 5.5.6. Zusammenfassende Bewertung
- 6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Diplomarbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des „Beyond Budgeting“ und „Better Budgeting“ aus wissenschaftlicher Sicht. Der Fokus liegt auf der Analyse und Bewertung der beiden Konzepte im Vergleich zur klassischen Budgetierung. Ziel ist es, die Stärken und Schwächen der jeweiligen Ansätze aufzuzeigen und deren Implementierbarkeit in der Praxis zu diskutieren.
- Kritik an der klassischen Budgetierung
- Entwicklung und Prinzipien des „Beyond Budgeting“
- Konzeptionelle und praktische Aspekte des „Better Budgeting“
- Vergleich der Ansätze in Bezug auf ihre Eignung und Implementierbarkeit
- Bewertung und Ausblick auf die Zukunft der Budgetierung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den aktuellen Stand der Budgetierungsdebatte beleuchtet und die Zielsetzung der Arbeit definiert. Im zweiten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des „Better Budgeting“, „Beyond Budgeting“ und der klassischen Budgetierung erläutert. Kapitel 3 analysiert die klassische Budgetierung und ihre Problemfelder. Kapitel 4 präsentiert den „Better Budgeting“ Ansatz, seine Verbesserungsaspekte und potenziellen Elemente. Kapitel 5 widmet sich dem „Beyond Budgeting“ Konzept, seinen zwölf Prinzipien, Instrumenten und dem Fallbeispiel der Svenska Handelsbanken. Die Arbeit endet mit einem Fazit und einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Budgetierung.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Budgetierung, „Beyond Budgeting“, „Better Budgeting“, klassische Budgetierung, Managementprozesse, Dezentralisation, Delegation, Motivation, Implementierung, Praxisrelevanz, empirische Fundierung und wissenschaftliche Bewertung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Better Budgeting und Beyond Budgeting?
Better Budgeting versucht, die klassische Budgetierung durch effizientere Methoden zu verbessern, während Beyond Budgeting die traditionelle Budgetierung komplett abschafft und durch flexible Steuerung ersetzt.
Warum steht die klassische Budgetierung in der Kritik?
Kritisiert werden vor allem der hohe Zeitaufwand, die mangelnde Flexibilität bei Umweltveränderungen und das oft kontraproduktive Verhalten der Beteiligten (z.B. 'Budget-Ausschöpfung').
Was sind die 12 Prinzipien des Beyond Budgeting?
Diese Prinzipien unterteilen sich in Führungsaspekte (Dezentralisierung, Eigenverantwortung) und adaptive Managementprozesse (rollierende Prognosen, relative Ziele).
Welche Rolle spielt die Svenska Handelsbanken?
Die Bank gilt als das Vorzeige-Fallbeispiel für Beyond Budgeting, da sie bereits seit den 1970er Jahren erfolgreich ohne feste Budgets arbeitet und auf Dezentralisierung setzt.
Was ist Zero-Based-Budgeting?
Es ist ein Element des Better Budgeting, bei dem Budgets nicht fortgeschrieben, sondern von Grund auf neu begründet werden müssen, um Kostenstrukturen zu optimieren.
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- Dipl. Oec. Oliver Schaumann (Author), 2005, "Beyond Budgeting" und "Better Budgeting". Grenzen und Möglichkeiten aus wissenschaftlicher Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49228