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Der Factoringvertrag und seine Bedeutung für die Bestattungsbranche

Title: Der Factoringvertrag und seine Bedeutung für die Bestattungsbranche

Seminar Paper , 2019 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Law - Civil / Private / Law of Obligation / Property Law
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„Schleppende Zahlungseingänge und sogar komplette Forderungsausfälle Ihrer Kunden nehmen zu. Ein Grund ist unter anderem der Wegfall des gesetzlichen Sterbegeldes.“ Durch Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung ist nach und die Sterbegeldzahlung gemindert und schlussendlich durch Aufhebung des § 58 SGB V im Rahmen des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) vom 14. November 2003 gestrichen worden. Diese Minderung staatlicher Leistungen sowie ein genereller gesellschaftlicher Wandel führten in Bestattungsunternehmen zu veränderten Zahlungsmodalitäten.

Diese Veränderung führte dazu, dass bereits bestehende Factoringanbieter den Business-to- Consumer Markt der Bestattungsindustrie als Markt erschlossen. Auch die Zulieferindustrie der Bestattungsunternehmer und somit ein Business-to-Business-Markt ist von den auf die Branche spezialisierten Factoringanbieter ebenfalls als Kundenkreis gewonnen worden. Aktuell sind im Wesentlichen die Anbieter adelta.finanz AG und abcfinance GmbH an den beiden Märkten etabliert und durch Kooperationen mit Interessenverbänden und branchenspezifischen Softwarelösungen sowie regelmäßige Werbung präsent.

Als Unternehmer stellen sich folgende Fragen: Ist es interessant die Dienste eines Factoringanbieters in Anspruch zu nehmen? Welche Auswirkungen hat dies auf mein Unternehmen? Wie betrifft es mich, wenn ein Zulieferer Factoring nutzt? Um dies näher zu betrachten ist zunächst zu klären, wie Factoring gesetzlich geregelt ist, welche Formen es gibt und welche Auswirkungen es (potentiell) hat

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung und Motivation

B Factoring als Sonderform des Schuldrechts

1. Allgemeine Definition und üblicher Ablauf des Factorings

2. Unterschiedliche Formen des Factorings

a) Unterscheidung nach Übernahme des Risikos

b) Unterscheidung nach Offenheit

3. Allgemeine gesetzliche Grundlage

a) echtes Factoring

b) unechtes Factoring

4. Hindernisse für Factoring

a) Ausschluss der Forderungsabtretung

b) Kollision mit verlängertem Eigentumsvorbehalt

C Praxistransfer

1. Die Bestattungsbranche

a) Kundenkreis/Auftraggeber einer Bestattung

b) Der Bestattungsvertrag

c)Kostenübernahme der Bestattung

d) Eignung zum Factoring

2. Auswirkungen von Factoring auf die Bilanz

3. Auswirkungen von Factoring auf Liquidität und Rentabilität

4. Auswirkungen auf den Betriebsablauf

5. Auswirkung auf Geschäftspartner

a) Lieferanten (Kreditoren)

b) Kunden (Debitoren)

6. Auswirkung des Factorings eines Lieferanten

D Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Eignung und rechtliche Einordnung von Factoring als Finanzierungsinstrument in der Bestattungsbranche. Das primäre Ziel ist es, Unternehmern aufzuzeigen, welche Chancen und Risiken mit der Nutzung von Factoring verbunden sind – sowohl aus Sicht des Factoringnehmers als auch im Umgang mit Zulieferern – und wie sich die spezifischen Rahmenbedingungen der Branche auf die praktische Anwendbarkeit auswirken.

  • Rechtliche Grundlagen des Factorings im deutschen Schuldrecht.
  • Spezifische Anforderungen und Besonderheiten der Bestattungsbranche.
  • Auswirkungen von Factoring auf Bilanzkennzahlen, Liquidität und Rentabilität.
  • Rechtliche Kollisionen mit Eigentumsvorbehalten und Forderungsabtretungen.
  • Vertrauensaspekte und Kundenbeziehungen in einem sensiblen Dienstleistungssektor.

Auszug aus dem Buch

3. Allgemeine gesetzliche Grundlage

Aufgrund der unterschiedlichen Einstufung von echtem und unechtem Factoring sind die gesetzlichen Regelungen grundlegend unterschiedliche.

a) echtes Factoring

Kaufverträge können gemäß § 453 Abs. 1 BGB auch Rechte zum Gegenstand haben. Es gelten dabei die Vorschriften des Kaufs von Sachen, also die §§ 433 ff. BGB.

