Diese Arbeit untersucht die verpflichtende nichtfinanzielle Firmenberichterstattung und ihre Auswirkung auf das Reporting von Umweltbelangen. Es geht dabei um das sogenannte Corporate Social Responsibility Reporting. Die steigende Bedeutung von Umweltinformationen für Investoren bietet den Unternehmen einen Anreiz zur Veröffentlichung ihrer Umweltaktivitäten. Sofern die Unternehmen ein hohes Umweltengagement besitzen, möchten sie dieses den Investoren aufzeigen. Durch die Veröffentlichung ihrer Umweltinformationen besteht für sie die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen und sich von Konkurrenten, die ein geringeres Umweltengagement aufweisen, abzugrenzen. Folglich kommt es durch die Signalisierung von einigen Unternehmen zu unterschiedlichen Umweltberichterstattungen.
Demgegenüber führt die wachsende Bedeutung von CSR in der Gesellschaft dazu, dass mehr Länder ihre Unternehmen dazu verpflichten, über Themenbereiche wie Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zu berichten. Auch in der EU wird durch die Richtlinie 2014/95/EU die nichtfinanzielle Berichterstattung für bestimmte Unternehmen zur Pflicht. Dadurch soll eine Steigerung der Relevanz, Konsistenz und Vergleichbarkeit der Berichte erzielt werden.
Infolgedessen stellt sich die Frage, inwieweit die Einführung einer verpflichtenden nicht-finanziellen Berichterstattung zu einer Veränderung der Vergleichbarkeit der Berichterstattungen der Umweltbelange führt. Im Rahmen dieser Fragestellung werden in dieser Arbeit die Auswirkungen der verpflichtenden nichtfinanziellen Berichterstattung auf die Vergleichbarkeit des Reportings von Umweltbelangen in Deutschland betrachtet. Der erste Hauptteil stellt zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen der verpflichtenden nichtfinanziellen Berichterstattung dar und würdigt im Anschluss die theoretischen Grundlagen. Im zweiten Hauptteil erfolgt eine empirische Analyse der Auswirkungen nichtfinanzieller Firmenberichterstattung auf die Vergleichbarkeit des Reportings von Umweltbelangen für ausgewählte Branchen.
Inhaltsverzeichnis
- Problemstellung
- Kritische Würdigung der Auswirkung verpflichtender nichtfinanzieller Firmenberichterstattung auf die Vergleichbarkeit des Reportings von Umweltbelangen
- Rechtliche Rahmenbedingungen der verpflichtenden nichtfinanziellen Firmenberichterstattung
- Implementierung der Richtlinie in 2014/95/EU in nationales Recht
- Inhaltliche Anforderungen an die Umweltberichterstattung
- Theoretische Grundlagen der Umweltberichterstattung
- Prinzipal-Agent-Theorie als Grundlage der Umweltberichterstattung
- Einordnung der Umweltberichterstattung in Bezug auf unterschiedliche Motivationen der CSR
- Probleme in der Prinzipal-Agent-Beziehung
- Berichterstattung als Signaling im Wettbewerb
- Auswirkungen der Gesetzesänderung auf die Vergleichbarkeit der Umweltberichterstattung
- Aktueller Forschungsstand der Auswirkungen der verpflichtenden nichtfinanziellen Firmenberichterstattung
- Empirische Analyse der Auswirkung nichtfinanzieller Firmenberichterstattung auf die Vergleichbarkeit des Reportings von Umweltbelangen für ausgewählte Branchen
- Untersuchungsdesign
- Beschreibung der Datenerhebung
- Auswahl und Beschreibung der Stichprobe
- Darstellung und Analyse der Vergleichbarkeit durch die verpflichtende nichtfinanzielle Berichterstattung
- Ausgangslage vor dem Inkrafttreten des Gesetzes
- Veränderungen nach dem Inkrafttreten des Gesetzes
- Würdigung der Veränderung der Vergleichbarkeit durch die verpflichtende nichtfinanzielle Berichterstattung
- Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Auswirkungen verpflichtender nichtfinanzieller Firmenberichterstattung auf die Vergleichbarkeit von Umweltberichten in verschiedenen Branchen. Das Ziel ist es, die Auswirkungen der neuen rechtlichen Rahmenbedingungen auf die Transparenz und Vergleichbarkeit der Umweltberichterstattung zu untersuchen.
- Rechtliche Rahmenbedingungen der nichtfinanziellen Berichterstattung
- Theoretische Grundlagen der Umweltberichterstattung und deren Auswirkungen auf die Unternehmensführung
- Empirische Analyse der Vergleichbarkeit von Umweltberichten in ausgewählten Branchen vor und nach der Einführung der Pflicht zur nichtfinanziellen Berichterstattung
- Bewertung der Auswirkungen der neuen Berichtspflicht auf die Vergleichbarkeit von Umweltberichten und die Förderung von nachhaltigen Geschäftspraktiken
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel legt die Problemstellung dar und beschreibt den Kontext der Forschungsarbeit. Kapitel II analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der nichtfinanziellen Berichterstattung und die Anforderungen an die Umweltberichterstattung. Es werden die theoretischen Grundlagen der Umweltberichterstattung diskutiert, darunter die Prinzipal-Agent-Theorie und Signaling-Theorie, und deren Bedeutung für die Vergleichbarkeit von Umweltberichten. Kapitel III beinhaltet eine empirische Analyse der Auswirkungen der nichtfinanziellen Berichterstattung auf die Vergleichbarkeit von Umweltberichten in verschiedenen Branchen. Die Studie untersucht die Veränderungen in der Berichterstattung über Umweltaspekte vor und nach dem Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter dieser Arbeit umfassen: Nichtfinanzielle Berichterstattung, Umweltberichterstattung, Vergleichbarkeit, Nachhaltigkeit, Prinzipal-Agent-Theorie, Signaling, Empirische Analyse, Unternehmensführung, CSR (Corporate Social Responsibility).
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Richtlinie 2014/95/EU?
Diese EU-Richtlinie verpflichtet bestimmte Unternehmen zur nichtfinanziellen Berichterstattung, insbesondere über Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange.
Wie wirkt sich die Berichtspflicht auf die Vergleichbarkeit von Umweltberichten aus?
Die Arbeit untersucht empirisch, ob die gesetzliche Pflicht zu einer höheren Relevanz, Konsistenz und besseren Vergleichbarkeit der Berichte in Deutschland geführt hat.
Welche Rolle spielt die Prinzipal-Agent-Theorie im Reporting?
Sie dient als theoretische Grundlage, um Informationsasymmetrien zwischen Unternehmensführung und Investoren im Bereich der Umweltleistungen zu erklären.
Was bedeutet „Signaling“ im Kontext der Umweltberichterstattung?
Unternehmen mit hohem Umweltengagement nutzen die Berichterstattung als Signal, um sich positiv von Konkurrenten abzuheben und Investoren zu überzeugen.
Welche inhaltlichen Anforderungen gibt es an die Umweltberichterstattung?
Unternehmen müssen über wesentliche Umweltaspekte, Risiken und die Ergebnisse ihrer Maßnahmen zur Reduzierung von Umweltbelastungen berichten.
Wurde die Vergleichbarkeit durch das Gesetz tatsächlich verbessert?
Die empirische Analyse der Arbeit vergleicht die Situation vor und nach Inkrafttreten des Gesetzes, um die realen Veränderungen in der Berichtspraxis zu bewerten.
- Quote paper
- Euy Hyun Moon (Author), 2019, Die verpflichtende nichtfinanzielle Firmenberichterstattung und ihre Auswirkung auf das Reporting von Umweltbelangen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492468