Vor- und Nachteile eines Präsenz- und Online-Studiums

Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich aus Studierendensicht?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018
14 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen
2.1 Präsenzunterricht
2.2 E-Learning
2.3 Blended Learning

3. Vor- und Nachteile des Präsenz- und Online-Studium
3.1 Vor- und Nachteile des Präsenzstudiums
3.2 Vor- und Nachteile des Online-Studiums
3.3 Chancen und Herausforderungen beider Studienformen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Mittlerweile haben sich viele Hochschulen zum Ziel gesetzt, die traditionelle Präsenzlehre um E-Learning oder Blended Learning-Veranstaltungen zu erweitern“ (vgl. Lampe/Zentgraf 2012, S. 59), denn der Einsatz mediengestützter Lehr-und Lernmethoden ermögliche flexible und individuelle Lernprozesse. Doch welche spezifischen Vor- und Nachteile gibt es aus Studierendensicht, an einer traditionellen Präsenzuniversität oder überwiegend online, zum Beispiel in einem Fernstudiengang, zu studieren? Und mit welchen spezifischen Chancen und Herausforderungen sind Studierende in beiden Studienmodellen konfrontiert?

In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die drei Begrifflichkeiten Präsenz Studium (2.1), E-Learning (2.2) und Blended Learning (2.3), auf die sich im weiteren Verlauf bezogen, definiert. Anschließend werden die Vor- und Nachteile des Online-Studiums (3.1) und des traditionellen Präsenzstudiums (3.2) hinsichtlich der Lernfor­men vorgestellt. Schlussendlich soll – unter Berücksichtigung der genannten Vor- und Nachteile – herausgefunden werden, welche Chancen und Herausforderungen (3.3) beide Lernformen jeweils mit sich bringen. Dabei soll das Ziel nicht sein, eine klare Trennung dieser beiden Studienformen vorzunehmen, da diese – wie sich im späteren Verlauf herausstellen wird – schwierig gestalten lässt.

2. Begriffsklärungen

Bei den drei Begriffen „Präsenzunterricht, E-Learning und Blended Learning“, auf die im Verlauf dieser Arbeit näher eingegangen werden soll, handele es sich um Lernformen. Primär unterscheiden sich diese in der Art des Unterrichts. E-Learning (Electronic Learning) habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten gegenüber anderen Begriffen für das Lernen mit Hilfe von Computern, wie z.B. multimediales Lernen, in Wissenschaft und Praxis durchgesetzt. Im E-Learning werde E-Teaching der Lehrenden vorausgesetzt (Arnold/Kilian/Thillosen/Zimmer 2011, S. 17f.).

2.1 Präsenzunterricht

Im Vergleich zum Onlinestudium finde an einer regulären Universität oder Hochschule der Unterricht „vor Ort“ statt. Präsenzunterricht sei durch die gleichzeitige räumliche Anwesenheit des Dozenten und der Lernenden geprägt. Im Gegensatz hierzu stehe der Fernunterricht (Distance Learning), bei der Lehrende, Lernende und Unterrichtsmaterialien räumlich voneinander getrennt sind (vgl. Seifer 2006, S. 235). Ein weiteres wesentliches Merkmal der sogenannten Präsenzlehre sei der persönliche Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden. Die Lehre finde in der Universität oder an einer Hochschule der jeweiligen Bildungseinrichtung statt, welche die unterschiedlichen Räumlichkeiten zur Verfügung stelle: Unterrichts-, Kurs-, und Seminarräume, Bibliotheken, Einzel-, und Gruppenarbeitsräume oder Lesesäle, Cafeterien (für informelle Gespräche) sowie Verwaltungsräume für organisatorische Zwecke. Außerdem werden grundlegende Lernmaterialen zur Verfügung gestellt. Für weitergehende Literatur müssen die Studierenden jedoch oftmals eigeninitiativ in den Bibliotheken recherchieren (vgl. Arnold 2013, S. 61).

2.2 E-Learning

Unter E-Learning oder auch E-Teaching seien all die Formen des Lernens zu verstehen, bei denen digitale Medien für die Präsentation und Verteilung von Lernmaterialien und zur Unterstützung der Kommunikation in Lehr-/Lernprozessen zu nutzen seien. Bei E-Learning handele es sich um einen Oberbegriff, der Lernszenarien mit Computer- und Internetnutzung einschließe (vgl. Lampe/Zentgraf 2012, S. 59 f.). Durch die immer besser werdenden mobilen Datennetze könne nahezu überall zeit-und ortsunabhängig gelernt werden – ob in den eigenen vier Wänden, im Büro, an PC-Arbeitsplätzen in Bildungseinrichtungen wie der Universität, Volkshochschulen oder auch im Café. So groß die Vorteile einem auch erscheinen mögen, ziehe die virtuelle Form jedoch auch Konsequenzen in der Organisation der Rahmenbedingungen und Didaktik, wie die Aufbereitung der Lernmaterialien, Bereitstellung und den Zugriff auf Lernmaterialien, Gestaltung der Lernszenarien, die Kommunikation der Beteiligten oder auch die Prüfung erworbener Kompetenzen bzw. Lernziele, nach sich (vgl. Arnold 2013, S. 61).

