Kostenbeteiligung für Polizeieinsätze

Wie ist die rechtliche Regelung für Sportveranstaltungen?


Seminararbeit, 2019

36 Seiten, Note: 9 Punkte


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

A. Einleitung

B. Gefahrenabwehr und Abgabensystem
I. Gewahrleistung der offentlichen Sicherheit
1. Verhaltens- und Zustandsstorer
2. Zweckveranlasser
II. Vereinbarkeit mit dem grundgesetzlichen Abgabensystem
1. Die grundsatzliche Vorstellung des Steuerstaates
2. Vermarktung staatlicher Leistungen?
a) Besondere offentliche Leistung
b) Individuelle Zurechenbarkeit
aa) Veranlasserprinzip
bb) Vorteilsprinzip
(i) Uberwiegendes individuelles Interesse
(ii) Kein uberwiegendes individuelles Interesse
(iii) Verallgemeinerungsfahig?
III. Zwischenergebnis

C. Weitere verfassungsrechtliche Grenzen
I. Gesetzgebungskompetenz der Lander?
II. Verbotene Regelung eines Einzelfalls?
III. Das verfassungsrechtliche Bestimmtheitsgebot
1. Bestimmtheit des ,Ob"
2. Bestimmtheit des ,Wie"

D. Grundrechtliche Privilegierung ideeller Veranstaltungen?
I. Kommerzielle Motivation des Gebuhrenschuldners
1. Berufsfreiheit
2. Eigentumsgarantie
3. Allgemeine Handlungsfreiheit
4. Allgemeiner Gleichheitssatz
II. Ideelle Motivation des Gebuhrenschuldners
III. Stellungnahme

E. Fu1ballverbande als potenzielle Kostenschuldner?
I. Veranstalter
II. Kostenschuldner

F. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

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Abkirzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A. Einleitung

Die Auseinandersetzung zwischen der Freien Hansestadt Bremen und der Deutschen Fu1ball Liga (DFL) uber die Kostenbeteiligung der DFL am Polizei- einsatz beim sog. Rotspiel1 zwischen dem SV Werder Bremen und dem Hamburger SV hat die Frage, wer die Kosten fur die Gewahrleistung der offent- lichen Sicherheit bei kommerziellen Gro1veranstaltungen tragen soll, erneut in den Fokus der Offentlichkeit geruckt2. Im Marz 2019 hat das Bundesverwal- tungsgericht entschieden.3 Die Frage betrifft aber nicht nur Fu1ballspiele oder andere Sportveranstaltungen, sondern erstreckt sich auf viele Gro1veranstaltun- gen, wie zum Beispiel Konzerte, das Oktoberfest, Kirchentage sowie Gro1de- monstrationen.4 Der Umstand, dass im Fu1ball hohe Summen flie1en, wahrend die staatlichen Haushalte knapp bemessen sind, durfte das Meinungsbild in der Gesellschaft entscheidend beeinflussen:5 Denn rund 77 bis 90 % der Bevolke- rung sind der Auffassung, dass die DFL fur die Polizeikosten aufzukommen hat.6

Es kann dahinstehen, ob diese Gegenuberstellung gesellschaftspolitisch zu uber- zeugen vermag, die vorliegende Arbeit befasst sich aus Anlass des Bremer Falls mit der Rechtslage und beleuchtet dabei insbesondere verfassungsrechtliche Bedenken.

B. Gefiahrenabwehr und Abgabensystem

Allgemein ist das polizeirechtliche Handeln auf der Primarebene von der Ver- teilung der Kostenlast auf der Sekundarebene zu unterscheiden.7 Auf der Primarebene geht es um ein effektives Eingreifen zur Verhutung von Gefahren, auf der Sekundarebene um den gerechten Ausgleich der angefallenen Kosten.

I. Gewahrleistung der Ofifientlichen Sicherheit

Die Gewahrleistung der offentlichen Sicherheit und Ordnung obliegt dem Staat als Kernaufgabe hoheitlicher Tatigkeit, zum Teil folgt sie bereits aus der Schutz- pflichtfunktion der Grundrechte.8 Da der Finanzverfassung (Art. 104a ff. GG) die Vorstellung zugrunde liegt, dass die Erledigung offentlicher Aufgaben aus dem Steuerertrag zu finanzieren ist (sog. Prinzip des Steuerstaates9 ),10 ist die Gefahrenabwehr fur den Einzelnen zwar nicht kostenlos, jedoch grundsatzlich gebuhrenfrei.11 Die innere Sicherheit ist kein marktfahiges Gut. Abweichend hiervon ist aber eine finanzielle Inanspruchnahme des Storers polizeirechtlich zulassig. Wenn auch unter sehr engen Voraussetzungen eine Inanspruchnahme des sog. Nichtstorers auf der Primarebene zulassig sein kann,12 scheidet eine Kostenabwalzung auf ihn nach geltendem Polizeirecht hingegen aus.13 Im Ge- genteil: Die Inanspruchnahme des Nichtstorers auf Primarebene begrundet sogar Entschadigungsanspruche auf Sekundarebene.14

1. Verhaltens- und ZustandsstOrer

Nach allgemeinem Polizei- und Ordnungsrecht ist Verursacher einer Gefahr der- jenige, dessen Verhalten die Gefahr "unmittelbar" herbeigefuhrt, also bei einer wertenden Zurechnung die polizeirechtliche Gefahrenschwelle uberschritten hat.15 Personen, die entferntere, nur mittelbare Ursachen fur den eingetretenen Erfolg gesetzt, also nur den Anlass fur die unmittelbare Verursachung durchandere gegeben haben, sind in diesem Sinn keine Verursacher. Die Organisation von Veranstaltungen stellt in der Regel keine unmittelbare Ursache fur Gefahren dar, uberschreitet also nicht die polizeirechtliche Gefahrenschwelle,16 da diese erst von gewaltbereiten Teilnehmern eigenverantwortlich und selbst uberschrit- ten wird. Damit ware eine Inanspruchnahme des Veranstalters als Storer nicht moglich. Anders sieht dies Lege, der darauf abstellt, dass ab Erreichen eines kri- tischen Punktes die Masse an sich die Gefahr darstellt, fur deren Zustandekom- men der Veranstalter unmittelbar verantwortlich ist.17

