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Erblichkeit der analytischen Intelligenz. Bis zu welchem Grad sind unsere kognitiven Leistungen genetisch determiniert?

Titel: Erblichkeit der analytischen Intelligenz. Bis zu welchem Grad sind unsere kognitiven Leistungen genetisch determiniert?

Facharbeit (Schule) , 2019 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Benjamin Kunz (Autor:in)

Biologie - Neurobiologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Jahrtausenden schon beschäftigten sich Denker unserer Zeit mit den kognitiven Grundfähigkeiten des Menschen und wie diese zu beeinflussen sind. Schon der griechische Philosoph Platon beschrieb Intelligenz, bevor jegliche Intelligenzmessungsverfahren oder Zwillingsstudien bekannt waren, als eine im Erbgut veranlagte kognitive Intuition bestimmte Zusammenhänge in der Natur zu erkennen, um dann erlernte Prinzipien, etwa aus der Mathematik, darauf anzuwenden. Doch vor allem in der Moderne, dem Zeitalter der Automatisierung und künstlicher Intelligenz gewinnt der Begriff der Intelligenz immer mehr an Relevanz. Roboter scheinen den Menschen in zahlreichen Bereichen zu verdrängen und in einem kürzlich erschienenen „Zeit“ Artikel wird ein Niedergang des menschlichen Intellekts in der westlichen Welt beschrieben. Aber lässt sich der menschliche Intellekt überhaupt zuverlässig messen? Und welche Schlüsse können wir aus den Werten auf unsere Umwelt zurückführen?
Um dies zu beantworten, werde ich im folgenden Verlauf klären, ob und wie sich die Intelligenz als theoretisches Konstrukt von uns erfassen lässt. Denn nur wenn die Messmethode in der Lage ist, das zu messen was sie messen soll, kann zwischen einzelnen Individuen verglichen werden, um die Frage hinsichtlich der Erblichkeit und der Beeinflussung durch Umweltfaktoren zu beantworten.
Die vorliegende Arbeit soll versuchen dies zu erläutern. Es wird zunächst der Begriff Erblichkeit erläutert, um dann auf Zwillings- und Adoptionsstudien einzugehen. Zudem wird im Gegenlicht zur Genetik ein Blick auf eine relativ junge Wissenschaft, die Epigenetik, geworfen. Abschließend wird ein abwägendes Urteil getroffen, das die Frage beantworten soll, ob wir unsere kognitiven Leistungen betreffend, ein reines Produkt unserer Gene oder der Umwelt sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Die Intelligenz und wie sie gemessen wird

2.1 Der IQ

2.2 Testgüte des IQ

2.3Einwände

3. Anlage oder Umwelt?

3.1 Erblichkeit

3.2 Anlagefaktoren

3.2.1 Zwillingsstudien

3.2.2 Erkenntnisse der modernen Genetik

3.3 Umweltfaktoren

3.3.1 Adoptionsstudien

3.3.2 Epigenetik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Wechselspiel zwischen genetischen Anlagen und Umwelteinflüssen bei der Ausprägung der menschlichen Intelligenz. Ziel ist es, kritisch zu beleuchten, inwieweit kognitive Leistungen als erblich determiniert gelten können und welche Rolle dabei Faktoren wie Erziehung, soziale Umgebung und epigenetische Prozesse spielen.

  • Methodische Zuverlässigkeit und Grenzen von IQ-Tests
  • Differenzierung zwischen Anlage- und Umweltfaktoren
  • Analyse von Zwillings- und Adoptionsstudien in der Intelligenzforschung
  • Bedeutung der Epigenetik für die kognitive Leistungsfähigkeit
  • Kritische Bewertung der Erblichkeitsannahmen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Zwillingsstudien

Da sich zweieiige Zwillinge genetisch nicht von normalen Geschwisterpaaren unterscheiden, werden in der Intelligenzforschung eineiige Zwillinge, oder Monozygoten verwendet. Diese entspringen aus der gleichen Keimzelle und haben somit eine genetische Übereinstimmung von 100% . Da die genetische Variabilität dadurch auf 0 fällt, wird nun die variable Umwelt „verändert“, z.B. wenn die Zwillinge durch Adoption in unterschiedlichen sozialen Umgebungen aufgewachsen sind, um auf die Auswirkungen von Umweltfaktoren zu schließen. Diese Methodik wurde und wird bis heute in der „Minnesota Study of Twins reared apart“ des US-amerikanischen Psychologen Thomas Bouchard angewandt. Seine Studie ist Zwillings-und Adoptionsstudie in einem. Sein Projekt, das 1979 in die Startphase ging, beinhaltet 7 000 voneinander getrennt aufgewachsene monozygote Zwillingspaare, die in einem Abstand von 20 Jahren einem IQ Test unterzogen werden. Es ergab sich eine ungefähre genotypische Variabilität des IQ von 70% . Doch eindeutig anwendbar auf den Rest der Bevölkerung sind diese Ergebnisse nicht, da selbst die getrennten Zwillinge in ähnlichen familiären Verhältnissen aufwuchsen, nämlich einer bildungsnahen Mittelschicht . Nach dem Erblichkeitsmodell müsste die errechnete Erblichkeit also schätzungsweise reduziert werden, was zu den Werten von 50-80% Erblichkeit führt, die in der Wissenschaft geläufig sind .

