Der hypothetische lineare Zusammenhang zwischen der Wachstumsgeschwindigkeit der Entgelte und der Inflation bzw. dem realen wirtschaftlichen Wachstum in Deutschland

Empirische Untersuchung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Bezugsrahmen zur Lohnentwicklung in Unternehmen
2.1. Hypothese eins: Reales Wirtschaftswachstum
2.2. Hypothese zwei: Inflation

3. Grundlagen zur Ermittlung eines Zusammenhangs in Bezug auf den vorliegenden Datensatz zum Thema
3.1. Charakteristika der Datenbasis
3.2. Erläuterung des Korrelationskoeffizienten

4. Praktische Ermittlung mit Hilfe der Datenbasis
4.1. Bestimmung des Korrelationskoeffizienten
4.2. Bestimmung der Signifikanz der Korrelation

5. Fazit und Interpretation der Ergebnisse

6. Quellenverzeichnis
I. Literaturverzeichnis
II. Internetquellen

7. Anhang

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Langfristige und kurzfristige Betrachtung der BIP-Entwicklung

Abbildung 2: Lohn- und Preissetzung im Arbeitsnachfrage-/Arbeitsangebots-Diagramm

Abbildung 3: Datenbasis der Merkmale

Abbildung 4: Streudiagramme mit Regressionskurve

Abbildung 5: Darstellung in GeoGebra

Abbildung 6: Berechnung des Korrelationskoeffizienten zwischen Lohnentwicklung und Wirtschaftswachstum

Abbildung 7: Berechnung des Korrelationskoeffizienten zwischen Lohnentwicklung und Inflation

1. Einleitung

„Die Arbeit ist also eine Ware, die ihr Besitzer, der Lohnarbeiter, an das Kapital verkauft. Warum verkauft er sie? Um zu leben.“1

Dieses Zitat von Karl Marx hat auch abseits seiner ideologischen Gesinnung noch heute Aktualität. Die meisten Menschen arbeiten, um damit ihr tägliches Einkommen zu bestreiten und ein lebenswertes Leben zur führen. Doch wovon hängt die Höhe ihrer Löhne und Gehälter bzw. die Entwicklung dieser ab?

Die Entwicklung des Lohn- und Gehaltsniveaus hat immer zwei Seiten, die des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers.

Für den Arbeitnehmer ist das ihm zur Verfügung stehende Einkommen Mittel zum Konsum und zum Sparen. Für die Arbeitgeber stellt das durchschnittliche Einkommen die Faktorkosten der Arbeit dar. Je höher das Bruttoentgelt der Beschäftigten, desto eher lohnt sich die Substitution mit dem Produktionsfaktor Kapital.

Die deutsche Wirtschaft wächst, unter der Ausnahme kurzfristiger Rezessionen, beständig und in verschiedenen Geschwindigkeiten. 2017 hat die Wirtschaftsleistung ihr bisher absolutes Maximum erreicht.

Es stellt sich die Frage in welcher Art und Weise die Beschäftigten in Deutschland von den hohen Wachstumsraten partizipieren. Es ist daher sinnvoll zu untersuchen, ob es einen statistisch relevanten Zusammenhang zwischen der Stärke des Wirtschaftswachstums und der Steigerung der durchschnittlichen Einkommen in Deutschland gibt und ob dieser linear ist.

Entscheidend ist für den einzelnen Arbeitnehmer nicht wie hoch sein nominales Einkommen ist, sondern wie viel er sich von diesem Einkommen kaufen kann. Aus dem Nominallohn ergibt sich preisbereinigt der Reallohn, der die reale Kaufkraft des Lohnsatzes widerspiegelt.

Die Wirkung, der Entwicklung des Preisniveaus am Gütermarkt, auf das nominale Einkommen sollte daher ebenfalls untersucht werden; also ob bei stärker steigenden Preisen auch die Einkommen im selben Maße reagieren oder nicht.

Lässt sich ein Zusammenhang zwischen dem durchschnittlichen Einkommen und dem realen Wirtschaftswachstum sowie der Inflation auch in der Realität nachweisen, so kann damit auch eine bessere Prognose über künftige Einkommensentwicklungen abgegeben werden.