2. Zweckveranlasser

Zu denken ware noch an die umstrittenen18 Rechtsfigur des sog. Zweckveran- lassers oder des mittelbaren Storers.19 Den Zweckveranlasser trifft selbst kein Vorwurf, da er sich ordnungsgema1 verhalt und insbesondere nicht die polizei- rechtliche Gefahrenschwelle (o. B. I. 1.) uberschreitet. Gleichwohl bezweckt er subjektiv oder objektiv eine Lage, an die das Verhalten eines anderen anknupft. Erst durch das Zusammenwirken beider Ursachen wird die Gefahrenschwelle uberschritten, sodass er entgegen der Theorie des unmittelbaren Veranlassers dennoch in Anspruch genommen werden soll.20 Bei einer Qualifizierung des Veranstalters als Zweckveranlasser wurde daraus nicht ohne weiteres folgen, dass er auch die Kosten der staatlichen Ma1nahme zu tragen hat, da die polizei- rechtliche Primarebene von der Sekundarebene der Kostentragungspflicht zu un- terscheiden ist (o. B.), die Storer-Eigenschaft allein noch nicht die Rechtma1ig- keit eines Eingriffs auf der Primarebene begrundet21 und ein rechtma1iger Ein- griff nicht automatisch eine Kostentragungspflicht auf der Sekundarebene zur Folge hat.22

Die Figur des Zweckveranlassers passt nicht auf den Veranstalter einer kommer- ziellen Sportveranstaltung,23 weil die Veranstaltung das Hervorrufen von Gefah- ren fur die offentliche Sicherheit oder Ordnung (insbesondere Gewalthandlungen) weder subjektiv noch objektiv bezweckt. Ersteres scheidet schon deswegen aus, weil der Veranstalter ein Interesse an einem storungsfreien Ablauf seiner Veranstaltung hat.24 Nur in den seltenen Fallen, in denen von einer kommerziel- len Veranstaltung typischerweise und regelma1ig Gefahren objektiv hervorge- rufen werden, kame eine Einstufung des Veranstalters als objektiver Zweckver- anlasser in Betracht. Zu denken ware an Verkehrsbehinderungen durch ein er- hohtes Verkehrsaufkommen, da der Veranstalter die Anreise der Besucher nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv bezweckt.25 Die Beobachtung des Stra1en- verkehre und die Begleitung des Besucherstroms im offentlichen Raum, also au-1erhalb des Veranstaltungsgelandes, sowie das Einschreiten gegen randalie- rende Fans obliegt aufgrund des Gewaltmonopols des Staates der Polizei und nicht dem Veranstalter.26 Daher konnte die Polizei diese Ma1nahmen dem Ver- anstalter selbst bei Bejahung der Storereigenschaft nicht durch Ordnungsverfu- gung aufgeben. Folglich scheidet mangels vertretbarer Handlung auch ein Er- stattungsanspruch unter dem Gesichtspunkt einer Ersatzvornahme durch die Po- lizei aus.27 Uber das Polizeirecht ware eine Kostenabwalzung nicht moglich.

II. Vereinbarkeit mit dem grundgesetzlichen Abgabensystem Fraglich ist, ob uber das Abgabenrecht eine Kostentragungspflicht begrundet werden kann.

1. Die grundsatzliche Vorstellung des Steuerstaates

Wie 28 bereits erwahnt, ist nach dem sog. Prinzip des Steuerstaates die Steuer das einzige im Grundgesetz geregelte Mittel, um den staatlichen Finanzbedarf zu decken.29 Gleichwohl ist die Erhebung nichtsteuerlicher Abgaben nicht verfas- sungswidrig, sie bedarf aber einer besonderen sachlichen Rechtfertigung.30

2. Vermarktung staatlicher Leistungen?

Der Schaffung derartiger Gebuhrentatbestande steht der Grundsatz der Vollstan- digkeit des Haushaltsplanes nicht entgegen,31 da dieser erst bei einer Umstellung auf eine uberwiegende Gebuhrenfinanzierung staatlicher Leistungen insgesamt - wenn der Gesetzgeber also Einnahmen- und Ausgabenkreislaufe au1erhalb des Budgets organisieren wurde - Beachtung findet und sich auswirkt.32

Das Erfordernis einer besonderen sachlichen Rechtfertigung verhindert, dass die Ausnahme zur Regel wird, es also zu einem Verkauf staatlicher Leistungen kommt. Fraglich erscheint, ob eine Uberwalzung von Kosten erhohter Polizei- einsatze auf kommerzielle Veranstalter sachlich gerechtfertigt werden kann, da die staatliche ,Grundversorgung" - und damit auch die Wahrung der offentli- chen Sicherheit durch die Polizei - bereits von den Burgern, und damit auch vom Veranstalter, durch die Steuern finanziert wurde.33 Auf der Tatbestandsebene musste abgegrenzt werden, wann es sich noch um einen Polizeieinsatz, der zur, Grundversorgung" zahlt, und ab wann es sich um einen aujJergewohnlichen Einsatz handelt. Denn der aujJergewohnliche Einsatz von Polizeikraften konnte als gebuhrenpflichtige Leistung angesehen werden.

Unter Gebuhren werden offentlich-rechtliche Geldleistungen verstanden, die an- lasslich einer individuell zurechenbaren, besonderen offentlichen Leistung ge- setzlich auferlegt werden.34 Durch diese Definition wird dem Gesetzgeber ein weiter Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum eroffnet.35 Da Gebuhren eine zusatzliche Belastung einzelner darstellen, konnen sie jedoch nur erhoben wer- den, ,wenn sie sich auf einen besonderen Zurechnungsgrund stutzen [lassen], der vor den Grundsatzen der bundesstaatlichen Finanzverfassung und vor dem Gebot der Gleichheit aller Burger vor den offentlichen Lasten Bestand hat".36