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in die Thematik der menschlichen Intelligenz und deren Erblichkeit im Kontext moderner wissenschaftlicher Debatten.

2. Die Intelligenz und wie sie gemessen wird: Definition des Intelligenzbegriffs und kritische Beleuchtung des Intelligenzquotienten als Messinstrument.

2.1 Der IQ: Darstellung der historischen Entstehung und mathematischen Funktionsweise des Intelligenzquotienten.

2.2 Testgüte des IQ: Analyse der Zuverlässigkeit von Intelligenztests anhand der wissenschaftlichen Kriterien Reliabilität, Objektivität und Validität.

2.3Einwände: Diskussion methodischer Schwachpunkte und Grenzen bei der Messung von Hoch- oder Minderbegabung sowie alternativer Intelligenzkonzepte.

3. Anlage oder Umwelt?: Untersuchung der grundlegenden Fragestellung der Verhaltensgenetik, ob Intelligenz angeboren oder durch Umwelteinflüsse erworben ist.

3.1 Erblichkeit: Erläuterung des wissenschaftlichen Begriffs der Erblichkeit in der Genetik und Abgrenzung zum umgangssprachlichen Verständnis.

3.2 Anlagefaktoren: Betrachtung der biologischen Komponenten, die zur Ausprägung kognitiver Fähigkeiten beitragen.

3.2.1 Zwillingsstudien: Evaluation der Forschungsmethodik durch den Vergleich von monozygoten Zwillingen in unterschiedlichen sozialen Umgebungen.

3.2.2 Erkenntnisse der modernen Genetik: Überblick über den aktuellen Stand der Genomforschung bei der Identifizierung intelligenzrelevanter Gene.

3.3 Umweltfaktoren: Analyse der Einflüsse externer Bedingungen auf die kognitive Entwicklung.

3.3.1 Adoptionsstudien: Untersuchung von Veränderungen der kognitiven Leistung bei Kindern durch den Wechsel in ein anderes soziales Umfeld.

3.3.2 Epigenetik: Vorstellung der Forschungsfelder zur Genaktivität und deren Beeinflussung durch Umweltfaktoren wie Stress.

4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung des komplexen Zusammenspiels von Genetik und Umwelt auf die individuelle Intelligenz.

Schlüsselwörter

Intelligenz, IQ, Erblichkeit, Verhaltensgenetik, Zwillingsstudien, Adoptionsstudien, Epigenetik, Genom, kognitive Leistung, Anlage, Umwelt, Intelligenzforschung, Stanford-Binet-Test, Variabilität, Intelligenzalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern unsere kognitiven Fähigkeiten durch unsere Gene festgelegt sind oder ob sie durch äußere Umwelteinflüsse beeinflusst werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Messbarkeit von Intelligenz, die wissenschaftliche Erblichkeitsforschung und die Rolle von Genetik sowie Epigenetik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Daten zu klären, ob Intelligenz als ein reines Produkt unserer Gene zu sehen ist oder ob Umweltfaktoren eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung kognitiver Leistungen spielen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt Literaturanalysen von Zwillings- und Adoptionsstudien sowie Erkenntnisse aus der modernen Genetik, um die Aussagen zur Erblichkeit von Intelligenz zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der IQ als Messinstrument, die methodische Einordnung von Erblichkeit, genetische Faktoren und der Einfluss von Umweltbedingungen sowie Epigenetik diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Intelligenzquotient, Zwillingsstudien, Erblichkeit, Anlage, Umwelt und Epigenetik.

Welche Rolle spielen Adoptionsstudien bei der Beantwortung der Forschungsfrage?

Sie dienen dazu, den Einfluss der sozialen Umgebung zu isolieren, indem untersucht wird, wie stark sich der IQ von Kindern bei einem Wechsel in ein neues Umfeld verändert.

Was sagt das Fazit über den Niedergang des Intellekts aus?

Der Autor schlussfolgert, dass die Sorge vor einem generellen Niedergang des menschlichen Intellekts für das Individuum zweitrangig ist, solange man aktiv an der eigenen kognitiven Entwicklung arbeitet.

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Details

Titel
Erblichkeit der analytischen Intelligenz. Bis zu welchem Grad sind unsere kognitiven Leistungen genetisch determiniert?
Note
1,0
Autor
Benjamin Kunz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V492830
ISBN (eBook)
9783668985537
ISBN (Buch)
9783668985544
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Intelligenz Erblichkeit IQ Kognitive Leistung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Kunz (Autor:in), 2019, Erblichkeit der analytischen Intelligenz. Bis zu welchem Grad sind unsere kognitiven Leistungen genetisch determiniert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492830
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Leseprobe aus  12  Seiten
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