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Die Türkei und der Kurdenkonflikt. Ist ein autonomes Kurdengebiet in der Türkei eine mögliche Lösung?

Titel: Die Türkei und der Kurdenkonflikt. Ist ein autonomes Kurdengebiet in der Türkei eine mögliche Lösung?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 17 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Patrick Schulze (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit wird die Historie des Konflikts zwischen den Kurden und der Türkei näher beleuchtet, um anschließend die möglichen Vorteile und Nachteile eines autonomen Kurdengebiets zu erörtern unter Berücksichtigung der Entwicklung des autonomen Gebiets im Irak. Zudem wird ein Bezug zu aktuellen Konflikten, wie dem Syrienkrieg hergestellt.

Der Kurdenkonflikt in der Türkei ist in den letzten Jahren immer komplexer und schwieriger geworden. Auch in Deutschland führten Anhänger der PKK bis heute Aktionen und Aktivitäten durch, die auf die Probleme der Kurden aufmerksam machten. Eine friedliche Lösung des Konflikts ist nicht abzusehen. Die Kurden sind vor allem als Partner der USA für den Kampf gegen den IS zu einem unverzichtbaren "Instrument" herangewachsen. Dadurch konnten die syrischen Kurden, vor allem die YPG, große Gebiete für sich beanspruchen. Die genaue Anzahl der kurdischen Bevölkerung, verteilt auf die Gebiete im Irak, Iran, Syrien und der Türkei wird auf circa 25-30 Millionen Menschen geschätzt und sie stellen damit das größte Volk ohne eigenen Staat dar. 12 – 15 Millionen Kurden leben in dem Gebiet der Türkei. Die Kurden kämpfen deshalb seit Jahrzehnten, um die Anerkennung eines autonomen "Kurdistan" in den besagten Gebieten. Die Autonomiebestrebungen führen in den Regionen zu schweren politischen und ethnischen Konflikten. Die Türkei unterdrückt diese Autonomiebestrebungen. Die Verfolgung der Kurden ist schon in der Gründungsgeschichte der Türkei verwurzelt.

Nach dem die AKP die Regierung in der Türkei 2002 übernahm, beruhigte sich der Konflikt. Spätestens seit dem Syrien-Konflikt und der Ausbreitung der syrischen Schwesterpartei der PKK, die PYD und deren bewaffnete Einheit YPG, fürchtet die Türkei die Ausbreitung der Kurden und die dadurch möglichen Gefahren. Insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen der Türkei und der syrischen Kurden-Partei PYD sowie die offene türkische Unterstützung für die FSA provozieren grenzüberschreitende Kampfhandlungen – und gefährden damit die türkische und allgemein die regionale Stabilität. Der Irak hat den Kurden ein autonomes Gebiet im Norden zugesprochen, weshalb dieses Gebiet als Vergleichsinstrument dienen soll, ob ein autonomes Gebiet der Türken in der Türkei deeskalierend wirken kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Türkei und die Kurden

2.1 Historie des türkisch-kurdischen Konflikts bis zur Gründung der PKK

2.2 Die türkische Kurdenpolitik seit der Gründung der PKK – Zwischen Repression und Liberalisierung

3 Das autonome Kurdengebiet (Kurdistan) im Irak

3.1 Entstehung des autonomen Gebiets

3.2 Erfolgreiche Deeskalation durch kurdische Autonomie im Irak?

4 Autonomie im türkischen Gebiet der Kurden als Konfliktlösung?

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern ein autonomes Kurdengebiet in der Türkei – orientiert am irakischen Vorbild – als Lösung für den langjährigen türkisch-kurdischen Konflikt dienen könnte, wobei insbesondere die historischen Hintergründe und aktuellen geopolitischen Spannungen berücksichtigt werden.

  • Historische Entwicklung des türkisch-kurdischen Konflikts
  • Die türkische Kurdenpolitik zwischen Repression und Liberalisierung
  • Strukturen und Herausforderungen des autonomen Kurdengebiets im Irak
  • Übertragbarkeit des Autonomiemodells auf die Türkei
  • Einfluss des Syrienkonflikts und der YPG auf die regionale Stabilität

Auszug aus dem Buch

3.1 Entstehung des autonomen Gebiets

Die Kurdenproblematik im Irak entstand, wie viele Konflikte im Nahen Osten, durch die Grenzziehungen (von Kolonial- bzw. Aliiertenmächten) nach der Auflösung des osmanischen Reiches, wobei die ethnischen und kulturellen Faktoren der Bevölkerungen nicht wirklich berücksichtigt wurden. So wurden die südlichen Teile des von Kurden bewohnten Gebietes an den Irak angeschlossen. Die kurdischen Stämme hatten nicht wirklich ein Gemeinschaftsgefühl, aber trotzdem einen übergreifenden Nationalstolz. Diese ethnische und kulturelle Heterogenität trug automatisch zu einer natürlichen Instabilität des Landes bei und zu kurdischen Aufständen, da keine gemeinsame Identität oder Interessen gebildet werden konnten (vgl. Dingley 2011).