Zur Erhebung dieser Gebuhr ist also neben einer Regelung durch den Gesetzge- ber zusatzlich erforderlich, dass der Veranstalter individuell zurechenbar eine besondere offentliche Leistung in Anspruch nimmt, so dass der mit der Gebuhr verfolgte Zweck uber die blo1e Einnahmeerzielung hinausgeht. Dabei bewirkt das Erfordernis einer besonderen offentlichen Leistung die Einhaltung der Be- grenzungs- und Schutzfunktion der Finanzverfassung. Die individuelle Zure- chenbarkeit liefert den sachlichen Grund fur einen Eingriff in den Grundsatz der Belastungsgleichheit der Abgabenpflicht i.S.v. Art. 3 Abs. 1 GG.37

a) Besondere Ofifientliche Leistung

Polizeiliche Einsatze sind offentliche Leistungen, da dem Staat die Aufgabe der Wahrung der offentlichen Sicherheit obliegt (o. B. I.). Die Besonderheit der offentlichen Leistung konnte darin gesehen werden, dass zur Erfullung dieser Aufgabe im Fall der Sicherung kommerzieller (Hochrisiko-)Gro1veranstaltun- gen quantitativ wie qualitativ ein Mehraufwand erforderlich ist.38 Dies erfordert die Bestimmung des normalerweise betriebenen oder erforderlichen Aufwands. Nur wenn es eines besonders hohen Leistungsaufwandes staatlicher Ressourcen bedarf, kann von einer besonderen offentlichen Leistung gesprochen werden.

b) Individuelle Zurechenbarkeit

Diese besondere offentliche Leistung musste dem kommerziellen Veranstalter auch individuell zurechenbar sein. Die Zurechenbarkeit setzt eine ,spezifische Beziehung zwischen dem Kreis der Abgabepflichtigen und dem mit der Abga- benerhebung verfolgten Zweck voraus".39 Dabei ist die Sachnahe - anders als Wilke40 annimmt - nicht als formales Kriterium zu verstehen, da es dem Gesetz- geber ansonsten moglich ware, grundgesetzliche Entscheidungen ohne weiteres zu unterlaufen. Sie ist vielmehr nach materiell-inhaltlichen Kriterien zu bestim- men.41 Herangezogen werden dabei das Veranlasserprinzip sowie das Vorteils- prinzip (der insbesondere durch Vogel gepragte sog. doppelgliedrige Gebuhren- begriff).42 Diesem Gedanken folgt beispielsweise auch § 13 Abs. 1 BremGeb- BeitrG, nach dem Gebuhrenschuldner ist, wer die Amtshandlung selbst bean- tragt oder veranlasst hat oder in dessen Interesse sie vorgenommen wird.

aa) Veranlasserprinzip

Nach dem Veranlasserprinzip musste der Veranstalter die staatliche Leistung - den erhohten Polizeieinsatz und die damit verbundenen Mehrkosten - durch ein zurechenbares Verhalten individuell verursacht haben oder die Leistung musste von der Polizei in dessen Pflichtenkreis vorgenommen worden sein.43 Dies konnte damit begrundet werden, dass die Veranstaltung bewusst auf hohe Besu- cherzahlen ausgelegt ist, was fur sich allein bereits einen hoheren personellen Aufwand erfordert und je nach Veranstaltung auch ein hoheres Sicherheitsrisiko birgt, da der Veranstalter (aus Erfahrungen) typischerweise auch mit Gewalt-handlungen im Zusammenhang mit seiner Veranstaltung rechnen muss und in Kenntnis dieser Umstande dennoch an ihr festhalt.44

Nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts ist weiter erforderlich, dass sich die Verantwortlichkeit ,aus der Sache selbst" ableiten lasst.45 Versteht man ,die Sache" als den ordnungsrechtlichen Kontext,46 kommt es wiederum auf die polizeirechtliche Verantwortlichkeit an, die regelma1ig zu verneinen ist (o. B. I.). Damit scheidet eine Kostenabwalzung uber das Veranlasserprinzip aus. Etwas anderes wurde nur fur Sicherheitsma1nahmen im Innenbereich des Stadions gelten, da diese in den Pflichtenkreis des Veranstalters fallen.

bb) Vorteilsprinzip

Nach dem Vorteilsprinzip ist eine staatliche Leistung dem Gebuhrenschuldner nur dann individuell zurechenbar, wenn ihm aus der Amtshandlung ein unmit- telbarer und individueller Vorteil (Begunstigung) erwachst.47 Dem Veranstalter musste aus dem erhohten Polizeieinsatz ein individueller Vorteil erwachsen. Dies konnte man damit begrunden, dass die durch den Mehraufwand der Polizei geschaffene Risikominimierung dem Veranstalter insofern zu Gute kommt, als er auf eine verstarkte Sicherheitsvorsorge bei seiner Veranstaltung angewiesen ist und durch den Polizeieinsatz einen wirtschaftlichen Nutzen zieht, insbeson- dere indem er eigene Aufwendungen fur Sicherheitsma1nahmen erspart.48

(i) Uberwiegendes individuelles Interesse

Dieser Argumentation lie1e sich entgegenhalten, dass fur eine Zurechenbarkeit ebenso erforderlich sei, dass das individuelle (private) Interesse an der staatli- chen Leistung das offentliche Interesse an dieser uberwiege. Denn nur dann komme deren Erbringung nicht mehr (nur) der Offentlichkeit im Sinne des Steu- erzahlers, sondern insbesondere dem Einzelnen im Sinne des Gebuhrenpflichti- gen zugute.49 Im Falle von kommerziellen Gro1veranstaltungen mag der Veran- stalter ein wirtschaftliches und damit ein individuelles Interesse an einer gewalt- freien Durchfuhrung seiner Veranstaltung haben. Zweifel daran, ob dieses Interesse auch das offentliche Interesse an der Wahrung der offentlichen Sicherheit beispielsweise in Form vom Schutze der korperlichen Unversehrtheit der Besu- cher und Au1enstehender uberwiegt, au1ert z.B. Stumper.50 Demzufolge ware die Zurechnung der besonderen offentliche Leistung zu verneinen.

(ii) Kein iberwiegendes individuelles Interesse

Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesver- fassungsgerichts zur Luftsicherheitsgebuhr ist es von Verfassungs wegen gerade nicht erforderlich, dass eine gebuhrenpflichtige Tatigkeit im alleinigen oder zu- mindest uberwiegenden Individualinteresse erfolgt.51

Nirschl bezweifelt sogar die Sinnhaftigkeit und Durchfuhrbarkeit einer Gegen- uberstellung individueller und offentlicher Interessen,52 weil die Interessen des Einzelnen typischerweise auf wirtschaftlichem Gebiet lagen, wohingegen die of- fentlichen Interessen nichtwirtschaftliche Belange der Allgemeinheit umfassen. Daher falle es schwer, zu entscheiden, wann das individuelle Interesse das of- fentliche uberwiege.