2. Theoretischer Bezugsrahmen zur Lohnentwicklung in Unternehmen

Um die Lohnentwicklung in Deutschland zu verstehen, muss man sich zuerst mit dem Prozess der Lohnsetzung beschäftigen.

Es gibt hierbei mehrere Verfahren, die parallel oder einzeln erfolgen. Die wohl maßgeblichste Variante ist die Tarifverhandlung. Hier kommt es zu Verhandlungen zwischen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, bei der beide Gruppen Vertreter bestimmen.2

Als weitere Möglichkeiten gewinnen vom Arbeitgeber festgelegte Löhne und individuell vereinbarte Gehälter zunehmend an Bedeutung.3

Die Höhe der Löhne wird aber nicht einfach bestimmt, sondern bildet sich wie andere Preise auch auf Märkten. Auf dem Arbeitsmarkt wird der Produktionsfaktor Arbeit von Arbeitnehmern angeboten und von Arbeitgebern nachgefragt.4

Der sich ergebende Marktpreis heißt Lohnsatz (w) und entspricht für den einzelnen wie auch gesamtwirtschaftlich dem Wertgrenzprodukt der Arbeit, also dem Wert den ein Arbeitnehmer an Mehrwert in Euro für den Arbeitgeber bringt.5

Bereinigt man beide Werte um das Preisniveau ergibt sich, dass das Gleichgewicht im Markt erreicht ist, wenn das physische Grenzprodukt der Arbeit dem Reallohn entspricht.6

Im Rahmen dieser Arbeit sollen die theoretischen Überlegungen, die nachfolgend als Hypothesen aufgestellt werde, nicht wirtschaftswissenschaftlich, sondern mittels statistischer Methoden überprüft werden.

2.1. Hypothese eins: Reales Wirtschaftswachstum

Im ersten Schritt soll das reale Wirtschaftswachstum definiert werden.

Das Bruttoinlandsprodukt ist ein gesamtwirtschaftliches Maß für die gesamte volkswirtschaftliche Aktivität.7

Eine Definition des Bruttoinlandsprodukts lautet: „Das BIP erfasst die gesamte Wertschöpfung aller Waren und Dienstleistungen für den Endverbrauch, die in einem bestimmten Zeitraum hergestellt wurden.“8

Unterschieden werden muss zwischen dem nominalen und realen BIP. Beim nominalen Bruttoinlandsprodukt wird die Produktion zu jeweils aktuellen Preisen gemessen. Da Preise langfristig durch die Inflation steigen, muss dieser Effekt aus dem nominalen BIP-Wachstum herausgerechnet werden, um die reale Produktionssteigerung betrachten zu können.9 Damit bildet das reale BIP-Wachstum die Steigerung der realen Produktion ab.

Langfristiges Wachstum kann durch den verstärkten Einsatz der beiden Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital erzielt werden.10

Abseits dieser langfristigen Entwicklung gibt es kurzfristige Schwankungen, die vom langfristigen Wachstumspfad abweichen. Die Betrachtungsweise nennt man Konjunktur.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Langfristige und kurzfristige Betrachtung der BIP-Entwicklung12

Man kann deutlich die Schwankungen um das langfristige Produktionspotential erkennen. Makroökonomisch gibt es einen Zusammenhang zwischen der Produktion und der Beschäftigung. Bei steigender Produktion werden mehr Arbeitskräfte für das kurzfristig höhere Produktionsniveau gebraucht.13

Kurzfristig hängt die Produktionsentscheidung von der zu erwartenden Nachfrage nach ihren Produkten ab.14

Die These, dass ein höheres BIP-Wachstum zu stärker steigenden Löhnen führt, lässt sich über die Arbeitslosigkeit aufstellen. Wie erklärt wird bei steigender Produktion mehr Arbeitskraft benötigt, was zu einem sinken der Arbeitslosigkeit führt.