1961 stellte der spätere Kopf der Kurdisch-demokratischen Partei (KDP), Mustafa Barzani, einen ersten Antrag an die irakische Regierung für ein autonomes kurdisches Gebiet. Diese Anfrage wurde jedoch abgelehnt und Barzani forderte das kurdische Volk dazu auf (gewaltsamen) Widerstand zu leisten. Die Iraker antworteten mir militärischen Offensiven und so wurden, bis die Konfliktparteien die Gespräche wieder aufnahmen, bis 1966 circa 10000 Menschen getötet. Eine Teilautonomie der nordirakischen Kurden, mit einer irakischen Zentralregierung, wurde im Jahre 1970 erreicht. „The Kurdistan Democratic Party, lead by Mustafa Barzani, reaches an agreement with Baghdad on autonomy for Kurdistan and political representation in the Baghdad government. By 1974, key parts of the agreement are not fulfilled, leading to disputes” (vgl. KRG 2019).

Allerdings gestaltete sich die Grenzziehung als schwierig zu lösendes Problem. Der Iran unterstützte die Kurden zu dieser Zeit, was zu Spannungen zwischen den Ländern führte und auch zum Krieg der beiden Seiten beitrug. Durch das „Abkommen von Algier“ endete die Unterstützung des Iran und nur kurze Zeit später eröffnete das irakische Militär eine Offensive gegen die Kurden, die ohne Hilfe des Iran chancenlos waren (vgl. KRG 2019). Saddam Hussein der die Macht 1979 mit seiner Baath-Partei übernahm, wollte den Staat zusammenführen, was auf Grunde der großen Differenzen nur durch Gewalt und Unterdrückung möglich war. Es folgte daher eine Art „Arabisierung“ des Landes, mit dessen Identität die kurdische Bevölkerung sich nicht identifizieren konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität des Kurdenkonflikts ein und stellt die Forschungsfrage nach der Übertragbarkeit eines autonomen Gebiets nach irakischem Vorbild auf die Türkei.

2 Die Türkei und die Kurden: Dieses Kapitel beleuchtet die Historie des Konflikts von der Staatsgründung bis hin zur wechselhaften Kurdenpolitik unter der AKP-Regierung.

3 Das autonome Kurdengebiet (Kurdistan) im Irak: Hier wird die Genese der Autonomie im Nordirak analysiert und hinterfragt, ob das Modell tatsächlich zu einer nachhaltigen Deeskalation beigetragen hat.

4 Autonomie im türkischen Gebiet der Kurden als Konfliktlösung?: In diesem Abschnitt wird die Anwendbarkeit föderaler Autonomiemodelle auf die spezifisch türkische Situation kritisch erörtert.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Autonomielösung aufgrund politischer und regionaler Hindernisse derzeit schwer realisierbar ist und von vielen weiteren Faktoren abhängt.

Schlüsselwörter

Kurdenkonflikt, Türkei, Kurdistan, Autonomie, Irak, PKK, YPG, Syrienkonflikt, Minderheitenrechte, Föderalismus, Identitätspolitik, Regionalpolitik, Deeskalation, AKP, Nationalstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den türkisch-kurdischen Konflikt und prüft, ob die Schaffung eines autonomen Kurdengebiets in der Türkei – nach dem Vorbild des Nordiraks – eine gangbare Lösung für die anhaltenden Spannungen darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die historische Genese des Konflikts, die Entwicklung der Kurdenpolitik in der Türkei, die Analyse des irakischen Autonomiemodells sowie die Auswirkungen geopolitischer Konflikte wie des Syrienkriegs.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Erfolgsaussichten und Hindernisse einer territorialen Autonomie für Kurden in der Türkei durch einen Vergleich mit der Situation im Irak zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Literaturanalyse und einen komparativen Ansatz, um historische Entwicklungen und aktuelle politische Rahmenbedingungen gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der türkischen Kurdenpolitik, eine Fallstudie zum irakischen Kurdistan und eine Diskussion über die Übertragbarkeit dieser Struktur auf die Türkei.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kurdenkonflikt, Autonomie, Föderalismus, PKK, Minderheitenrechte und regionale Stabilität.

Warum hält der Autor eine Lösung im aktuellen Kontext für schwierig?

Der Autor verweist auf die verhärteten Fronten, die Einstufung der PKK als terroristische Organisation sowie die instabile Sicherheitslage in der gesamten Nah-Ost-Region.

Welche Rolle spielt der Syrienkonflikt für das Argument?

Der Syrienkonflikt beeinflusst die türkische Wahrnehmung massiv, da Gebietsgewinne der YPG als direkte Sicherheitsbedrohung wahrgenommen werden, was den Spielraum für Autonomiegespräche in der Türkei verengt.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Türkei und der Kurdenkonflikt. Ist ein autonomes Kurdengebiet in der Türkei eine mögliche Lösung?
Hochschule
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau
Note
2,3
Autor
Patrick Schulze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V492615
ISBN (eBook)
9783668988347
ISBN (Buch)
9783668988354
Sprache
Deutsch
Schlagworte
türkei kurdenkonflikt kurdengebiet lösung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Schulze (Autor:in), 2019, Die Türkei und der Kurdenkonflikt. Ist ein autonomes Kurdengebiet in der Türkei eine mögliche Lösung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492615
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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