Nach beiden Ansatzen konnte die Zurechnung der staatlichen Leistung selbst dann bejaht werden, wenn das offentliche Interesse das individuelle uberwiegt.

(iii) Verallgemeinerungsfiahig?

Vorliegend stellt sich die Frage, inwieweit die Entscheidung des Bundesverwal- tungsgerichts uber die Rechtma1igkeit der Luftsicherheitsgebuhr auf die Frage der Zulassigkeit einer ,Hochrisiko-Fu1ballspiel-Sicherheitsgebuhr" ubertragen werden kann.53 Denn allein der Umstand, dass ein uberwiegendes Individualin- teresse (bei der Luftsicherheitsgebuhr) verfassungsrechtlich nicht erforderlich ist, bedeutet nicht, dass ein fehlendes uberwiegendes Individualinteresse auch in anderen Konstellationen unschadlich ist. Vielmehr konnte es aus anderen Grun- den geboten sein.

So ist etwa Bohm der Auffassung, dass eine Vergleichbarkeit nur hinsichtlich der Einlasskontrollen gegeben sei.54 Eine Ubertragbarkeit der Entscheidung hin- sichtlich solcher Polizeieinsatze abseits der Zugangskontrollen zum Stadion ware folglich nicht ohne weiteres moglich.

Dieser Argumentation lie1e sich entgegenhalten, dass auch Sicherheitskontrol- len an Flughafen nicht primar der Sicherheit im Sicherheitsbereich der Flugha- fen oder im Flugzeug dienen, sondern der Wahrung der offentlichen Sicherheit im Luftraum.55 Der Einsatz der Polizei erfolge am Boden weil die Wahrung der Sicherheit des offentlichen Luftraumes durch Ma1nahmen in der Luft mit un- verhaltnisma1ig hoherem Aufwand, unter Umstanden sogar gar nicht mehr (ef- fektiv) zu bewerkstelligen ware. Der Polizeieinsatz ,auf dem Boden" bei der Sicherheitskontrolle folge daher in erster Linie dem Grundsatz der Effektivitat der Gefahrenabwehr (im offentlichen Luftraum). Insofern ware der offentliche Luftraum mit dem offentlichen ,Bodenraum" (im und um das Stadion) gleich- zusetzen und eine Vergleichbarkeit der Sachverhalte gegeben.

[...]


1 Der Begriff ,Rotspiel" ist eine andere Bezeichnung fur ,Risikospiele" i.S.d. § 32 Nr. 1 lit. a DFB- Durchfuhrungsbestimmungen, also ,Spiele mit erhohtem Risiko", https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/189210-08_Durchfuehrungsbestimmungen.pdf (zuletzt abgerufen am: 13.05.2019), vgl. Bericht des Senats zum Beschluss der Bremischen Burgerschaft zur Finanzierung von Polizeieinsatzen bei gewinnorientierten Gro1veranstaltungen vom 10. Dezember 2013 (zu Drs. 18/1201), Bremische Burgerschaft Drs. 18/1501, S. 27 f; S. Kempny, Steuerstaat oder Gebuhrenstaat? - Zur Finanzierung von Polizeieinsatzen bei Fu1ballspielen, in: DVBl 2017, 862 (863).

2 Nach V. Gotz, Kostenrecht der Polizei und Ordnungsverwaltung, in: DVBl 1984, 14 (14) erfuhr diese Fragestellung bereits 1982/83 ,vielfaltige literarische Behandlung"; vgl. auch Kempny, Steuerstaat (Fn. 1), S. 862; M. Potsch, Die Kostentragung fur Polizeieinsatze bei Fu1ballspielen - eine neue Verwaltungsgebuhr ante portas?, in: NVwZ 2018, 868 (868) m.w.N.

3 BVerwG Urt. v. 29.03.2019 - 9 C 4.18; OVG Bremen, BeckRS 2018, 2227; VG Bremen, BeckRS 2017, 110241. § 4 Abs. 4 BremGebBeitrG: ,Eine Gebuhr wird von Veranstaltern oder Veranstalterinnen erhoben, die eine gewinnorientierte Veran- staltung durchfuhren, an der voraussichtlich mehr als 5.000 Personen zeitgleich teilnehmen werden, wenn wegen erfah- rungsgema1 zu erwartender Gewalthandlungen vor, wahrend oder nach der Veranstaltung am Veranstaltungsort, an den Zugangs- oder Abgangswegen oder sonst im raumlichen Umfeld der Einsatz von zusatzlichen Polizeikraften vorhersehbar erforderlich wird. Die Gebuhr ist nach dem Mehraufwand zu berechnen, der aufgrund der zusatzlichen Bereitstellung von Polizeikraften entsteht. Der Veranstalter oder die Veranstalterin ist vor der Veranstaltung uber die voraussichtliche Gebuh- renpflicht zu unterrichten. Die Gebuhr kann nach den tatsachlichen Mehrkosten oder als Pauschalgebuhr berechnet werden."

4 M. Bohm, Polizeikosten bei Fu1ballspielen, in: NJW 2015, 3000 (3000); V. GotzlM.-E. Geis, Allgemeines Polizei- und Ordnungsrecht. Ein Studienbuch, 16. Aufl. 2017, § 9 Rn. 32.

5 S. Heise, Uberwalzung von Einsatzkosten der Polizei bei Spielaustragungen im Profifu1ball - Der polizeikostenrechtliche Ansatz, in: NVwZ Extra 2015, 1 (2) der auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem Jahr 2014 Bezug nimmt; vgl. auch N. Klein, Fu1ballveranstaltungen und Polizeikosten - Die Verfassungsma1igkeit einer kostenrechtlichen lex-Fu1ball in Bremen, in: DVBl 2015, 275 (275).

6 Dies ergaben zum einen eine Umfrage des ZDF-Politbarometers, vgl. http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundes-liga/1408/News/in-einer-zdf-umfrage-meinen-77-prozent-die-bundesliga-klubs-sollen-fuer-polizei-einsaetze-zahlen.html (zuletzt abgerufen am: 13.05.2019) sowie zum anderen eine im Auftrag der WDR Sendung ,Sport Inside" durch das Institut Infratest Dimap durchgefuhrte Umfrage, vgl. https://presse.wdr.de/plounge/tv/wdr_fernsehen/2019/03/20190319_hochrisi- kospiele_wdr_umfrage.html (zuletzt abgerufen am 13.05.2019).

