Um zu einer optimalen Förderung für hochbegabte Kinder zu gelangen, müssen zunächst einige Fragen geklärt werden. Es muss definiert werden, was der Begriff Hochbegabung meint, da dies die Grundlage für diagnostische Prozesse bildet. Außerdem muss geklärt werden, welche Möglichkeiten der Diagnostik und Identifizierung von Hochbegabung vorhanden sind, um hochbegabte Kinder bestimmen zu können. Schließlich ist es wichtig, verschiedene Möglichkeiten der Förderung von hochbegabten Kindern zu kennen, damit eine individuell auf das Kind ausgerichtete Förderung möglich wird. Diesen Fragen soll im Rahmen dieser Arbeit nachgegangen werden.
Heterogenität ist ein Thema, das in Schule und Kindergarten zum Alltag gehört. Kinder sind unterschiedlich in ihrer Herkunft, ihrer Reife, ihren Interessen – und auch in ihren Begabungen. Hochbegabung ist ein Extrem, das auftreten kann. Etwa 2% aller Kinder können als kognitiv hochbegabt angenommen werden. Damit wird jede Lehrkraft und jeder Erzieher in seiner Berufslaufbahn mit hoher Wahrscheinlichkeit mit diesem Thema konfrontiert werden. Trotzdem wird Hochbegabung im Rahmen der Ausbildung höchstens am Rande thematisiert.
Im ersten Abschnitt soll zunächst geklärt werden, wie Hochbegabung definiert wird und welche Formen der Hochbegabung es gibt. Der nächste Abschnitt beschäftigt sich dann mit der Identifizierung von hochbegabten Kindern in der Schule und im Kindergarten. Dazu werden zuerst einige beobachtbare Hinweise auf eine Hochbegabung benannt und dann wird das Thema Underachievement näher beleuchtet, da es hier besonders schwierig ist, eine Hochbegabung festzustellen. Außerdem wird auf die Diagnostik bei Hochbegabung eingegangen. Das nächste Kapitel erläutert dann Fördermöglichkeiten bei Hochbegabung im Allgemeinen und bei Underachievement im Speziellen. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit, indem noch einmal auf Schwierigkeiten und Besonderheiten bei der Identifizierung und Förderung von Hochbegabten eingegangen werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Hochbegabung
3. Erkennen von Hochbegabten
3.1 Identifikation von Hochbegabten
3.2 Underachievement
3.3 Diagnostik bei einer vermuteten Hochbegabung
4. Fördermöglichkeiten bei Hochbegabung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die komplexen Herausforderungen bei der Identifikation und Förderung hochbegabter Kinder in den Lernumgebungen Kindergarten und Schule. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse von Underachievement, um Strategien aufzuzeigen, wie betroffene Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt werden können, ohne die Bedeutung einer individuellen und stärkenorientierten Förderung zu vernachlässigen.
- Grundlagen der Definition von Hochbegabung
- Identifikationsmethoden im pädagogischen Alltag
- Analyse und Diagnose von Underachievement
- Fördermöglichkeiten: Enrichment und Akzeleration
- Pädagogische Förderung der Persönlichkeitsentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.2 Underachievement
Underachiever sind SuS, die einen Intelligenzquotienten von 130 oder höher aufweisen, deren schulische Leistungen in einem oder mehreren Fächern aber nur im Klassendurchschnitt oder sogar darunter liegen (vgl. Johansson 2013, S. 80). Es gibt aber keine allgemeine Konventionen, wann von Underachievement gesprochen wird, es ist nur klar, dass es eine Diskrepanz zwischen Potenzial des Kindes und seiner Leistung gibt, nicht aber, wie groß diese Diskrepanz sein muss, damit von Underachievement gesprochen werden kann (vgl. Reichle 2004, S. 30). Deshalb wird auch die Vorkommenshäufigkeit von Underachievement sehr unterschiedlich in der Literatur angegeben, je nach Definition ist aber ein Wert von 2-13% aller kognitiv hochbegabten SuS anzunehmen (vgl. Rost/Sparfeldt 2009, S. 142).
Underachievement ist ein komplexes Problem und wird durch verschiedene Faktoren in der Schule, im Elternhaus und in der Persönlichkeit des Kindes verursacht (vgl. Johansson 2013, S. 81). Konkret können dies bspw. Persönlichkeitsmerkmale, familiäre Konflikte, problematische soziale Beziehungen, fehlende intellektuelle Anregungen in Elternhaus und Schule und schlechte Unterrichtsqualität sein (vgl. Rost/Sparfeldt 2009, S. 148). Die Gründe sind individuell unterschiedlich und müssen daher im Einzelfall betrachtet werden (vgl. ebd.). Underachiever laufen Gefahr, aus dem Sozialgefüge der Klasse ausgeschlossen zu werden, weil sie sich im Unterricht nicht konzentrieren, sich beschweren und dies als Überheblichkeit angesehen werden könnte (vgl. Reichle 2004, S. 31). Außerdem ist Underachievement häufig mit einem hohen Leidensdruck und viel Emotionalität verbunden (vgl. Johansson 2013, S. 81).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Hochbegabungsthematik ein und erläutert die zentrale Fragestellung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Definition von Hochbegabung: Dieses Kapitel definiert Hochbegabung vornehmlich im Kontext kognitiver Fähigkeiten und setzt sich mit unterschiedlichen Begabungsmodellen auseinander.
3. Erkennen von Hochbegabten: Das Kapitel behandelt die Herausforderungen der Identifikation, die Rolle von Intelligenzdiagnostik und die spezifische Problematik des Underachievements.
4. Fördermöglichkeiten bei Hochbegabung: Es werden Strategien wie Akzeleration und Enrichment vorgestellt, um hochbegabte Kinder individuell in Schule und Kindergarten zu fördern.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung einer ganzheitlichen, kooperativen Begabungsförderung.
Schlüsselwörter
Hochbegabung, Underachievement, Intelligenzdiagnostik, pädagogische Förderung, Akzeleration, Enrichment, Binnendifferenzierung, Schulerfolg, Potenzialentfaltung, Erziehungspartnerschaft, Schulleistung, Begabungsmodell, individuelle Förderung, Grundschule, Kindergarten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der Identifikation und Förderung hochbegabter Kinder innerhalb des Bildungssystems von Kindergarten und Schule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Hochbegabung, Methoden der Identifikation, die Analyse von Underachievement sowie verschiedene Förderansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie hochbegabte Kinder verlässlich erkannt und individuell optimal gefördert werden können, um Unter- oder Überforderung zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer und psychologischer Forschungsergebnisse zum Thema Hochbegabung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Identifikationsmöglichkeiten, eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen Underachievement und eine Darstellung konkreter Fördermaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Hochbegabung, Underachievement, Intelligenzdiagnostik, Enrichment, Akzeleration und individuelle Begabungsförderung.
Warum ist die Identifikation von Underachievern so schwierig?
Da diese Kinder ihr intellektuelles Potenzial aufgrund von Motivationsproblemen oder anderen Faktoren nicht in gute Schulleistungen umsetzen, werden sie von Lehrkräften oft übersehen.
Welche Rolle spielt die Kooperation zwischen Eltern und Lehrkräften?
Sie ist essenziell, um Informationen aus verschiedenen Lebensbereichen zu bündeln und Erziehungspartnerschaften zu bilden, die das Kind ganzheitlich unterstützen.
- Arbeit zitieren
- Nina Schütze (Autor:in), 2017, Hochbegabung im Kindergarten und in der Schule. Wie kann sie identifiziert und gefördert werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492672