Platons Höhlengleichnis und Matrix – der Trilogie erster Teil. Eine Gegenüberstellung


Hausarbeit, 2017
9 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das H6hlengleichnis

3. Matrix - erster Teil der Trilogie

4. Parallelen zwischen dem H6hlengleichnis und dem Film Matrix (l. Teil)
4.1. Die Gefangenschaft
4.2. Die Befreiung

5. Fazit

1. Einleitung

Schaut man sich den ersten Teil der Matrix-Trilogie an, so ist ein Bezug zu Platons Hohlengleichnis uniibersehbar. Die Gefangenschaft in Unwissenheit, die Befreiung aus dieser und der Weg zur Erkenntnis sind sowohl im Hohlengleichnis als auch in Matrix entscheidende Themen. Doch lasst sich der Film Matrix als eine moderne Thematisierung des Hohlengleichnisses auffassen? Wie aus dem Werk Politeia (griech. der Staat) zu lesen ist, beschaftigte sich Platon mit der damals aktuellen politischen Situation. Unsere Themen der Moderne sind die Technik, die Medien und auch die kiinstliche lntelligenz. So ist es nicht abwegig zu behaupten, dass sich das Hohlengleichnis des 21. Jahrhunderts in modernisierter Form eines Science-Fiction-Films in Matrix wiederfindet.

Die Arbeit wird begonnen mit jeweils einer kurzen Zusammenfassung des Hohlengleichnisses von Platon und dem Film Matrix. Daraufhin werden die Hauptargumente behandelt, die auf eine modernisierte Thematisierung des Hohlengleichnisses deuten. lm Fazit werden diese Hauptargumente in eine finale Aussage gefasst.

2. Das Hohlengleichnis

Das Hohlengleichnis Platons stammt aus dessen siebten Teil des Werks Politeia. Platon versucht mit ihm die ldeenlehre zu veranschaulichen (Vgl. Perteck 2010, S. 42).

Entscheidend in Platons Hohlengleichnis ist der Moment von der Unbildung zur Bildung (Vgl. Miiller 2013, S. 9).

ln einer Hohle befinden sich von Kindheit auf gefesselte Menschen, die nur in eine Richtung schauen konnen - an eine Wand. Durch eine Lichtquelle ist es anderen Menschen moglich an diese Wand Schatten zu werfen, die die gefesselten Personen sehen konnen. Da die gefesselten Menschen zuvor nie etwas anderes gesehen hatten, halten sie diese Schatten fiir die ,Wahrheit". Was wiirde aber geschehen, wenn man einen der gefesselten Menschen entfesselt und ans Licht fiihrt? Er wiirde vor Schmerzen des hellen Lichts wieder in die Hohle wollen. Nun aber zwange man ihn oben zu bleiben und die Schmerzen zu iiberwinden, so wiirde er nach und nach die ,wirkliche Welt" erkennen. Kame dieser Mensch nun voller Erkenntnis zuriick in die Hohle, wiirden die Gefesselten ihm glauben, ihn auslachen oder sogar toten wollen (Rehn 2005, S. 49)?

3. Matrix - erster Teil der Trilogie

Um im folgenden Kapitel die wichtigsten Vergleichspunkte zwischen dem Film Matrix und dem Höhlengleichnis von Platon machen zu können, sei nun in aller Knappheit der erste Teil des Films aus dem Jahr 1999 zusammengefasst.

Neo ist ein Hacker. Eines Tages bekommt er eine geheimnisvolle Botschaft „The Matrix has you... Follow the white rabit.“(Matrix 1999, TC: 00:07:19) auf seinen Computer, die ihn dazu auffordert dem Symbol eines weißen Kaninchens zu folgen. Dort trifft er auf eine Frau, die ihn vor einer bevorstehenden Gefahr warnt und erstmals auf die Matrix zu sprechen kommt. Verwirrt von den Geschehnissen, die darauf folgen, macht Neo die Bekanntschaft mit Morpheus, dem führenden Mitglied des Widerstandes gegen die Matrix. Von ihm wird Neo vor die Wahl gestellt die Wahrheit der Matrix zu erfahren oder weiterhin in Unwissenheit zu leben (Kapitel 3.2). Neo entscheidet sich für die Wahrheit. Nun wird Neo in die Matrix eingewiesen:

Morpheus: ,(...) Die Matrix ist allgegenwartig, sie umgibt uns, selbst hier ist sie, in diesem Zimmer. Du siehst sie, wenn du aus dem Fenster guckst, oder den Fernseher anmachst. Du kannst sie spiiren, wenn du zur Arbeit gehst. Oder in die Kirche, und wenn du deine Steuern zahlst. Es ist eine Scheinwelt, die man dir vorgaukelt, um Dich von der Wahrheit abzulenken.