7 S. BrojJ, Zur Erstattung der Kosten von Polizeieinsatzen, in: DVBl 1983, 377 (378); T. Finger, Die Haftung des Anscheins- und Verdachtsstorers fur Vollstreckungskosten, in: DVBl 2007, 798 (799); D. KugelmannlC. Alberts, Kosten der Gefahrenabwehr und ihre Erstattung, in: JURA 2013, 898 (900 f.); J. Lege, Polizeieinsatze bei Fu1ball-Bundesligaspielen, in: VerwArch 89 (1998), 71 (85 f.); D. Nirschl, Kosten der Polizei- und Sicherheitsbehorden in der Systematik des deutschen Abgabenrechts unter besonderer Berucksichtigung der ,Fluggastsicherheitsgebuhr", 1993, S. 56; B. Schiffbauer, Unhaltbar? Zum Bremer Vorsto1 einer Kostentragungspflicht fur Polizeieinsatze im Profifu1ball, in: NVwZ 2014, 1282 (1283); Gotz 1 u. a., POR (Fn. 4), § 14 Rn. 4; T. KingreenlR. Poscher, Polizei und Ordnungsrecht mit Versammlungsrecht, 10. Aufl. 2018, § 25 Rn. 10.

8 C. Gramm, in: U. Sacksofsky/J. Wieland (Hrsg.), Vom Steuerstaat zum Gebuhrenstaat, 2000, S. 179 (180); D. Kugelmann, Polizei- und Ordnungsrecht, 2. Aufl. 2012, Kap. 5 Rn. 11; M. Kilian, in: M. Jachmann/R. Stober (Hrsg.), Finanzierung der inneren Sicherheit unter Berucksichtigung des Sicherheitsgewerbes, 2003, S. 35 (51); Heise, Polizeikostenrecht (Fn. 5), S. 3; C. Brunning, Die Kostentragungspflicht des Veranstalters fur Polizeieinsatze bei Profifu1ballspielen, in: VerwArch 106 (2015), 417 (418 f.); E. BuchbergerlW. Sailer, in: E. Denninger/M. Backer/K. Graulich (Hrsg.), Handbuch des Polizeirechts, 6. Aufl. 2018, Kap. M Rn. 152, 163; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 25 Rn. 19; a.A. C. Gusy, Polizeikostenuberwalzung auf Dritte, in: DVBl 1996, 722 (728).

9 Der Begriff stammt aus der Finanzwissenschaft und taucht zunachst im Jahr 1917 auf bei R. Goldscheid, Staatssozialismus oder Staatskapitalismus. Ein finanzsoziologischer Beitrag zur Losung des Staatsschuldenproblems, 3. Aufl. 1917, S. 24, 32, 41; Das BVerfG hat das Steuerstaatsprinzip ausdrucklich bestatigt z.B. BVerfGE 78, 249 (266 f.); BVerfGE 93, 319 (342).

10 OVG Bremen (Fn. 3), Rn. 31; U. Hade, in: M. Jachmann/R. Stober (Hrsg.), Finanzierung der inneren Sicherheit unter Berucksichtigung des Sicherheitsgewerbes, 2003, S. 9 (13 f.) m.w.N.; Bohm, Polizeikosten (Fn. 4), S. 3002; Brunning, Kostentragungspflicht (Fn. 8), S. 424. Daher wird auch die Aufgabe der Gefahrenabwehr primar aus Steuern finanziert, vgl. Kugelmann u. a., Kosten (Fn. 7), S. 899; Kempny, Steuerstaat (Fn. 1), S. 863.

11 Hade, Sicherheit (Fn. 10), S. 11 f.; P. Selmer, in: M. Jachmann/R. Stober (Hrsg.), Finanzierung der inneren Sicherheit unter Berucksichtigung des Sicherheitsgewerbes, 2003, S. 101 (102); S. Habermann, Gebuhren fur Gefahrenabwehr, 2011, S. 193 ff., 270 ff.; M. Leines, Die Kostentragung fur Polizeieinsatze anlasslich von Fu1ballspielen, 2018, S. 207 ff.; A. Hermesmeier, in: M. Mostl/C. Trurnit (Hrsg.), Beck'scher Online-Kommentar Polizeirecht Baden-Wurttemberg, 13. Aufl. 2019, § 82 PolG Rn. 8; K.-D. Albrecht, in: M. Schreiber (Hrsg.), Polizeilicher Eingriff und Grundrechte. Festschrift zum 70. Geburtstag von Rudolf Samper, 1982, S. 165 (177) halt allein die Finanzierung uber das Steueraufkommen fur zulassig.

12 So zum Beispiel in NRW unter den engen Voraussetzungen des § 6 PolG NW, der neben einer gegenwartigen erheblichen Gefahr und der Unmoglichkeit der Inanspruchnahme eines Handlungs- oder Zustandsstorers oder einer Beseitigung durch die Polizei voraussetzt, dass der Nichtstorer ,ohne erhebliche eigene Gefahrdung und ohne Verletzung hoherwertiger Pflich- ten in Anspruch genommen werden" kann; vgl. auch Bohm, Polizeikosten (Fn. 4), S. 3001; Buchberger u. a., Polizeirecht (Fn. 8), Kap. M Rn. 204; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 9 Rn. 74.

13 F. Oschmann, Die Finanzierung der inneren Sicherheit, 2005, S. 87; Heise, Polizeikostenrecht (Fn. 5), S. 3; Bohm, Polizeikosten (Fn. 4), S. 3001; Buchberger u. a., Polizeirecht (Fn. 8), Kap. M Rn. 204.

14 So z.B. in NRW gem. § 67 PolG NW i.V.m. § 39 Abs. 1 lit. a OBG NW der Fall. K. Waechter, in: M. Jachmann/R. Stober (Hrsg.), Finanzierung der inneren Sicherheit unter Berucksichtigung des Sicherheitsgewerbes, 2003, S. 65 (74); Finger, Haftung (Fn. 7), S. 799; Kugelmann u. a., Kosten (Fn. 7), S. 900; Buchberger u. a., Polizeirecht (Fn. 8), Kap. M Rn. 204.

