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Ausdruck von Erotik im Hohelied im Kontrast zu Denkmustern der Bußbücher

Titel: Ausdruck von Erotik im Hohelied im Kontrast zu Denkmustern der Bußbücher

Hausarbeit , 2018 , 13 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Vanessa Schlurmann (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit soll zunächst einen Einblick in die Erkenntnisse der Bußbücher des Christentums im Mittelalter geben. Aufbauend auf diesem Basiswissen der kirchlichen Tabus, innerhalb des Erotischem zweier Menschen, soll eine genaue Analyse des Hohelied Salomos erfolgen. Für diese nutze ich die Übersetzung des Alten Testaments von Luther ins Deutsche.

Dieses erstaunliche Zeugnis zweier sich Liebenden, beinhaltet das Suchen und Sehnen und die Wiedervereinigung beider, geschildert in zärtlicher bis erotischer, kunstvoll, metaphorischer Sprache. Genauer eingehen, soll die Analyse auf den Vergleich der Augen mit Tauben, die Metapher des Turmes und Naturmetaphern. Anschließend sollen gewonnene Erkenntnisse der Bußbücher sowie des Hohelieds, in Hinblick auf Bedeutung für Verbote und Handhabung von Erotik, ausgewertet werden.

Im Fazit soll versucht werden, ein Bild des sexuellen Verständnisses der Menschen im Mittelalter zu geben, soweit es religiöse Relikte zulassen und daraus resultierende Hypothesen aufgestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Bußbücher

3.0 Das Hohelied Salomos

3.1 Analyse

3.1.1 Augen wie Tauben

3.1.2 Die Metapher des Turmes

3.1.3 Naturvergleiche

4.0 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den strengen kirchlichen Sexualmoralvorstellungen des Mittelalters, wie sie in Bußbüchern kodifiziert wurden, und dem explizit erotischen Text des alttestamentarischen Hohelieds, um ein differenzierteres Bild des mittelalterlichen Sexualverständnisses zu zeichnen.

  • Kirchliche Tabus und Bußpraktiken im Mittelalter
  • Wörtliche vs. allegorische Interpretation des Hohelieds
  • Symbolik und Metaphorik erotischer Dichtung (Augen, Türme, Natur)
  • Kritische Analyse religiös begründeter Sexualfeindlichkeit
  • Die Stellung der Frau in biblischen Texten

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Augen wie Tauben

In 4,1 heißt es „deine Augen sind wie Taubenaugen zwischen deinen Zöpfen“ und auch im weiteren Verlauf des Hohelieds findet diese Metapher Erwähnung. Tauben können ein Symbol für Sanftmut und Wehrlosigkeit sein, aber auch für „frisch, glücklich, evtl. weiß und einer Liebesgöttin zugehörig“ stehen. Wahrscheinlich wurde die Taube zum Vogel der Liebesgöttin, weil diese während der Paarung das Verhalten zeigen, zu ‘schnäbeln’, wobei sie ihre Schnäbel aneinander reiben und an das Küssen von Menschen erinnern. Die Augen der Taube an sich, lassen sich am ehesten als Knopfaugen und eher ausdruckslos, schwarz und rund beschreiben. Die richtige Deutung dieser Symbolik sieht Keel ebenso wenig in der Farbe (graublaue Augen dürfte es kaum im alten Orient gegeben haben), wie in der aussagelosen Form der Taubenaugen bzw. dem Umriss des gesamten Tieres in Bezug auf Menschenaugen. Sein Vorschlag ist daher, die Übersetzung von 'Auge' zu 'Blicke' zu ändern. Im Alten Testament taucht die Taube auch bei der Taufe Jesu auf (Mt 3,16 par) und solle „eine Botschaft der Liebe und Zärtlichkeit“ dorthin überbringen, wo sie erscheint. Mit diesem neuen Blickwinkel sind die Blicke der Frau also Liebesbotschaften und zärtliche Verlockungen an den Geliebten. Die Taube ist aber auch das Symbol für den Heiligen Geist, denn als Jesus von Johannes dem Täufer im Jordan getauft wurde, sah er, „dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam"(Markusevangelium 1,10). Auch der Frieden wird durch sie symbolisiert. In der Sinnflutgeschichte ließ Noah eine Taube fliegen, welche mit einem grünen Olivenzweig im Schnabel zurückkehrte (vgl. Genesis 8,10-11). Der Friedenspackt zwischen Menschen und Gott wird also durch die Taube vermittelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Die Einleitung umreißt den Einfluss religiöser Normen auf die Sexualität im Mittelalter und stellt die Forschungsfrage, wie ein erotischer Text wie das Hohelied in diesem Kontext zu bewerten ist.

