Der zu unterweisende Auszubildende ist 20 Jahre alt und befindet sich im dritten Lehrjahr der dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker. Vorausgesetzt wird, dass der Auszubildende gewisse Grundkenntnisse im Bereich der Kraftfahrzeugmechatronik aufweisen kann und den Umgang mit Werkzeugen beherrscht. Der Auszubildende ist nach der Unterweisung in der Lage, Kraftfahrzeugreifen mit Hilfe eines Reparatursystems instand zu setzen. Das Thema der Unterweisung ist Teil von § 4 Nr.19 h des Ausbildungsrahmenplans: "Räder und ihre Bauteile prüfen und instand setzten, insbesondere zentrieren und auswuchten, zulassungsrechtliche Bedingungen beachten".
Neben der Darstellung der Lernziele beinhaltet die Arbeit einen Unterweisungsentwurf in tabellarischer Form. Im Anhang enthält die Arbeit sechs bebilderte Folien.
Inhaltsverzeichnis der Unterweisung
1. Einordnung der Unterweisungseinheit
2. Voraussetzung des Auszubildenden
3. Sachbetrachtung
4. Methodenwahl
5. Ausbildungsmittel
6. Lernziele
7. Durchführung der Unterweisung
7.1 Vorbereitung / Motivation
7.2 Lernziel: Der Auszubildende soll selbstständig und fachgerecht ein Reifenschaden instand setzen können.
7.3 Wiederholung des Vorgemachten durch den Auszubildenden
7.4 Üben und festigen des Gelernten
8. Erfolgskontrolle
9. Eigenkontrolle
10. Anhang
Zielsetzung & Themen der Unterweisung
Das Ziel dieser Unterweisungseinheit besteht darin, einen Auszubildenden im dritten Lehrjahr zum Kraftfahrzeugmechatroniker dazu zu befähigen, die fachgerechte Instandsetzung eines beschädigten Kraftfahrzeugreifens unter Anwendung eines spezifischen Reifenreparatursystems selbstständig durchzuführen.
- Vermittlung der technischen Anforderungen und Grenzen von Reifenreparaturen.
- Anwendung der Vierstufenmethode zur praktischen Unterweisung.
- Durchführung einer normgerechten Schadensbeurteilung am Reifen.
- Praktische Umsetzung der Reparatur mittels Reparatursticks und Flüssigpflaster.
- Reflektion des Lernfortschritts und der Arbeitssicherheit.
Auszug aus dem Buch
3. Sachbetrachtung
Das Reifenreparatursystem darf ausschließlich an schlauchlosen Reifen angewandt werden. Die Reifenreparatursticks bestanden anstandslos alle Lebenszeitdauer– und Hochgeschwindigkeitstests nach TÜV SAE-DOT. Das System erfüllt in vollem Umfang alle Vorschriften für die Reparatur von Radial– und Diagonal– Schlauchlosen Reifen. Ein Vorteil des Reifenreparatursystems ist die schnelle Reparatur des Reifens. Nach mehrmaligem Üben beträgt die Reparaturzeit für Radial– und Diagonalreifen ca. 5 Minuten. Jede Stichverletzung der Reifenlauffläche egal ob gerade oder schräg kann repariert werden, wenn die an der Innenseite gemessene Schadensausdehnung nicht größer ist als 6mm bis einschließlich HR-Reifen (210km/h) und 3mm bis einschließlich VR-Reifen (240km/h). Bis TR-Reifen sind zwei Reparaturen je Reifen zulässig. Reifen – Reparatursticks und Flüssigpflaster sind 100% selbstvulkanisierend. Die Reifen– Reparatursticks in Reifen und Stahlgürtel sind hochgradig reiß – und scherfest. Das Reifen– Flüssigpflaster versiegelt die Reparatursticks dauerhaft und ist der unwiderlegbare Beweiß für die Vorgeschriebene Demontage bei Radialreifen. Reparierte Reifen sind runderneuerbar und daher umweltschonend, da Aufbohren und Raspeln entfällt. Dadurch entsteht keine Zerstörung der Trag– und Haltekonstruktion (Gürtel und Karkasse), keine Gefahr von Gürtelspreizungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einordnung der Unterweisungseinheit: Definiert den rechtlichen und inhaltlichen Rahmen basierend auf dem Ausbildungsrahmenplan.