2.3 Blended Learning

Blended Learning kennzeichne ein Lernarrangement, das aus einer Mischung (engl. blend = Mischung) von Präsenzunterricht und E-Learning bestehe. Die Besonder­heit beim Blended Learning im Vergleich zum reinen E-Learning oder Präsenzunter­richt bestehe darin, dass nicht das Lernen als solches, sondern lediglich die Lernmetho­den gemischt werden. Folglich handele es sich bei diesem Lernarrangement um eine Kombination von E-Learning und konventionellen Formen des Präsenzler­nens,- und lehrens (vgl. Ehlers 2011, S. 45). Nicht außer Acht zu lassen sei die Tatsache, dass Präsenz heutzutage auch virtuell hergestellt werden könne, beispielsweise in Online-Vorlesungen, Online-Seminaren oder Online-Tutorien (vgl. Arnold/Kilian/Thillosen/Zimmer 2011, S. 18).

Blended Learning verfolge nicht das Ziel, das Präsenzstudium durch andere Studienarten (Online- oder Fernstudiengänge) zu ersetzen, sondern diene in erster Linie als eine Ergänzung durch Vorzüge und Stärken in Kombination beider Lernfor­men, denn, so folgt man Lampe und Zentgraf mit Blended Learning (...) geht es nicht darum, das Präsenz-Studium durch das Online-Studium zu ersetzen oder gar zu verdrängen; Ziel ist vielmehr, Vorzüge und Stärken beider Modi derart miteinander zu verbinden, dass durch eine didaktisch geeignete Kombination deren jeweilige Vorteile verstärkt und die Nachteile minimiert werden können. Es geht also nicht um ein „Entweder-Oder“, sondern um das „Sowohl als Auch“ (vgl. Lampe/Zentgraf 2012, S. 60).

Diese Lernmethode werde zum Beispiel auch an vielen Präsenzuniversitäten und Hochschulen angeboten. Die Universität Hamburg zum Beispiel habe die Präsenzlehre für ihre Lehrenden und Studierenden um Online-Angebote erweitert. Für die Gruppe der Studierenden stehen folgende Lernplattformen zur Verfügung:

- OLAT: Lehr- und Lernplattform für umfassende E-Learning-Angebote (vgl. Uni-Hamburg (a), 2018)
- CommSy: Kommunikations- und Kollaborationsplattform (Uni-Hamburg (b), 2018)
- Mephisto: Ähnlich wie OLAT stelle Mephisto allen Studierenden und Lehrenden der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) die Lernplattform Moodle zur Verfügung und stehe jenen mit zahlreichen Werkzeugen für die Informationsbereitstellung, die Veranstaltungsorganisation und die Kommunikation zur Seite (vgl. Uni-Hamburg (c), 2018)
- Virtuelle Klassenzimmer: Webkonferenzsysteme, mit denen synchron und ortsunabhängig miteinander und kommuniziert und kooperiert werden könne (vgl. Uni-Hamburg (d), 2018)

Mithilfe dieser virtuellen Lernplattformen können Studierende online lernen, in Arbeitsgruppen und virtuellen Teams zusammenarbeiten, gemeinsame Foren oder Wikis nutzen oder ein eigenes, individuelles Lerntagebuch führen. Die Lernplattformen seien sich nicht nur in vielen Lehrveranstaltungen angesehen, sondern eignen sich zudem auch zum Selbststudium. Im Lecture2Go-Portal sind zudem ausgewählte Vorlesungsvideos und weitere Veranstaltungsaufzeichnungen zu finden. Wer seine Medienkompetenz schulen möchte, finde dort überdies Informationen zu Workshops und Schulungsangeboten (vgl. Uni-Hamburg (e), 2018).

(Quelle: blink.it 2019)

3. Vor- und Nachteile des Präsenz- und Online-Studiums

Unter Berücksichtigung der eingangs definierten Begrifflichkeiten, sollen im Folgenden nun die Vor- und Nachteile, die ein Online-1 sowie Präsenzstudium aus Studierendensicht mit sich bringen, untersucht werden. Diesbezüglich ist es wichtig festzuhalten, dass in dieser Ausarbeitung der Fokus nicht auf reine Online- oder Präsenzstudiengänge gelegt wird, da es sich in universitären Einrichtungen häufig um Mischformen (Blended Learning) handelt. Auf diesen Aspekt wird im weiteren Verlauf noch einmal näher eingegangen.