2.0 Bußbücher: Dieses Kapitel analysiert die Sexualmoral des Mittelalters anhand von Bußbüchern und zeigt auf, wie durch kirchliche Verbote und Angst vor „Unreinheit“ ein antisexuelles Klima geschaffen wurde.

3.0 Das Hohelied Salomos: Es erfolgt eine Einführung in das Hohelied, seine literarische Herkunft, die schwierige Datierung sowie die verschiedenen Interpretationsansätze von der Antike bis zur Neuzeit.

3.1 Analyse: Hier wird das Hohelied durch eine detaillierte Auseinandersetzung mit zentralen Metaphern und der Frage nach wörtlicher oder allegorischer Deutung literaturwissenschaftlich untersucht.

3.1.1 Augen wie Tauben: Dieser Abschnitt analysiert die Symbolik der Taubenaugen und argumentiert für eine Interpretation als Ausdruck von Liebesbotschaften und Zärtlichkeit.

3.1.2 Die Metapher des Turmes: Das Kapitel untersucht die Turmmetapher als Symbol für weiblichen Stolz, Unzugänglichkeit und Abwehrhaltung.

3.1.3 Naturvergleiche: Hier wird der Garten als zentrales Symbol für Erotik, Jungfräulichkeit und Vereinigung im Hohelied analysiert.

4.0 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert – gestützt auf die Analyse – ein bejahendes, unvoreingenommenes Verhältnis der Kirchen zur Sexualität, wie es im Hohelied angelegt ist.

Schlüsselwörter

Hohelied, Bußbücher, Sexualität im Mittelalter, Kirche, Erotik, Metapher, Allegorie, Reinheit, Taubensymbolik, Garten Eden, biblische Exegese, Sexualmoral, Körperlichkeit, Liebesdichtung, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Kontrastverhältnis zwischen den rigiden sexuellen Tabus des mittelalterlichen Christentums und dem offen erotischen Inhalt des alttestamentarischen Hohelieds.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die kirchliche Sexualmoral, die Rolle der Bußbücher, die literarische Analyse des Hohelieds und die symbolische Bedeutung von Metaphern wie Garten, Taube und Turm.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die biblische Überlieferung neben den bekannten Verboten auch ein bejahendes und zärtliches Verständnis von Sexualität enthält, welches im Widerspruch zur mittelalterlichen Praxis steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse, indem sie primäre Textquellen (Luther-Übersetzung des Hohelieds) und kirchenhistorische Fachliteratur (Lutterbach, Keel) zueinander in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Bußbücher als Zeugnisse kirchlicher Unterdrückung analysiert, gefolgt von einer tiefgehenden Untersuchung der Bildsprache des Hohelieds.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sexualität, Hohelied, Bußbücher, religiöse Normen, Allegorie, Erotik und Metaphorik.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „wörtlicher“ und „allegorischer“ Deutung eine so große Rolle?

Die allegorische Deutung diente historisch dazu, den erotischen Inhalt des Hohelieds zu „entfremden“ und auf eine geistliche Beziehung zu Gott umzudeuten, während die wörtliche Deutung den Zugang zur menschlichen Erotik wieder freilegt.

Welche Bedeutung haben die Bußbücher für das Verständnis des Mittelalters?

Sie dienen als wichtige Quelle, um nachzuvollziehen, wie Sexualität im Alltag der Menschen im Mittelalter bewertet, kontrolliert und bestraft wurde.

Was besagt die Analyse der Turmmetapher?

Die Metapher steht nicht für die körperliche Form, sondern symbolisiert die Abwehrhaltung, den Stolz und die Unerreichbarkeit der Frau.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der kirchlichen Haltung?

Sie schließt sich der Auffassung an, dass das Hohelied eine Chance für die Kirchen darstellt, ein unvoreingenommeneres und bejahenderes Bild von Sexualität zu entwickeln.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ausdruck von Erotik im Hohelied im Kontrast zu Denkmustern der Bußbücher
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,7
Autor
Vanessa Schlurmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V492591
ISBN (eBook)
9783668991415
ISBN (Buch)
9783668991422
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hohenlied Hohelied Mittelalter Salomo Naturvergleiche Erotik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vanessa Schlurmann (Autor:in), 2018, Ausdruck von Erotik im Hohelied im Kontrast zu Denkmustern der Bußbücher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492591
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Leseprobe aus  13  Seiten
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