Neo: Welche Wahrheit?

Morpheus: Dass du ein Sklave bist, Neo. Du wurdest wie alle in die Sklaverei geboren und lebst in einem Gefangnis, das du weder anfassen noch riechen kannst. Ein Gefangnis fiir deinen Verstand" (Matrix 1999, TC: 00:27:35).

Mit der Zeit wird klar, dass die Menschen von Maschinen kontrolliert werden.

„In uns haben die Maschinen eine Energiequelle gefunden, die ihren Bedarf mehr als deckt. Sie haben Felder angelegt, Neo, endlose Felder. Menschen werden nicht geboren, sie werden gezüchtet...“ (Matrix 1999, TC: 00:42:25).

Als Morpheus und sein Team Neo aus der von den Maschinen kontrollierten Kapsel holen, brennen dessen Augen vom Licht (Vgl. Matrix 1999, TC: 00:36:00). Da Morpheus Neo für den Auserwählten hält, wird dieser trainiert und für den finalen Kampf gegen den Agenten der Matrix, Mr. Smith, vorbereitet. Beendet wird der Film mit einem Monolog von Neo, der der Menschheit verspricht eine Welt ohne die Maschinen, ohne Gesetze, ohne Kontrolle, ohne Grenzen, eine Welt voller Möglichkeiten zu zeigen (Vgl. Matrix 1999, TC: 02:08:02).

4. Parallelen zwischen dem Hohlengleichnis und dem Film Matrix (1. Teil)

Es gibt einige entscheidende Parallelen im Film Matrix mit Blick auf das Höhlengleichnis. Im Folgenden seien nun die Wichtigsten Vergleichspunkte beschrieben.

4.1. Die Gefangenschaft

Wie die Menschen in der Höhle Platons von Kindheit an gefesselt nur einen Schein der Realität sehen, so ist in Matrix dieses Bild in eine moderne Auffassung übernommen. Künstliche Intelligenz kontrolliert die Menschen, fesselt sie in einem Behälter und täuscht ihnen die Wahrheit vor. Diese vorgetäuschte Wahrheit wird deutlich, indem es bei Platon nur Schatten der Gegenstände sind, also Projektionen, und in Matrix „neurointeraktive Simulationen“ (Matrix 1999, TC: 00:40:44) abgebildet als Codes, genannt die Matrix, die ein Abbild mit dem Ergebnis einer unwirklichen Welt erstellen. Sowohl die Menschen in der Höhle als auch die Menschen im Film Matrix erkennen nicht, dass sie sich in einem gefangenen und kontrollierten Zustand befinden und sie werden erst durch einen Impuls von außen ihre Unwissenheit erkennen.

4.2 Die Befreiung

Bei Platons Höhlengleichnis wie bei Matrix wird die Befreiung anhand einer Person dargestellt. Bei Platon ist es „ein Gefangener“ (Rehn 2005, S. 41), in Matrix ist es Neo. Sowohl im Höhlengleichnis als auch in Matrix durchlaufen die Akteure einen Bildungsprozess mit dem Ziel der Erkenntnis (Vgl. Volker 2013, S. 33).

Interessant ist die Gemeinsamkeit des Höhlengleichnisses und des Films Matrix mit Blick auf das Licht. So ist bei Platon beschrieben (Vgl. Rehn 2005, S. 43) und in Matrix (Vgl. Matrix 1999, TC: 00:35:59) gezeigt, dass der erste Blick in das Licht schmerzhaft geschieht. Da die Augen vorher noch nie das Licht erblickten, und entweder in der dunklen Höhle oder in der dunklen Kapsel waren, müssen die Augen sich an das helle Licht gewöhnen. Bei Platon geschieht dies mit Gewalt, denn sonst würde der Befreite wieder zurück in die Höhle gehen (Rehn 2005, S. 43).

Ein entscheidender Unterschied, der im Folgenden ausführlicher behandelt wird ist die Art wie der erste Schritt der Befreiung durchgeführt wird. Um diese deutlich zu machen sei jeweils kurz die entscheidende Stelle gezeigt:

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Platons Höhlengleichnis und Matrix – der Trilogie erster Teil. Eine Gegenüberstellung
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
9
Katalognummer
V492432
ISBN (eBook)
9783668983779
Sprache
Deutsch
Schlagworte
platons, höhlengleichnis, matrix, trilogie, teil, eine, gegenüberstellung
Arbeit zitieren
Doreen Klink (Autor), 2017, Platons Höhlengleichnis und Matrix – der Trilogie erster Teil. Eine Gegenüberstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492432

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