3.1 Vor- und Nachteile des Präsenzstudiums

Wie bereits in 2.1 erwähnt, handele es sich beim Präsenzstudium um eine traditionelle Studienform. Wesentliches Merkmal sei die physische Anwesenheit Lehrender und Studierender, welche sich an festen Tagen und Uhrzeiten zu Veranstaltungen an der Hochschule/Universität, oftmals auch an festen Orten zusammenfinden. Einer der größten Vorzüge sei, dass sich persönlich, folglich „face-to-face“ ausgetauscht werden könne (vgl. Lampe/Zentgraf 2012, S. 62). Während und im Nachgang an Veranstaltungen ist Raum für Diskussionen, Fragen und Anregungen. Vorlesungen, Seminare und Workshops werden häufig interaktiv, zum Beispiel mit der (gemeinsamen) Erarbeitung von Referaten und Gruppenarbeitsphasen, gestaltet.

Nichtsdestotrotz schließe die Präsenz – zumindest in der heutigen Zeit – nicht aus, dass die Lernformen vermischt werden. Denn Blended Learning-Modelle haben in vielen traditionellen Universitäten bereits Anklang gefunden. Wie bereits in 2.3 erwähnt, ist Blended Learning auch in der Universität Hamburg vertreten. In der Online-Plattform EduCommSy gebe es pro Veranstaltung jeweils einen virtuellen, passwortgeschützten Raum. Die Studierenden können sich dort einerseits Unterrichtsmaterialien herunterladen, gleichermaßen jedoch auch erledigte Aufgaben, Präsentationen etc. hochladen, die für jede/n Teilnehmer/in sichtbar und zugänglich seien. Ein Nachteil an Präsenzlehre ist, dass es sich bei Unterrichtsmaterialien, die seitens des/der Dozenten/Dozentin hochgeladen werden, es sich in erster Linie um Grundlagentexte oder Informationen handele, die vorlesungs,- seminar,- und/oder klausurrelevant sind. Studierende an einer Präsenzuniversität-/hochschule, die sich darüber hinaus tiefergehendes Wissen aneignen möchten, bleibe der Weg in die Bibliothek oder Datenbanken für Recherchezwecke daher größtenteils nicht erspart. Dieser Fakt unterscheidet sich maßgeblich zum Online-Studium, welches in 3.2 vorgestellt wird.

3.2 Vor- und Nachteile des Online-Studiums

Wie der Name „Online-Studium“ vermuten lässt, charakterisiere diese eine Studienform, welche zum größten Teil online, also in virtuellen Räumen stattfinde. Wie in 3.2 bereits erwähnt, liege bei Online-Studiengängen oftmals eine enge Verzahnung mit der Lernform des Blended Learning vor.

Deutschlands größte Fernuniversität und mit 85.000 Studierenden insgesamt auch die größte Universität Deutschlands, die FernUni in Hagen, biete genau diese Mischung an und wirbt dabei mit einer Kombination von Präsenzunterricht und E-Learning. Dort erhalten die Studierenden ihre Materialien gedruckt oder online und haben überdies auch einen Zugang zu einem virtuellen Lernraum. Zudem bestehe die Möglichkeit, in den jeweiligen Regionalzentren an Präsenzveranstaltungen teilzunehmen. Organisatorische Angelegenheiten wiederum lassen sich unkompliziert im „Virtuellen Studienplatz“ erledigen (FernUni Hagen o.J.).

[...]


1 Im folgenden Verlauf wird der Einfachheit halber lediglich die Bezeichnung „Online-Studium“ verwendet. Wenn im Folgenden von online studieren oder Online-Studium die Rede ist, sind beide Lernformen, sowohl E-Learning als auch Blended Learning gemeint. Zudem schließt „Online-Studium“ Fernstudiengänge an Universitäten und Hochschulen gleichermaßen mit ein. Es soll kein Ersatz für Präsenz-Studienmöglichkeiten gefunden werden, sondern lediglich die Vor- und Nachteile dargestellt werden.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Vor- und Nachteile eines Präsenz- und Online-Studiums
Untertitel
Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich aus Studierendensicht?
Hochschule
Universität Hamburg  (Erziehungswissenschaften)
Note
1,3
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V492646
ISBN (eBook)
9783668995864
Sprache
Deutsch
Schlagworte
e-learning, präsenzstudium, onlinestudium, blended learning, online studieren
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Vor- und Nachteile eines Präsenz- und Online-Studiums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492646

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