2. Voraussetzung des Auszubildenden: Beschreibt das Profil des Lernenden, insbesondere Ausbildungsstand und Grundkenntnisse.
3. Sachbetrachtung: Erläutert die technischen Spezifikationen und die rechtlichen Grundlagen für Reifenreparaturen.
4. Methodenwahl: Legt die Anwendung der Vierstufenmethode als didaktisches Konzept fest.
5. Ausbildungsmittel: Listet das benötigte Material für die praktische Durchführung auf.
6. Lernziele: Definiert Richt-, Grob- und Feinziele unterteilt in kognitive, psychomotorische und affektive Bereiche.
7. Durchführung der Unterweisung: Detaillierter Ablauf der Stufen von der Vorbereitung bis zur Festigung des Wissens.
8. Erfolgskontrolle: Beschreibt die reflektierende Analyse des Ausbilders nach Abschluss der Einheit.
9. Eigenkontrolle: Bietet ein einfaches Checklisten-Format für den Ausbilder zur Selbstbewertung.
10. Anhang: Enthält ergänzendes visuelles Material wie Folien und Explosionsdarstellungen.
Schlüsselwörter
Reifenreparatur, Kraftfahrzeugmechatroniker, Vierstufenmethode, Schlauchlosreifen, Kaltvulkanisation, Ausbildungsrahmenplan, Reifenreparatursystem, Instandsetzung, Arbeitssicherheit, Reifenlauffläche, Radialreifen, Schadensausdehnung, Berufsausbildung, Werkstattpraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterweisung im Kern?
Die Arbeit behandelt die professionelle Instandsetzung von schlauchlosen PKW-Reifen unter Verwendung eines speziellen Reifenreparatursystems im Rahmen der Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Zulässigkeit, den technischen Qualitätsvorgaben der Reparatur sowie der didaktischen Vermittlung dieser Fertigkeiten mittels der Vierstufenmethode.
Was ist das primäre Ziel der Unterweisung?
Das Ziel ist, dass der Auszubildende nach der Anleitung in der Lage ist, einen fachgerechten Reifenschaden selbstständig und sicher zu beheben.
Welche Lehrmethode kommt zum Einsatz?
Es wird die klassische Vierstufenmethode verwendet, die sich aus Vorbereiten, Vormachen, Nachmachen und Üben/Festigen zusammensetzt.
Was umfasst der praktische Hauptteil?
Der Hauptteil ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die alle Phasen von der Entfernung des Fremdkörpers über die Reinigung und Einbringung der Reparatursticks bis zur abschließenden Sichtkontrolle umfasst.
Was zeichnet das vorgestellte Reifenreparatursystem aus?
Es erlaubt eine schnelle, fachgerechte Reparatur ohne die Karkasse des Reifens durch Aufbohren oder Raspeln zu beschädigen, wodurch die Runderneuerungsfähigkeit erhalten bleibt.
Welche Rolle spielt die StVZO in diesem Unterweisungsentwurf?
Die StVZO bildet das rechtliche Fundament und legt fest, bei welcher Schadensgröße und an welcher Stelle des Reifens eine Instandsetzung überhaupt zulässig ist.
Warum ist die psychomotorische Ebene der Feinziele so wichtig?
Weil die Arbeit an Reifen eine präzise Handhabung von Werkzeugen erfordert, um den Lochkanal korrekt vorzubereiten und den Reparaturstick ohne Materialbeschädigung einzubringen.
- Quote paper
- Andy Krause (Author), 2005, Instandsetzung eines Kraftfahrzeugreifens mit Hilfe eines Reifenreparatursystems (Unterweisung Kfz-Mechaniker / -in), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49268