Geldforderungen stellen ein solches Recht dar, weshalb beim Factoring die gesetzlichen Grundlagen des Sachkaufs Anwendung finden. Das bedeutet, dass nach Trennungs- und Abstraktionsprinzip zwischen Kausalgeschäft und Verfügungsgeschäft zu unterscheiden ist. Beide sind eigenständig wirksam sind, sie bedingen sich aber gegenseitig um durchsetzbar zu sein. Der Factoringvertrag stellt das Kausalgeschäft, den Kauf der Forderungen gemäß § 433 Abs. 1 i.Vm. § 454 BGB, dar. Dieser Vertrag, der ein Schuldverhältnis nach §§ 241 ff. BGB begründet, kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärung im Rahmen der Vertragsfreiheit zustande. Der Factor erwirbt somit die bestehende Forderung des Factoringnehmers gegenüber dessen Kunden.

Das Verfügungsgeschäft, das Verschaffen der verkauften Forderung durch den Verkäufer, erfolgt separat. Dies geschieht aufgrund der fehlenden Körperlichkeit des Rechts nicht durch die Herausgabe gemäß § 929 BGB, sondern nach § 398 BGB durch Abtretung der Forderung, sodass der Factor als neuer Gläubiger an die Stelle des vorherigen Gläubigers tritt.

Der Factor nimmt somit den Anspruch auf Begleichung der Forderung durch den Kunden des Factoringnehmers an. Da das Factoring nur die Forderung zum Kaufgegenstand hat bleiben sonstige Ansprüche aus den Verträgen zwischen dem Factoringnehmer und dessen Kunden zwischen diesen bestehen.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung und Motivation: Diese Einleitung erläutert den durch den Wegfall des Sterbegeldes verursachten Wandel in der Branche und motiviert die Untersuchung von Factoring als Finanzierungsoption.

B Factoring als Sonderform des Schuldrechts: Dieses Kapitel definiert Factoring als untypischen gegenseitigen Schuldvertrag und differenziert zwischen den verschiedenen Ausprägungen und deren rechtlicher Grundlage.

C Praxistransfer: Dieser Abschnitt überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf die Bestattungsbranche, analysiert die Vertragskonstellationen und beleuchtet die wirtschaftlichen Auswirkungen sowie die Konsequenzen für Geschäftspartner.

D Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Factoring für Bestattungsinstitute unter Berücksichtigung der individuellen Kundenbeziehung und der betrieblichen Finanzziele ein geeignetes Instrument darstellt.

Schlüsselwörter

Factoring, Bestattungsbranche, Schuldrecht, Forderungsabtretung, Liquidität, Bilanzverkürzung, Forderungsausfall, echtes Factoring, unechtes Factoring, Bestattungsvertrag, Eigentumsvorbehalt, Unternehmensfinanzierung, Zahlungsmodalitäten, Delkredere, Bonitätsprüfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit Factoring als Finanzierungsinstrument für Bestattungsunternehmen geeignet ist und welche rechtlichen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen dabei zu beachten sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die rechtliche Einordnung von Factoringverträgen, die Analyse der spezifischen Struktur des Bestattungsvertrags sowie die Auswirkungen auf Liquidität, Bilanz und Kundenbeziehungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, Unternehmern der Branche eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten, ob die Inanspruchnahme von Factoring ihre wirtschaftliche Situation sinnvoll verbessern kann.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse des Schuldrechts sowie der Anwendung dieser Erkenntnisse auf die spezifischen praktischen Rahmenbedingungen der Bestattungsbranche.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition und rechtliche Einordnung des Factorings (echtes vs. unechtes Factoring) sowie den Praxistransfer auf die Bestattungsbranche inklusive einer Analyse der Auswirkungen auf Geschäftspartner.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Factoring, Bestattungswesen, Forderungsmanagement, Schuldrecht, Liquiditätsoptimierung und Gläubigerschutz geprägt.

Wie unterscheidet sich die rechtliche Behandlung von echtem und unechtem Factoring?

Beim echten Factoring liegt ein Forderungskauf vor, der als Sachkauf behandelt wird, während das unechte Factoring als Kreditgeschäft eingestuft wird, da das Ausfallrisiko beim Kunden verbleibt.

Welche Rolle spielt die Kundensensibilität in der Bestattungsbranche beim Thema Factoring?

Da Bestattungen stark auf Vertrauen und Tradition basieren, könnte die Inanspruchnahme von Factoring – insbesondere das offene Verfahren – das Vertrauensverhältnis zum Kunden negativ beeinflussen.

Warum gibt es bei Lieferanten von Bestattungsunternehmen potenzielle Kollisionen?

Es kann zu einer Kollision kommen, wenn Lieferanten Waren unter verlängertem Eigentumsvorbehalt liefern und diese Forderungen gleichzeitig an einen Factor abgetreten werden.

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Details

Title
Der Factoringvertrag und seine Bedeutung für die Bestattungsbranche
College
University of applied sciences, Düsseldorf
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
18
Catalog Number
V492828
ISBN (eBook)
9783668975293
ISBN (Book)
9783668975309
Language
German
Tags
factoringvertrag bedeutung bestattungsbranche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Der Factoringvertrag und seine Bedeutung für die Bestattungsbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492828
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