15 Vgl. beispielsweise §§ 4, 5 PolG NW. Nirschl, Kosten (Fn. 7), S. 77; K.-H. Ruder, Die polizei- und ordnungsrechtliche 2 Unterbringung von Obdachlosen, in: NVwZ 2012, 1283 (1285); Heise, Polizeikostenrecht (Fn. 5), S. 3; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 9 Rn. 2. andere gegeben haben, sind in diesem Sinn keine Verursacher. Die Organisation von Veranstaltungen stellt in der Regel keine unmittelbare Ursache fur Gefahren dar, uberschreitet also nicht die polizeirechtliche Gefahrenschwelle,16 da diese erst von gewaltbereiten Teilnehmern eigenverantwortlich und selbst uberschrit- ten wird. Damit ware eine Inanspruchnahme des Veranstalters als Storer nicht moglich. Anders sieht dies Lege, der darauf abstellt, dass ab Erreichen eines kri- tischen Punktes die Masse an sich die Gefahr darstellt, fur deren Zustandekom- men der Veranstalter unmittelbar verantwortlich ist.17

16 Schiffbauer, Kostentragungspflicht (Fn. 7), S. 1283 der betreffend der vielschichtigen Storungssituationen auf Lege, Polizeieinsatze (Fn. 7), S. 73 ff. verweist.

17 Lege, Polizeieinsatze (Fn. 7), S. 75 ff., 85 ff.; Gotz, Kostenrecht (Fn. 2), S. 17, Gotz u. a., POR (Fn. 4), § 9 Rn. 33 argumen- tiert, dass die Gefahren - wie zum Beispiel Rowdies im Stadion - unmittelbar mit der Veranstaltung verbunden seien und daher eine Verhaltensverantwortlichkeit des Veranstalters begrunden. A.A. Waechter, Gebuhrenmodell (Fn. 14), S. 93 f.

18 F. Schoch, OR Der Zweckveranlasser im Gefahrenabwehrrecht, in: JURA 2009, 360 (360 ff.); M. Wehr, in: M. Wehr (Hrsg.), Bundespolizeigesetz. NomosKommentar, 2. Aufl. 2015, § 17 BPolG Rn. 4 f.; Brunning, Kostentragungspflicht (Fn 8), S. 420; Klein, Fu1ballveranstaltungen (Fn. 5), S. 276.

19 Nirschl, Kosten (Fn. 7), S. 78; Schoch, Zweckveranlasser (Fn. 18), S. 361; Bohm, Polizeikosten (Fn. 4), S. 3001; Kempny, Steuerstaat (Fn. 1), S. 866; Buchberger u. a., Polizeirecht (Fn. 8), Kap. M Rn. 204.

20 BrojJ, Erstattung (Fn. 7), S. 380; Schoch, Zweckveranlasser (Fn. 18), S. 361; Brunning, Kostentragungspflicht (Fn. 8), S. 420 f.; Heise, Polizeikostenrecht (Fn. 5), S. 4; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 9 Rn. 27.

21 Denn auch die weiteren Tatbestandsvoraussetzungen der jeweiligen Ermachtigungsgrundlage mussten vorliegen.

22 Schiffbauer, Kostentragungspflicht (Fn. 7), S. 1283.

23 Nach Schoch, Zweckveranlasser (Fn. 18), S. 365 seien ,Storungen bei oder nach derartigen Veranstaltungen keine typische oder regelma1ige und schon gar keine zwangslaufige Folge". Auch K. Krekel, Die Kostenpflichtigkeit vollzugspolizeilicher Ma1nahmen unter besonderer Berucksichtigung der Kostenerhebung von Gro1veranstaltern und von Storern bei Anwendung unmittelbaren Zwangs, 1986, S. 66 fuhrt an, dass sich ,auch durch eine gewisse Regelma1igkeit [...] nichts an der Tatsache [andert], da1 es sich bei Krawallen nur um eine atypische Konsequenz von Fu1ballspielen handelt". Vgl. auch F. Braun, Die Finanzierung polizeilicher Aufgabenwahrnehmung im Lichte eines gewandelten Polizeiverstandnisses, 2009, 3 S. 161; Bohm, Polizeikosten (Fn. 4), S. 3001; Selmer, Polizeikosten (Fn. 11), S. 103; a.A. Lege, Polizeieinsatze (Fn. 7), S. 81 ff., 86; BrojJ, Erstattung (Fn. 7), S. 380; Gotz u. a., POR (Fn. 4), § 9 Rn. 32 f.

24 A.A. W.-R. Schenke, Erstattung der Kosten von Polizeieinsatzen, in: NJW 1983, 1882 (1883), der darauf abstellt, dass die Storungen durch Dritte nicht vom Zweckveranlasser gewollt sein mussen.

25 Schenke, Kosten (Fn. 24), S. 1883; Nirschl, Kosten (Fn. 7), S. 80; Heise, Polizeikostenrecht (Fn. 5), S. 5; a.A. Krekel, Kostenpflichtigkeit (Fn. 23), S. 66 f., der bei Verkehrsbehinderungen auf die Eigenverantwortlichkeit der Besucher abstellt; ahnlich Braun, Finanzierung (Fn. 23), S. 161.

26 P. Kirchhof, in: J. Isensee/P. Kirchhof (Hrsg.), Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 3. Aufl. 2007, § 119 Rn. 35; Buchberger u. a., Polizeirecht (Fn. 8), Kap. M Rn. 206; Nirschl, Kosten (Fn. 7), S. 83; Oschmann, Finanzierung (Fn. 13), S. 124; F. BenderlR. Grabener, Uberobligatorischer Polizeieinsatz bei sog. Risikospielen in den Fu1ballbundesligen: ,Wer soll das bezahlen? Wer hat das bestellt?" - Eine kritische Annaherung an den Vorsto1 des Bremer Senats, in: BRJ 2015, 49 (51); Braun, Finanzierung (Fn. 23), S. 162 f.; Schenke, Kosten (Fn. 24), S. 87.

27 Kugelmann u. a., Kosten (Fn. 7), S. 898 benennen die jeweiligen Normen; vgl. auch Finger, Haftung (Fn. 7), S. 798.

28 Buchberger u. a., Polizeirecht (Fn. 8), Kap. M Rn. 204; S. Heise, Uberwalzung von Einsatzkosten der Polizei bei Spielaustragungen im Profifu1ball - Der gebuhrenrechtliche Ansatz, in: NVwZ 2015, 262 (263) stellt ausdrucklich fest, dass der Anwendungsbereich des Gebuhrenrechts durch das Polizeirecht nicht gesperrt wird.