Die Einkommen der Beschäftigten sind im Normalfall abhängig von eben dieser Erwerbslosenquote. Je höher die Erwerbslosenquote auf dem Arbeitsmarkt ist, desto niedriger sind die Löhne, da die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer sinkt, während die der Arbeitgeber steigt.15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Lohn- und Preissetzung im Arbeitsnachfrage-/Arbeitsangebots-Diagramm16

Die Abbildung zeigt den Zusammenhang zwischen dem Beschäftigungsniveau und dem Reallohn in der Lohnsetzungsgleichung und zeigt grafisch den oben beschriebenen Zusammenhang.

Bei hohem realem Wachstum sollte die Arbeitslosigkeit sinken und damit der Reallohn steigen und umgekehrt. Da beide Werte um die Inflation bereinigt wurden kann man auch das nominale Wachstum mit dem nominalen Lohnwachstum vergleichen. Dies wird auf Grund der Datenbeschaffung auch in der statistischen Überprüfung so gehandhabt.

Würde die vermutete Hypothese der linearen Proportionalität zutreffen würde dies bedeuten, dass die Arbeitnehmer am realen Wirtschaftswachstum partizipieren.

2.2. Hypothese zwei: Inflation

Zuerst soll der Begriff Inflation kurz definiert werden: „Inflation ist ein anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Die Inflationsrate […] ist die Rate, mit der das Preisniveau steigt.“17

Die mathematische Definition lautet: .18

Für die Messung der Preisentwicklung wird ein Verbraucherpreisindex erstellt. Dieser soll die Preisänderung aller Güter und Dienstleistungen erfassen, die ein „durchschnittlicher“ Haushalt konsumiert. Dazu wird der Wert eines Warenkorbes im Abstand von einem Jahr verglichen.19

Steigen die Preise können sich die Arbeitnehmer weniger von ihrem Nominallohn leisten. Die Gewerkschaften werden daher versuchen durch einen Gehaltsaufschlag die Realeinkommen zu sichern.20

Makroökonomisch hängt der Nominallohn damit theoretisch linear proportional von den Preiserwartungen der Verhandlungspartner ab.21

Die zweite These ist damit der linear proportionale Zusammenhang zwischen der Inflation und dem Wachstum der nominalen Einkommen. Eine Bestätigung der These würde bedeuten, dass sich die Tarifparteien auf einen Ausgleich der Inflation einigen können und dass diese das erwartete Preisniveau gut genug abschätzen können.

3. Grundlagen zur Ermittlung eines Zusammenhangs in Bezug auf den vorliegenden Datensatz zum Thema

3.1. Charakteristika der Datenbasis

Die zugrundeliegende Datenbasis soll in systematischer Weise ausgewertet werden.

Es gibt insgesamt drei Datenreihen. Untersucht werden das nominale Bruttoinlandsproduktwachstum, die Inflation und das nominale Wachstum der Arbeitnehmerentgelte. Alle Datensätze stammen vom Statistischen Bundesamt.22

Beim BIP und bei den Arbeitnehmerentgelten handelt es sich um so genannte Bewegungsmassen. Sie werden über den Zeitraum von einem Jahr gemessen. Die Inflation ergibt sich aus dem Preis eines Warenkorbes, der an Stichtagen erfasst wird und somit eine Bestandsmasse ist.23

Da alle drei Datensätze ein Wachstum in einer festgelegten Reihenfolge auflisten, beschreiben alle Datensätze qualitative Merkmale, die auf einer Verhältnisskala aufgetragen werden können.24 Alle Merkmale sind darüber hinaus stetig.25

Alle Datensätze wurden bestehend aus 18 Jahressätzen chronologisch von dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2017 angeordnet.