29 Oben B. I.; vgl. insoweit auch BVerfG, NJW 1980, 329 (330).

30 OVG Bremen (Fn. 3), Rn. 31 f.; K. Vogel, in: H. J. Faller/P. Kirchhof/E. Trager (Hrsg.), Verantwortlichkeit und Freiheit. Die Verfassung als wertbestimmte Ordnung. Festschrift fur Willi Geiger zum 80. Geburtstag, 1989, S. 518 (529); Hade, Sicherheit (Fn. 10), S. 16 f.; Oschmann, Finanzierung (Fn. 13), S. 70; Kilian, Haushaltausgleichsmodell (Fn. 8), S. 47; Bohm, Polizeikosten (Fn. 4), S. 3002; Habermann, Gebuhren (Fn. 11), S. 280 f.; C. Seiler, in: T. Maunz u. a. (Hrsg.), Grundgesetz. Kommentar, 2018, Art. 105 GG Rn. 41 f.; Nirschl, Kosten (Fn. 7), S. 13. In Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 und 80 Abs. 2 GG ist die Rede von ,Gebuhren" - wenn auch au1erhalb der Finanzverfassung und ohne konkretere Ausgestaltung.

31 A.A. wohl Hade, Sicherheit (Fn. 10), S. 17. Dieser Grundsatz sieht vor, dass die Finanzierung der staatlichen Aufgaben vornehmlich aus dem Ertrag der in Art. 105 ff. GG geregelten Einnahmequellen erfolgen soll, vgl. Buchberger u. a., 4 Polizeirecht (Fn. 8), Kap. M Rn. 158. Damit handelt es sich bei diesem Grundsatz um eine Unterauspragung des Steuer- staatsprinzips. Siehe auch S. Wahlen, Polizeikostenerstattung kommerzieller Gro1veranstalter, 2008, S. 44.

32 Buchberger u. a., Polizeirecht (Fn. 8), Kap. M Rn. 161; Wahlen, Polizeikostenerstattung (Fn. 31), S. 44; Gramm, Polizeikosten (Fn. 8), S. 181 f.

33 Oben B. I.; Wahlen, Polizeikostenerstattung (Fn. 31), S. 44; Schiffbauer, Kostentragungspflicht (Fn. 7), S. 1284.

34 BVerfGE 137, 1 (18 Rn. 43); BVerwGE 95, 188 (200); H. Kube, in: V. Epping/C. Hillgruber (Hrsg.), Beck'scher Online- Kommentar. Grundgesetz, 40. Aufl. 2019, Art. 105 GG Rn. 11; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 25 Rn. 21.

35 BVerwG (Fn. 34), S. 200; Brunning, Kostentragungspflicht (Fn. 8), S. 419; Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 212; Buchberger u. a., Polizeirecht (Fn. 8), Kap. M Rn. 147.

36 BVerfGE 55, 274 (274, 304); so argumentiert auch Wahlen, Polizeikostenerstattung (Fn. 31), S. 44.

37 BVerfG (Fn. 9), S. 343 ff.; D. Wilke, Gebuhrenrecht und Grundgesetz. Ein Beitrag zum allgemeinen Abgabenrecht, 1973, 5 S. 204; Vogel, FS Geiger (Fn. 30), S. 528 ff.; Nirschl, Kosten (Fn. 7), S. 28; Waechter, Gebuhrenmodell (Fn. 14), S. 70; Brunning, Kostentragungspflicht (Fn. 8), S. 425, 429; Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 144.

38 A.A Albrecht, FS Samper (Fn. 11), S.177; Brunning, Kostentragungspflicht (Fn. 8), S. 431.

39 BVerfG (Fn. 36), S. 306; BVerwGE 109, 272 (276); F. Braun, Polizeikostenerstattung bei Fu1ballspielen?, in: Die Polizei 2013, 321 (324); Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 143.

40 Unter Verweis auf die Formulierung der Rechtsprechung, nach der dem Gebuhrengesetzgeber ein weiter Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum zukomme, welche individuell zurechenbaren offentlichen Leistungen er einer Gebuhrenpflicht unterwerfen will, formuliert es Wilke, Gebuhrenrecht (Fn. 37), S. 88 ff. uberspitzt so, dass diejenigen Leistungen individuell zurechenbar seien, die der Gesetzgeber individuell zurechnet. Vgl. fur die Argumentation auch Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 144 f.; Gotz u. a., POR (Fn. 4), § 14 Rn. 44. Ausgehend von diesem formellen Verstandnis halt Habermann, Gebuhren (Fn. 11), S. 307 eine Kostenabwalzung auch ohne Weiteres fur zulassig.

41 Fur ein restriktiveres Verstandnis spricht auch der Grundsatz der Belastungsgleichheit, da Abgabepflichtige i.d.R. zugleich steuerpflichtig sind mithin bereits zur Finanzierung beitragen, vgl. Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 148 f.; vgl. auch BVerfG (Fn. 36), S. 307; Potsch, Kostentragung (Fn. 2), S. 869.

42 Vogel, FS Geiger (Fn. 30), S. 530 f.; Oschmann, Finanzierung (Fn. 13), S. 102, 189; Brunning, Kostentragungspflicht (Fn. 8), S. 425; Heise, Gebuhrenrecht (Fn. 28), S. 263; Potsch, Kostentragung (Fn. 2), S. 869; Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 146; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 25 Rn. 4, 21. 6

43 Nirschl, Kosten (Fn. 7), S. 27 ff., 205 m.w.N; Finger, Haftung (Fn. 7), S. 799; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 25 Rn. 22; ahnlich auch Kugelmann u. a., Kosten (Fn. 7), S. 900; Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 150 f.

44 Vgl. OVG Bremen (Fn. 3), Rn. 38; Hermesmeier, BeckOK (Fn. 11), § 82 PolG Rn. 38.1; nach Gotz u. a., POR (Fn. 4), § 14 Rn. 44 ist Grund fur die Heranziehung nicht der Schutz der Veranstaltung vor Storungen, sondern der Umstand, dass die Polizei den Veranstaltern ,den Teil der Verantwortung fur die Sicherheit des Publikums abnimmt, den sie selbst nicht er- fullen konnen". A.A. Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 168 nach dem dem Veranstalter auch keine Veranlasserschaft unter dem Aspekt des ,Fehlverhaltens" angelastet werden konne.