Die Daten für die drei zu untersuchenden Merkmale stellen keine Teilgesamtheiten, sondern Grundgesamtheiten dar, da sie für die Gesamtökonomie erhoben wurden.26 Dies gilt daher, weil sich alle Daten auf den Gebietsstand der Bundesrepublik Deutschland beziehen und damit Daten für die „Menge aller für die Fragestellung relevanter statistischer Einheiten vorliegen“.27 28

Unabhängig davon, dass die einzelnen Merkmale Grundgesamtheiten darstellen, handelt es sich bei dieser statistischen Untersuchung trotzdem um eine Stichprobe vom Umfang 18, da es sich nur um einen Ausschnitt aus allen Jahren handelt.29

Im Folgenden wird ein Ausschnitt der vorliegenden Datenbasis zur Verdeutlichung gezeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Datenbasis der Merkmale30

Damit ist des Weiteren von einer Normalverteilung in der Grundgesamtheit der Stichprobe auszugehen.31

3.2. Erläuterung des Korrelationskoeffizienten

Die vorliegende Arbeit soll untersuchen, inwieweit sich die beschriebenen Merkmale gegenseitig beeinflussen. Dies soll durch eine geeignete Maßzahl beschrieben werden.32

Es wird ein linearer Zusammenhang zwischen den Merkmalen vermutet. Der Korrelationskoeffizient rxy ist das Maß für diesen linearen Zusammenhang zwischen den Merkmalen X und Y. Der Korrelationskoeffizient liefert nur Informationen, ob ein linearer Zusammenhang vorliegt und nicht ob es zwischen X und Y überhaupt einen Zusammenhang gibt.33 Eine vorige Darstellung der einzelnen Wertepaare in einem Streudiagramm vermittelt einen Eindruck über Art und Stärke des Zusammenhangs.34

[...]


1 Zitat von Marx, K.

2 Vgl. Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 190.

3 Vgl. Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 190.

4 Vgl. Vogl, B./ Lorberg, D. (2015), S. 63.

5 Vgl. Vogl, B./ Lorberg, D. (2015), S. 82.

6 Vgl. Theiler, W. (2012), S. 142.

7 Vgl. Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 50.

8 Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 51.

9 Vgl. Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 57.

10 Vgl. Siebe, T./ Wenke, M. (2014), S. 79.

11 Vgl. Vogl, B./ Lorberg, D. (2015), S. 61.

12 Vogl, B./ Lorberg, D. (2015), S. 61.

13 Vgl. Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 216.

14 Vgl. Siebe, T./ Wenke, M. (2014), S. 121.

15 Vgl. Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 191f.

16 Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 209.

17 Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 60.

18 Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 60.

19 Vgl. Vogl, B./ Lorberg, D. (2015), S. 51.

20 Vgl. Braun, R. (1991), S. 17.

21 Vgl. Blanchard, O./ Illing, G. (2014), S. 214.

22 Vgl. Statistisches Bundesamt (2018), https://www.destatis.de..., abgerufen am 25.11.2018.

23 Vgl. Wewel, Max. (2014), S. 24.

24 Vgl. Wewel, Max. (2014), S. 26.

25 Vgl. Fahrmeier, L/ Künstler, R./ Pigeot, I./ Gerhard, T. (2009), S. 16.

26 Vgl. Fahrmeier, L/ Künstler, R./ Pigeot, I./ Gerhard, T. (2009), S. 14f.

27 Fahrmeier, L/ Künstler, R./ Pigeot, I./ Gerhard, T. (2009), S. 15.

28 Statistisches Bundesamt (2018), https://www.destatis.de..., abgerufen am 25.11.2018.

29 Vgl. Bosch, K. (1985), S. 3.

30 Eigene Darstellung

31 Vgl. Schlittgen, R. (2000), S. 249f.

32 Vgl. Sibbertsen, P./ Lehne, H. (2012), S. 108f.

33 Vgl. Sibbertsen, P./ Lehne, H. (2012), S. 124.

34 Vgl. Schulze, P. (2000), S. 126.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der hypothetische lineare Zusammenhang zwischen der Wachstumsgeschwindigkeit der Entgelte und der Inflation bzw. dem realen wirtschaftlichen Wachstum in Deutschland
Untertitel
Empirische Untersuchung
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V492778
ISBN (eBook)
9783668994423
ISBN (Buch)
9783668994430
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Statistik, Korrelation, Volkswirtschaft, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Inflation, Arbeitslosigkeit
Arbeit zitieren
Tim Alpers (Autor), 2018, Der hypothetische lineare Zusammenhang zwischen der Wachstumsgeschwindigkeit der Entgelte und der Inflation bzw. dem realen wirtschaftlichen Wachstum in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492778

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