45 BVerfGE 91, 207 (223); vgl. auch Hade, Sicherheit (Fn. 10), S. 21; Potsch, Kostentragung (Fn. 2), S. 868.

46 Nach Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 152 sei dieser Ruckgriff in der Lage, einen konsequenten und sachgerechten Ma1- stab aufzubringen; ahnlich Heise, Gebuhrenrecht (Fn. 28), S. 264; Braun, Finanzierung (Fn. 23), S. 182 f.; a.A. V. Gotz, in: M. Jachmann/R. Stober (Hrsg.), Finanzierung der inneren Sicherheit unter Berucksichtigung des Sicherheitsgewerbes, 2003, S. 25 (32); Oschmann, Finanzierung (Fn. 13), S. 103; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 25 Rn. 22.

47 BVerfG (Fn. 34), S. 18 Rn. 43; Kirchhof, HStR (Fn. 26), § 119 Rn. 35; Finger, Haftung (Fn. 7), S. 799; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 25 Rn. 24; Klein, Fu1ballveranstaltungen (Fn. 5), S. 277; Leines, Kostentragung (Fn. 11), S. 146 f., 155.

48 Kugelmann u. a., Kosten (Fn. 7), S. 904; ebenso Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 25 Rn. 26; Heise, Gebuhrenrecht (Fn. 28), S. 266; Braun, Finanzierung (Fn. 23), S. 141, 279 f.; Kempny, Steuerstaat (Fn. 1), S. 866; Potsch, Kostentragung (Fn. 2), S. 869 verweist auch auf eine Attraktivitatssteigerung; Oschmann, Finanzierung (Fn. 13), S. 189.

49 Nach Habermann, Gebuhren (Fn. 11), S. 316 f. soll der Gesetzgeber - unter Verweis auf das preu1ische KAG - im Falle eines uberwiegenden offentlichen Interesses bei der Ausgestaltung der Gebuhrenvorschriften daran gebunden sein. Vgl. auch Brunning, Kostentragungspflicht (Fn. 8), S. 428 f.; Klein, Fu1ballveranstaltungen (Fn. 5), S. 278; Potsch, 7 Kostentragung (Fn. 2), S. 869; Albrecht, FS Samper (Fn. 11), S. 168 ff.; a.A. C. Gramm, Vom Steuerstaat zum gebuhrenfinanzierten Dienstleistungsstaat?, in: Der Staat 36 (1997), 267 (279).

50 F.-P. Stumper, Die Gewahrleistung der offentlichen Sicherheit und Ordnung bei Gro1sportveranstaltungen, 2001, S. 166.

51 BVerwG (Fn. 34), S. 201. Diese Rechtsprechung wurde durch die Nichtannahmeentscheidung des BVerfG mit der Begrun- dung bestatigt, dass fast alle gebuhrenpflichtigen Leistungen des Staates auch oder vorwiegend im offentlichen Interesse erfolgen und die staatliche Schutzpflicht nur eine Handlungspflicht begrunde nicht aber die Frage der Refinanzierung de- terminiere, vgl. BVerfG, NVwZ 1999, 176 (177). So argumentierte sodann auch das OVG Bremen (Fn. 3), Rn. 37. Ahnlich bereits im Jahre 1982 Albrecht, FS Samper (Fn. 11), S. 169 ff.; ebenso Hade, Sicherheit (Fn. 10), S. 21; Kingreen u. a., POR (Fn. 7), § 25 Rn. 24; Brunning, Kostentragungspflicht (Fn. 8), S. 428; Heise, Gebuhrenrecht (Fn. 28), S. 264; Potsch, Kostentragung (Fn. 2), S. 869; Gramm, Polizeikosten (Fn. 8), S. 181; Waechter, Gebuhrenmodell (Fn. 14), S. 85 f.; a.A. R. Scholz, in: R. Wendt/W. Hofling/U. Karpen/M. Oldiges (Hrsg.), Staat Wirtschaft Steuern. Festschrift fur Karl Heinrich Friauf zum 65. Geburtstag, 1996, S. 439 (450).

52 Nirschl, Kosten (Fn. 7), S. 50 ff.

53 hnlich bereits Schiffbauer, Kostentragungspflicht (Fn. 7), S. 1283 f.; nach Braun, Finanzierung (Fn. 23), S. 149 ist dies eine Frage der Auslotung der Grenzen der Kostenerstattungsfahigkeit, worauf sich das BVerfG bisher ,in Schweigen" hullt.

54 Bohm, Polizeikosten (Fn. 4), S. 3002; ebenso Schiffbauer, Kostentragungspflicht (Fn. 7), S. 1284; ahnlich Gotz, Kostenrecht (Fn. 2), S. 17. Die Luftsicherheitsgebuhr wird fur von der Polizei durchgefuhrte Durchsuchungen von Personen und Ge- packstucken (sog. Sicherheitskontrolle) beim Betreten des inneren Flughafenbereiches (sog. Sicherheitsbereich) zu Lasten 8 der Luftfahrunternehmen erhoben, vgl. T. HermannlD. Buljevic, ,Lex Werder" - die Bremer Losung zur Polizeikostenbeteiligung an kommerziellen Gro1veranstaltungen, in: NordOR 2015, 198 (201).

55 Scholz, FS Friauf (Fn. 51), S. 450; ahnlich Nirschl, Kosten (Fn. 7), S. 206, der jedoch so weit geht, dass er die Ansicht vertritt, die Fluggesellschaft erlange keinerlei Vorteil.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Kostenbeteiligung für Polizeieinsätze
Untertitel
Wie ist die rechtliche Regelung für Sportveranstaltungen?
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
9 Punkte
Autor
Jahr
2019
Seiten
36
Katalognummer
V492372
ISBN (eBook)
9783346044556
ISBN (Buch)
9783346044563
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kostenbeteiligung, polizeieinsätze, regelung, sportveranstaltungen
Arbeit zitieren
Moritz Groeger (Autor), 2019, Kostenbeteiligung für Polizeieinsätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492372

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